24/7 Passion Of Life Trailer

FSK Film: Dieser Film hat die FSK Freigabe 18 Jahre
Länge: 115 Min | Kinostart: 16.02.2006 |
 
 
Festhalten! Unser Player wird geladen...
Trailer

Trailer
24/7 Passion Of Life Trailer

Transformers 5

Transformers 5
 VIDEO-TIPP

 
 

24/7 Passion Of Life Trailer: Infos & Links

Schauspieler:
Marina Anna Eich, Mira Gittner, Christoph Baumann, Reinhard Wendt, Michael Burkhardt


 

Surftipps: User, die hier waren, besuchten übrigens auch diese Seiten:

 
Autor: Ole Mann

Die Sexualität im Film wird als natürlicher Teilbereich des Menschen dargestellt, als lustvolle Erfahrung von sich selbst und des Lebens, als intensive Form der Kommunikation und wird weder als Tabu –Thema noch als Quotensteigerung behandelt, sondern es findet ein respektvoller Umgang statt, der nicht nur eine Abwertung des Menschen verurteilt, sondern ganz auf eine Wertung verzichtet.

Darstellerin, Kamerafrau und Drehbuchautorin Mira Gittner erklärt den Ansatz: „Sexualität ist individuell und da es nicht DEN Menschen gibt, gibt es auch nicht DIE Sexualität. Für jeden bedeutet Sexualität etwas anderes und niemand hat das Recht, vorzuschreiben, wie und ob jemand seine Sexualität zu leben hat, solange es im gegenseitigen Einvernehmen stattfindet. Ebenso ging es bei dem Film nicht um eine dokumentarische, sondern um eine lyrische Darstellung, nicht um die rein körperliche, sondern auch um die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Thema, es ging um die Essenz, um das, was dahinter liegt bzw. was wir dahinter vermuten. Das ganze Spektrum der sexuellen Ausdrucksmöglichkeiten aufzuzeigen würde das Volumen eines Spielfilms bei Weitem sprengen. Es ging uns ja auch nicht um eine Dokumentation der SM- oder Swinger-Szene mit allen Möglichkeiten der Sexualpraktiken, sondern um eine Geschichte über Menschen. Es war uns allerdings wichtig, die Atmosphäre der SM-Sessions oder des Swingerclubs authentisch wiederzugeben.“

24 / 7 THE PASSION OF LIFE hatte seine Uraufführung im Oktober 2005 beim Sitges Filmfestival in Spanien und feierte seine Deutschland-Premiere auf den 39. Hofer Filmtagen 2005 mit drei ausverkauften Vorstellungen.

24 / 7 THE PASSION OF LIFE berührt den Menschen in seinen tieferen Schichten. Ein Film, der sicherlich kontroverse Diskussionen auslösen wird.

24/7 The Passion of Life ist ein provokant-poetischer Film über die Angst vor uns selbst, die Angst uns selbst zu begegnen im Spiegel unserer Leidenschaften im Spannungsfeld einer tabusetzenden und doppelmoralischen Gesellschaft : 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche – die Passion des Lebens.

 

Die Hotelierstochter Eva (Marina Anna Eich) begegnet zufällig bei einer Motorradpanne der Soziologin Magdalena (Mira Gittner), die als Domina „Lady Maria“ in einem SM-Studio arbeitet. Fasziniert von der bizarren Welt der Lady Maria, feststellend, dass es in ihrer heilen Welt alles gibt außer Lust und Leidenschaft, begibt sich Eva auf die Suche nach ihrer Sexualität, ihrer ureigensten Identität, und beginnt eine Odyssee durch die verborgenen Orte der Lust - Orte, von denen alle so tun, als ob sie nicht existierten und die es doch überall gibt: SM-Studio, Swingerclub, Stripteasebar – eine Suche, die sie auch in Konflikt mit dem Normierungszwang und der Doppelmoral der Gesellschaft bringt.

Lady Maria setzt das Geschehen im Domina-Studio in Beziehung zu Religion - Anbetung, Beichte, Strafe als Akt der Vergebung – ebenso wie zu emotionalen Momenten wie Trösten, Geborgensein und Aussprechen. In einer scheinbar bizarren Welt entsteht eine Wärme für den Menschen mit seinen dunklen Seiten.

 

Eine lyrische Studie über Obsession und Einsamkeit, über die geheime Lust und die öffentliche Moral: 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche.

 

Lady Maria: „Die Gesellschaft hätte gerne normierte Menschen, die funktionieren leichter. Aber kann man Gefühle normieren? Wer stellt denn diese Normen auf? Wer normiert uns? Und wer lebt uns? Viele sind nur Gelebte, keine Lebenden. Lebe dich.“

 

 

LANGINHALT

Die wohlbehütet aufgewachsene Hotelierstochter Eva (Marina Anna Eich) begegnet zufällig der Soziologin Magdalena (Mira Gittner), die mit einer Motorradpanne am Straßenrand steht. Eva fährt sie zur nächsten Motorradwerkstatt. Am nächsten Morgen bemerkt Eva, dass Magdalena ihren Rucksack im Auto vergessen hat. Auf der Suche nach einer Kontaktnummer durchstöbert Eva den Rucksack und stößt auf erotisches Spielzeug und die Visitenkarte eines SM-Studios, in dem Magdalena als Domina „Lady Maria“ arbeitet. Neugierig geworden, fährt Eva zum SM-Studio und begegnet einer ihr unbekannten Welt. Fasziniert und feststellend, dass es in ihrer heilen Welt alles gibt außer Lust, Leidenschaft und Erotik, begibt sich Eva auf die Suche nach ihrer Sexualität, ihrer ureigensten Identität, und beginnt mit Lady Marias Hilfe eine Odyssee durch die verborgenen Orte der Lust - Orte, von denen alle so tun, als ob sie nicht existierten und die es doch überall gibt: SM-Studio, Swingerclub, Stripteasebar – eine Suche, die sie in Konflikt mit dem Normierungszwang und der Doppelmoral der Gesellschaft bringt.

 

Bei ihrem ersten Besuch im Swingerclub lernt Eva Mike (Michael Burkhardt) kennen, der ihr anbietet, sie als „Reiseleiter“ durch die Welt der Lust zu führen. Eva nimmt sein Angebot an, erfreut, jemanden gefunden zu haben, der sie weder heiraten noch das Hotel ihres Vaters beerben will, sondern einfach jemand, mit dem sie ihre erotischen Sehsüchte ausleben kann. Ihre Freundin Alexandra dagegen kann Evas Reise durch die Welt der Sexualität nicht begreifen. Hier bahnt sich schon der Konflikt mit Evas Umfeld an, der später in einem Bruch mit Vater und Freundin kulminiert.

 

Eva gerät in das Spannungsfeld der unterschiedlichen „Welten“ – so trifft sie z. B. im Hotel auf Claire, die sie im Swingerclub kennen gelernt hat. Claire tut allerdings so, als kenne sie Eva nicht und verschwindet, was bei Eva auf Unverständnis trifft.

 

Lady Maria: „Du warst in jenem Bereich, den die Menschen normalerweise verbergen. Nicht nur vor anderen, vor allem vor sich selbst.“

Eva: “Verstehe ich nicht.“

Lady Maria: “Hast du denn deinem Vater von deinen Abenteuern erzählt?“

Eva: “Nein.“

Lady Maria: “Siehst du. Ewig zerrissen. Niemals heil.“

 

Im SM-Studio durchleben die Gäste von Lady Maria ihre verschiedensten Sehnsüchte: Franz findet seine Befreiung des alltäglichen Menschseins in der Verwandlung in eine Gummisau.

Karl-Friedrich (Reinhard Wendt), ein 80-jähriger Mann, findet in der Rolle des Dienstmädchens Elfriede seine Erfüllung. Dominik (Christoph Baumann), zerrissen zwischen Lust und „Sünde“, möchte die Passion Jesu auf seine Weise nachempfinden.

 

Lady Maria:„Was suchst du, einsamer Wanderer, in dieser Wüste, die wir Leben nennen?“

Dominik: „Ich bin auf der Suche nach der Liebe.“

Lady Maria: “Wenn sie nicht in dir ist, wirst du sie niemals finden.“

Dominik:“ Und wie finde ich die Liebe in mir?“

Lady Maria:“ Indem du dich ihr ganz hingibst, in all ihrer Lust und in all ihrem Schmerz.“

Dominik:“ Die Liebe kennt keinen Schmerz.“

Lady Maria: „Die Liebe ist Schmerz. Sie ist Verzückung und Qual in einem. Und doch ist sie die Kraft, die uns am Leben hält.“

 

Lady Maria setzt das Geschehen im Domina-Studio in Beziehung zu Religion - Anbetung, Beichte, Strafe als Akt der Vergebung – ebenso wie zu emotionalen Momenten wie Trösten, Geborgensein und Aussprechen. In einer scheinbar bizarren Welt entsteht eine Wärme für den Menschen mit seinen dunklen Seiten.

 

Lady Maria : „Die Gesellschaft hätte gerne normierte Menschen, die funktionieren leichter. Aber kann man Gefühle normieren? Wer stellt denn diese Normen auf? Wer normiert uns? Und wer lebt uns? Viele sind nur Gelebte, keine Lebenden. Lebe dich.“

 

Eva kommt bei ihren erotischen Spielen immer wieder zu dem Punkt, an dem Mike abbricht, es nicht weitergehen lässt, vor allem wenn andere Männer mit ins Spiel kommen. Eva stellt ihn zur Rede. Mike versucht sich herauszureden, er traut sich nicht, Eva seine wahren Gefühle zu vermitteln.

Schließlich flippt Mike aus und verprügelt beim nächsten Mal fast die anderen Männer. Lydia, die Swingerclubbesitzerin stellt ihn zur Rede und Mike erzählt ihr, dass er in Eva seine große Liebe gefunden habe und Angst hat, sie wieder zu verlieren. Eva will davon aber nichts wissen, sie wollte „neue Erfahrungen sammeln, Abenteuer erleben“ und er hat sich nicht daran gehalten. Gedemütigt lässt sie Mike sitzen. Als sie nach Hause kommt wartet ihr Vater, von der Freundin Alexandra über Evas erotische Abenteuer informiert, und entfacht einen Streit. Er will Eva in seinem Hotel nicht mehr sehen, solange sie sich weiterhin mit „Dominas und diesem ganzen degenerierten Getue“ umgibt. Eva, enttäuscht von der Reaktion ihres Vaters, rennt davon und beginnt aus Protest als Stripperin in einer Erotikbar zu tanzen, einsam, verlassen, immer noch auf der Suche nach sich selbst.

 

Lady Maria: „Bin Wanderer nur und müde,

Suche der Menschen Sinn,

Weiß um ihre Trauer und dass ich traurig bin.

Bin Wanderer nur und einsam,

erforsch der Menschen Herz.

Weiß um ihre Schmerzen und fühle tief den Schmerz.

Bin Wanderer nur und leer, sehe der Menschen Pein.

Weiß um ihre Leiden und bleib in mir - allein.“

 

Eines Tages wird Eva ins Separee bestellt, ein besonderer Gast hat einen Table-Dance bestellt: es ist Lady Maria.

 

Lady Maria: “Bist du jetzt am Ziel? Hast du irgendetwas gefunden?“

Eva: “Ich weiß es nicht. Vielleicht gibt es auch gar nichts zu finden. Ich weiß zumindest wo ich nicht hin zurück will, und das ist in diesen goldenen Hotelkäfig. Vielleicht will ich am liebsten einfach nur bei Null wieder anfangen. Ich will wiedergeboren werden. Na, ohne Vater, ohne Mutter. Ich will mich einfach neu gebären. Will mich selbst gebären und will Vater und Mutter meiner selbst sein.“

 

SPEZIELLE ARBEITSWEISE

Der Film ist durch Teamwork entstanden, mit einem kleinen Team, dessen Mitglieder viele verschiedene Aufgaben vor und hinter der Kamera übernommen haben: Roland Reber ist Regisseur, Co-Autor, hat die zweite Kamera gemacht und kümmert sich zusammen mit Marina Anna Eich um die Vermarktung des Films. Die Hauptdarstellerin Marina Anna Eich (Rolle: Eva) ist ebenso Co-Produzentin, hat das Catering übernommen und ist zuständig für die Vermarktung und den Verleih des Films. Mira Gittner machte die Bildgestaltung / erste Kamera, Schnitt, ist Co-Autorin und spielte die Rolle der „Lady Maria“ etc.

 

Das Drehbuch, das auf einer Grundidee basiert, beginnt mit ein paar wenigen Seiten, die dann im Laufe der Dreharbeiten ausgebaut und weiterentwickelt werden. Es wurde nicht improvisiert, die Szenen werden während der Dreharbeiten entwickelt, geschrieben und inszeniert.

Roland Reber versteht Filmemachen als kreatives Abenteuer: „Jeder hat die Möglichkeit seine Ideen und Kreativität einzubringen. Ich glaube nicht an Geschichtenerzählen im narrativen Stil, da das Leben nicht wie ein Roman ist, der nur einer Richtung folgt. Es ist multidimensional mit plötzlichen Wendepunkten.“

Mira Gittner: „Der Phantasie wird freier Lauf gelassen, es ist eher ein Aufschreiben von Gedanken, Assoziationen, Ideen, die später zu einem Ganzen zusammengefasst werden. So schreibt sich die Geschichte irgendwann von selbst.“

Die vielseitige Natur des Lebens lässt sich nicht in autoritäre Strukturen zwängen.

Roland Reber und Mira Gittner weiter: “Uns interessieren mehr die Stimmungen, Situationen mit all ihren vorhandenen Möglichkeiten der Weiterentwicklung, die verschiedenen Bewusstseinszustände der Figuren, als die völlige Erklärung derselben. Die Figuren geben keine vollständigen Erklärungen ihrer Verhaltensweise, sondern sie bleiben ebenso unvollständig wie im wirklichen Leben auch, denn all unser Wissen über uns oder andere ist niemals vollständig. Diese „Unvollkommenheit“ führt zu einem tieferen Einblick in die menschliche Seele und somit zu einem mehrdimensionalen Verstehen. Somit wirken die Figuren oft verloren oder einsam in ihrem Bestreben sich selbst zu enträtseln. Das Rätsel ist das Spannende, nicht die Eindeutigkeit, denn niemand ist das, was er zu sein scheint. Es bleibt dem Zuschauer überlassen, die Figuren zu enträtseln und diese Distanz mit seinen Emotionen und Assoziationen, wie auch immer geartet, zu füllen.“

 

 

DIE SCHAUSPIELER UND IHRE ROLLEN

Als der Entschluss gefasst war sich mit dem Thema Sexualität filmisch auseinander zu setzen, begannen die sehr umfassenden Vorarbeiten. Besonders die Schauspieler haben in ihren Rollen absolutes Neuland betreten. Neben Literatur und vielen Interviews hat Mira Gittner, die die Domina „Lady Maria“ spielt, im Vorfeld ein paar Nächte in einem Studio als Gast-Domina assistiert, um sich so einen Eindruck von dem Geschehen zu machen.

Mira Gittner: „Für mich ist das ein ganz normaler Vorbereitungsprozess für eine Rolle. Wenn ich eine Ärztin spielen würde, würde ich auch versuchen, ein paar Tage das Praxisleben mitzuverfolgen. Da ich mit der SM-Szene vorher noch nicht in Berührung gekommen bin, wollte ich meine persönlichen Erfahrungen machen. Ich wollte die Atmosphäre spüren, den Umgang miteinander, Alltäglichkeiten. Es musste für mich im Studio natürlich und normal werden. Außerdem musste ich erst mal lernen, auf hohen Schuhen zu laufen, ich trage privat meistens Turnschuhe. Man sollte als Schauspieler keine Berührungsängste mit seiner Rolle haben. Für mich war es spannend, die Möglichkeit zu bekommen, in die mir unbekannte Welt der SM-Szene einzutauchen. Die Poesie, Ruhe und Hingabe, die ich teilweise erlebt habe, das zärtliche, phantasievolle Spiel und vor allem die Kommunikation zwischen den Beteiligten haben mich beeindruckt. Aus all diesen Erfahrungen, Interviews und Recherchen ist dann die Rolle der „Lady Maria“ entstanden. Diese Figur ist Fiktion, so wie der ganze Film Fiktion ist, auch wenn die ein oder andere Geschichte oder Person authentisch ist, jede Szene ist geschrieben und inszeniert.“

 

Auch für Marina Anna Eich, die die Rolle der Eva spielt, waren die Dreharbeiten zu 24 7 / THE PASSION OF LIFE eine ganz besondere Erfahrung: „Interessant war es mitzubekommen, wie viele verschiedene Menschen mit diesen Themenbereichen zu tun haben, dies aber der Öffentlichkeit vorenthalten.“ Dass die Thematik allgegenwärtig ist und nur meistens dezent hinter geschlossenen Türen ausgelebt wird, wurde ihr durch ein Erlebnis abseits der Filmkameras bewusst: „Privat trage ich sehr gerne hohe Schuhe. Als ich während der Dreharbeiten beim Einkaufen war, sprach mich ein Mann an. Er erklärte, dass er Schuhfetischist sei und fragte mich, ob ich ihm kurz auf seine Hände treten würde. Er kniete sich vor mich hin. Zuerst war ich etwas perplex, doch ich tat es. Er stand wieder auf, bedankte sich glücklich und wünschte mir noch einen schönen Tag.“

 

Neben vielen Profischauspielern wie Marina Anna Eich (Eva), Mira Gittner (Lady Maria) und Christoph Baumann (Dominik) usw. haben auch einige Laiendarsteller an dem Film mitgewirkt. So fing zum Beispiel die Rolle des Mike, gespielt vom Swingerclubbesitzer Michael Burkhardt, als kleiner Part an und entwickelte sich während der Dreharbeiten zu einer der Hauptrollen. Ebenso verlief es mit der Rolle der Elfriede, gespielt von Reinhard Wendt.

 

 

LOCATIONSUCHE

Der Regisseur Roland Reber: “Lokalitäten wie Swingerclub, SM-Studio und Striptease-Bar wurden in die Filmgeschichte integriert ohne moralisch zu wirken. Wie oft sieht man im deutschen Fernsehen einen Mord im Swingerclub, der Täter im SM-Studio etc, immer negativ behaftet. Wir wollten das Thema darstellen ohne die Moralkeule zu schwingen. Wir haben vor den Dreharbeiten lange mit Leuten aus den jeweiligen Szenen gesprochen und deren Erfahrungen auch in den Film mit einfließen lassen.“

 

Eine wichtige Voraussetzung, um eine authentische Atmosphäre sowohl beim Dreh, als auch im Film zu schaffen, war das Drehen an Originalschauplätzen.

Doch die Suche nach passenden Locations gestaltete sich nicht immer einfach. So war der Besitzer des Swingerclub „La Boum“ nicht unmittelbar begeistert von der Idee dort einen Spielfilm zu drehen: „Filmen – hier bei uns ? Daran haben wir überhaupt kein Interesse. ...Wenn es sein muss, dann kommen Sie halt mal vorbei“ war seine erste Reaktion. Erst nachdem er etwas überrascht realisierte, dass es sich tatsächlich um ein seriöses Projekt handelte, zeigte er sich bereit, seinen Club für das Filmteam zu öffnen. Später stellte sich heraus, dass seine anfängliche Abneigung daher rührte, dass in der Vergangenheit des Öfteren Nachbarn versucht hatten sich auf diese Weise Zugang zum Club zu verschaffen. Nebenbei: Der Besitzer des Clubs, Michael Burkhardt ist in 24/7 THE PASSION OF LIFE in einer der Hauptrollen als „Mike“ zu sehen. Und wie bei wtp international üblich, übernahm er auch noch andere Aufgaben (z.B. den Umbau des „Maria-Mobil“, den Kreuzaufbau usw.)

 

Auch bei der ersten Locationbesichtigung des SM-Studios, hatte das Filmteam eine interessante Begegnung. Hinter dem Eingangs-Gitter saß ein nackter Mann mit Hundeohren und Halsband friedlich vor einem Wassernapf. Wider Erwarten waren nicht alle Studio-Gäste auf Diskretion bedacht und die Domina stellte den nackten Mann als „Bello, einen lieben Rottweiler“ der überraschten Mira Gittner vor, die die Hundeleine in die Hand gedrückt bekam, um mit Bello Gassi zu gehen. Diese Szene wurde dann später in den Film eingebaut.

 

 

BEZUGNAHME ZUR RELIGION

„Erlösung garantiert?

Im Dreieck „Identität – Sexualität – Religiosität“ tastet sich Roland Rebers 24/7 THE PASSION OF LIFE an Wesensmerkmale menschlichen Lebens heran. Auf der Folie von SM und sexueller (Grenz-)Erfahrungen setzen sich die Akteure mit der christlich-abendländischen Sexualmoral genauso auseinander wie mit ihren eigenen Trieben und Lüsten. Finden sie mit religiös-sexuellen Ritualen zu sich selbst, entdecken sie im Sex Wege aus ihrer Einsamkeit, erlöst sie Unterwerfung von ihrer Sünde? Wer dem Film auf seiner Reise durch SM-Studio und Swingerclub folgt, erlebt in ausdrucksstarken Bildern Abgründe wie Höhenflüge von Menschen, die auf der Suche nach sich selbst, ihrer Körperlichkeit und ihrem Gott sind.“

(Christian Herz , Dipl. Theologe)

 

Unsere Gesellschaft ist geprägt von 2000 Jahren kirchlicher Sexualmoral, ob man nun an das Christentum und die Kirche glaubt oder nicht, die heutige Gesellschaft baut sich darauf auf. „Es ist abendländische Realität, wenn Strafcodices und Gerichtsurteile von dem mitbestimmt werden, was altorientalische Ziegenhirten vor ein paar tausend Jahren über Sexuelles dachten“ (Karlheinz Deschner, „Das Kreuz mit der Kirche“). Also kommt man bei einem Thema, das sich mit Sexualität und Gesellschaft befasst, nicht an der kirchlichen Sexualmoral vorbei, die erst Jahrhunderte nach der Begründung des Ur-Christentums von der Kirche entwickelt wurde und die gesellschaftlichen Werte veränderte.

Der religionswissenschaftliche Hintergrund der Verbindung von Eros und Religion, sowie die Entwicklung der Sexualität von etwas Heiligem bis zur Unterdrückung durch die kirchliche Sexualmoral zeigt sich am Beispiel der Tempelprostitution, wie sie in alten Kulturen vor der Entstehung der monotheistischen, patriarchalischen Religionen wie dem Judentum, Christentum und dem Islam, zelebriert wurde. Die Männer und Frauen, die in den Tempel kamen, um zur Grossen Göttin zu beten, sie zu ehren und durch den sexuellen Akt mit deren irdischen Repräsentanten - der Priesterin bzw. dem Priester - eine spirituelle Vereinigung mit der Grossen Göttin zu erfahren, empfanden in diesem Zusammenhang die Sexualität als heiligen Akt. Mit der Ausbreitung der monotheistischen Religionen und deren Institutionen, wie z. B. dem Christentum und der Kirche, wurde die sexuelle Kommunion allmählich unterdrückt, vom Heiligen zum Bösen degradiert. Der Moraltheologe Stephan Pfürtner: „Die Sexualfeindlichkeit der Kirche, die viel menschliches Leid und krankhafte Neurosen hervorgebracht hat, hat letztlich zu tun mit dem Machterhalt der Institution und der Steuerung der Menschen.“

Die Ablehnung gegenüber dem sexuellen Sadomasochismus ist paradox, viele der Praktiken finden sich im Christentum wieder: Geißelung, Gehorsam, Anbetung, Opfer, Fetisch. Ebenso paradox ist die Bezeichnung eines Fetischisten, der einen leblosen Gegenstand wie einen Schuh anbetet, als „krank“ oder „pervers“, in einer Gesellschaft, die auf den Grundlagen des größten Fetischs der Welt ruht - Jesus am Kreuz.

Viele der Symbole, sowie Figuren im Film sind archetypische Symbole, Urbilder der menschlichen Seele, die seit Anbeginn der Menschheit existieren und in jedem Menschen tief verankert sind. Heute kennt man viele dieser Symbole, Bilder und Rituale hauptsächlich in Bezug auf das Christentum, eigentlich sind es aber viel ältere archetypische Symbole, die weit vor die Entstehung des Christentums zurückreichen und die vom Christentum aus alten heidnischen Kulten übernommen wurden. So wurde zum Beispiel Dionysos gekreuzigt. Lange vor der christlichen Zeit wurde er über einem Altartisch, auf dem Weingefäße standen, an einem Kreuze verehrt. Maria mit dem Jesus-Kind ist u. a. ein Abbild von der alt-ägyptischen Göttin Isis mit dem Horus-Kind etc. Maria als Archetypus des Weiblichen. Übernommen wurde sie aus den Kulten der Isis, Inanna, Ishtar, Astarte etc. (Kulte, die auch den sexuellen Aspekt der religiösen Verehrung beinhalteten) und von der Kirche wurde sie dann in den Konzilen von Konstantinopel 381 und Ephesus 431 zur biologischen Jungfrau und Gottesmutter domestiziert. In seiner archetypischen Bedeutung aber ist jungfräulich nicht biologisch gemeint, sondern als eine seelisch-geistige und somit politische Haltung. Jungfräulich rein von Ideologien, Vorurteilen und Dogmen. In der Religionsgeschichte ist die Jungfrau ein Titel der Magna Mater, der Grossen Göttin, ein Symbol des Lebens, das Symbol des weiblichen Teils der originalen schöpferischen Kraft, die zur Befreiung von religiösen, sozialen, politischen Dogmen ruft. Jungfräulich im Sinne von „du selbst“, unberührt von äußeren Einflüssen und Normen. Und da das Weibliche ein wesentliches Element in der Struktur des Menschen - sowohl in der Frau als auch im Mann - ist, geht es hier um den Mensch in seiner Gesamtheit.

Bewusst gelebte Erotik ist mehr als das dumpfe Abarbeiten von diversen Stellungen, es kommt nicht auf die Technik, sondern auf die Essenz an. Es ist ein Versuch, sich Selbst zu begegnen, das bewusste Alltags-Ich abzuschalten, es durch Hingabe gar aufzulösen, sich zu vergessen, sich zu verlieren, um einen winzigen Augenblick in die Unendlichkeit des Seins einzutauchen, zurück zum Ursprung - und dies ist ein spiritueller bzw. religiöser Vorgang.

Im Zwielicht des SM-Studios in 24/7 THE PASSION OF LIFE kann der Mensch er selbst und individuell sein, er ist nicht mehr verpflichtet, ein Gemeinschaftsaspekt der Gesellschaft zu sein. Das Studio wird so zum sakralen Ort, zum Heiligtum, wo das Individuum abgeschieden von der Alltäglichkeit moderne Rituale zelebriert, in denen das Unbewusste der Zeremonienmeister ist. Die Vernunft weicht den verborgenen Sehnsüchten und Verdrängungen, die Emotion kommt zum Vorschein. Es ist der Versuch, sich in all seinen Gegensätzlichkeiten wiederzuvereinen, die Trennung von Rationalem/Verstand und Irrationalem/Gefühl zu überwinden und die Transzendenz des Ichs zu erreichen. Es geht um das Erleben der Gleichzeitigkeit von Existenz und Nicht-Existenz, von Verlust und gleichzeitiger Erfahrung der ureigensten persönlichen Identität.

 

 

 

INTERVIEW MIT REGISSEUR ROLAND REBER

 

Wie entstand die ursprüngliche Idee zum Film?

 

RR: Es war bei den Filmfestspielen 2004 in Cannes. Ich hatte eine Verabredung zum

Mittagessen mit einem amerikanischen Produzenten und Regisseur. Auf dem Tisch

lagen Papiersets mit dem Hinweis auf einen „24/7-Büroservice in Cannes“. Dann

habe ich dem Amerikaner gesagt, schau mal, gibt es das bei euch auch, 24/7 –

was ja hier in Europa ein Begriff aus der SM-Szene ist. Und dann sagte er, ja, bei

uns haben die Restaurants auch 24 Stunden geöffnet. Dann fingen wir an darüber zu diskutieren, über Wertvorstellungen, über Klischees, weil er kannte nur Klischees. Und da habe ich gesagt, du, ich bin jetzt selbst kein SMer, ich gehöre keiner Szene an, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Dominas so sind, wie sie bei RTL dargestellt werden. Und so wurde das Gespräch immer tiefer und dann haben wir haben gesagt, wäre das nicht ein Thema - dasThema der verdrängten Sexualität: Verdrängt vor den Augen der Mitmenschen, aber vor allem verdrängt vor uns selbst. Und dann haben wir eine sehr lange Recherche begonnen in Striptease-Bars, in Swingerclubs, überall, in den Orten, die es ja angeblich nicht gibt – aber jeder kennt sie. Und so entstand peu a peu die Idee für diesen Film.

In dem Film ist das Thema Sexualität ja auch eine Metapher für die Suche nach

Identität. Es ist ein Weg, sich kennen zu lernen, sich durch Selbstdefinition ein

bisschen an sich anzunähern.

Und es ging mir auch darum, dass jetzt nicht ein Film entsteht, der sagt, werdet SMer und ihr seid frei, geht in einen Club und dann ist alles gut, nein. Es ging mir auch um das Thema der Einsamkeit, mit der wir dem Leben gegenüberstehen.

 

 

Was bedeutet der Titel 24 / 7?

 

RR: 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche – ein anderer Ausdruck für

„immer“.

 

 

Der Film spricht von einer „Reise ins Reich der Sexualität“ und spielt auch mit dem uns „Fremden“, wie z. B. einem Domina-Studio. War es für Sie bei den Recherchen auch eine Begehung einer fremden Welt?

 

RR: Es war ein Eintauchen in eine Welt, die nicht unsere Alltagswelt ist. Aber wir haben den Dialog mit den Leuten aus den jeweiligen Szenen gesucht und versucht die Atmosphäre authentisch wiederzugeben. Das war ja die Problematik, wie schaffen wir es als Nicht-Smer oder Nicht-Swinger das glaubhaft darzustellen.

 

 

Inwieweit ist der Film Phantasie und inwieweit beruht er auf Recherchen?

 

RR: Der Film ist fiktiv, beruht aber auf Recherchen, also real existierenden

Phantasien, Personen, Geschichten – sowohl aus dem bürgerlichen Milieu wie zum

Beispiel die Figur des Vaters, als auch aus den jeweiligen Szenen, wie die Figur der

Elfriede -, die dann in die Geschichte eingearbeitet wurden.

 

War es schwierig, die teilweise sehr expliziten sexuellen Inhalte mit den Schauspielern umzusetzen?

 

RR: Nein. Jedem Darsteller war es überlassen seine Grenzen selbst zu definieren

und umzusetzen. Diese Arbeitsweise ist mein Prinzip seit über 20 Jahren. Für mich

sind Schauspieler nicht Erfüllungsgehilfen der Regie oder eines Autors, sondern

kreative Künstler, die ihre Rollen selbst gestalten. Zum Dompteur eigne ich mich

nicht. Vielmehr sehe ich mich als Dirigent, der die Zusammenarbeit der Solisten

koordiniert.

 

 

Ihre Schauspieler sind nicht nur Schauspieler, sondern häufig auch in anderen Bereichen des Filmemachens involviert – wie z.B. bei Schnitt, Kamera, Drehbuch, Produktion etc. Sie selber führen bei 24 / 7 The Passion of Life nicht nur Regie, sondern haben das Drehbuch geschrieben und kümmern sich um den Verleih. Was sind die Vorteile dieser Arbeitsweise?

 

RR: In der Filmindustrie ist es immer mehr zu einer Spezialisierung gekommen

einer Fragmentierung der Kreativität. Viele Kollegen meinen, es müsste eine Teilung

der künstlerischen, technischen und verwaltungsbedingten Positionen geben. Dieser

Meinung bin ich nicht. Kreativität ist nicht teilbar – nicht getrennt erkennbar – sondern

ist immer ein holistischer Vorgang. Wir sind kein Konzern, der Filme produziert,

sondern Filmemacher. Filmemacher machen Filme. Und das ist eben ein

ganzheitlicher Prozess – und einer der Spaß macht. Mira Gittner z.B. hat nicht nur

eine der Hauptrollen übernommen, sondern auch die Kamera und den Schnitt des

Filmes gemacht und zusammen mit mir das Drehbuch geschrieben. Marina Anna

Eich, ebenfalls eine der Hauptrollen, ist für die internationale Vermarktung, den

Verleih und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Somit vertreten wir „unseren“ Film

und nicht ein Produkt anderer Leute. Ich würde nie von „meinem Film“ sprechen,

sondern immer von „unserem“ – es ist ein Teamwork. Viele Schauspieler sehen sich

oft selber in einer Erfüllungsposition. Sie sagen: „Ich habe bei einem Film mit

gemacht“. Sie distanzieren sich mit der Begründung, sie seien ja nur Schauspieler.

Bei uns ist niemand „nur“. Die Filmindustrie wird dominiert von Bankern und

Geschäftsleuten. Sie rauben dem Film die Seele. Wenn ich diese aufgeblasenen

Möchtegern-Filmrepräsentanten sehe, weiß ich, dass es Zeit wird den Film wieder an

die zurückzugeben, die Filme nicht als Anlageobjekt, sondern als Aussage sehen –

den Filmemachern.

 

 

Sie haben an Originalschauplätzen gedreht, u.a. in einem SM-Studio und in einem

Swingerclub. Wie wirkte sich das auf die Arbeit an dem Film aus?

 

RR: Ein Filmstudio ist immer Kulisse, der das Leben fehlt. Es ist und bleibt ein

künstlicher Ort. Wir wollten an Orten drehen, die es allen Beteiligten erlaubten die

Authentizität zu spüren.

 

 

Das Umfeld ist nicht ganz alltäglich – gab es Berührungsängste (im Umgang mit den „echten“ Beteiligten)?

 

RR: Das Set eines Swingerclubs oder eines SM-Studios ist nicht alltäglich, aber die

Menschen, die darin verkehren, sind es. Wenn man hinter die „Kulisse“ und die

„Kostüme“ dieser Bereiche blickt, trifft man auf ganz alltägliche Menschen, die ihre

Alltäglichkeit vielleicht für einen Moment abzulegen versuchen. Ich würde es als ein

Disneyland für Erwachsene bezeichnen.

Und Angst oder Abwehr entsteht ja immer nur, weil wir etwas nicht kennen, weil es

fremd ist. Und ich finde es sehr bedenklich im 21. Jahrhundert, dass es wirklich

passiert ist, als wir gesagt haben, wir drehen einen Film, der u. a. auch in einem

Domina-Studio spielt, dass gebildete, intelligente Menschen ernsthaft gefragt haben,

wie wir uns schützen, wenn wir mit „solchen“ Menschen zu tun haben. Ich fand die

Frage amüsant, denn die Menschen, die ich in dem Studio getroffen habe, waren so

harmlos normal, dass sie sehr enttäuscht gewesen wären, wenn sie da mitgegangen

wären. Aber da ist mir klargeworden, dass sich eigentlich relativ wenig – an der

Oberfläche viel – im Eigentlichen nichts bewegt hat und dass vor allem eine immer

größere Abwehr gegenüber dem uns Fremden stattfindet.

 

 

Gab es bei den Dreharbeiten eine Erfahrung, die Sie besonders beeindruckt hat?

 

RR: Mich hat jeder Drehtag beeindruckt. Sicher, es gab viele Erlebnisse, die ab jetzt

zu meinem Anekdotenschatz gehören. Sie alle aufzuzählen würde den Rahmen

dieses Interviews sprengen. Allein die Recherche zu diesem Film hat uns oft in

Situationen gebracht, die Erinnerungswert haben. Zum Beispiel als wir den Drehort

für die Swingerszenen suchten, hatte uns der Besitzer eines Swingerclub fast die Tür

vor der Nase zugeknallt, weil er glaubte, wir seien von den Nachbarn geschickt, um

seine Gäste auszuspähen.

Auch das Casting der „Originalswinger“ hatte seine Reize. Zumal wir erst einmal klar

machen mussten, dass wir keine 160. Folge für „Liebe Sünde“ oder ein

Erotikmagazin von RTL drehen wollen. Wenn Sie den Begriff „beeindrucken“

benutzen, so kann ich Ihnen aus meiner Erfahrung nur sagen, dass etwas einen

Eindruck hinterlässt, was wir noch nicht kennen. Sobald das nicht Gekannte in den

Erfahrungsschatz integriert wird, verliert es seine hervorgehobene Stellung und wird

alltäglich. In unseren Produktionsnotizen können Sie einige Erlebnisse finden, die

das demonstrieren.

 

 

Was war Ihre Motivation sich mit den Themen sexuelle Obsessionen / Perversionen auseinander zu setzen? Was wollen Sie dem Zuschauer vermitteln?

 

RR: Sexualität ist ein universelles Thema, das leider allzu oft nur zur

Quotensteigerung thematisiert wird. Ernsthafte Auseinandersetzung – auch mit dem

uns Fremden – findet meist nicht statt. Pervers kommt vom lateinischen „perversus“

(verdreht) – also erst einmal nichts Negatives. In unserer Gesellschaft wird „pervers“

aber meist abwertend verwendet. Pervers sind für mich eher Begriffe aus der Politik

und unserer Sozialmoral. Für mich ist ein Mensch, der sich jeden Tag in Arbeit,

Familie und Gesellschaft prostituiert, perverser, als ein Mensch, der seine sexuelle

Neigung lebt. Natürlich nur dann wenn er die Selbstbestimmung und die Freiheit des

Gegenüber achtet.

In jeder Stadt existieren die Un-Orte (Stripteaselokale, Swingerclubs, SM-Studios, Puffs), die die Gesellschaft schamhaft verdrängt, aber dennoch besucht. Sexuelle Phantasie verstecken viele sogar vor sich selbst. Sie versuchen, sich der vorherrschenden Meinung anzupassen, ja nicht aufzufallen. Aber dadurch machen sie die Phantasien ja nicht ungeschehen. Sie warten eben auf den nächsten Urlaub, den Fasching oder das Oktoberfest....

Das alles war für uns Motivation genug uns dieses Themas anzunehmen.

 

 

Wie sehen Sie das Thema Sexualität in Bezug zur heutigen Gesellschaft?

 

RR: Mitte der 70iger Jahre dachte ich, die Zeit der sexuellen Unterdrückung, oder

dass das überhaupt noch ein Thema ist, sei vorbei und jetzt sei das endlich liberal.

Aber ich stelle v. a. seit den 90igern eine starke konservative Tendenz fest, nur dass

der Schein trügt und die Oberfläche liberal erscheint. Man sieht also auf Illustrierten

nackte Körper, die Leute kleiden sich sexy, aber es ist nichts dahinter. Es ist eine

Sexualverleugnung, die stattfindet, die wahrscheinlich auch politisch gewollt ist. Die

Gesellschaft setzt immer bestimmte Spielräume und solange Sie sich innerhalb

dieser Spielräume bewegen - das meine ich mit Oberfläche – erscheint es liberal.

Aber bewegen Sie sich mal außerhalb, dann werden Sie sehr schnell die Grenzen

erfahren. Ich glaube, dass wir endlich zu einer Toleranz innerhalb der Gesellschaft

kommen sollten, in der eine sexuelle Ausrichtung nicht mehr Grundlage einer

beruflichen und sozialen Beurteilung ist, sondern in der das wirklich privat ist.

 

 

Der Film spielt ja auch mit einer gewissen religiösen Symbolik. Wo sehen Sie den Bezug zur Religion?

 

RR: In dieser Gesellschaft sind wir alle, ob wir das wollen oder nicht, ob wir einer Religionsgemeinschaft angehören oder nicht, seit 2000 Jahren von einem christlichen Weltbild geprägt. Und somit auch von 2000 Jahren Sexualmoral, die eine Errungenschaft der römisch-katholischen Kirche ist und die unhinterfragt – woher kommt diese Moral, ist sie gebaut, wer hat sie gebaut, warum wurde sie gebaut – unsere Gesellschaft beeinflusst. Ich bin nicht religionsfeindlich, im Gegenteil, ich denke, jeder Mensch sollte an das glauben, was er möchte. Das ist der erste Verbindungspunkt zur Religion. Der zweite ist, dass Sexualität ebenso eine Suche ist nach Identität, nach Überwindung von Einsamkeit, eine Suche nach sich selbst und einem Ursprung, wie auch immer man ihn nennen mag. Religion und Sexualität haben einen großen Bezug, wenn man ihn akzeptiert.

 

 

Neben den Hauptdarstellerinnen Marina Anna Eich und Mira Gittner sind in 24/7 The Passion of Life auch Laiendarsteller zu sehen. Wie verlief das Casting zu diesem Film?

 

RR: Neben zahlreichen Profischauspielern haben auch einige Personen aus der

Szene an dem Film mitgewirkt. Für die Statisten im Swingerclub wollten wir zunächst

„Nicht-Swinger“ einsetzen. Das wäre meiner Meinung nach aber peinlich geworden.

Wer es nicht gewohnt ist im Tigertanga und Reizwäsche auf Barhockern zu sitzen –

und dabei auch noch natürlich wirken soll -, wird an dieser Aufgabe scheitern. Also

haben wir den Swingerclubbesitzer gebeten, unter seinen Gästen zu fragen, wer

Interesse daran hat in einem Film mitzuwirken. Danach hat es viele Gespräche und

eine letztendliche Auswahl gegeben. Die Dreharbeiten waren sehr angenehm, weil

es allen Beteiligten viel Spaß gemacht hat. Im SM-Studio haben die Gäste sehr

schnell mitbekommen, dass Dreharbeiten im Gange waren. Der Eine oder Andere

hat uns angesprochen und wir haben zwei von ihnen ausgewählt.

 

 

Wie kamen Sie zum Film?

 

RR: Ich habe 20 Jahre lang als Schauspieler, Autor und Regisseur in Deutschland

und auf internationaler Ebene Theater gemacht. Wenn ich etwas sagen wollte,

schrieb ich ein Stück und inszenierte es. Irgendwann kam der Punkt, an dem mir

bewusst wurde, dass die Bühne beschränkende Grenzen hat, die überschritten

werden sollten. So kam ich zum Filmemachen, weil mir Kino die kreative Freiheit gibt

und es viel näher am Zuschauer ist als das Theater. Für mich ist Filmemachen ein

Dialog und es ist näher an mir selbst. Jedoch, wie ich mich selbst nicht völlig

verstehe, verstehe ich auch meine Filme nicht völlig. Auch wenn die Filme, die ich

mache, eine erkennbare Handschrift haben, so hängt der Stil und die Handhabung

des jeweiligen Films vom Thema ab und das unterscheidet sich vom einem zum

anderen.

 

 

Was ist Ihr nächstes Projekt?

 

RR: Zurzeit recherchiere ich zusammen mit Mira Gittner zu dem Thema

Bewußtseinskontrolle. Es ist ein spannendes Thema, das wieder ein heißes, wenn

auch nicht sexuelles, Thema anpackt. Es geht um Manipulation, Geheimforschung

und Politik. Hier wäre die Frage nach der „Perversion“ angebrachter.

 

 

BIOGRAPHIEN

 

ROLAND REBER – Buch und Regie, 2. Kamera

Nach der Schauspielschule Bochum in den 70er Jahren arbeitete Roland Reber als Schauspieler, Regisseur und Autor an Theatern wie Schauspielhaus Bochum, Essen, Düsseldorf, Zürich, Kingston/Jamaica, New Delhi etc. Er schrieb über 20 Theaterstücke, Drehbücher, sowie Texte und Lyrik.

1981 gründete er das Theater Institut und arbeitete als Regisseur, Autor und Schauspieler. 1989 gründete er das Welt Theater Projekt ( im Rahmen der Weltdekade für kulturelle Entwicklung der UNESCO und UN) und war als Regisseur, Autor und Gesamtleiter in Kairo, Mexiko, Indien und der Karibik tätig. Er war Dozent für Schauspiel und Regie u. a. in Moskau und in der Karibik.

Für die wtp international GmbH ist er im Bereich Regie und Drehbuch tätig.

2003 wurden seine Spielfilme das zimmer, Pentamagica und The Dark Side of our Inner Space beim Kalkutta International Filmfestival in einer Roland Reber-Reihe gezeigt.

Seit 2003 ist Roland Reber der offizielle Repräsentant des Cairo International Filmfestival in Deutschland und der Repräsentant für das Damaskus International Filmfestival für Europa. Er war Jurymitglied beim IFF in Alexandria, beim IFF in Dhaka/Bangladesh und beim Cairo IFF for Children.

Seine Filmographie als Regisseur und Drehbuchautor beinhaltet u.a.: Ihr habt meine Seele gebogen wie einen schönen Tänzer (Spielfilm, 1979), Manuel (Kurzfilm, 1998) der Fernsehauftritt (Kurzfilm, 1998), der Koffer (Kurzfilm, 1999), Zwang (Kurzfilm, 2000), Sind Mädchen Werwölfe (Kurzfilm, 2002), Das Zimmer (Spielfilm, 2001 - 6 internationale Auszeichnungen), Pentamagica (Spielfilm, 2003), The Dark Side of our Inner Space (Spielfilm, 2003), 24 / 7 The Passion of Life (Spielfilm, 2005)

 

Auszeichnungen:

Roland Reber erhielt für seine Theaterarbeit den Schweizer Kulturpreis (1976) und wurde als erster Europäer mit dem karibischen Kulturpreis Season of Excellence (1991 und 1993) ausgezeichnet. Für seine Regie des Spielfilms Das Zimmer (2001) wurde er u. a. mit dem Emerging Filmmaker Award 2001 in Hollywood, dem Jury Choice for Foreign Film 2001 in Chicago und dem President`s Award 2000 in Ajijic/Mexico ausgezeichnet.

 

 

MARINA ANNA EICH – Rolle „Eva”, Produktion, Verleih

Nach dem Abitur studierte Marina Anna Eich für ein Jahr Spanisch, Englisch und Französisch in Ecuador, Canada und Frankreich. Marina Anna Eich lernte Tanz an der Tanzakademie der Oper Leipzig und an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt / Main.

Sie wirkte in verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen als Schauspielerin und Tänzerin mit, wie zum Beispiel als „Eva Braun“ in einem Doku-Spielfilm für das japanische Fernsehen.

Im Jahre 2000 traf sie auf das Team von wtp und arbeitet seitdem für die Produktionsfirma als Schauspielerin und Produzentin. Sie co-produzierte die Komödie Pentamagica (2002/2003), den Kurzfilm Sind Mädchen Werwölfe...? und das Erotik-Drama 24/7 The Passion of Life (2005).

Marina Anna Eich ist zusammen mit Roland Reber Repräsentantin der wtp international GmbH und für das Marketing, den Verleih und Vertrieb verantwortlich.

 

Filmographie (Auswahl):

24/7 The Passion of Life (Spielfilm 2005) Regie: Roland Reber

- auch Co-Produzentin, Verleih -

The Dark Side of our inner Space (Spielfilm 2003) Regie: Roland Reber

Pentamagica (Spielfilm 2002/03) Regie: Roland Reber

- auch Co-Produzentin -

das zimmer – Ägypten-Teil (Spielfilm 2001) Regie: Roland Reber

dann nenn es halt Liebe (Kurzfilm 2001) Regie: Mira Gittner

Zwang (Kurzfilm 2000) Regie: Roland Reber

 

Auszeichnung:

2002 BEST FEMALE ACTOR AWARD, Night of Bavarian Shorts anlässlich des

AFM American Film Market Los Angeles/USA, für ihre schauspielerische

Leistung in dem Kurzfilm dann nenn es halt Liebe

 

MIRA GITTNER – Rolle „Lady Maria“, Kamera (D.o.P.), Schnitt

Mira Gittner begann mit dem Schauspiel im Alter von 10 Jahren mit einer Hauptrolle für das ZDF (Anderland: Der verkaufte Geburtstag, 1981, Regie: George Moorse) und hat seitdem in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Nach Abschluss der Schauspielschule 1990 war sie u. a. an der Bayerischen Staatsoper München als schauspielerische Solistin, beim Welt-Theater-Projekt in Neu-Delhi oder dem Theater Institut in München engagiert.

Seit 1998 ist Mira Gittner neben der Schauspielerei auch im Bereich Kamera und Schnitt tätig.

2001 drehte sie ihr Regie-Debut (neben Kamera, Schnitt und Produktion) mit dem Kurzfilm dann nenn es halt Liebe.

2003 war sie Jury-Mitglied des International Filmfestival for Children in Kairo.

 

Filmographie (Auswahl):

24/7 The Passion of Life (Spielfilm 2005) Regie: Roland Reber

- auch Kamera, Drehbuch, Schnitt -

Am Rande der Nacht (Spielfilm 2006) Regie: Christoph Busche

The Dark Side of our inner Space (Spielfilm 2003) Regie: Roland Reber

- auch Kamera und Schnitt -

Pentamagica (Spielfilm 2002/03) Regie: Roland Reber

- auch Kamera und Schnitt -

Sind Mädchen Werwölfe ...? (Kurzfilm 2002) Co-Regie, Kamera und Schnitt

das zimmer (Spielfilm 1999/2001) Regie: Roland Reber

- auch Kamera und Schnitt -

dann nenn es halt Liebe (Kurzfilm 2001) Regie, Kamera, Schnitt und Produktion

Der schwarze Spiegel (TV 2000) Regie: Rainer Boldt

Fast ein Gentlemen – Tierisch verliebt (TV 2000) Regie: Dagmar Damek

Zwang (Kurzfilm 2000) - Kamera und Schnitt - Regie: Roland Reber

Eine Hand schmiert die andere (TV 1999) Regie: Peter Fratzscher

Alle meine Töchter – 4 Folgen (TV 1999) Regie: Wolfgang Hübner

Der Koffer (Kurzfilm 1999) - Kamera und Schnitt - Regie: Roland Reber

Der Schandfleck (TV 1998) Regie: Julian R. Pölsler

Der Fernsehauftritt (Kurzfilm 1998) Regie: Roland Reber

- auch Kamera und Schnitt -

Manuel (Kurzfilm 1998) - Kamera und Schnitt - Regie: Roland Reber

Die Löwengrube (TV 1993) Regie: Rainer Wolffhardt

Die Kathrin wird Soldat – 4 Folgen (TV 1985) Regie: Peter Deutsch

Rote Erde – 4 Folgen (TV 1982) Regie: Klaus Emmerich

Der verkaufte Geburtstag (TV 1981) Regie: George Moorse

 

Auszeichnungen:

2000 PRODUZENT DES JAHRES 2000, Bayerisches Filmzentrum Geiselgasteig

„... hat Mira Gittner erneut gezeigt, dass künstlerische Kreativität und

professioneller Einsatz von Kamera und Schnitt zu einem beeindruckenden

und emotional bewegenden Resultat führen können ...“

2001 BEST FEMALE ACTOR AWARD 2001, Melbourne Underground Filmfestival

für ihre schauspielerische Leistung in dem Psycho-Thriller das Zimmer

2003 SPECIAL AWARD FOR MONTAGE IN FEATURE FILM, Panorama of

Filmmaker IFF/Thessaloniki für ihren Schnitt der Satire Pentamagica

 

 

 

CHRISTOPH BAUMANN – Rolle „Dominik“

 

Christoph Baumann besuchte in München die Schauspielschule und arbeitet seitdem als freischaffender Schauspieler, Regisseur und Produzent im Film-, Fernseh- und Theaterbereich. Im August 2000 gründete er die CHRFilmproduktion, mit der er seinen ersten Spielfilm „Am Rande der Nacht“ (Drama, Deutschland 2006) als Produzent verwirklichte. Seine Aufträge umfassen u.a. Einspieler für das ZDF und Werbeaufträge für das AUDI FORUM INGOLSTADT und das PLANET HOLLYWOOD. Außerdem stand er für mehr als sechzig Folgen der Comedysendung JOIN THE CLUB vor und, als ausführender Produzent verantwortlich für Einspielerproduktion, hinter der Kamera.

Filmographie (Auswahl):

Am Rande der Nacht (Spielfilm 2006) Regie: Christoph Busche

U 43 (Kurzfilm, 2004) Regie: Anna Kucinsky, Wolf Mocikat

24/7 The Passion of Life (Spielfilm 2005) Regie: Roland Reber

The Dark Side of our inner Space (Spielfilm 2003) Regie: Roland Reber

Linie X (Kurzfilm 2002/2003) Regie: Christoph Busche

Join The Club – 60 Folgen (TV Comedy 2001-2003) Regie: Tommy Krappweis

Tolle Sachen (TV-Serie 2001) Regie: Tommy Krappweis

Vaters Tochter (TV-Serie 1999) Regie: Lutz Konermann

 

 

MICHAEL BURKHARDT – Rolle „Mike“

 

Michael Burkhardt ist der Betreiber des Swinger-Clubs La Boum in Untermeitingen und stand als Mike das erste Mal vor der Kamera. Anfänglich als kleiner Part angedacht, entwickelte sich seine Rolle während der Dreharbeiten zu einer der Hauptrollen und er selbst zu einem Produktionshelfer. So baute er zum Beispiel das Maria-Mobil und war für den Kreuz-Aufbau verantwortlich.

REINHARD WENDT – Rolle “Elfriede”

 

Reinhard Wendt tauchte eines Tages während der Dreharbeiten im SM-Studio auf und sprach den Regisseur Roland Reber an: „Sir, ich bin Elfriede, das Dienstmädchen. Ich hätte eine Frage, Sir. Dürfte ich in Ihrem Werk mitwirken?“ Der 80-jährige Reinhard Wendt verwandelt sich in der Welt des SM-Studios zum Dienstmädchen Elfriede. In der Welt außerhalb des Studios ist er ganz der würdige ältere Herr. Er schafft auch noch im hohen Alter den Spagat zwischen den „Welten“. Durch lange Gespräche mit „Elfriede“ inspiriert, entwickelten Roland Reber und Mira Gittner dann die Rolle im Film.

 

 

WOLFGANG EDELMAYER – Musik

 

Wolfgang Edelmayer studierte 1985/86 Schauspiel, Gesang und Tanz am London Studio Center, 1986/87 Schauspiel am Actors Center in New York und 1987/88 Schauspiel, Gesang und Tanz am Theater an der Wien.

Er spielte in zahlreichen Film- und Theaterproduktionen wie zum Beispiel 1989-93 am Staatstheater Hannover, 1993 am schauspielhaus Hamburg, 1994 am Residenztheater München, bei den Salzburger Festspielen 1998, bei der englischen Filmproduktion W-Smith oder in der Produktion Who is Hamlet für das ORF, für die er auch die Musik komponierte.

Als Tänzer arbeitet er zusammen mit Pina Bausch, Hans Kresnik, Joe Alegado, Ismael Ivo und Susan Taylor (New York).

Seit 2000 arbeitet er als Filmkomponist zusammen mit Roland Reber und Mira Gittner. Seine Musik ist ein wesentlicher Bestandteil der Filme.

2001 war Wolfgang Edelmayer Finalist des weltweiten Komponisten-Wettbewerbs Unisong International Song Contest in den USA mit seinem Song And Still We Stand über den 11. September.

 

Kompositionen:

Film: Who is Hamlet – Musik und Hauptdarsteller (Bühne und Film) – 1998/99
Das Zimmer (Spielfilm 2001)
dann nenn es halt Liebe (Kurzfilm 2001)
Pentamagica (Spielfilm 2002/03)
The Dark Side of our Inner Space (Spielfilm 2003)
24/7 The Passion of Life (Spielfilm 2005)

Musical: Der Bursel – Musik und Hauptdarsteller
Start – Musik und Dasteller

Songs: Mehr als 300 Titel für Film, Theater und Interpreten

 

Auszeichnungen:
SCHAUSPIELER DES JAHRES 1993/94
BESTER MARIVAUX DARSTELLER, 1992, Le Monde, Frankreich
GOLDENE ROSE VON WIEN, 1988 und 1989 als Sänger und Komponist
Finalist des Komponistenwettbewerbs UNISONG (USA) 2002
Kinder ausgezeichnet von UNICEF und "missbraucht.de"

 

 

PATRICIA KOCH – Produzentin

 

Nach ihrem Studium zur Diplom Betriebswirtin war Patricia Koch für die Industrie im Bereich Marketing und Public Relation tätig. Im Jahre 2000 schloss sie sich dem wtp-Team an und ist seitdem als Produzentin tätig und auch immer wieder in kleineren Rollen zu sehen. In Vorbereitung ist ihr erster Kurzfilm Der Duft der Seele.

Ihre Filmographie beinhaltet u. a. 24/7 The Passion of Life (Spielfilm, 2005) und The Dark Side of our Inner Space (Spielfilm 2003) als Produzentin, Pentamagica (Spielfilm 2003) als Aufnahmeleiterin und Darstellerin der Rolle „Petra Karoll“.

 

 

 

WTP INTERNATIONAL GMBH – Filmproduktion, Verleih, Vertrieb

 

„Die Abgründe menschlicher Gefühle bilden den Kern der oft makaberen Tragikkomödien und Psychokrimis. Mysteriöse Plots um Verzweiflung, Sex, Traum, Tod werden mit raffinierter Montagetechnik und poetischen wie musikalischen Ausdrucksformen in Szene gesetzt.“

(Quelle: Süddeutsche Zeitung, 13. 2. 2002)

 

wtp international produziert Spiel- und Kurzfilme für Kino und Fernsehen mit Schwerpunkt auf künstlerischer Kreativität. Als weltweites Forum für Künstler, innovative Techniken und außergewöhnliche Ideen bildete sich 2001 die wtp international GmbH aus dem Filmproduktions -Team wtp und vereint nun unter einem Dach Filmproduktion, Vertrieb und Verleih. Neben den Spielfilmproduktionen, die weltweit auf internationalen Filmfestivals Beachtung und Auszeichnungen fanden, ist die wtp international GmbH auch im Bereich des Werbe- und Imagefilms tätig.

Die Filmographie beinhaltet u. a.: Manuel (Kurzfilm, 1998) der Fernsehauftritt (Kurzfilm, 1998), der Koffer (Kurzfilm, 1999), Spiele Schicksal (Kurzfilm 2000), Sind Mädchen Werwölfe (Kurzfilm, 2002), dann nenn es halt Liebe (Kurzfilm 2001), Das Zimmer (Psycho-Thriller, Spielfilm, 2001 - 6 internationale Auszeichnungen), Pentamagica (Satire, Spielfilm, 2003), The Dark Side of our Inner Space (Tragödie, Spielfilm, 2003), 24 / 7 The Passion of Life (Erotik-Drama, Spielfilm, 2005), sowie Imagefilme wie z. B. für Fujitsu/Siemens, Medialas, Pharmatechnik oder Top Products Energy Drinks.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SM / BDSM

 

Info-Seiten zum Thema: www.datenschlag.org

www.wikipedia.org/wiki/BDSM

 

Sadomasochismus (SM) ist ein Überbegriff, der ein vielfältiges Spektrum an sexuellen Identitäten und Praktiken umfasst, die mit gegenseitigem freiwilligen Einverständnis ausgeübt werden im Bewusstsein dessen, was geschehen wird (Prinzip der Konsensualität). Sadomasochistische Aktionen sind v. a. erotische Spiele mit einer klaren Rollenverteilung zwischen einem aktivem (dominanten) und passiven (submissiven bzw. devoten) Part, wobei der devote Part für die Zeitspanne des erotischen Spiels (Session) einen bestimmten Teil seiner Autonomie an den dominanten Partner abgibt (Power Exchange), woraus beide ihren Lustgewinn erzielen.

Die neuere Forschung zum Thema SM geht von einer gegebenen Grundneigung aus, wie zum Beispiel einer Geschmacksrichtung beim Essen. Je nach wissenschaftlicher Studie schwankt der Anteil praktizierender Sadomasochisten an der erwachsenen Bevölkerung zwischen 5-10% und ist in allen sozioökonomischen Gruppen zu finden. Im deutschsprachigen Raum gibt es derzeit etwa 100 regionale und überregionale SM-Organisationen. Es ist auch ein großer Unterschied zwischen der kommerziellen Studio-Szene und der viel größeren nicht-kommerziellen privaten SM-Subkultur zu machen.

Es ist nicht möglich eine scharfe Trennung zwischen einer sexuellen Minderheit wie den Sadomasochisten und der sexuellen Mehrheit zu ziehen. So hat das Spiel mit Augenbinden, Handschellen etc schon in viele deutsche Schlafzimmer Einzug gefunden und ist nicht mehr als rein spezifisch sadomasochistisch anzusehen.

BDSM (Bondage & Discipline, Domination & Submission, Sadism & Masochism) ist ein noch allgemeinerer Begriff aus dem Amerikanischen, der die Bandbreite der SM-Praktiken noch stärker verdeutlicht: Fesselung & Erziehung, Beherrschung & Unterwerfung, Sadismus & Masochismus. Oft überschneiden sich aber die verschiedenen Interessensbereiche, so dass eine wirkliche Teilung in der Praxis weniger vorhanden ist, wobei bei einzelnen auch die Vorliebe zur Ausschliesslichkeit vorkommt.

 

 

 

SWINGER

 

Swinger / Swinger-Club (engl. to swing, "schwingen, hin- und herbewegen")

Neben privaten Treffen oder organisierten Partys haben sich in Deutschland zur Zeit ca. 300 Swinger-Clubs etabliert. Anfänglich hauptsächlich als Partnertausch praktiziert, haben sich die Swinger-Aktivitäten zu einem breiten Spektrum individueller Vorlieben entwickelt. Das Motto der Swinger ist: „Alles kann, nichts muss.“ Swinger-Clubs legen großen Wert darauf, der Bandbreite ihrer Besucher entgegenzukommen und gehen somit auch auf allgemeine Trends ein. So gibt es z. B. inzwischen in vielen Clubs einen eigenen Raum für sadomasochistische Praktiken oder spezielle Motto-Tage.

 

 

 

MUSIKTITEL

LONELEY – Titelsong

Musik und Interpretation Wolfgang Edelmayer, 2005

 

ZUM SANCTUS, Deutsche Messe, Franz Schubert

 

AVE MARIA, Charles Gounod

 

ZUM EINGANG, Deutsche Messe, Franz Schubert

in der Interpretation von Stephan Schmalholz und Horst Schneider, 2005

 

SCHLUSSGESANG, Deutsche Messe, Franz Schubert

in der Interpretation von Stephan Schmalholz und Horst Schneider, 2005

 

CONFUTATIS (Sequenz), Requiem in D minor KV 626 , Wolfgang Amadeus Mozart

 

DOMINE JESU CHRISTE (Offortium)

Requiem in D minor KV 626 , Wolfgang Amadeus Mozart

 

LAUDATE DOMINUM, Vespreae solennes de confessore K. 339, Wolfgang Amadeus Mozart

 

PRAYER – Text frei nach

Musik und Interpretation Wolfgang Edelmayer, 2005

 

GEBET

Musik und Interpretation Wolfgang Edelmayer, 2005

 

WIEG MICH IN DEINEM ARM

Musik und Interpretation Wolfgang Edelmayer, 2005

 

SANCTUS (Sanctus), Requiem in D minor KV 626 , Wolfgang Amadeus Mozart

 

AVE, VERUM CORPUS, Wolfgang Amadeus Mozart

 

KYRIE, Dvorak

 

OR EVEN YOU WON`T

Musik und Interpretation Wolfgang Edelmayer, 2005

 

ZUM SANCTUS, Deutsche Messe, Franz Schubert

in der Interpretation von Stephan Schmalholz und Horst Schneider, 2005

 

LACRIMOSA (Sequenz), Requiem in D minor KV 626 , Wolfgang Amadeus Mozart

 

LUX AETERNA (Communio), Requiem in D minor KV 626 , Wolfgang Amadeus Mozart

 

 

 

Klassik-Titel mit freundlicher Genehmigung © BMG Zomba

 

Rezensionen, Statements, Kommentare, Zuschauer-Reaktionen

 

24/7 THE PASSION OF LIFE ist eine mächtige Bestätigung des Lebens, das mit kompromissloser Wahrheit die Verlogenheit und den Selbstbetrug unseres Lebens, unserer Kulturen und Religionen, erforscht, die den Mensch in der Äußerung und Erfüllung seiner intimsten sexuellen Sehnsüchte gerne Roboter-ähnliches Verhalten aufdrücken möchten.

Seht dieses Werk mit weit offenem Herzen und Geist und ihr werdet eure innersten Sehnsüchte und sinnlichen Gedanken sehen, brillant wiedergespiegelt von Marina Anna Eich, Mira Gittner, Christoph Baumann, Michael Burkhardt, Reinhard Wendt und allen anderen dieser hervorragenden Besetzung. ... Das ist Filmemachen vom Feinsten.

(Gordon Weaver, Filmpublizist, USA - leitete bei Paramount die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit)

 

Der Film bemüht sich um einen ehrlichen Einblick in die Schattenseite der deutschen Seele ohne diese ironisch wegzubügeln. Die Körper werden zu einem Hort schmerzhafter Erinnerung. Besonders gut hat mir die Rolle Elfriede mit ihrer Kriegsgefangenen-Erinnerung gefallen wegen des erkennbaren Zusammenhangs von ohnmächtig erlittenem Kriegstrauma, das immer noch rumort, und einem fortwährendem Bußgang als Haussklave eines SM-Studios.

(Dr. Andreas Rost, Förderung von Kunst und Kultur / Kulturreferat, München)

 

Auszug aus Blickpunkt: Film 43/05:

Blickpunkt: Film: „Man hört, Roland Rebers 24/7 THE PASSION OF LIFE sei ein

Porno, ein Skandalfilm“.

Heinz Badewitz: „Wer sagt denn so was! Das ist kein Porno oder Bettwühlerei,

sondern eine Art Russ-Meyer-Film, sehr direkt und radikal und ganz

anders als etwa Michael Winterbottoms Nine Songs.“

(Margret Köhler im Interview mit Heinz Badewitz, Quelle: Blickpunkt: Film 43/05)

 

Leidenschaft fürs Leben

Der Film hat mich tief berührt. Er zeigt sehr behutsam auf, wie Menschen ihre geheimsten sexuellen Wünsche ausleben – ohne dabei zu bewerten oder zu verurteilen. Die Domina und Soziologin Lady Maria wird hervorragend gespielt von Mira Gittner. Sie entspricht dem Archetyp der Liebesgöttin, die den Menschen über seine Sexualität mit sich selbst und seiner Göttlichkeit in Verbindung bringt. Die Wandlung der konservativen Hotelierstochter Eva zur hemmungslosen Verführerin wird von Marina Anna Eich eindrucksvoll dargestellt. Ein unterhaltsamer Spielfilm, der durch seinen offenen Umgang mit Sexualität und Liebe sehr unter die Haut geht. Ein Film, der nichts beschönigt und damit keinen gleichgültig lässt. Absolut sehenswert!

(Christine Janson, Quelle: Connection spezial II/05)

 

24/7 THE PASSION OF LIFE ist das gelungene Werk eines stark gefühlsorientierten Dramas der neuen deutschen Filmkunst. Regisseur Roland Reber hat durch seine Arbeit eine Inszenierung des Unglaubliche geleistet. Wie an einem roten Faden zieht sich die Handlung realitätsnah durch den gesamten Film. Die schauspielerische Leistung der Haupt- und Nebendarsteller, insbesondere Mira Gittner und Marina Anna Eich glänzen in ihren Rollen. Schön ist es auch wieder, Sabine Krappweis in einer Nebenrolle eines Roland Reber Films zu sehen. Bewundernswert ist auch die Integration von Laiendarstellern im gesamten Werk. Hier gelingt es dem Regisseur und seinen Schauspielern, dem Zuschauer kompromisslos und authentisch, eine Reise in die Welt der „Swingerclubs“ und „Tabledance Bars“ zu ermöglichen, dass man sich als Teil der Handlung verstehen muss. Festzustellen ist, dass es sich bei diesem Werk um echte Kunst handelt und nicht um einen primitiven Abklatsch eines Sexfilms handelt. Dazu ist die Handlung auch viel zu ernst, dies wird jedem Betrachter bereits nach wenigen Minuten klar. Aufgrund der Tatsache, dass dieser Film ohne jegliche Filmförderung entstehen konnte, muss jeder Kritiker seinen Hut ziehen.

(Dietmar Wladek, Journalist)

 

Ich ziehe meinen Hut vor den Machern von 24/7 THE PASSION OF LIFE und glaube, dass dies eine sehr aufrichtige Kombination von Erotik, Kunst und Professionalität ist. Obwohl die Darstellung manchmal über die traditionelle Grenze hinausgeht, wirkt sie nie billig.

(Stephan Brenninkmeijer, Regisseur, Niederlande)

 

24/7 THE PASSION OF LIFE schafft es, ein Tabuthema ins deutsche Kino zu bringen und erhöht damit auf jeden Fall die thematische Bandbreite des deutschen Films.

(Till Schmerbeck, Produzent, Ludwigsburg)

 

Prickelndes, sexy Kino vom Besten – erinnert an „Last Tango in Paris“ – ein cineastisches Meisterstück.

(Schani Krug, Produzent / Regisseur, USA)

 

24/7 THE PASSION OF LIFE ist eine sehr wichtige politische Aussage.

Das Interessante an 24/7 THE PASSION OF LIFE sind vielmehr die philosophischen und politischen Obertöne als der dargestellte Sex ... Das Spielen mit katholischen Ritualen ist eine faszinierende Parodie: das Heilige zu profanisieren, um uns zu helfen, spirituell zu reifen durch die Konfrontation mit Konventionen, nicht durch das blinde Akzeptieren derselben. Ich mag den Versuch der Demystifizierung als Taktik, um uns mit uns selbst zu konfrontieren wie z.B. die Nichtbestrafung (eines Gastes) als größte Bestrafung ...

(Andre Bennett, Produzent und Vertrieb, Canada)

 

Mir persönlich hat die Kamera in einigen wunderschönen Orten und die Dialoge dieses Filmes sehr gut gefallen. Eine großartige schauspielerische Darstellung, vor allem der Rollen Lady Maria und Eva, die diesen Film fast ausschließlich bilden.

Um nicht in die Kritik der Institution Kirche und der Gesellschaft einzutreten, die auf der Hand liegt, glaube ich, dass die Intellektualität, das Mysterium und die Dunkelheit des BDSM in einer hervorragenden Weise umgesetzt wurde.

Lady Maria, etwas besessen, und Eva, die ihr eigenes Inneres erforscht und die ihre eigenen Gefühle sucht, ohne sie zu finden.

Mit Sicherheit ein Schmuckstück im Kino über BDSM, für diejenigen, die nicht nur die „Morbidität“ dieses Themas suchen.

(Kurt, Barcelona, Zuschauer beim SITGES Festival Internacional de Cinema 2005)

 

Ich möchte vor allem die Regie des Filmes hervorheben. Man kann mit ihr einverstanden sein oder nicht, aber sie ist wertvoll für ihre Verschwendung an Gefühlen und für den Einsatz von transparenten und menschlichen BDSM-Szenen. Glückwunsch an Roland Reber, obwohl er nicht zur BDSM-Szene gehört, hat er die Essenz dennoch eingefangen.

Marina Anna Eich und Mira Gittner, die beiden Hauptdarstellerinnen sind in ihren Rollen großartig und in ihren Szenen glaubwürdig und stark. Man glaubt und versteht sie, sie füllen den Zuschauer mit Gefühlen, mit Mitleid und – warum soll ich es nicht sagen – mit Verlangen. Der Film enthält viele Konnotationen und religiöse Anspielungen, für einige aggressiv, für andere unpassend, für mich wichtig. Weil sie perfekt die Sklaverei reflektieren, die Sklaverei des Lebens, der Religion, der Gesellschaft, vor uns selbst, vor unseren Wünschen und Phantasien.

Ich möchte die Kameraführung und die Musik des Filmes hervorheben, sowie den Schnitt und vor allem Mira Gittner`s Sensibilität und Können für diese Aufgaben.

(Didak, Barcelona, Zuschauer beim SITGES Festival Internacional de Cinema 2005)

 

24/7 THE PASSION OF LIFE wird sicherlich ein Kultfilm. Meiner ist es schon.

(Samir Kari, Nürnberg, während der Hofer Filmtage)

 

Ich finde es sehr wichtig, dass dieser Film gezeigt wird, weil es doch zum ersten Mal in der Art und Weise passiert, dass diese Szene mal in einem realistischen Licht gezeigt wird, nicht immer nur mit dem üblichen „Hau drauf Geprügle“ - Image. Ich finde es eigentlich sehr gut, dass es dieses mal von einer ganz anderen Perspektive gezeigt wird.

(Ralph Weisenheimer i. Interview mit dem Bayerischen Rundfunks, Hofer Filmtage)

 

Religiöse Symbolik, Sadomasochismus, sowie die Suche nach Lust und der eigenen sexuellen Identität  in einen Zusammenhang zu bringen ist starker Tobak. Dem Film 24/7 THE PASSION OF LIFE gelingt es dabei Fragen auch zur eigenen Standort-bestimmung aufzuwerfen. Es geht um die Einsamkeit und die Suche nach sich selbst.
(Robert aka Fan, AK SM&Kultur, München)

 

Wir sind Fans von dem Film und finden, dass den Machern ein poesievolles Werk über so manch „dunkle“ Lüste gelungen ist, die nach der Filmbetrachtung gar nicht mehr so dunkel erscheinen, im Gegenteil, es wird Licht in so manche Sehnsucht gebracht!!“

(Esther und Bernhard, Weilheim)

 

 

Meinungen zu "24/7 Passion Of Life"