Harry Potter und der Feuerkelch Special



 Trailer zum Film

Harry Potter (DANIEL RADCLIFFE) sieht schweren Zeiten entgegen. Er wird von Albträumen geplagt, seine Narbe peinigt ihn mehr als üblich. Deswegen ist er froh, dass er keine Zeit mehr hat, über diese beängstigenden Visionen nachzugrübeln, denn vorerst nimmt er mit seinen Freunden Ron (RUPERT GRINT) und Hermine (EMMA WATSON) an der Quidditch-Weltmeisterschaft teil. Doch der Himmel über dem Quidditch-Zeltplatz erstrahlt auf unheimliche Weise: Dort funkelt das Dunkle Mal, das Erkennungszeichen des bösen Lord Voldemort. Beschworen wird es von seinen Gefolgsleuten, den Todessern, die sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen haben, seit Voldemort (RALPH FIENNES) vor 13 Jahren verschwunden ist – in jener Nacht, in der er Harrys Eltern ermordet hat.

Harry wünscht sich nichts sehnlicher, als in die sicheren Mauern der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei zurückzukehren, wo Professor Dumbledore (MICHAEL GAMBON) ihn beschützen kann. Doch in diesem Jahr läuft nichts so wie sonst. Dumbledore kündigt an, dass das Trimagische Turnier, einer der spannendsten und gefährlichsten Wettkämpfe für Zauberer, diesmal von Hogwarts ausgerichtet wird. Je ein Champion wird aus den drei größten und renommiertesten Zaubererschulen ausgewählt, die dann in einer Serie lebensgefährlicher Aufgaben gegeneinander antreten, um den begehrten Trimagischen Pokal zu gewinnen.
Die Hogwarts-Schüler staunen nicht schlecht, als die eleganten Mädchen der Beauxbatons-Akademie und die grüblerischen Durmstrang-Jungen die Große Halle füllen – alle warten atemlos auf die Wahl ihrer Champions.

Barty Crouch (ROGER LLOYD PACK) vom Zaubereiministerium und Professor Dumbledore leiten die Zeremonie bei Kerzenlicht, und die Spannung steigt, als der verzauberte Feuerkelch je einen Schüler der Schulen für den Wettkampf auswählt. In einem Funken sprühenden Feuerwerk bestimmt der Kelch Viktor Krum (STANISLAV IANEVSKI), den Quidditch-Superstar von Durmstrang, dann folgt die hervorragende Fleur Delacour (CLÉMENCE POÉSY) von Beauxbatons und schließlich der allseits beliebte Hogwarts-Favorit Cedric Diggory (ROBERT PATTINSON). Doch anschließend spuckt der Kelch unerklärlicherweise einen weiteren Namen aus: Harry Potter.
Der erst 14-jährige Harry ist drei Jahre zu jung, um an dem strapaziösen Wettkampf teilzunehmen. Er behauptet steif und fest, dass er seinen Namen nicht in den Kelch geworfen hat und überhaupt nicht am Wettkampf teilnehmen will. Doch die Entscheidung des Kelchs ist verbindlich – Harry muss antreten.

Unterstellungen und Neid schlagen hohe Wellen, und die Sensationsreporterin Rita Skeeter (MIRANDA RICHARDSON) heizt die Gegenreaktionen auf Harry Potters Wahl mit ihren unverschämten Klatschkolumnen sogar noch an. Sogar Ron glaubt mittlerweile, dass sein „ruhmsüchtiger“ Freund den Kelch irgendwie dazu gebracht hat, gerade ihn auszuwählen.

Dumbledore argwöhnt, dass derjenige, der Harrys Namen für das Turnier vorgeschlagen hat, ihn ganz bewusst in Lebensgefahr bringen will. Deshalb bittet er Alastor „Mad-Eye“ Moody (BRENDAN GLEESON), den exzentrischen neuen Professor für die Verteidigung gegen die Dunklen Künste, den jungen Nachwuchszauberer mit seinem hochsensiblen magischen Auge zu bewachen.

Harry bereitet sich auf die schwierigen Aufgaben des Turniers vor – er muss gegen einen Feuer speienden Drachen antreten, in die Tiefen eines großen Sees tauchen und den Weg durch ein Labyrinth finden, das ein seltsames Eigenleben entwickelt. Doch richtig angst und bange wird ihm vor der größten Herausforderung überhaupt: Wie soll er eine Tanzpartnerin finden, die ihn auf den Weihnachtsball begleitet?

Drachen, Wasserdämonen und Grindelohs erledigt Harry mit links – doch der Angstschweiß steht ihm auf der Stirn, als er die schöne Cho Chang (KATIE LEUNG) bittet, mit ihm auf den Weihnachtsball zu gehen. Und wenn Ron nicht so abgelenkt wäre, würde er merken, dass sich seine Gefühle für Hermine verändert haben.
Dann schlägt das Unheil zu – in Hogwarts geschieht ein Mord. Harry leidet immer noch unter seinen Voldemort-Träumen und wendet sich verschreckt an Dumbledore. Doch selbst der ehrwürdige Direktor muss zugeben, dass er mit seinem Latein am Ende ist.

Während Harry und die übrigen Champions sich mit der letzten Aufgabe und den eigenwilligen Hecken des unheimlichen Labyrinths herumschlagen, werden sie von jemandem oder etwas genau beobachtet. Der Sieg scheint zum Greifen nahe, aber im Angesicht des Trimagischen Pokals lässt sich die Wirklichkeit nicht mehr von den Spukbildern unterscheiden – und ohne Vorbereitung muss sich Harry dem Unvermeidlichen stellen: Er begegnet dem wahren Bösen…


Das vierte Jahr: Champions und Wettkämpfe


In „Harry Potter and the Goblet of Fire“ (Harry Potter und der Feuerkelch), dem vierten Film nach den ungeheuer beliebten „Harry Potter“-Romanen von J.K. Rowling, erlebt Harry Potter im vierten Schuljahr an der Howarts-Schule für Hexerei und Zauberei die lustigsten und gefährlichsten Abenteuer seines Lebens.
Denn Harry muss nicht nur bei einem halsbrecherischen internationalen Turnier gegen seine älteren und erfahreneren Mitschüler antreten, sondern sich auch mit seinem Erzfeind, dem bösen Lord Voldemort, auseinander setzen: Der will wieder die Macht ergreifen – und Harry ein für alle Mal den Garaus machen. Etwas Schlimmeres lässt sich gar nicht vorstellen, oder? Doch! Harry hat nämlich eine Heidenangst davor, eine Tanzpartnerin zum Weihnachtsball in Hogwarts einzuladen.

Für Harrys beste Freunde Ron und Hermine bringt das neue Schuljahr tief greifende Veränderungen – vielleicht stellen sie sich endlich der Tatsache, dass sich ihre Gefühle füreinander verändert haben. Während die Teenager ängstlich auf die ungewohnten Hormonschübe reagieren, bahnt sich auch unter den Erwachsenen eine Romanze an: Zwischen Harrys zuverlässigem Ratgeber Hagrid und Madame Maxime, der üppigen Direktorin der Beauxbatons-Akademie, funkt es gewaltig.

„Dieser Film stellte uns ständig vor neue und sehr schwierige Herausforderungen“, berichtet David Heyman, der die „Harry Potter“-Filmserie produziert. „Wir brauchen einen Regisseur, der einen düster-spannenden Thriller inszenieren kann und den Action-Sequenzen den nötigen Drive verleiht, aber gleichzeitig muss er auch sehr viel Einfühlungsvermögen für die oft komischen Pubertätsängste der Teenager mitbringen. Man braucht sich nur so unterschiedliche Filme wie ,Dance With a Stranger‘, ,Donnie Brasco‘ oder ,Vier Hochzeiten und ein Todesfall‘ anzusehen, um sofort zu merken: Nur sehr wenige Regisseure bringen die Fähigkeiten und die vielseitige Begabung eines Mike Newell mit.“

„Für mich ist die Story vor allem ein Thriller“, sagt Newell. „Es gibt wunderbare Sequenzen – von der Spannung beim Trimagischen Turnier bis zum Humor und Herzschmerz beim Weihnachtsball, aber das treibende Element ist der traumhafte Thriller, in dem es ein echter Bösewicht auf Harry abgesehen hat – und nur Harry allein in der Lage ist, ihm die Stirn zu bieten.“

Die gefährlichen Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Zu Beginn der Geschichte leidet Harry unter unheimlichen Albträumen, und seine berüchtigte blitzförmige Narbe brennt wie Feuer. Der Schmerz verwandelt sich in tiefes Schaudern, als Lord Voldemorts fürchterliche Gefolgsleute, die Todesser, den Nachthimmel während der Quidditch-Weltmeisterschaft mit dem Dunklen Mal des niederträchtigen Zauberers erstrahlen lassen. Erstmals kündigen sie damit die Rückkehr ihres Führers an, der vor 13 Jahren verschwunden ist.

Nicht einmal der ehrwürdige Hogwarts-Direktor Dumbledore weiß, was er von diesen geheimnisvollen Vorgängen halten soll. Um die Gemeinschaft der drei größten europäischen Zaubererschulen zu fördern, kündigt Dumbledore an, dass Hogwarts das Trimagische Turnier ausrichten wird: Zu diesem spannenden Wettkampf werden die Schüler und Lehrer von zwei anderen europäischen Zaubererschulen eingeladen, ein Schuljahr lang in Hogwarts zu leben und zu lernen. „Dumbledore will die Zaubererzunft auf die schwierigen Zeiten vorbereiten“, stellt Heyman fest. „Mit seiner Geste unterstreicht er ein Thema des Films: Wir müssen lernen, mit Menschen auszukommen, die anders sind als wir. Wenn sie das Herz auf dem rechten Fleck haben, spielt es keine Rolle, woher sie stammen.“

Weil das Trimagische Turnier lebensgefährliche Risiken birgt, bestimmt Barty Crouch, der Chef der Abteilung für Internationale Magische Zusammenarbeit, dass die teilnehmenden Schüler mindestens 17 Jahre alt sein müssen – was den 14-jährigen Harry und seine Freunde von vornherein ausschließt. Doch nachdem der magische Feuerkelch einen Champion aus jeder der Zaubererschulen als Turnierteilnehmer bestimmt hat, wird erstaunlicherweise noch ein vierter Name genannt: Harry Potter. 
Obwohl Harry protestiert, ist die Entscheidung des Kelchs verbindlich – ihm bleibt keine Wahl: Er muss in dem strapaziösen Turnier gegen die älteren Schüler antreten, die ihm an Zauberfähigkeiten weit überlegen sind.

„Mir gefällt an Harry vor allem, dass er kein Held im klassischen Sinne ist, kein unüberwindlicher Superman“, sagt Daniel Radcliffe, der sich auf Newells Rat hin zur Vorbereitung Thriller wie „North by Northwest“ (Der unsichtbare Dritte) anschaute. „Harry ist durchaus nicht unverwundbar. Er hat Angst. Obwohl er so viel Unterstützung bekommt, möchte er wohl schon seit langem seine Vergangenheit zu den Akten legen – er will nicht mehr den Helden spielen. Doch als sein Name aus dem Kelch auftaucht, steht er sofort wieder im Rampenlicht. Das bringt ihm Kritik von allen Seiten ein, aber er selbst weiß natürlich am besten, dass er seinen Namen nicht in den Kelch getan hat – also war es jemand anderes.“

Als Harry seinen zuverlässigen Mentor Dumbledore um Rat und Schutz bittet, stellt er überrascht fest, dass auch der Direktor selbst keine Ahnung hat, was es mit diesen geheimnisvollen Ereignissen auf sich hat. „Harry kann sich auf niemanden mehr verlassen“, sagt Radcliffe. „Erstmals erlebt er Dumbledore als alten Mann, der die Sache nicht mehr im Griff hat – was Harry äußerst verunsichert. Jemand oder etwas schleicht sich in Hogwarts ein und hat es auf ihn abgesehen, aber Dumbledore weiß nicht, was das ist, woher es kommt und wie man es aufhalten kann.“

„Dumbledore hat das Geschehen nicht mehr unter Kontrolle, er bekommt es mit der Angst zu tun“, sagt Michael Gambon, der wie in „Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“ (Harry Potter und der Gefangene von Askaban) den ehrwürdigen Direktor spielt. „Er trägt eine ungeheure Last auf den Schultern, ist für die Sicherheit und das Wohlergehen seiner Schüler verantwortlich, und als sich das Böse in Hogwarts ausbreitet, fällt ihm kein Rezept dagegen ein.“
Weil Dumbledore vermutet, dass Harrys Name sicher nicht im Kelch gelandet ist, um ihn gewinnen zu lassen, bittet er Alastor „Mad-Eye“ Moody um Hilfe: Dieser exzentrische Lehrer unterrichtet in Hogwarts seit neuestem die Verteidigung gegen die Dunklen Künste und soll nun mit seinem besonders sensiblen Auge über den Nachwuchszauberer wachen, bis klar ist, was wirklich hinter den unheilvollen Vorfällen steckt.

Moody ist ein legendärer Auror, ein Jäger der dunklen Zauberer, dem man nachsagt, er habe das halbe Askaban-Gefängnis mit Voldemorts Gefolgsleuten gefüllt. Aber die Frontjahre im Kampf gegen das Böse haben ihre Spuren hinterlassen. Viele Narben zeugen von seinen Kämpfen, er leidet unter Verfolgungswahn und verlässt sich ganz auf sein magisches blaues Auge, um das Böse, das er in jeder dunklen Ecke vermutet, aufzuspüren und dingfest zu machen.

„Moody ist ein Revolverheld mit Zauberstab“, sagt Brendan Gleeson – der vielseitige Schauspieler hat sich mit hinreißenden Darstellungen wie in „Braveheart“ (Braveheart), „Cold Mountain“ (Unterwegs nach Cold Mountain), „Troy“ (Troja) und „The Gangs of New York“ (The Gangs of New York) profiliert. „Er hat die Guten vor so vielen Dämonen bewahrt, dass er völlig durchgedreht ist. Als ich mit Mike Newell über die Figur sprach, beschrieb er seinen Eindruck: Moody hat durch seine vielen Verwundungen erheblichen Schaden genommen. Es ist für mich eine sehr interessante Aufgabe, den Spannungsbogen dieser Figur herauszuarbeiten: Moody kommt als halbe Leiche in Hogwarts an, aber mit der Zeit fassen die Kids Vertrauen zu ihm.“

Moodys Wahnsinn hat durchaus Methode, auch wenn seine ruppige Art der Zuneigung die Schüler oft zu Tode erschreckt und die Kritik seiner Kollegen provoziert. „Mir gefällt vor allem, dass er mich an einige meiner eigenen alten Lehrer erinnert“, sagt Gleeson nachdenklich. „Für Lehrbücher und Samthandschuhe hat er einfach keine Zeit. Er will den jungen Männern und Frauen klipp und klar sagen, mit wem sie es zu tun bekommen: Das Böse gibt es wirklich, und sie müssen ganz genau wissen, worauf sie sich dabei einlassen. Moody ist praktisch der personifizierte Initiationsritus, er beschleunigt ihr Erwachsenwerden. Von der sanften Tour beim Umgang mit Harry und den anderen Schülern hält er nichts, denn sie müssen sich auf die harte Wirklichkeit vorbereiten.“ „Moody ist eine komplexe, schwierige Figur“, stellt Heyman fest. „Brendan hält das Ungestüm und den Humor der Rolle wunderbar im Gleichgewicht – dadurch wirkt er ebenso furchterregend wie sympathisch.“ „Ein Schauspieler von Brendans Kaliber und Vielseitigkeit ist die echte Ausnahme“, fügt Newell hinzu, der 1992 mit Gleeson das Familienabenteuer „Into the West“ (Into the West; auch: Das weiße Zauberpferd) gedreht hat. „Vielleicht gilt das ja für alle Iren, jedenfalls bringt Brendan eine Urwüchsigkeit mit, die ihn wild, aber auch staunend-unschuldig wirken lässt. Das passt wunderbar zur Darstellung dieser vielschichtigen Figur.“

Moodys durchdringend blaues Glasauge gestaltete der für die Monstereffekte zuständige Nick Dudman zusammen mit dem Leiter der visuellen Effekte, Jimmy Mitchell. „Das Auge entwickelt ein Eigenleben“, sagt Newell. „Aber wenn wir verraten würden, wie uns das gelingt, nähmen wir den Zuschauern ihre Illusion.“
Die Kostümbildnerin Jany Temime ließ sich beim Entwurf zu Moodys typischem schwarzen Mantel von den Italo-Western anregen: Die abgetragene Lederschwarte mit ihren vielen Schnallen wirkt so verschlissen wie ihr Träger. „Moody ist ein Krieger, kennt kein Heim, keine Heimat. Er lebt buchstäblich in seinem Mantel“, vermutet Temime. „Unser Team hat eine Woche gebraucht, um den Mantel angemessen alt und abgetragen aussehen zu lassen – als ob Moody ihn schon sein Leben lang getragen hätte.“

Während Moody Harry vor den geheimnisvollen, lebensbedrohlichen Mächten zu schützen sucht, muss der Teenager sich mit einer ganz andersartigen Gegnerin herumschlagen – der Sensationsreporterin Rita Skeeter. Skeeter ist so skrupellos wie penetrant – sie schreckt vor nichts zurück, kein Beweggrund ist ihr zu nieder, wenn es um ihre unverschämten Klatschkolumnen geht. „Rita schreibt, was die Leute lesen wollen und was sie ihrer Meinung nach bei der Stange hält“, sagt die weltweit geschätzte Schauspielerin Miranda Richardson, bekannt durch Auftritte in so unterschiedlichen Filmen wie „The Hours“ (The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit), „Sleepy Hollow“ (Sleepy Hollow – Köpfe werden rollen), „Enchanted April“ (Verzauberter April) und Mike Newells Hit-Thriller „Dance With a Stranger“ (Dance With a Stranger) von 1985. „Sie setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um die Story zu bekommen, die sie im Kopf bereits fertig geschrieben hat. Drohende Gefahren spornen sie erst an. Todesgefahr oder mögliche Unfälle ergeben prächtige Schlagzeilen: Dann legt sie richtig los.“

„Rita ist aalglatt und unerbittlich, weiß aber ihren Charme einzusetzen – so bekommt sie ihre Knüller“, erklärt Newell. „Miranda ist unglaublich begabt. Ihr Gefühl für komisches Timing ist unübertroffen, aber gleichzeitig kann sie so herrlich bedrohlich auftreten.“ Skeeter heizt die Stimmung gegen Harry Potter noch an, als er auf seltsame Weise für das Trimagische Turnier ausgewählt wird. Und sie lotet sein Privatleben aus – seins und Hermines. „Eine ekelhafte Person!“, beschwert sich Emma Watson. „Rita hat es offensichtlich auf Hermine abgesehen. Sie erkennt Hermines Schwächen und verstärkt sie noch: Sie merkt, dass Hermine weder als Bücherwurm noch als Streberin gelten will – schlägt also in eine ähnliche Kerbe wie Professorin Trelawney im dritten Film.“ Wen überrascht es da, dass die extravagante Journalistin sich so schrill kleidet, wie es ihrem Charakter entspricht. „Rita findet, dass sie immer dem Anlass entsprechend gekleidet sein muss: Die äußere Erscheinung ist genauso wichtig wie ihre – höchst eigenwillig interpretierte – Wahrheitspflicht den Lesern gegenüber“, sagt Richardson. „Sie ist überzeugt davon, dass sie als Einzige angemessen angezogen ist.“

„Ich ließ mich von den 1980ern inspirieren“, sagt Jany Temime über ihre Entwürfe zu Rita Skeeters Outfits. „Knallige Farben, kantige Linien, die mit dem von ihr recherchierten Thema korrespondieren. Ein Beispiel: Als die Wettkämpfer im Trimagischen Turnier ihre erste Aufgabe bewältigen und gegen die Drachen kämpfen, trägt Rita eine Art Schlangenleder mit Schuppen. Als sie beim Tauchen zuschaut, tritt sie nicht zufällig in ekelhaftem Giftgrün auf.“
Harry bemüht sich redlich, sich nicht von Moodys unorthodoxen Methoden oder Rita Skeeters heimtückischem Klatsch ablenken zu lassen, weil er eine Konfrontation mit Lord Voldemort fürchtet – der dunkle Zauberer hat einst seine Eltern ermordet. „Du-weißt-schon-wer“, wie ihn die Bewohner der Zaubererwelt ängstlich nennen, ist brutal und teuflisch gnadenlos. Harry hat als Einziger den Todesfluch des Dunklen Lords überlebt – ein erstaunliches Kunststück, bei dem sein Gemüt erheblich stärker in Mitleidenschaft gezogen wird, als die Narbe auf seiner Stirn vermuten lässt.

„Mit dem Begriff ,Feindschaft‘ lässt sich diese Beziehung nur ungenau beschreiben“, sagt Radcliffe. „Harry hasst Voldemort mit jeder Faser seines Körpers. Er will ihn umbringen, weil er seine Eltern auf dem Gewissen hat. Gleichzeitig hat er Todesangst vor ihm.“ „Es ist sehr schwer, jemanden darzustellen, der das absolut Böse verkörpert“, überlegt Ralph Fiennes, der in seiner Karriere viele heroische, romantische und schurkische Rollen gespielt hat, zum Beispiel in „The Constant Gardener“ (Der ewige Gärtner), „Red Dragon“ (Roter Drache), „Maid in Manhattan“ (Manhattan Love Story), „The English Patient“ (Der englische Patient) und in „Schindler’s List“ (Schindlers Liste), der ihm eine Oscar-Nominierung einbrachte. „Als ich mit Mike über die Figur sprach, wollten wir Voldemort eine gewisse Menschlichkeit verleihen, weil man das ,Böse an sich‘ unmöglich darstellen kann. ,Das Böse‘ wird oft mit knirschenden Zähnen und Geifer gezeigt. Ich wollte Voldemorts Bösartigkeit subtiler und umso fürchterlicher demonstrieren. Sie entsteht aus Angst, Frust und Unglück. Als Kind war Voldemort unerwünscht. Er verlebte eine sehr unglückliche Kindheit – da ist die Ursache seiner Wut, seiner Eifersucht, seines Hasses zu suchen.“

„Die Liebe ist ein Fremdwort für Voldemort“, stellt Heyman fest. „Er empfindet sie als Schwäche. Er ist die Verkörperung des absolut Bösen, wirkt attraktiv und charismatisch. Ralph ist ein tief schürfender Schauspieler – er versteht es hervorragend, Voldemorts unheimliches Charisma angemessen komplex zu umreißen.“
Voldemort kocht vor Wut, weil Harry Potters Legende – der Junge, der überlebt hat – ihn selbst in den Schatten stellt. Deswegen hat er die vergangenen 13 Jahre darauf verwandt, die Macht zurückzuerlangen, die er in jener Schicksalsnacht verloren hat, als Harrys Eltern umkamen. Mit Hilfe seines wimmernden Dieners Wurmschwanz nimmt der Dunkle Lord triumphierend wieder menschliche Gestalt an, um Harry ein für alle Mal den Garaus zu machen.

„Mike wollte unbedingt Voldemorts plötzliche Stimmungsschwankungen, seinen Jähzorn ausloten“, sagt Fiennes. „Manchmal bricht seine Wut auf Harry explosionsartig aus ihm hervor, manchmal kann er aber auch fast freundlich wirken. Man weiß nie so recht, woran man bei ihm ist. Wenn jemand charmant auftritt, aber man dennoch das Gefühl bekommt, dass er urplötzlich gewalttätig werden könnte, wirkt er unglaublich furchterregend. Wenn ich mit jemandem am Tisch sitze, der mir ein Glas Wein und Geschenke anbietet, obwohl ich weiß, dass er meine Frau erstochen hat, dann geht mir das echt an die Nieren.“ „Als Voldemort jagt uns Ralph wirklich Angst ein“, bestätigt Newell. „Man spürt, dass er wahnsinnig ist – seine Augen verraten das. Wenn er auf der Leinwand erscheint, bin ich jedes Mal starr vor Schreck.“
„Eine sehr anstrengende Erfahrung“, sagt Radcliffe über seine Szenen mit Fiennes. „Ich habe ihm bei der Arbeit zugeschaut und daraus gelernt – wie er seinen Körper, seine Hände einsetzt, vor allem, als Voldemort erstmals wieder menschliche Gestalt annimmt. Einfach fantastisch.“

„Daniel muss sich einiges von mir gefallen lassen“, schmunzelt Fiennes. „Dieser Junge steht einem Mann gegenüber, der ihm den Finger in die Wunde am Kopf bohrt, lacht und sich am Schmerz des anderen weidet. Er muss die Agonie und die Angst spielen, ohne dies durch viele Worte ausdrücken zu können. Ich bewundere ihn sehr.“
Wie Voldemort aussehen sollte, wurde lange und sorgfältig überlegt, denn erstmals in der „Harry Potter“-Filmserie erscheint der Dunkle Lord komplett in menschlicher Gestalt. „Als Ralph die Rolle übernahm, fragte mich David Heyman: ,Du wirst ihm doch irgendeine Maske verpassen, nicht wahr?‘“, erinnert sich Newell. „Das habe ich aber gleich abgelehnt. Denn Ralph kann das Böse spielen. Er baggert es aus den Tiefen seiner Psyche hervor. Doch am Wochenende zu Hause überlegte ich dann trotzdem: Eigentlich sollten wir tatsächlich etwas mit seinem Gesicht machen.“ „Meine Nichten und Neffen wollten unbedingt die Dreharbeiten besuchen, um ihren Onkel Ralph als Voldemort zu erleben“, erinnert sich Fiennes. „Als sie schließlich kamen, erkannten mich gar nicht!“

Der für die Monstereffekte zuständige Nick Dudman und sein Team entwickelten das Konzept für Voldemorts Make-up: Mit minimalen Maskenteilen und Abziehbildern entstand so die Illusion einer fast durchsichtig blassen Haut – ein Geflecht von Adern zieht sich über seinen Schädel, seine Arme und Hände.
„Das Make-up ist ebenso einfach wie wirkungsvoll“, stellt Fiennes fest, der sich den Kopf, die Arme und die Brust zu diesem Zweck rasieren ließ. „Ich wollte nur minimales Make-up tragen, um mich möglichst frei bewegen zu können. Wir gehen von der Vorstellung aus, dass Voldemort gerade erst in seine neue Haut geschlüpft ist. Er empfindet den Körper als ungewohnt, probiert ihn aus und genießt die damit verbundenen Kräfte.“  Für Voldemorts schwarz wallendes Leichentuch verwendete man leichte Seide. Er wirkt dadurch wie ein „schwebendes Reptil“ – so beschreibt Fiennes sein Kostüm. „Wenn man Voldemort in der Gesamtansicht erblickt, trägt er ein schwarzes, wallendes Gewand. Keine Schuhe. Irgendwie passte es nicht, dass er Schuhe trägt. Er ist doch eben erst aus einem Kessel gestiegen.“

„Uns schwebte ein möglichst einfaches Kostüm vor, das sich von den schweren Anzügen der Professoren abhebt“, fügt Heyman hinzu. „Es wirkt sehr spartanisch, hat kaum Ornamente, weil er von Ästhetik nichts hält. Wenn die Todesser auch auf Schmuck und Flitter stehen, so gilt das nicht für Voldemort.“ Die gefilmten Bilder überarbeitete später das Effekteteam: Im Computer wurde Fiennes’ Nase abgeflacht und Schlitze hinzugefügt – dieser Schlangenlook verstärkt Voldemorts Slytherin-Herkunft. „Das wirkt echt gruselig“, sagt Heyman über Fiennes’ digitale Verwandlung. „Aber auf sehr subtile, beunruhigende Art.“


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