Harry Potter und der Feuerkelch Special Seite 3


Aufgeregt (und zähneklappernd) bereiten sich die Schüler auf den Weihnachtsball vor – ein Fest mit Abendgarderobe, Gesellschaftstänzen und… Tanzpartnern!
Das Filmteam inszenierte den aufwändigen Weihnachtsball direkt vor den Feiertagen im Dezember 2004 – ein angemessen farbenfroher Abschluss des Arbeitsjahres im Studio. „Wir wollten die Große Halle für den Weihnachtsball völlig auf den Kopf stellen“, erklärt Newell. „Die Filmhelden und auch die Zuschauer sollen das Gefühl bekommen, dass sie die Halle ganz neu erleben.“

Für die grandiose Verwandlung der Großen Halle waren Produktionsdesigner Stuart Craig und seine Ausstattungsabteilung zuständig. „Im Roman wird beschrieben, dass die Halle wie ein Eispalast wirkt – Eiszapfen hängen von der Decke“, berichtet Craig. „Wir gingen noch einen Schritt weiter und gestalteten die magische Decke ganz aus Eis. Die Wände sind von glänzendem Silber bedeckt – alles im Saal, die Türen, Fackeln, Fenster und sogar der Kamin sind von Eis bedeckt oder silbrig angemalt.“
Als i-Tüpfelchen schufen die Innenrequisiteure Stephenie McMillan und Lee Sandales zauberhafte Eisskulpturen, Eis-Drinks und alle nur erdenklichen eisgekühlten Gerichte. „Wir fielen über den Fischmarkt in Billingsgate her und haben buchstäblich alle Hummer, Garnelen und Krebse aufgekauft!“, berichtet McMillan. „Wir mussten sie entsprechend behandeln, damit sie die Hitze der Scheinwerfer aushielten und nicht zu stinken begannen, aber sie ergeben fabelhafte Dekorationen für die weihnachtlich geschmückten Tische.“

Auch die Darsteller wurden für den Ball völlig neu eingekleidet. „Wir haben allein für den Weihnachtsball 300 Kostüme vorbereitet“, sagt Kostümbildnerin Jany Temime. „Zunächst entwarfen wir die Abendanzüge der Jungen. Jeder trägt eine weiße oder schwarze Krawatte und eine schicke Weste. Harry trägt eine ganz klassische schwarze Weste. Die Slytherin-Schüler wählen weiße Krawatten, weil sie sich für besonders vornehm halten.“

Ron kommt allerdings nicht so gut davon. „Mein Outfit ist grässlich – ganz aus rosa Spitze und Blumen!“, jammert Rupert Grint. „Aber dann war es doch richtig lustig, als ich es anhatte. Es erinnert an die 1970er-Jahre und ist derart scheußlich, dass es mir schon wieder gefiel!“

Die Entwürfe für die Mädchenkleider nahmen mehrere Monate in Anspruch: Ein Team aus über 100 Näherinnen und Kunstschneiderinnen fertigte die Kostüme in Leavesden in Handarbeit an. „Die Mädchen waren von ihren Kleidern so begeistert, als ob sie einen echten Ball besuchen würden“, erinnert sich Temime.

Einen Schlüsselmoment des Abends und der Handlung bildet die immer ernsthafte Hermine mit ihrem großen Auftritt am Arm des Durmstrang-Champions und Quidditch-Superstars Viktor Krum. „Hermine sollte ein ganz besonderes Kleid tragen“, sagt Temime über das Kostüm, in das zwölf Meter Chiffon eingearbeitet wurden – das waren drei Monate Arbeit. „Es sollte ein richtiges Märchenkleid werden – alle Kinder sollen den Atem anhalten, wenn sie den Saal betritt.“

„Hermine hat noch nie etwas Vergleichbares getragen“, stellt Emma Watson fest. „In der Maske wurde ich stundenlang in die Mangel genommen, um mich für die Szene vorzubereiten. Ich wusste genau, dass sich alle Augen auf mich richten würden, als ich den Saal betrat – mir schlug das Herz bis zum Hals!“ „Emma ist eine natürliche Schönheit – wenn sie also die ,normale‘ Hermine in ihrer Schuluniform spielt, müssen wir ihr Aussehen unter dem Make-up eher herunterspielen“, sagt Maskenbildnerin Amanda Knight. „Aber der Weihnachtsball erfordert natürlich das genaue Gegenteil – da konnten wir uns mit dem Make-up richtig austoben.“

Es war keine einfache Aufgabe, den jugendlichen Darstellern in einem mehrwöchigen Studio-Kursus das Tanzen beizubringen. „Die Mädchen freuten sich sehr auf den Tanz, und den Jungen stand es typischerweise sehr bevor“, berichtet Watson. „Ich tanze sehr gern und gerade die Walzerproben haben viel Spaß gemacht, aber interessanterweise wollte Mike gar nicht, dass wir die Tänze perfekt beherrschen. Er wollte vielmehr unsere Unsicherheit bei den Tanzschritten ins Bild bringen.“
„Ich war völlig panisch“, sagt Radcliffe. „Meine Eltern tanzen beide sehr gut, haben mir das aber anscheinend nicht vererbt. Alle Kids hatten etwa drei Wochen Zeit, um die Tänze einzuüben, aber weil ich so viele andere Szenen drehen musste, blieben mir nur ganze vier Tage. Sobald ich die Schritte halbwegs kapiert hatte, kam ich völlig aus dem Takt. Zum Glück soll Harry gar kein toller Tänzer sein.“

„Wir haben uns beim Tanz köstlich amüsiert“, sagt Newell, der freimütig gesteht, dass er selbst überhaupt nicht tanzen kann. „Dan stürzt sich mit großem Engagement auf jede Aufgabe, aber es sieht so aus, als ob Gott ihn nicht unbedingt für das Tanzparkett auserwählt hat. Was wiederum perfekt zu seiner Rolle in dieser Situation passt!“
Doch die steif-förmlichen Tänze sind schnell vorbei – anschließend darf jeder zum wilden Punk-Rock tanzen, wie es ihm gefällt. „Ich erinnere mich an meine Studentenjahre“, berichtet Newell. „Jedes Jahr gab es einen mondänen Abschlussball mit Gesellschaftstänzen, aber gegen Ende vergaßen wir die Förmlichkeiten und hatten unseren Spaß. Dieses Gefühl will ich auch auf dem Weihnachtsball vermitteln – die Teenies lassen echt die Sau raus!“

Für den Weihnachtsball engagierten Newell und Produzent David Heyman Jarvis Cocker, den legendären Sänger und Songschreiber der britischen Band Pulp, der mit den Mitgliedern seiner neuen Band Relaxed Muscle sowie Drummer Phil Selway und Gitarrist Johnny Greenwood von Radiohead auf der Bühne originale Musiktitel spielt.
In Zusammenarbeit mit dem berühmten Musikproduzenten Mike Hedges schrieb Cocker drei Songs, mit denen die Band im Film auftritt: „This Is the Night“, „Magic Works“ und „Do the Hippogriff“.

„Mit Jarvis lässt sich wunderbar arbeiten“, sagt Newell. „Ihm hat die ganze Sache riesig Spaß gemacht. Er erzählte, dass man ihn als Kind ,Vierauge‘ nannte, weil er Brillenträger war. Für die Szene wollte er also Vierauge sein: Er schloss die Augen, und wir sahen, dass auf seine Augenlider Augäpfel gemalt waren!“
„Es passiert wirklich nicht jeden Tag, dass Band-Mitglieder von Pulp und Radiohead in der Großen Halle auftreten“, grinst Heyman. „Obwohl wir alles nur inszeniert haben, war es wirklich überwältigend zu erleben, wie der Weihnachtsball seine eigene Dynamik entwickelte. Alle Darsteller und Teammitglieder haben das als passende Partyatmosphäre erlebt – zum Jahresausklang absolut angemessen.“

 

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