Alibi Filmtipp

Angeblich gehen vier von zehn Männern und eine von zehn Frauen regelmäßig fremd. Geht man davon aus, dass weitaus mehr schon einmal mit einem Seitensprung geliebäugelt, sich aber nicht getraut haben, so ist Ray Elliots Firma die perfekte Geschäftsidee.

Ray Elliot (Steve Coogan) leitet ein ungewöhnliches, sehr spezielles Unternehmen namens „Elliot Consulting". Es handelt sich dabei um einen Alibi-Service und Rays Job ist es, untreuen Partnern und Eheleuten ein Alibi zu verschaffen, während diese unbehelligt ihren Vergnügungen nachgehen können. Keine leichte Aufgabe, doch Ray erfindet für jeden Seitensprung seiner Klienten eine absolut zuverlässige Ausrede. Anrufe werden abgefangen und umgeleitet, Meetings erfunden und falsche, aber überzeugende Spuren ausgelegt.

Ray wird dafür gut bezahlt, doch langsam ist er es leid, für seine Klienten den Aufpasser zu spielen und immer auch einen prüfenden Blick über die eigene Schulter zu werfen. Denn Rays ehemaliger und seitdem untergetauchter Geschäftspartner Jack McCadden hat sich mit derartigen Betrügereien im Laufe der Jahre nicht nur Freunde gemacht. Fünf Millionen Dollar Kopfgeld sollen auf seine Ergreifung ausgesetzt sein, hört man. Seitdem wird Ray immer öfter auf seinen alten Partner angesprochen, denn wer sonst könnte am besten wissen, wo sich der von aller Welt gesuchte Jack versteckt hält. Höchste Zeit also für Ray, sich auch ein wenig aus dem aktiven Geschäftsleben zurückzuziehen.

So kommt die attraktive Lola (Rebecca Romijn), die sich um eine Anstellung bei Elliot Consulting bewirbt, gerade zur rechten Zeit. Und Lola ist nicht nur super blond und super sexy, sondern auch blitzgescheit. Außerdem verfügt sie über echtes Improvisationstalent, welches sie prompt unter Beweis stellt, als Rays erster und lukrativster Kunde Robert Hatch (James Brolin) gerade dabei ist, sein so sorgfältig ausgetüfteltes Alibi auffliegen zu lassen. Durch eine kleine Unachtsamkeit lockte der notorische Seitenspringer nämlich seine misstrauische Ehefrau Judith (Sharon Lawrence) geradewegs ins Ellroy Hotel, beliebter Schauplatz für Rays Scharaden und heimliches Liebesnest von Hatch und seinen Gespielinnen. Doch bevor Judith ihren Mann in flagranti ertappen kann, weiß Lola die Situation spontan zu retten. Charmant wickelt sie den schuldbewussten Hatch und seine verblüffte Gattin um den Finger und lässt dabei auf kokette Weise nicht nur berufliches Interesse an ihrem neuen Boss erkennen. Am Ende ist Hatch um einige tausend Dollar ärmer, seine Ehefrau um ein hochkarätiges Schmuckstück und Ray um eine neue Assistentin reicher. Irritierend für den sonst so unterkühlten Alibi-Beschaffer ist allerdings die Tatsache, dass Lola ihn mit ihrer offensiven Flirterei tatsächlich ein wenig ins Schwitzen bringt. Schließlich hat der professionelle Zyniker schon lange der Liebe und Romantik abgeschworen, was bei seinem Beruf ja auch keineswegs verwunderlich ist.

Aber bevor Ray tatsächlich ein wenig kürzer treten kann, muss er – wenn auch äußerst widerwillig – noch einmal persönlich an die Front. Die Familie Hatch, in der das Fremdgehen scheinbar erblich ist, verlangt erneut seine Dienste, denn auch Sohn Wendell (James Marsden) nimmt es mit der Treue nicht ganz so genau und möchte kurz vor seiner Hochzeit noch ein ungestörtes Liebeswochenende mit seiner Geliebten Heather (Jaime King) verbringen. Folglich stellt Papa dem Junior dafür großzügig, und völlig diskret versteht sich, Rays Alibi-Service zur Verfügung.

Gewohnt akribisch bereiten Ray und seine Mitarbeiter den Wochenend-Trip vor. Demnach wird sich Wendell unter dem Namen und mit der Kreditkarte von Ray Elliot in einem beschaulichen Bed & Breakfast Hotel in Santa Barbara einquartieren während Ray offiziell mit der Identität von Wendell Hatch an einer Tagung in San Francisco teilnimmt. Soweit so wasserdicht. Dummerweise passiert Wendell beim heißen Liebesspiel ein kleines Missgeschick und er stranguliert die Geliebte ein wenig zu heftig. Plötzlich ist Heather mausetot und Wendell am Rande des Nervenzusammenbruchs. Als Ray den hysterischen, völlig aufgelösten Wendell am Telefon hat, muss er improvisieren. Sein Alibi-Service darf zwar laut Geschäftsordnung niemals zur Vertuschung einer Straftat genutzt werden, aber leider geht es ihm nun wohlmöglich selbst an den Kragen. Schließlich ist er ja offiziell derjenige, in dessen Zimmer sich die Leiche einer jungen Frau befindet...

Wie gut, wenn man für derartige Notfälle gute Kontakte zur Unterwelt hat. Ein Anruf bei seinen alten Kumpels Putty (Henry Rollins) und Bobo (Jim Cody Williams) genügt, schon hat Ray diskret dafür gesorgt, dass die Tote aus der Pension beseitigt wird und Wendell unbeschadet in den Schoß der Familie zurückkehren kann. Da Putty und Bobo neuerdings für einen Auftragskiller arbeiten, der sich „Der Mormone" nennt, bleibt Rays Mitwirkung an diesem Fall leider nicht ganz unbemerkt. Der Mormone versteht eben dieses Wissen zu nutzen und will Ray nun seinerseits dazu zwingen, die Dienste von Elliot Consulting zukünftig für seine eigenen Zwecke zu missbrauchen. Dieses zumindest macht er Ray unmissverständlich klar. Zu allem Überfluss ist da auch noch Adelle (Selma Blair), die jüngste der drei Ehefrauen, die Ray bei seinem Antrittsbesuch – sehr zum Missfallen des eifersüchtigen Mormonen – eindeutige Avancen macht.

Von Rechts wegen hat den Fall der vermissten Heather Price mittlerweile die abgebrühte Kommissarin Rebecca Bryce (Debi Mazar) übernommen. Ihre Ermittlungen führen sie von der lauschigen Pension in Santa Barbara – wie sollte es anders sein – direkt in Ray Elliotts Büro. Auch wenn dieser behauptet, seine Kreditkarte sei ihm gestohlen worden und die Nacht, in der Heather zuletzt lebend gesehen wurde, habe er mit Lola verbracht, Detective Bryce bleibt misstrauisch.

Und dann ist da auch noch Hannibal (John Leguizamo), seines Zeichens heißblütiger Freund der vermissten Heather und persönlicher Chauffeur von Mr. Hatch Senior. Das Gerücht, dass sich seine Liebste mit Ray in Santa Barbara vergnügt haben soll, hat sich inzwischen auch zu ihm rumgesprochen, nicht verwunderlich also, dass er Ray dafür kräftig in die Mangel nimmt. So sieht sich Ray gezwungen, Hannibal zu gestehen, dass Heather leider tot und ihr vermeintlicher Liebhaber kein geringerer als Mr. Hatch Junior ist. Nur mühsam gelingt es Ray den fuchsteufelswilden Chauffeur von seinen Racheplänen abzubringen. Wenn man Wendell Hatch für seine grausame Tat büßen lassen wolle, müsse man schon etwas raffinierter vorgehen um nicht zu riskieren am Ende selbst im Bau zu landen. Die Hilfe von Hannibal sei dazu unentbehrlich, doziert Ray, und er habe da auch schon einen Plan...

Zunächst einmal muss sich Ray aber selbst aus der Schusslinie bringen. Robert Hatch, inzwischen ebenfalls von der Missetat seines Sohnemanns in Kenntnis gesetzt, hat beschlossen auf Nummer sicher zu gehen und Mitwisser Ray vorsorglich aus dem Weg räumen zu lassen. Für diesen Job engagiert er keinen geringeren Auftragskiller als den Mormonen, nicht wissend, dass dieser mittlerweile mit Ray kooperiert. Somit gelingt es Ray geschickt den Spieß umzudrehen, und den Mormonen stattdessen auf die neugierige Ermittlerin Bryce anzusetzen.

Als es dann zum großen Finale aller Beteiligten im Ellroy Hotel kommen soll, sind Ray und seine Vertraute vor Ort, die Empfangsdame Dorothy (Deborah Kara Unger), die einzigen, die alle Fäden der Operation in der Hand haben. Aber welche Rolle spielt Lola? Anfangs noch von Ray fasziniert, macht sie plötzlich Robert Hatch schöne Augen, während sich ihr Boss stattdessen auf ein Stelldichein mit der liebeshungrigen Adelle vorbereitet. Wozu braucht Wendell plötzlich eine Pistole? Und wer hat eigentlich den Pensionsbesitzer aus Santa Barbara ins Ellroy Hotel bestellt? Als dann auch noch ein weiterer Auftragskiller auf den Fluren des Hotels herumschleicht und der mysteriöse Jack McCadden unvermittelt wieder ins Spiel kommt, muss Ray nicht nur einen kühlen Kopf bewahren, sondern plötzlich auch auf seine eigene Deckung achten...

 

PRODUKTIONSNOTIZEN

Die clevere Geschäftsidee: Ein Alibi-Service!

Nie mehr um eine Ausrede verlegen sein? – Kein Problem. Der Alibi-Service hat die Idee und macht sie wasserdicht. „Dieser Einfall ist genial," findet Produzent Erik Feig. „Einen Dienst für Männer und Frauen anzubieten, damit diese in Ruhe ihre Partner betrügen können, ist wirklich eine Überlegung wert." Das dachte sich auch Co-Produzentin Adrienne Biddle, die eine ganze Weile hinter dem Drehbuch her war. „Es war eines meiner Lieblingsbücher," erzählt sie. „Es erinnerte mich an die grandiosen Genre-Filme, mit ihren charakteristischen Figuren und Geschichten wie in DER CLOU oder OUT OF SIGHT, die aber trotzdem das Lebensgefühl von heute transportieren." „Der Film ist eine sehr zeitgenössische Version von DER CLOU," findet auch Summit Produzent Patrick Wachsberger. „Der Alibi-Service ist eine echt coole Idee und gleichzeitig ist der strukturelle Aufbau kompliziert genug, dass er bis zum Schluss spannend bleibt. Das Finale im Hotel ist wie ein Tanz, so geschmeidig greifen die verschiedenen Elemente ineinander und das abgekartete Spiel läuft wie ein Uhrwerk ab."

Die Idee zu ALIBI stammt von Noah Hawley. Ein Unternehmen, das die Aktivitäten von notorischen Schürzenjägern und untreuen Partnern vertuscht, muss sich der wirklich ultimativen Form von Diskretion und Wahrung persönlicher Interessen verschreiben. Es kombiniert auf großartige Weise die Vorstellung von „Was wäre, wenn..." mit der Feststellung, dass die Welt nur so von untreuen und misstrauischen Seelen wimmelt. „Ein Geschäft wie dieses wäre in jeder großen Stadt der Welt erfolgreich," meint auch Rebecca Romijn, die in der Rolle der Lola Davies zu sehen ist. „Ich bin mir sicher, wenn es so etwas gibt, dann sind das große Heimlichtuer und man muss ziemlich verschlagen sein, um so einen Job durchzuziehen." „Jedem, dem ich davon erzählt habe – egal ob Mann oder Frau - lachte," sagt James Brolin. „Alle fanden die Idee super, nicht nur für einen Film." Brolin spielt Robert Hatch, den ersten – und besten – Kunden von Ray Elliots Alibi-Agentur. „Abgesehen von Partnervermittlungen oder Begleitservice-Agenturen, gibt es nichts, was in diese Richtung geht. Es würde mich nicht wundern, wenn nach Erscheinen des Films überall solche Alibi-Dienste entstehen würden." „Wenn es das tatsächlich gäbe, wäre es ein Millionen-Geschäft," ist John Leguizamo überzeugt. Er hat die Rolle von Hannibal übernommen, einem Ex-Knasti, der jetzt für Robert Hatch arbeitet. „Würde es ein Unternehmen geben, das Alibis organisiert, dann würden alle, die bisher zu ängstlich waren fremdzugehen, es tun. Man könnte damit hundertprozentig reich werden."

Adrienne Biddle hingegen besteht darauf, dass es solche Dienste bereits tatsächlich gibt. „In den zweieinhalb Jahren, in denen wir an dem Stoff gearbeitet haben, bekam ich immer wieder E-Mails von meinen Freunden, in denen sie mir Informationen oder Web-Links von real existierenden Agenturen weiterleiteten," sagt sie. „Es gibt einige in Großbritannien und kürzlich habe ich auch eine in den Vereinigten Staaten entdeckt. Also, es werden bereits Geschäfte mit Alibis gemacht." Die Regisseure Kurt Mattila und Matt Checkowski sehen das auch so. „Wir haben festgestellt, dass in Europa Seitensprungagenturen sehr beliebt sind. Und bei allem Respekt, es scheint, dass Europäer sehr aufgeschlossen sind, was das Thema ‚Geliebte’ betrifft und sie quasi zum guten Ton gehören. Wozu braucht man dann überhaupt einen Alibi-Service in Frankreich oder Italien?" fragt sich Mattila.

Was ist also los mit der menschlichen Natur, dass einen Alibi-Service so praktikabel macht? Deborah Kara Unger, die für die Verteilung der Zimmerschlüssel im Ellroy Hotel zuständig ist, geht in ihrer Erklärung zurück bis zu Adam und Eva. „Es ist wie damals im Paradies. Verbotene Früchte, der Apfel. Es gibt Dinge, die bleiben. Ich bin mir sicher, in verschiedenen Formen gibt es diese Geschäftsbranche. Es besteht zweifelsohne eine Nachfrage." Für Hauptdarsteller Steve Coogan ist nur noch ein minimaler Unterschied zwischen der fiktiven Welt, wie sie in ALIBI dargestellt wird und unserer aktuellen Lebenssituation erkennbar. „Man hat hier ein Paralleluniversum geschaffen, das ein Los Angeles zeigt, aber nicht so, wie man es kennt," sagt Coogan. „Zugegeben, der Unterschied zwischen Fiktion und Realität ist klein. Der Film verknüpft einen unterschwelligen, verständnisvollen Humor mit dem schäbigen Leben, wie man es aus europäischen Film Noir-Thrillern kennt. Dieser Mix, den Kurt und Matt geschaffen haben, hat mich beeindruckt."

Optimierung der Genres: Von allem etwas

Abgesehen von der verlockenden Grundidee, vereint ALIBI eine Reihe beliebter Film-Genres: Elemente des Film Noir und der Screwball-Comedy, die Spannung eines Thrillers, ein bisschen Romantische Komödie, ein Hauch von Hochstapelei und eiskaltem Krimi. Aufgrund der klaren Vorstellung der beiden Regie-Neulinge Kurt Mattila und Matt Checkowski wurde aus einer provokanten Idee eine ergreifende Geschichte und aus einem hervorragenden Drehbuch ein super schicker Film. Ihre Sensibilität für altmodische, klassische Geschichten gepaart mit ihren visuellen Künsten, die sie mit den „Pre-Cog"-Sequenzen aus MINORITY REPORT unter Beweis stellten, waren perfekt für die Entwicklung der Story.

„Nachdem Matt und Kurt das Drehbuch gelesen hatten, waren sie ganz aufgeregt," erzählt Patrick Wachsberger. „Ich war sehr angetan von ihrer Vision und der Art und Weise, wie man den Film stilistisch umsetzen könnte. Sie hatten außerdem eine unglaublich aufwändige Präsentation vorbereitet, die uns alle schwer beeindruckt hat." Mit ihren Vorschlägen bezüglich der musikalischen Untermalung, anschaulichen Beispielen aus anderen Filmen, wie man den Look, das Tempo und die Stimmung darstellen könnte, räumten Checkowski und Mattila schließlich auch den letzten Zweifel aus. Als es an die Besetzung ging, hatten die Regisseure ein so genanntes Look-Book kreiert, das ihre Vorstellung vom Film wiedergab. Mit Hilfe von Fotos, Drehbuch-Dialogen und szenischen Zeichnungen entstand ein Ringbuch, anhand dessen jeder ein Gefühl für den späteren Film entwickeln konnte. Die Produzenten hatten ihre Regisseure gefunden. Ein Team, das sowohl die Geschichte als auch den schwarzen Humor verstand und den Film mit Spannung und heiterer Leichtigkeit versehen konnte.

Das beeindruckende Schauspieler-Ensemble ist für Wachsberger ein weiterer Verdienst der Regisseure. „Wenn die beiden sich mit einem potenziellen Darsteller oder einer Darstellerin trafen, waren sie in der Lage, die Schauspieler absolut davon zu überzeugen, dass es sich lohnen würde bei dem Film mitzumachen," berichtet er. „So eine umfangreiche, detailgenaue und beeindruckende Vorarbeit wie der Film aussehen würde, hatte ich vorher noch nicht erlebt," erzählt Steve Coogan. „Die meisten Regisseure lassen dich zu einem gewissen Grad außen vor. Matt und Kurt beziehen dich in vielerlei Hinsicht in ihre Überlegungen mit ein. Das ist so ungemein hilfreich für einen Schauspieler."

Um die vielen Charaktere zu typisieren, nutzten Mattila und Checkowski ihre Erfahrungen aus der Werbung. Bei einem Werbespot hat man kaum Zeit und es muss innerhalb von Sekunden klar sein, um was es geht und welchen Typ Mensch man vor sich hat. Die beiden Regisseure konnten über das Set-Design und die Farbgebung mit Hilfe von wenigen Bildern und Worten ganze Geschichten erzählen und Informationen über Personen transportieren. Bei derart vielen Figuren und Handlungssträngen, die es in ALIBI gibt, eine wichtige Fähigkeit. Matt Checkowski fügt hinzu: „Es passieren so viele Sachen, die man unmöglich in Worten erklären konnte. Also haben wir Szene für Szene aufgeschlüsselt, wie der perfekte Plan unseres Helden vonstatten geht und alle seine Probleme löst. Schließlich haben wir es hier mit einer Hauptfigur zu tun, die Menschen und Dinge scannt. Ray erkennt schon an der Kleidung seiner Klienten, mit wem er es zu tun hat. Wir wollten diese visuelle Komponente ausnutzen und die Charaktere entsprechend skizzieren. Wir haben es hier immerhin mit 26 verschiedenen Figuren zu tun." „Es ist schwer in einem Film eine kleine Rolle zu spielen, bei der du nur wenig Zeit hast, um ihr Leben einzuhauchen," sagt Coogan. „Es ist dem guten Drehbuch zu verdanken, dass so viele Schauspieler dabei sind, die normalerweise weitaus prominentere Rollen spielen. Sie haben das große Potenzial erkannt, das in der Geschichte steckt."

Mattila und Checkowski kombinierten den finsteren Realismus des Film Noir mit einer verschmitzten Abwandlung seiner stilistischen Klischees. Zusammen mit einer Handvoll spielerischer Innovationen, bekommt der Zuschauer alles geboten: Von der Femme Fatale über den selbstzerstörerischen Einzelgänger bis zum drohenden Schicksal, das über allen Beteiligten schwebt. „Mir war klar, dass bei dem Film jeder lachen würde, aber ich fand ihn zunächst gar nicht so lustig" sagt James Brolin. „Er wird erst im Verlauf komisch. Wie ein Witz, den man langsam aufbaut und dann mit der Pointe beendet. Erinnerungen an SCHNAPPT SHORTY werden wach. War das ein Drama oder eine Komödie? Wir haben gelacht und waren bestürzt zugleich." „Es ist eine coole Film Noir-Produktion," findet James Marsden, der Darsteller von Wendell Hatch. „Ich bin ein großer Fan von Raymond Chandler und James Ellroy. Das Drehbuch übernimmt einige ihrer Bausteine und mischt sie mit Comedy. Das finde ich interessant. Es ist nicht einfach irgendeine Geschichte." „Für mich ist es eine Art Film Noir-Komödie," sagt John Leguizamo. Nicht so albern wie DER ROSAROTE PANTHER, aber mit einigen seiner Elemente. Es ist ein kluger, geistreicher, nüchterner und komischer Film, gleichzeitig ein Gangster-Film – und ich liebe Gangster-Filme. Also alles in allem ein interessanter Genre-Mix."

Wie bei viele Genre-Kombinationen, widersetzt sich ALIBI einer eindeutigen Kategorisierung. Die Koppelung von Bildern, Beschreibungen, kleinen Reminiszenzen und verqueren Gefühlen wird mit sehr menschlichen, ja beinahe tragischen Figuren in Beziehung gesetzt. Mit ihrem Sinn für Albernheiten lassen die Filmemacher ihre Charaktere in unerwartete Richtungen laufen. „Die Aufmerksamkeit lässt nie nach, weil man nicht ahnen kann, was als nächstes geschieht," sagt Rebecca Romijn. „Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und alles ist cool und stilvoll umgesetzt." Mal abwechselnd spannend, sexy, unverfroren oder altmodisch, ist ALIBI ein moderner Film Noir mit einem boshaften Unterton. „Ein unmoralischer Film mit moralischer Botschaft," fasst Deborah Kara Unger zusammen. „Das macht ihn unterhaltsam. Er bringt einen zum Nachdenken und zum Lachen."

Die Figuren und ihre Besetzung: Alle lieben Ray

Ray Elliot ist die zentrale Figur in ALIBI. Das wurde den Produzenten allerdings erst deutlich, als sie über Steve Coogan als Hauptdarsteller nachdachten. „Steve ist in Großbritannien ein Star," sagt Feig. „Wenn man mit ihm irgendeine Straße in London entlang ginge, dann würde die Hälfte der Leute rufen `Spiel Alan Partridge!´ Er ist ein zeitgenössischer Peter Sellers. Er ist in der Lage verschiedenste Charaktere darzustellen und mit Leben zu füllen. Er hat das richtige Kaliber für Ray und besitzt die nötige Gelassenheit, um in dem Chaos zu bestehen." Die Tatsache, dass Coogan in den USA und außerhalb Englands relativ unbekannt ist, steigert die Undurchsichtigkeit dieses zeitgemäßen Hochstaplers. „Es machte für uns total Sinn," sagt Biddle. „Im ganzen Film sagen die Leute ‚Hol mir Ray.’ ‚Ich möchte Ray umbringen.’ oder wollen wissen ‚Wer ist Ray?’. Also, wer zum Teufel ist dieser Typ, den jeder kennen möchte? Und plötzlich ist er da, Steve Coogan. Das trägt zum Geheimnis bei."

Die Regisseure beschlossen, dass Steven Coogan Ray mit einem britischen Akzent spielen soll. Das macht ihn zu etwas besonderem, er sticht heraus und wirkt etwas entrückt von seiner Umgebung und den anderen Figuren. Für Coogan war es sehr reizvoll, derjenige zu sein, der die Fäden in der Hand hält. „Mir gefällt es, dass Ray die wahrscheinlich klügste Person der ganzen Geschichte ist. Das ist mir noch nie vorher passiert," sagt Coogan. „Ich habe bisher immer leicht gestörte, zerrüttete und unzulängliche Figuren gespielt. Es war neu für mich einen coolen Typen darzustellen."

„Steve Coogan wird der nächste Peter Sellers," ist Mattila überzeugt. „Wir haben ihn in 24 HOUR PARTY PEOPLE gesehen und dachten: Wow, der Kerl spielt ein totales Arschloch, beleidigt die Zuschauer, ist ein Opportunist und echter Blödmann – und wir mögen ihn trotzdem. Dieser Mann kann einen Film tragen." „Ich kannte die Filme von Steve vorher nicht," berichtet Brolin. „Beim Dreh war er konzentriert, ernst und absolut professionell. Erst von anderen erfuhr ich, was für ein riesiger Star er in England ist und wie wahnsinnig komisch der Mann ist."

Rays berufliches Leben, gegründet auf Lug und Trug, macht ihn vorsichtig und unnahbar. Doch Coogan glaubt, dass der allseits opportunistische Ray nur nach einem Ausweg sucht. „Ich denke, er will dieses Leben hinter sich lassen und ein anderes leben," so Coogan. „Ray hat etwas unergründliches. Man weiß nie genau, was er denkt und das lässt einen rätseln." Coogan war bestrebt den Zuschauer hin und wieder wissen zu lassen, was Ray denkt. Doch der Fakt, dass er mit Abstand der „ehrlichste" Schwindler in einer ganzen Horde von Betrügern ist, befreite ihn von den üblichen komödiantischen Macken. „Ich spiele die geradlinigste Rolle, ohne dabei komisch sein zu müssen. Es ist viel subtiler und anspruchsvoller. Mir machte es großen Spaß."

„Wir hatten das Gefühl, Steve und Ray sind ein und dieselbe Person und nur Nuancen unterscheiden die beiden," sagt Checkowski. „Steve ist so talentiert. Er hat ein sehr feines Gespür für Charaktere. Wir wussten, dass er seiner Figur eine spezielle, überraschende Note geben konnte." „Er besitzt das Schräge und die Pietätlosigkeit eines Schurken, gepaart mit einer Prise Maxwell Smart und James Bond," findet Unger. „Er ist zwanghaft, charmant und feinsinnig." Unger bestätigt, dass weder Dorothy noch Ray besonders mitteilsam sind, wenn es um ihre Gefühle geht. „Es gibt einen Moment zwischen den beiden, der eine gemeinsame Vergangenheit vermuten lässt," sagt Unger. „Bei ihnen geht es nur um den Job, sehr rätselhaft."

Eine der Hauptattraktionen für alle, die am Film mitgewirkt haben, war letztendlich auch die fulminante Besetzung: Steve Coogan, Rebecca Romijn, Sam Elliott, James Brolin, James Marsden, Selma Blair, John Leguizamo, Jaime King, Henry Rollins, Jim Cody Williams und Jerry O´Connell. „Ich finde die Besetzung hat immer etwas mit der Qualität des Drehbuchs zu tun," sagt Stern. „Bekommt ein Schauspieler ein Skript und findet darin eine Figur, die sich für ihn lohnt zu spielen, dann erhält man auch eine gute Leistung. Außerdem waren alle Darsteller von Kurt und Matt begeistert. Sie fühlten sich wohl und wussten, dass man sie gut inszenieren würde. Wenn das alles aufeinander trifft, dann kriegt man ein solch tolles Ensemble vor die Kamera."

Für die Besetzung der Lola Davies wandten sich die Filmemacher an Rebecca Romijn. Sie hatte die Titelfigur in FEMME FATALE von Brian De Palma gespielt. „Wir suchten jemanden, der schön, sexy, intelligent ist und zu Ray passen würde," sagt Feig. „Wir wollten keinen Abklatsch der Femme Fatale, wir wollten eine Frau, die diese Attribute mitbrachte und darüber hinaus noch mehr zu bieten hatte." Es war eine Darstellerin gefragt, deren Dynamik mit Ray das gewünschte Film Noir-Gefühl andeutete. „Ich finde Rebecca ist eine Femme Fatale im klassischen Sinn, eine, die Rays Charakter verwundbar macht und verändert," kommentiert Wachsberger. „Im Verlauf des Films verliebt er sich in sie, seine Persönlichkeit verändert sich und man spürt die Chemie zwischen den beiden. Sie berührt etwas in ihm."

Für die Produzenten waren Ray und Lola von Beginn an der Mittelpunkt der Geschichte, ihre Romanze das Herz des Films. „Es geht auch darum, wie Menschen heute die Liebe entdecken," sagt Biddle. „Rebecca ist sehr weiblich, sanft und verführerisch. Das ergänzt sich mit Rays Abgestumpftheit und seiner Abwehrhaltung. Sie kriegt ihn weich und Rebecca gelingt das auf eine wunderbare Art." Stern fügt hinzu: „Wenn man einen Film macht und bietet Schauspielern die Gelegenheit Dinge zu tun, die sie noch nie zuvor gemacht haben – dann denkt man weit voraus. Lola war für Rebecca nicht nur eine Gelegenheit toll auszusehen, sondern gespitzte Dialoge zu sprechen und eine Figur zu entwickeln."

„Lola Davies wird von Ray angestellt, um ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen," erklärt Romijn. „Sie ist ein kluges, verführerisches Ding und das hat mir Spaß gemacht. Ich trage sexy Make-Up, sexy Klamotten, sexy Frisuren, sage schlaue Sachen und kann mit Ray flirten." Ray wiederum denkt nur ans Geschäft. „Ray sieht in Lola jemanden, die nützlich ist für seine Firma," so Coogan. „Er entwickelt keine romantischen Gefühle, wenn er sie ansieht. Ray wurde in der Vergangenheit schwer verletzt und hat geschworen, dass es nie wieder so weit kommt. Lola interessiert ihn nur in beruflicher Hinsicht." „Ray gibt keinem alles von sich preis," weiß Checkowski. „Er will nicht, dass ihm jemand zu nahe kommt. Er glaubt nicht an die wirkliche Liebe. Für ihn ist alles nur Lug und Trug, wie so vieles. Es geht einzig um die Darstellung, um den Schein. So fängt der Film an. Im Verlauf lernt er, dass er mit dieser Überzeugung falsch lag."

„Rebecca ist ein Kumpel, mit großem komödiantischem Talent," sagt Coogan. „Sie ist dieses typische, hübsche All-American-Girl, die frech ist und ihren Standpunkt hat. Es ist sehr unterhaltsam mit ihr zu arbeiten." „Die Chemie zwischen den beiden Charakteren stimmt," sagt Feig über Ray und Lola. „Man spürt, dass die beiden ihr Leben sehr lange allein gemeistert haben. Wie zwei einsame Wölfe, die endlich ihren passenden Partner finden. Ich finde, man merkt das ganz deutlich." „Wir wollten jemanden, der in Rays Leben tritt und ihn aus den Socken haut," erzählt Checkowski. „Eine Person, die ihn ausbalanciert und ein Gegengewicht, vor allem in emotionaler Hinsicht, darstellt. Rebecca war dafür perfekt. Sie verleiht der Rolle etwas Magisches." Und Mattila fügt hinzu: „Davon abgesehen, ist sie größer als Steve. So etwas sieht man normalerweise nicht bei einer Hauptdarstellerin und einem Hauptdarsteller. Die beiden haben sich das sofort zu Eigen gemacht – sehr zu Steves Leidwesen."

Hinter den Kulissen: Die Produktion von ALIBI

Mit dem Drehbuch in der Hand und Mattila und Checkowski auf den Regiestühlen, sahen sich die Summit-Produzenten Erik Feig und Adrienne Biddle nach einem Co-Produzenten um. Sie schickten das Skript zu James Stern von Endgame Entertainment und er war sofort dabei. „Ich fand es so lustig, und es erinnerte mich an meinen Lieblingsfilm DIE ÜBLICHEN VERDÄCHTIGEN. Es war klar, dass wir dabei sein würden," erzählt Stern.

Die Dreharbeiten begannen im Frühsommer 2004 in Los Angeles. ALIBI wurde in nur 26 Tagen abgedreht. Dieser Drehplan konnte allerdings nur aufgrund der detaillierten Vorarbeit der Regisseure Mattila und Checkowski eingehalten werden.

Als die Schauspieler und die Crew die beiden Regisseure beschreiben sollten, benutzten sie Wörter wie: Leidenschaft, Spaß, Klasse, geschmackvoll, entspannt, vorbereitet, organisiert, intelligent, einwandfrei. Sie alle spekulierten darüber, wann und wie Mattila und Checkowski sich über den Verlauf der Dreharbeiten unterhielten, denn am Drehort selber wurde kaum, und wenn dann nur sehr leise gesprochen. „Kurt und Matt waren die Gründe, warum ich bei dem Film mitmachen wollte," sagt Romijn. „Sie haben ein untrügliches Gespür für Stil und wissen genau, was sie tun. Es ist eine Art Telepathie bei den beiden. Ich finde es irre, wie sie so Hand in Hand arbeiten und eigentlich immer einer Meinung sind."

Im Gegensatz zu dem was die Besetzung und die Mitarbeiter sagen, behaupten Mattila und Checkowski, sie würden deshalb so harmonisch zusammen arbeiten, weil sie viel diskutieren und streiten. „Wir funktionieren so gut zusammen, weil wir oft unterschiedlicher Meinung sind," sagt Checkowski. „Oft wirkt es so, als wäre einer das Echo des anderen. Das liegt aber daran, dass wir in langer Auseinandersetzung einen gemeinsamen Weg gefunden haben und deshalb genau wissen, wie der andere tickt. Es funktioniert einfach." Und Mattila fügt hinzu: „Zum Beispiel entstand die Idee mit dem Mord genau während einer solchen Diskussion. Matt ging mir an den Hals, weil wir uns stritten wie die Figur sterben sollte." „Ja, und dann nahm Kurt seinen Gürtel und versuchte mich umzubringen," behauptet Checkowski. „Ganz genau," stimmt Mattila zu. „Daraus entstand dann die Strangulierungsszene."

Als James Brolin die Regisseure traf, war er überwältigt von ihrem Enthusiasmus, den Visionen und ihrer Vorbereitung. Sie kamen mit allem möglichen an: Bücher, Fotos, Kunst, alles um ihre Ideen zu untermauern. „Die beiden hätten sofort anfangen können zu drehen," sagt Brolin. „Dabei waren es noch Monate bis zum Drehbeginn. Das war sehr beeindruckend."

Bei nur 26 Drehtagen und 26 Figuren, legten Mattila und Checkowski großen Wert auf vorherige Proben. „Wir hatten 90% des Films als Storyboards fertig, was eine gute Basis für die Dreharbeiten war," erklärt Checkowski. „Mit den Schauspielern machten wir es genauso. Wir gingen mit allen die Szenen durch und probierten Sachen aus. Denn wir wussten, während dem Dreh gab es keine Zeit für Experimente. Dann mussten wir genau wissen, was zu tun war." Während den Proben verlangten die Regisseure von allen Mut zur Improvisation. Es wurden verschiedene Darstellungen ausprobiert und Bildausschnitte getestet. Um den Dreh in weniger als einem Monat über die Bühne zu bringen, mussten Mattila und Checkowski ganz genau wissen, wie die Figuren agieren und die Schauspieler reagieren.

„Für einen Low Budget-Film sieht er ungemein stilvoll und hochwertig aus," findet Coogan. „Die Regisseure waren nie langweilig oder konventionell. Jede Szene besitzt eine gewisse Ausstrahlung und eine ungewöhnliche Art, wie das Licht oder die Kameraperspektive genutzt wurde. Ich war neugierig, wie man zu zweit arbeitet. So wie die Farelly- oder die Coen-Brüder treten die beiden – auch wenn sie nicht verwandt sind – doch als Doppelpack auf. Sie fallen sich nie ins Wort, lassen den anderen gewähren und haben einen eigenen Rhythmus."

„Es wird langsam zur Gewohnheit zwei Regisseure zu haben," fügt Leguizamo an. „Ist wohl typisch für das 21. Jahrhundert. Zwischen den beiden funktioniert die Chemie. Sie sind schnell, klug und sehr visuell. Das hat viel ausgemacht beim Dreh."

Sie nutzten ihre starken visuellen Fähigkeiten, um die tragisch-komische Komplexität der vielen Charaktere deutlich zu machen. Sie ließen sich von außergewöhnlichen, optischen Stilen inspirieren und verknüpften ihre Favoriten miteinander. „Es handelte sich immer um eine hyper-reale Stimmung für uns," sagt Checkowski. „Wir wollten eine moderne Form des Film Noir. Davon ausgehend, entwickelte sich der Look, die Sprechweise der Schauspieler und die Art der Darstellung." Sie zitierten Filme wie THOMAS CROWN IST NICHT ZU FASSEN oder die Werke von Wong Kar-Wai, besonders IN THE MOOD FOR LOVE und 2046. „Ich hatte Beispiele, die poetisch waren und welche die sehr konkret und präzise waren," sagt Kameramann Enrique Chediak. „Übergreifend ist der Look sehr sauber und klar." Jerry Fleming, der Produktionsdesigner und verantwortlich für Bühnenbild und Ausstattung, arbeitete eng mit Chediak zusammen. „Die Vorarbeit der Regisseure kam allen anderen zu Gute," bestätigt er. „So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Es gab eine klare visuelle Vorgabe. Saubere Linien, kräftige Farben, usw. Sie hatten an alles gedacht."

Bei ihrem visuellen Konzept gingen Mattila und Checkowski von ihrer Hauptfigur aus, denn einen Großteil des Films betrachtet man aus Ray Elliots Perspektive. „Es geht darum wie Ray die Welt betrachtet," sagt Checkowski. „Er bemerkt Dinge, die andere nicht sehen, also muss die Kamera sie auch registrieren. Die Welt besitzt eine bestimmte Symmetrie für ihn, und genau die zeigt der Film." Mattila fügt hinzu: „Wir wollten einem Film, bei dem man das nicht unbedingt erwarten würde, einen neuen visuellen Dreh verleihen. Doch zuerst kommt die Geschichte, dann machen wir uns über die Optik Gedanken." „Ray ist eine zurückgezogene Figur," erklärt Biddle. „Er ist ein zwielichtiger Charakter mit einer Vergangenheit, ein Chamäleon, das sich seiner jeweiligen Umgebung anpasst. Als er sich verliebt, ändert er seine Sicht und seine Meinung über die Liebe. Zu Beginn des Films ist er noch auf dem Chamäleon-Status. Wir sehen ihn oft in Reflektionen, in künstlichen Realitäten. Er wird von dunklen Gegenständen und Oberflächen verdeckt, zwischen ihm und der Kamera befinden sich immer Gegenstände oder Personen. Mit dem Wandel, verändert sich auch die Optik, alles wird offener. Am Schluss sieht man Ray in voller Größe, klar und deutlich. Nichts ist zwischen ihm und dem Zuschauer."

Die Optik des Films erforderte verschiedene Arten der Beleuchtung. Chediak erklärt: „Die Vorarbeit war sehr genau, also wollten wir auch beim Dreh sehr akkurat vorgehen. Viele Einstellungen resultieren aus Rays Gedanken. Sie sind mal sehr verhangen, mal klar und deutlich. Wir benutzten viele Kräne und filmten aus der Vogelperspektive oder arbeiteten mit der Steady-Cam." Um die Freiheit der Gedanken deutlicher zu inszenieren, ließen die Regisseure die Kamera durch Wände und Decken gleiten, ständig in Bewegung halten oder um Ray herumtanzen. Art Director Jerry Fleming kreierte eine Reihe von Elementen, die den Wechsel der Stimmungen und Charaktere verdeutlichten und die Kameraarbeit zusätzlich unterstützten. „Wir begannen mit halbtransparenten Oberflächen, Scheiben und Objekten, durch die man hindurch sehen kann," erklärt Fleming. „Man sieht also nicht alles und jeden in der Reflektion. Zum Ende des Films wird es deutlicher, klarer und unmittelbarer." „Uns lag daran Los Angeles so zu zeigen, wie Boston in THOMAS CROWN IST NICHT ZU FASSEN. Man befindet sich in den Randgebieten, die Stadt lässt sich erahnen aber es ist nicht das Postkartenmotiv," sagt Mattila. „Wir wollten die schäbige Innenstadt-Atmosphäre von Los Angeles zu Zeiten von Raymond Chandler." Checkowski meint dazu: „Bevor es regnet, ist einem nicht bewusst wie dunstig und diesig L.A. ist. Hat der Regen dann mal alles sauber gewaschen, merkt man wie frisch und klar es mit einem Mal ist. Dieses Bewusstsein zieht sich durch die gesamte Geschichte. Vom Schreiben über die Dialoge, bis zu den Figuren und der Art wie wir die Stadt gefilmt haben. Sie spiegelt die sich verändernden Charaktere wider."

Gedreht wurde an mehreren Orten in der Stadt und in einem Filmstudio auf dem L.A. Center Studio Complex. Die Büros des Alibi-Service entstanden im alten zwölfgeschossigen Unocal-Gebäude in der Innenstadt von Los Angeles. Mittlerweile liegt es auf dem Areal des Studiogeländes. Die Eingangshalle des Gebäudes diente als Lobby des Ellroy Hotels. „Das Unocal-Gebäude wurde 1958 im Stil der Moderne gebaut, mit sehr klaren Linien," sagt Fleming. „Es ist gut geschnitten, aber wir mussten es trotzdem ein wenig anpassen, weil das viele Grau und Schwarz, sowie die metallene Struktur im Film sehr leicht dröge und eintönig aussehen. Wir setzten also kräftige Farben dagegen, um das Ganze elegant und interessant wirken zu lassen – nicht unbedingt hip oder selbstbewusst." Auch für die Unterscheidung der einzelnen Hotel-Etagen wurden Farben benutzt. Vor allem beim Finale, wenn sich alle Figuren im Ellroy Hotel einfinden. Um den komplizierten dritten Akt zu erläutern, ordneten Mattila und Checkowski jedem Stockwerk eine Farbe zu, damit man sofort weiß, wo man sich gerade befindet. „Die Gänge des Hotels sind immer mit einer Holzverschalung versehen, die in der Mitte der Wand verläuft," erklärt Biddle. „Matt und Kurt ließen also jeden Flur in einer anderen Farbe streichen, so dass sich die Holzvertäfelung mal über eine tiefrote, mal über eine violette oder orange Wand zieht." Das Studio in der Innenstadt von L.A. beherbergte das Leichenschauhaus, die Hotelbar, sowie die Zimmer und Gänge des Ellroy Hotels. Am Ende fanden die Besitzer der Filmstudios die Dekoration für die Büroräume der Alibi-Agentur so toll, dass man sie für zukünftige Produktionen behalten wollte.

Zu den weiteren Drehorten in und um Los Angeles gehörten der Griffith Park, von dem man einen guten Überblick über die Stadt hat, und ein Wohnhaus in Pasadena, das als Anwesen des Mormonen diente. Ein Teil des riesigen L.A. Convention Centers wurde zu einem Flughafen umgebaut und das Loft eines Künstlers in der City fungierte als Lolas Apartment. Ein Bed & Breakfast in Malibu hielt für eines in Santa Barbara her und das ehemalige „Patina" als Hintergrund für ein italienisches Restaurant.

Der Look der Kostüme und Drehorte sollte dazu dienen, Figuren und Story auf unbewusste Weise mehr Substanz zu geben. Gleichzeitig aber die klassischen Elemente des Film Noir zeitgemäß einzuarbeiten. „Ray ist der Chamäleon-Typ, der sich allem anpasst. Also habe ich ihn in graue Anzüge und weiße Hemden mit schlichten Krawatten gesteckt. Er kann kommen und gehen und erregt kein Aufsehen," erläutert Kostümbildner Christopher Lawrence. „Graue Anzüge fand ich passend, denn er soll neutral sein und bloß nicht auffallen." Etwas mehr Charaktertiefe ließ sich dadurch erreichen, dass die Anzüge bei genauerem Hinsehen kleine Details aufweisen. „Von fern wirkt Ray wie ein Geschäftsmann," sagt Lawrence. „Aus der Nähe entdeckt man an ihm so manche Eigenheit." Am Ende des Films, nachdem Ray sich weiterentwickelt und neue Erfahrungen gemacht hat, gibt es noch einmal eine äußerliche Veränderung. „Er wirkt dynamischer und lässt den alten Ray hinter sich," sagt Lawrence. „Das zeigt sich auch in seiner Kleidung."

Für Lola, die Figur von Rebecca Romijn, konnte Lawrence aus dem Femme Fatale-Film Noir Pool schöpfen. Er wählte ein kontrastreiches Weiß, um Lola aus ihrer Umgebung herausstechen zu lassen. „Der klassische Film Noir-Look wurde durch die Schwarz-Weiß-Fotografie erreicht," sagt Lawrence. „Ray wirkt in seinem Tweed unruhig und uneben. Lola hebt sich mit ihrem Weiß von der restlichen Farbpalette von Grautönen, Schwarz und Rot ab. Ich habe viele Film Noir-Produktionen gesehen und immer kriegen sich der Hauptdarsteller und die Femme Fatale am Ende. Das sieht man auch an den Farben, die sie tragen. Es sind dieselben Töne und man nimmt sie als Einheit war."

Um die unterschiedlichen heimlichen Verabredungen angemessen in Szene zu setzen, benutzte Chediak meist nur geringe Beleuchtung. „Ich habe mit sehr wenig Licht gearbeitet," erzählt er. „Unser Produktionsplan war sehr straff organisiert und es ging nicht nur um Schönheit und Stil, sondern auch darum relativ zackig durchzukommen." Aufgrund der ausführlichen Storyboards, waren nie mehr als zwei oder drei Takes einer Einstellung nötig.

Alles in allem war ALIBI für die gesamte Besetzung und die Crew eine Genre-übergreifende Reise in die Vielschichtigkeit der Liebe. „Der Film betrachtet unterschiedliche Arten, wie die Liebe eine Beziehung kaputt machen kann," sagt Checkowski. „Manchmal klappt es nicht, weil sie nicht da ist. Ein anderes Mal ist es zu viel Liebe und dann wieder funktioniert es nicht, weil sie in eine andere Richtung läuft. Die Geschichte ist ein weiteres Beispiel, was passieren kann, wenn sich die Liebe etwas zu eng um deinen Hals schlingt."

 

DIE SCHAUSPIELER

STEVE COOGAN (Ray Elliot)

Der heute 40-jährige Steve Coogan wuchs in seiner Geburtsstadt Manchester auf, wo er auch die „Manchester Polytechnic School of Theatre" besuchte. Er wurde von einem TV-Talentsucher entdeckt und bekam eine Rolle bei „First Exposure" angeboten. Das führte bald zu weiteren Fernsehauftritten, wie zum Beispiel bei „The Prince’s Gala Trust", in Anwesenheit des Prinzen und der Prinzessin von Wales; „Stand-Up", „Paramount City" oder „London Underground". Außerdem war er regelmäßiger Gast der Satire-Show „Spitting Image".

Im Jahr 1992 gewann Steve Coogan den Perrier-Award für seine Show „Steve Coogan in Character with John Thompson", für die er die Kunstfigur Paul Calf erfand. Für die Radiosendung „On The Hour" kreierte er die Figur des Alan Partridge, die aufgrund des großen Erfolges eine eigene Fernsehsendung mit dem Titel „The Day Today" bekam. Daraus wiederum entstand die preisgekrönte Show „Knowing Me, Knowing You". Bei den British Comedy Awards 1994 gewann Coogan die Titel „Top Male Comedy Performer", „Top Male Personality" und „Knowing Me, Knowing You" erhielt den Preis als „Best New Television Comedy". Für seine Serie „I’m Alan Partridge" bekam Steve Coogan zwei BAFTAs, einmal als „Best Comedy Series" und den Preis für „Best Comedy Performance". Mit seiner Live-Show „The Man Who Thinks He’s It" ging er auf Tournee und spielte in ausverkauften Häusern in Großbritannien. Außerdem erhielt er den South Bank Show Award und brach alle Comedy-Rekorde im Londoner West End.

Danach schrieb Coogan einige Jahre an dem Filmprojekt DAS B-TEAM (The Parole Officer), inszeniert von John Duigan. Der Film gehörte zu den bestbesuchten britischen Produktionen des Jahres 2001. Mit seinem Geschäftspartner Henry Normal gründete Coogan 2000 außerdem die Produktionsfirma Baby Cow Productions, mit der er eine Reihe preisgekrönter Sendungen für das britische Fernsehen produzierte.

2002 kam der Michael Winterbottom Film 24 HOUR PARTY PEOPLE in die Kinos, die Geschichte von Factory Records und dem Aufstieg und Fall von Tony Wilson, dargestellt von Steve Coogan. In letzter Zeit konnte man Coogan in drei sehr unterschiedlichen Kinoproduktionen sehen: Als Phileas Fogg in Frank Coracis IN 80 TAGEN UM DIE WELT, in einer Episode von Jim Jarmuschs COFFEE & CIGARETTES und an der Seite von Maggie Gyllenhaal, Lisa Kudrow, Tom Arnold und Laura Dern in HAPPY ENDINGS von Don Roos. Unter der Regie von Michael Winterbottom stand er als Hauptdarsteller für TRISTRAM SHANDY: A COCK AND BULL STORY vor der Kamera und drehte mit Sofia Coppola MARIE ANTOINETTE. In Planung sind die TV-Serie „Saxondale" und eine Kinoversion von „Alan Partridge", außerdem soll Coogan als Lord Brett Sinclair die Rolle von Roger Moore in der Verfilmung der legendären Serie „Die Zwei" (The Persuaders) übernehmen.

Filmografie (Auswahl):

2006 MARIE-ANTOINETTE

Regie: Sofia Coppola

THE ALIBI (Alibi)

Regie: Kurt Mattila & Matt Checkowski

TRISTRAM SHANDY: A COCK AND BULL STORY

Regie: Michael Winterbottom

2005 HAPPY ENDINGS

Regie: Don Roos

2004 AROUND THE WORLD IN 80 DAYS (In 80 Tagen um die Welt)

Regie: Frank Coraci

COFFEE & CIGARETTES (Coffee & Cigarettes)

Regie: Jim Jarmusch

2002 24 HOUR PARTY PEOPLE

Regie: Michael Winterbottom

 

REBECCA ROMIJN (Lola Davies)

Sie brauchte nicht viele Filme, um in Hollywood Fuß zu fassen. Gerade erst hat Rebecca Romijn die Dreharbeiten zum dritten Teil von X-MEN abgeschlossen, wo sie erneut in die Rolle der Mystique schlüpfte. Weiterhin ist sie als nächstes in MAN ABOUT TOWN an der Seite von Ben Affleck im Kino zu sehen.

In den letzten Jahren drehte Romijn mit Thomas Jane und John Travolta THE PUNISHER und stand mit Robert De Niro und Greg Kinnear für GODSEND vor der Kamera. Ihren großen Durchbruch hatte sie aber zweifelsohne in FEMME FATALE unter der Regie von Brian De Palma. In dem Film Noir-Thriller spielt sie eine Frau, die versucht ein geregeltes Leben zu führen, jedoch immer wieder von ihrer zwielichtigen Vergangenheit heimgesucht wird. Die Los Angeles Times urteilte über ihre Leistung: „Seit Sissy Spacek in CARRIE hat keine Frau in einem De Palma-Film eine derart starke Präsenz gezeigt wie Rebecca Romijn."

Außerdem war Rebecca Romijn neben Chris Klein und LL Cool J in ROLLERBALL und natürlich in X-MEN und X-MEN 2 zu sehen. Das ehemalige Model hat ihre Schauspielkarriere mit kleinen Auftritten in „Friends" und „Just Shoot Me" begonnen und moderierte für MTV die Sendung „House of Style". In AUSTIN POWERS – AGENT IN GEHEIMER MISSIONARSSTELLUNG (Regie: Jay Roach) hatte sie 1999 ein Cameo.

Filmografie (Auswahl):

2006 X3 (X-Men 3)

Regie: Brett Ratner

MAN ABOUT TOWN

Regie: Mike Binder

THE ALIBI (Alibi)

Regie: Kurt Mattila & Matt Checkowski

2004 THE PUNISHER (The Punisher)

Regie: Jonathan Hensleigh

GODSEND (Godsend)

Regie: Nick Hamm

2003 X2 (X-Men 2)

Regie: Bryan Singer

2002 FEMME FATALE (Femme Fatale)

Regie: Brian De Palma

ROLLERBALL (Rollerball)

Regie: John McTiernan

2000 X-MEN (X-Men)

Regie: Bryan Singer

 

JAMES BROLIN (Robert Hatch)

Der Emmy- und Golden Globe-Preisträger James Brolin gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Fernsehstars. Die Bandbreite seiner Rollen reicht von ernsthaftem Drama bis zum ausladenden Action-Spektakel. Brolin hat sich zudem einen Namen als Regisseur von Serien gemacht, wie beispielsweise „Pensacola – Flügel aus Stahl" (in der er auch selbst spielte und als Produzent verantwortlich zeichnete), etlichen Folgen von „Hotel" sowie eine Folge der Western-Serie „The Young Riders". Sein Regiedebüt präsentierte James Brolin mit „My Brothers War", in dem er auch selbst zu sehen war und für den er mit dem Best Film Award beim Hollywood Film Festival ausgezeichnet wurde.

Er hat in unzähligen Fernsehproduktionen mitgespielt, doch am bekanntesten wurde Brolin aufgrund von zwei TV-Serien: „Marcus Welby, M.D." und „Hotel". „Marcus Welby" brachte ihm zudem einen Emmy als bester Nebendarsteller ein. Man sah ihn außerdem in dem Action-Abenteuer „Extreme", der Western-Serie „Angel’s Fall", der Mini-Serie „And The Sea Will Tell" und in „Trapped". Er moderierte die Tier-Serie „The World of Discovery" und hatte eine Gastrolle in der preisgekrönten Serie „The West Wing". Für die Hauptrolle in der TV-Produktion „The Reagans" erhielt er eine Emmy-Nominierung.

Auf der Leinwand war James Brolin sowohl in großen Kassenerfolgen als auch kleinen, qualitativ anspruchsvollen Independent-Produktionen zu sehen. Seine erste, winzige Kinorolle hatte er im Jahr 1962 mit IN LIEBE EINE 1 (Take Her, She’s Mine, Regie: Henry Koster) an der Seite von James Stewart und Sandra Dee. Nach einigen kleinen Auftritten, konnte er in THE CAPE TOWN AFFAIR – dem Remake von PICK-UP ON SOUTH STREET – seine erste Hauptrolle neben Jacqueline Bisset übernehmen. Er war u.a. in UNTERNEHMEN CAPRICORN, WESTWORLD (unter der Regie von Schriftsteller Michael Crichton), AMITYVILLE HORROR oder auch in SAG´ JA ZUR LIEBE als Clark Gable zu sehen. Außerdem stand er für Allison Anders in VERLORENE HERZEN (Gas Food Lodging) vor der Kamera und produzierte den hochgelobten Independentstreifen PAPER HEARTS, in dem er auch die Hauptrolle übernahm. Zu seinen jüngeren Arbeiten gehören ein Auftritt in Steven Soderberghs TRAFFIC, eine Hauptrolle in MASTER OF DISGUISE sowie eine Nebenrolle in Spielbergs CATCH ME IF YOU CAN und GELEGENHEIT MACHT LIEBE.

Filmografie (Auswahl):

2006 THE ALIBI (Alibi)

Regie: Kurt Mattila & Matt Checkowski

2005 CURSED (Verflucht)

Regie: Wes Craven

2003 A GUY THING (Gelegenheit macht Liebe)

Regie: Chris Koch

CATCH ME IF YOU CAN (Catch me if you can)

Regie: Steven Spielberg

2002 MASTER OF DISGUISE

Regie: Perry Adelin Blake

2001 TRAFFIC (Traffic – Die Macht des Kartells)

Regie: Steven Soderbergh

1993 PAPER HEARTS

Regie: Rod McCall

1992 GAS FOOD LODGING (Verlorene Herzen)

Regie: Allison Anders

1981 HIGH RISK

Regie: Stewart Raffill

1979 AMITIYVILLE HORROR (Amityville Horror)

Regie: Stuart Rosenberg

1978 CAPRICORN ONE (Unternehmen Capricorn)

Regie: Peter Hyams

1976 GABLE AND LOMBARD (Sag’ ja zur Liebe)

Regie: Sydney F. Furie

1973 WESTWORLD (Westworld)

Regie: Michael Crichton)

1967 THE CAPE TOWN AFFAIR

Regie: Robert D. Webb

 

JAMES MARSDEN (Wendell Hatch)

Der 32-jährige James Marsden machte nach einigen Jahren TV-Erfahrung erstmals 1998 mit dem Teenie-Horror-Streifen DICH KRIEGEN WIR AUCH NOCH! auch hierzulande auf sich aufmerksam. In dem Kleinstadt-Thriller spielte er an der Seite von Katie Holmes und Nick Stahl. Zwei Jahre später war er in dem Film TÖDLICHE GERÜCHTE mit Kate Hudson zu sehen, in dem ein paar Studenten ein Gerücht in die Welt setzen, das entsetzliche Folgen hat. In der Komödie SUGAR AND SPICE drehte sich für James im Jahr 2001 an der Seite von Mena Suvari alles um Cheerleader.

Der Jahrtausendwechsel bescherte ihm schließlich auch eine Rolle in der mit Spannung erwarteten Verfilmung des Comics X-MEN. James Marsden ist hier zum ersten Mal in der Rolle von Scott Summers, dem Zyklopen zu sehen. In der Ben Stiller-Komödie ZOOLANDER hatte er 2001 eine kleine Nebenrolle. Mehr Zeit blieb ihm auch nicht, denn Marsden wurde für ein Jahr als Anwalt in der TV-Serie „Ally McBeal" engagiert. Zu Beginn der fünften Staffel (2001-2002) übernahm er als Glenn Foy seinen Job in der Kanzlei. Im Anschluss daran wurde er erneut als Superheld aktiv und drehte X-MEN 2.

In 2004 war er sehr fleißig und drehte die Merchant Ivory-Produktion HEIGHTS mit Glenn Close in einer Hauptrolle, für die sich in Deutschland jedoch bisher kein Verleih fand. Für Nick Cassavetes stand James Marsden im gleichen Jahr für WIE EIN EINZIGER TAG vor der Kamera. Ebenfalls fertig gestellt sind das Drama 10th & WOLF, mit Brian Dennehy, Dennis Hopper und Val Kilmer, sowie der Action-Thriller THE 24TH DAY mit Scott Speedman. Demnächst kann man Marsden in X-MEN 3 bewundern und nach ALIBI wird er weiterhin in SUPERMAN RETURNS zu sehen sein.

Filmografie (Auswahl):

2006 SUPERMAN RETURNS

Regie: Bryan Singer

X3 (X-Men 3)

Regie: Brett Ratner

THE ALIBI (Alibi)

Regie: Kurt Mattila & Matt Checkowski

2005 10TH & WOLF

Regie: Robert Moresco

2004 THE NOTEBOOK (Wie ein einziger Tag)

Regie: Nick Cassavetes

HEIGHTS

Regie: Chris Terrio

THE 24TH DAY

Regie: Tony Piccirillo

2003 X2 (X-Men 2)

Regie: Bryan Singer

2001 SUGAR AND SPICE (Sugar & Spice)

Regie: Francine McDougall

2000 X-MEN (X-Men)

Bryan Singer

GOSSIP (Tödliche Gerüchte)

Regie: Davis Guggenheim

1998 DISTURBING BEHAVIOUR (Dich kriegen wir auch noch!)

Regie: David Nutter

 

SAM ELLIOTT (Der Mormone)

Sam Elliott konnte man in Produktionen wie beispielsweise WIR WAREN HELDEN, HULK, RUFMORD – JENSEITS DER MORAL, HI-LO COUNTRY, TOMBSTONE oder THE BIG LEBOWSKI sehen. Mit der Darstellung des Titelhelden in LIFEGUARD erspielte er sich Mitte der siebziger Jahre Kultstatus. Seitdem sah man ihn u.a. in Filmen wie DIE MASKE, FATAL BEAUTY und FIEBERHAFT.

Für die Fernsehserie „Buffalo Girls" erhielt er sowohl eine Emmy- wie auch eine Golden Globe-Nominierung. Elliott war u.a. auch als Hauptdarsteller und Co-Produzent für „Die Gesetzlosen" aktiv, der den ersten Golden Boot „Best of the West"-Award gewann.

Sein Debüt als Produzent gab er mit dem TV Film „Louis L’Amour’s Conagher" (Regie: Reynaldo Villalobos, 1991). Er war gut mit L’Amour befreundet und kaufte das Objekt kurz vor dessen Tod. Katherine Ross spielte die weibliche Hauptrolle und schrieb mit Elliott am Drehbuch. Sam Elliott war weiterhin der Hauptdarsteller in Serien wie „Murder in Texas" (Scheidungsgrund – Mord), „Gone to Texas", „The Yellow Rose" und „Fugitive Nights".

Geboren in Sacramento/Kalifornien, hat die Familie ihre Wurzeln seit Generationen in Texas. Sie untermauern die Glaubwürdigkeit von Sams sehr starken und ruhigen Charakter. Er wuchs in Oregon auf, wo sein Vater ein Beamter des Fish and Wildlife Service des Innenministeriums war. Seine frühesten Kindheitserinnerungen handeln von Wander- und Angelausflügen mit seinem Vater. Die perfekte Grundlage für spätere Abenteuerrollen in der wilden Natur. Er verließ die Universität in Oregon und zog nach Los Angeles, um dort Schauspieler zu werden. Sein erster Leinwandauftritt war als „Cardplayer#2" in BUTCH CASSIDY UND SUNDANCE KID. Bei den Dreharbeiten traf er erstmals Katherine Ross, mit der er später in DAS HAUS DES SATANS (The Legacy, 1978) vor der Kamera stand. Die beiden verliebten sich und heirateten. Sie sind Eltern einer Tochter und leben zurückgezogen auf einer Ranch.

Filmografie (Auswahl):

2006 THANK YOU FOR SMOKING

Regie: Jason Reitman

THE ALIBI (Alibi)

Regie: Kurt Mattila & Matt Checkowski

2003 HULK (Hulk)

Regie: Ang Lee

2002 WE WERE SOLDIERS (Wir waren Helden)

Regie: Randall Wallace

THE CONTENDER (Rufmord – Jenseits der Moral)

Regie: Rod Lurie

1999 THE HI-LO COUNTRY (Hi-Lo Country)

Regie: Stephen Frears

1998 THE BIG LEBOWSKI (The Big Lebowski)

Regie: Joel Coen

1993 TOMBSTONE (Tombstone)

Regie: George P. Cosmatos

1991 RUSH (Fieberhaft)

Regie: Lili Fini Zanuck

1987 FATAL BEAUTY (Fatal Beauty)

Regie: Tom Holland

1985 MASK (Die Maske)

Regie: Peter Bogdanovich

1978 THE LEGACY (Das Haus des Satans)

Regie: Richard Marquant

1976 LIFEGUARD

Regie: Daniel Petrie

 

SELMA BLAIR (Adelle)

Sie gehört zu den vielseitigen und spannenden jungen Schauspielerinnen Hollywoods und sorgte erstmals in EISKALTE ENGEL - der jungendlichen Adaption des Romans „Gefährliche Liebschaften" - für Aufsehen.

Nach ihrem Highschool-Abschluss in Michigan zog sie nach New York, um Fotografin zu werden. Hier entschloss sie sich jedoch Schauspielunterricht am Stella Adler Konservatorium und am Column Theatre zu nehmen. Für zwei Staffeln übernahm sie die Titelrolle in der TV-Serie „Zoe" und drehte anschließend NATÜRLICH BLOND! mit Reese Witherspoon. Für SUPER SÜSS UND SUPER SEXY stand sie mit Cameron Diaz und Christina Applegate vor der Kamera und war anschließend in zwei hochgelobten Independent-Produktionen zu sehen: KILL ME LATER (2001) von Dana Lustig und STORYTELLING (2001) von Todd Solondz.

Im Jahr 2004 entschloss sie sich das Angebot von Regisseur Guillermo del Toro anzunehmen und in HELLBOY mitzuspielen. Eine Fortsetzung der Comic-Verfilmung ist bereits in Planung. Für John Waters stand sie in A DIRTY SHAME vor der Kamera. Zuletzt konnte man Selma Blair in REINE CHEFSACHE mit Topher Grace und Dennis Quaid, sowie in THE FOG – NEBEL DES GRAUENS auf der Leinwand sehen. Bereits abgedreht sind THE BIG EMPTY mit Elias Kosteas, PURPLE VIOLETS von und mit Edward Burns sowie die Komödie THE NIGHT OF THE WHITE PANTS mit Tom Wilkinson. Aktuell dreht sie zusammen mit David Arquette und Ray Liotta CHLORINE, ebenfalls eine Komödie.

Filmografie (Auswahl):

2006 THE BIG EMPTY

Regie: Lisa Chang & Newton Thomas Sigel

THE ALIBI (Alibi)

Regie: Kurt Mattila & Matt Checkowski

THE FOG (The Fog – Nebel des Grauens)

Regie: Rupert Wainwright

2005 IN GOOD COMPANY (Reine Chefsache)

Regie: Paul Weitz

2004 A DIRTY SHAME

Regie: John Waters

HELLBOY (Hellboy)

Regie: Guillermo Del Toro

2002 A GUY THING (Gelegenheit macht Liebe)

Regie: Chris Koch

THE SWEETEST THING (Super süß und super sexy)

Regie: Roger Kumble

2001 LEGALLY BLONDE (Natürlich Blond!)

Regie: Robert Luketic

1999 CRUEL INTENTIONS (Eiskalte Engel)

Regie: Roger Kumble

 

JOHN LEGUIZAMO (Hannibal)

Der Emmy-Award-Gewinner John Leguizamo ist ein facettenreicher Darsteller, der sich schwer in eine Kategorie einordnen lässt. Mit schier grenzenloser Energie arbeitet er fürs Fernsehen und Kino, ist im Theater und der Literatur zuhause.

Leguizamo wird 1964 in Bogotá, Kolumbien geboren und emigrierte im Alter von vier Jahren mit seiner Familie in die USA. Er wuchs im New Yorker Stadtteil Queens auf, besuchte die New York University und erlebte den legendären Schauspiellehrer Lee Strasberg genau einen Tag lang, bevor dieser kurz darauf starb. Der extrovertierte John besaß schon immer ein schnelles Mundwerk und tingelte durch die Comedy-Clubs seiner Stadt, bevor er seinen ersten Fernsehauftritt 1984 in einer Folge von „Miami Vice" hatte. Minirollen in MIXED BLOOD, DIE VERDAMMTEN DES KRIEGES, DIE HARD und IN SACHEN HENRY – in dem er Harrison Ford anschießt – folgten.

Einen ersten Achtungserfolg erzielt er 1991 mit dem Film HANGIN´ OUT – 4 HOMEBOYS UNTERWEGS. Im gleichen Jahr präsentiert er sein Bühnenstück „Mambo Mouth", in dem er sechs verschiedene Latino-Charaktere spielt. Den großen Erfolg konnte er zwei Jahre später mit einer weiteren Show wiederholen. In „Spic-O-Rama" nimmt er ebenfalls die Klischees gegenüber Latinos aufs Korn. Auf der Leinwand sah man ihn in Produktionen wie CARLITOS WAY, SUPER MARIO BROS. und in dem hochgelobten Dragqueen-Drama TO WONG FOO, THANKS FOR EVERYTHING, JULIE NEWMAR. Auch in Baz Luhrmanns ROMEO & JULIA hinterließ er als Tybalt einen starken Eindruck. 1998 gab Leguizamo sein Debüt am Broadway mit dem quasi-biografischen Stück „Freak".

Für Spike Lee stand er 1999 in SUMMER OF SAM vor der Kamera und übernahm in MOULIN ROUGE erneut unter der Regie von Baz Luhrmann die Rolle des Henri Toulouse-Lautrec. Es folgten Rollen in COLLATERAL DAMAGE an der Seite von Arnold Schwarzenegger, SCHLIMMER GEHT’S IMMER mit Danny de Vito und ZIGZAG mit Wesley Snipes. Für den Drogen-Indie-Film SPUN stand er mit Jason Schwartzman und Mickey Rourke vor der Kamera. Er gehörte zur Besetzung des John Carpenter- Remakes ASSAULT ON PRECINCT 13, drehte mit Dennis Hopper und Asia Argento LAND OF THE DEAD und lieh dem Faultier Sid in ICE AGE seine Stimme. Nicht ins Kino schafften es hierzulande zwei Produktionen mit lateinamerikanischem Hintergrund, der Thriller CRÓNICAS und die Komödie SUEÑO. Bereits abgedreht ist die neueste Komödie THE GROOMSMEN von und mit Edward Burns, in der John Leguizamo neben Brittany Murphy und Matthew Lillard zu sehen ist.

Filmografie (Auswahl):

2006 THE GROOMSMEN

Regie: Edward Burns

THE ALIBI (Alibi)

Regie: Kurt Mattila & Matt Checkowski

2005 LAND OF THE DEAD

Regie: George A. Romero

2002 SPUN (Spun)

Regie: Jonas Åkerlund

COLLATERAL DAMAGE (Collateral Damage – Zeit der Vergeltung)

Regie: Andrew Davis

2001 MOULIN ROUGE

Regie: Baz Luhrmann

1999 SUMMER OF SAM (Summer of Sam)

Regie: Spike Lee

1996 WILLIAM SHAKESPEARE´S ROMEO & JULIET

(William Shakespears Romeo & Julia)

Regie: Baz Luhrmann

THE FAN (Der Fan)

Regie: Tony Scott

1995 TO WONG FOO, THANKS FOR EVERYTHING, JULIE NEWMAR (To Wong Foo)

Regie: Beeban Kidron

1993 CARLITO’S WAY (Carlitos Way)

Regie: Brian De Palma

 

DEBORAH KARA UNGER (Dorothy)

Ihren ersten größeren Filmauftritt hatte Deborah Kara Unger 1990 an der Seite von Russell Crowe in BLUTIGER SCHWUR (Prisoner of the Sun, Regie: Stephan Wallace). Seitdem konnte man sie als beeindruckende Nebendarstellerin in Produktion wie HURRICANE (Regie: Norman Jewison, 1999) mit Denzel Washington, PAYBACK – ZAHLTAG (Regie: Regie: Brian Helgeland, 1999) mit Mel Gibson und THE GAME (Regie: David Fincher, 1997) mit Michael Douglas und Sean Penn oder auch DREIZEHN (Thirteen, Regie: Catherine Hardwicke, 2003) sehen. An der Seite von Holly Hunter und James Spader übernahm sie unter der Regie von David Cronenberg eine Rolle in CRASH, der 1996 mit dem Special Jury-Preis in Cannes ausgezeichnet wurde.

Im Jahr 2004 erhielt die Kanadierin den Geraldine Page-Award als beste Schauspielerin für EMILE (Regie: Carl Bessai), in dem sie mit Sir Ian McKellen zu sehen ist. Für den Film ZWISCHEN FREMDEN (Between Strangers, Regie: Edoardo Ponti, 2002) stand sie mit Sophia Loren vor der Kamera, in SUNSHINE – EIN HAUCH VON SONNENSCHEIN drehte sie gemeinsam mit Ralph Fiennes unter der Regie von István Szabó. Für beide Rollen erhielt sie eine Nominierung als beste Schauspielerin bei den Canadian Academy Awards.

Zu ihren jüngsten Filmen gehören LOVE SONG FÜR BOBBY LONG (Regie: Shainee Gabel, 2004) mit John Travolta und Scarlett Johansson und WHITE NOISE – SCHREIE AUS DEM JENSEITS (Regie: Geoffrey Sax, 2005) mit Michael Keaton. Bereits abgedreht ist der Horror-Thriller SILENT HILL von Christophe Gans mit Sean Bean und Radha Mitchell.

 

DEBI MAZAR (Detective Rebecca Bryce)

Die New Yorkerin Debi Mazar gab 1990 ihr Filmdebüt standesgemäß in Martin Scoreses Mafia-Thriller GOODFELLAS als Ray Liottas drogensüchtige Geliebte. Dieser vielversprechende Start führte dazu, dass sie für Jodie Fosters Regiedebüt DAS WUNDERKIND TATE (Little Man Tate, 1991) besetzt wurde und in der Folge mit so namhaften Regisseuren wie Barry Levinson (für TOYS), Woody Allen (für BULLETS OVER BROADWAY) und Joel Schumacher (für BATMAN FOREVER) vor der Kamera stand.

Doch auch in Independent-Produktionen ist sie ein regelmäßiger Gast. Sie drehte mit Nick Cassavetes SHE’S SO LOVELY (1997) und trat für Steve Buscemi in dessen Regiedebüt TREES LOUNGE (1996) auf. Sie war in INSIDER (Regie: Michael Mann, 1999) neben Al Pacino zu sehen und stand mit Jackie Chan für THE TUXEDO – GEFAHR IM ANZUG (Regie: Kevin Donovan, 2002) vor der Kamera. Ihre letzten Auftritte konnte man in COLLATERAL (Regie: Michael Mann, 2004) und BE COOL (Regie: Frank Gary Gray, 2005) erleben.

Ihre Fernsehkarriere begann sie mit „Civil Wars". Später trat sie in „L.A. Law" auf. Ihre eigene TV-Serie mit dem Titel „Temporarily Yours" lief auf dem Sender CBS, darüber hinaus war sie Ensemblemitglied in „That’s Life" an der Seite von Ellen Burstyn. Auch in „Practice – Die Anwälte" und „Entourage" hatte sie Episodenrollen.

 

HENRY ROLLINS (Putty)

Im Jahr 1981 wurde Henry Rollins Sänger der Band „Black Flag", die sich 1986 auflöste. Daraufhin gründete er die „Rollins Band", mit der er seitdem in unregelmäßigen Abständen Alben aufnimmt und auf Tournee geht. Henry Rollins besitzt einen kleinen Verlag namens 2-13-61, seinem Geburtsdatum. Der Verlag hat zahlreiche CDs, Bücher und DVDs veröffentlicht, sowohl seine eigenen als auch von so namhaften Künstlern wie Henry Miller, Iggy Pop und Nick Cave.

Nimmt man die Bandauftritte und seine zahlreichen Lesungen zusammen, so tritt Rollins ungefähr hundert mal im Jahr irgendwo auf der Welt auf, und das seit 25 Jahren. Er war in mehreren Filmen zu sehen, wie beispielsweise BAD BOYS II (Regie: Michael Bay, 2003) HEAT (Regie: Michael Mann, 1995) oder LOST HIGHWAY (Regie: David Lynch, 1997). Im Auftrag des USO ist er seit kurzem in der Truppenbetreuung aktiv und war bisher in Afghanistan, Kuwait, Honduras und Quatar. Auf 103.1 FM kann man ihn einmal pro Woche im Radio hören, wenn er für den L.A.-Sender seine Show „Harmony In My Head" präsentiert.

 

JAIME KING (Heather Price)

Aufgewachsen in Omaha/Nebraska, tauschte Jaime die ländliche Idylle gegen das schnelle und aufregende Leben in New York. Im zarten Alter von 14 Jahren wurde sie von einem Talent-Scout entdeckt und zog in den Big Apple, um eine Karriere als Model zu beginnen. Sie zierte die Titelbilder internationaler Magazine und machte Anzeigen für Armani, Tommy Hilfiger und Victoria´s Secret. Sie erhielt einen Werbevertrag für Revlon zusammen mit Halle Berry und Julianne Moore und sie moderierte für MTV die Sendung „House of Style", was sie zu einer Popkultur-Ikone machte.

Auch in Hollywood wurde man auf Jaimes Talent aufmerksam und sie erhielt Rollenangebote für PEARL HARBOUR (Regie: Michael Bay, 2001), BLOW (Regie: Ted Demme, 2001) und SLACKERS (Regie: Dewey Nicks, 2002). Mit den Wayans-Brüdern drehte sie WHITE CHICKS (2004), war in BULLETPROOF MONK (Regie: Paul Hunter, 2003) zu sehen und hatte einen Auftritt in SIN CITY (2005) von Robert Rodriguez.

 

DIE FILMEMACHER

KURT MATTILA & MATT CHECKOWSKI (Regie)

Mattila und Checkowski stammen beide aus Boston und begannen ihre Karriere in einer Werbefilmproduktion in Hollywood. Hier entwickelten und produzierten sie nicht nur Werbeclips, sondern auch Titelsequenzen für Kinofilme bis hin zu multimedialen Arrangements für Sportstadien oder anderen großen Veranstaltungen. Zwölf Jahre Erfahrung in diesem Metier machen aus Kurt und Matt Experten, wenn es darum geht emotionale Geschichten innovativ darzustellen.

Kurt Mattila studierte an der Rhode Island School of Design und wurde mit dem Studenten-Oscar für seinen Kurzfilm „Johnny Zero" ausgezeichnet. Zu seinen ersten Aufträgen gehörte unter anderem die Produktion des Kinospots für Luc Bessons JOHANNA VON ORLEANS (1999). Matt Checkowski besuchte die North Carolina State University School of Design und machte sich früh einen Namen mit seiner Fähigkeit klassisches Grafikdesign mit Bewegung und Interaktion zu kombinieren. Besonders lag ihm die Gestaltung von E-Commerce-Plattformen für IBM.

Mattila und Checkowski wurden zu einer Art „Zwei-Mann-Armee" als sie gemeinsam an den „Pre-Cog" Visionen zu MINORITY REPORT (2002) arbeiteten. Ihre Aufgabe war es, Steven Spielbergs düstere, futuristische Vorstellungen exakt umzusetzen. Die beiden Filmemacher hatten zuvor mit einigen Kurzfilm-Beispielen präsentiert, wie sie sich die visuelle Umsetzung der markanten Szenen vorstellen können und bekamen daraufhin von Spielberg den Auftrag. Seite an Seite mit der Crew von MINORITY REPORT drehten und produzierten sie Fragmente, in denen die drei Zeugen ihre hellseherischen Fähigkeiten demonstrieren und damit dem Film seine Wendungen geben und die Handlung bestimmen.

Mit der Arbeit für Steven Spielberg und der nachfolgenden Anerkennung für MINORITY REPORT endete ihre Laufbahn als Musikvideo- und Werbefilmregisseure. Es war Zeit für Neues. Die Vorbereitung für ALIBI beschreiben die beiden als massiven Improvisationsakt, bei dem sie so lange herum diskutierten, bis eine gemeinsame Vorstellung erreicht war. Das diese gemeinschaftliche Auseinandersetzung auch schon bei der Regie stattfindet, kann für den weiteren Verlauf und die Zusammenarbeit bei einer Filmproduktion nur positiv sein, wie die beiden finden. Von Ray Elliots Geschichte, die man auch „Das Leben nach dem Hauptgewinn" nennen könnte, waren sie von Anfang an begeistert.

 

NOAH HAWLEY (Drehbuch)

Zwei Romane hat Autor Noah Hawley bisher veröffentlicht: A Conspiracy Of Tall Men (dt. Die Verschwörung der großen Männer) und Other People’s Weddings (dt. Die Hochzeitsschwindlerin). Kurzgeschichten und Artikel von ihm erschienen in The Paris Review und Wired. Noah Hawley ist in New York geboren und aufgewachsen und lebt momentan in San Francisco. Er ist Mitglied der San Francisco Writer´s Grotto, einem Kollektiv von 21 Schriftstellern und Filmemachern. Weitere Mitglieder sind unter anderem Mary Roach (Die fabelhafte Welt der Leichen) und Ethan Canin (Club der Cäsaren).

Das Skript zu ALIBI ist Noah Hawleys erstes Drehbuch. Es entstand bereits im Jahr 2000 und ist ein Nebenprodukt seines langen Versuches den zweiten Roman zu vollenden. Kurz danach erhielt er von Paramount Pictures den Auftrag, seinen ersten Roman Die Verschwörung der großen Männer zu adaptieren. Auch aus dem zweiten Buch ist unterdessen eine Filmvorlage entstanden. 2003 schrieb er erstmals fürs Fernsehen. Derzeit arbeitet er an „The Takeaway" und „Nowhere Fast", zwei Serien-Konzepten für F/X Network. Außerdem inszenierte er seinen ersten eigenen Kurzfilm mit dem Titel „Beeing Vincent" für Fox Searchlight.

 

PATRICK WACHSBERGER (Produzent)

Patrick Wachsberger ist Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender der Summit Entertainment. Seit er und seine Partner David Garrett und Robert Hayward 1992 die vorherigen Gesellschafter ausbezahlten, ist Summit zu einer der weltweit größten Finanzierungs- und Vertriebsfirmen geworden.

Seit Januar 2003 ist Wachsberger zudem noch im Vorstand der I. S. Film Distribution, einem Gemeinschaftsunternehmen der Intermedia Film. Patrick Wachsberger produziert gerade das Projekt mit dem Arbeitstitel UNTITLED MUSIC HIGH und zeichnet für MR. & MRS. SMITH (Regie: Doug Liman, 2005) als Produzent verantwortlich. Als ausführender Produzent entstanden unter seiner Leitung Filme wie VANILLA SKY (Regie: Cameron Crowe, 2001) mit Tom Cruise, der Teenieschocker WRONG TURN (Regie: Rob Schmidt, 2003), THE LOSS OF SEXUAL INNOCENCE (1999) unter der Regie von Mike Figgis, Shakespeares WAS IHR WOLLT (Regie: Trevor Nunn, 1996) mit Helena Bonham Carter und BAD LIEUTENANT (1992) von Abel Ferrara mit Harvey Keitel in der Hauptrolle. Wachsberger ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.

Vor seiner Tätigkeit für Summit Entertainment war er Geschäftsführer und Vorsitzender von Odyssey Entertainment und Odyssey Distributors, Ltd., einer Firma, die er 1988 gründete. In den sechs Jahren bei Odyssey produzierte er PELLE, DER EROBERER (Regie: Bille August, 1987) mit dem er einen Oscar für den besten ausländischen Film gewann sowie die Goldene Palme in Cannes. Er brachte Emir Kusturicas DIE ZEIT DER ZIGEUNER (1988) auf den Weg. In Kooperation mit Regency Pictures produzierte Wachsberger TÖDLICHE FRAGEN (Q&A, 1990) von Sydney Lumet und SWITCH – DIE FRAU IM MANNE (Regie: Blake Edwards, 1991). Für beide war er auch für den Vertrieb verantwortlich, wie übrigens auch für Ridley Scotts 1492 – DIE EROBERUNG DES PARADIESES (1992).

Seinen Beruf lernte Patrick Wachsberger von der Pike auf. Als Aufnahmeleiter und Regieassistent arbeitete er an mehr als zwanzig Filmproduktionen in Frankreich und Italien. Er drehte ein paar Kurzfilme und zog in die USA, wo er zusammen mit seinem Vater Nat Wachsberger einige Filme produzierte. Zum Beispiel SÖLDNER (Killer Force, 1976) mit Telly Savalas und Peter Fonda oder den Animationsfilm DREI GLORREICHE MUSKETIERE (1974), inszeniert von John Halas.

 

ERIK FEIG (Produzent)

Produzent Erik Feig ist bei Summit Entertainment Geschäftsführer für Produktion & Akquisition. Er kümmert sich um alle firmeneigenen Produktionen, die Co-Produktionen und neue, zukünftige Projekte. Außerdem vertritt er die Interessen von Summit bei den Kunden ihrer Klienten, wie Alcon Entertainment, Intermedia, Beacon Pictures, Mandalay Entertainment, Constantin, Walden Media, Artisan Pictures und Escape Artist.

Bei Summit war Feig bisher unter anderem verantwortlich für die Produktion von MR. & MRS. SMITH (2005) unter der Regie von Doug Liman und für den Horrorthriller WRONG TURN (Regie: Rob Schmidt, 2003). In seiner Funktion als Vertriebsagent zeichnete er für den Verkauf von DOWN IN THE VALLEY (2005) mit Edward Norton und ALEXANDER (2004) unter der Regie von Oliver Stone verantwortlich. Im Durchschnitt produziert Summit pro Jahr zwei bis drei Filme und kümmert sich um den Vertrieb von etwa sechs bis sieben Produktionen jährlich.

Erik begann seine Karriere mit der Produktion der beiden ultimativen Teenie-Horrorfilme ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST (1997) und ICH WEISS NOCH IMMER, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST (1998), sowie der Teenager-Komödie SLACKERS (2002). Nach der Entwicklung zahlreicher Filmprojekte für große Studios und Fernsehsender, schloss er einen Produktionsvertrag mit Artisan – übrigens einem ehemaligen Klienten von Summit, bevor Lions Gate Artisan übernahm. Im Jahr 2001 holte man Feig zu Summit, um sich um alle Filmprojekte der Firma zu kümmern und die eigenen Produktionen zu verstärken.

 

JAMES D. STERN (Produzent)

James D. Stern ist ein alter Hase im Film- und Theatergeschäft. Er ist mal Produzent, mal Regisseur oder Investment Manager. Derzeit produziert er vier Theatershows: Die Broadway-Hits „The Producers" und „Hairspray" (wofür er 2003 einen Tony gewann) sowie „Stomp" und „Little Shop of Horrors". Stern drehte den IMAX-Hit „Michael Jordan to The Max" und inszenierte für HBO den schwarzhumorigen Psycho-Thriller „Rage – Irrsinnige Gewalt". Für letzteren gab es auf dem Filmfestival von Mailand Auszeichnungen für den Besten Film, die Beste Regie und das Beste Drehbuch.

Weitere hochgelobte Broadway-Produktionen von James Stern sind: „Das Tagebuch der Anne Frank" mit Natalie Portman, „Twilight: Los Angeles 1992" von Anna Deveare Smith, „Redwood Curtain" mit Jeff Daniels, das mit dem Laurence Olivier-Award ausgezeichnete Stück „The Weir" sowie die Musicals „The Sound of Music" und „Swing". Andere, von Stern produzierte Stücke sind „Communicating Doors" von Alan Ayckbourn und Alan Zweibels „Bunny Bunny" und „Wild Men".

Er produzierte die erfolgreiche Videoserie „Slam from the Streets" und in Kooperation mit NBA Entertainment führte er neben der Produktion auch Regie bei einem Film über den chinesischen Basketballspieler Yao Ming, mit dem Titel THE YEAR OF THE YAO. Stern hat darüber hinaus eine Investmentfirma namens Stern Joint Venture („SJV").

James D. Stern gründete 2003 Endgame Entertainment in Form eines privaten Aktienfonds. In den wenigen Jahren des Bestehens konnte man bereits einige Filmprojekte auf den Weg bringen, wie zum Beispiel HAROLD UND KUMAR (2004) oder HOTEL RUANDA (2005). Auch der John Madden Film DER BEWEIS – LIEBE ZWISCHEN GENIE UND WAHNSINN (Proof, 2005) mit Gwyneth Paltrow und Jake Gyllenhaal entstand durch Endgame und dem Engagement James Sterns.

Er besitzt ein B.A. der Universität von Michigan und ein M.B.A. der Columbia Universität in New York. James Stern lebt mit seiner Frau, der Schriftstellerin Kathryn Stern, in Los Angeles und hat zwei Kinder. Er ist Miteigentümer der Chicago Bulls.

 

ADRIENNE BIDDLE (Co-Produzentin)

Die Vizepräsidentin der Abteilung Produktion & Akquisition bei Summit Entertainment, Adrienne Biddle, ist seit 2003 mit an Bord. Unter ihrer Mitarbeit entstanden Filme wie MR. & MRS. SMITH (Regie: Doug Liman, 2005), WRONG TURN (Regie: Rob Schmidt, 2003), und DOT THE I (Regie: Matthew Parkhill, 2003). Davor war sie vier Jahre bei Jersey Films tätig, wo sie für die Produktionen ERIN BROKOVICH (Regie: Steven Soderbergh, 2000), THE CAVEMAN’S VALENTINE (Regie: Kasi Lemmons, 2001 und Milos Formans DER MONDMANN (Man on the Moon, 1999) mitverantwortlich war.

Angefangen hatte bei Biddle alles mit einem Wirtschaftstudium und der Idee im weiten Feld „Internationale Beziehungen" Karriere zu machen. Doch die Büroarbeit war ihr zu langweilig und sie versuchte sich stattdessen in der Unterhaltungsindustrie. Sie wirkte bei einer Independentfilmproduktion mit und verlegte ihren Wohnsitz daraufhin von Washington D.C. nach Los Angeles. Sie belegte einen Kurs an der USC und absolvierte währenddessen ein Praktikum bei New Line Cinema. Stacy Sher von Jersey Films engagierte sie als ihre Assistentin und nach ihrem erfolgreichen Abschluss des Kursprogramms wurde sie fest angestellt.

Bei Summit arbeitet sie derzeit an einer Reihe von Projekten, darunter einem Sci-Fi-Action-Thriller mit dem Titel COUNTDOWN, dem Horrorfilm BLACK SABBATH, THE FAT MAN, einer düsteren Charakterstudie, der Komödie TIME TRAVEL FOR DUMMIES und einem Thriller mit dem Arbeitstitel THE WATCHER.

 

ENRIQUE CHEDIAK (Kamera)

Zuletzt filmte Enrique Chediak DOWN IN THE VALLEY (2005) mit Edward Norton unter der Regie von David Jacobson und für Regisseur Sebastián Cordero CRÓNICAS (2004), in dem unter anderem John Leguizamo mitspielt. Er war der Kameramann für Michael Mayer bei A HOME AT THE END OF THE WORLD (2004) und für Rick Famuyiwa bei BROWN SUGAR (2002). Für die HBO-Produktion „Infamous" war Chediak ebenfalls für die bildhafte Umsetzung verantwortlich und auch hier spielte John Leguizamo nicht nur die Hauptrolle, er führte auch Regie.

Weitere Filme, bei denen Enrique Chediak hinter der Kamera stand, sind THE GOOD GIRL von Miguel Arteta, der erstmals auf dem Sundance Festival 2003 zu sehen war und Jennifer Aniston die Hauptrolle spielt. THE SAFETY OF OBJECTS mit Glenn Close und Dermot Mulroney hatte beim Toronto Film Festival 2001 Premiere. Ebenso filmte Chediak für Spike Lees Produktionsgesellschaft Forty Acres and A Mule den Film 3 A.M. (2001) und für Rigas Entertainment SONGCATCHER, beide waren 2001 Teilnehmer am Sundance Film Festival. Für HURRICANE STREETS gewann er 1997 beim Sundance Festival den Preis für „Best Cinematography". Morgan J. Freeman wurde dafür ebenfalls für die beste Regie ausgezeichnet und der Film erhielt den begehrten Publikumspreis.

Enrique Chediak wurde in Quito/Ecuador geboren, studierte Fotografie in Madrid und Kommunikation in Santiago de Chile. Anschließend zog er nach New York, um dort 1992 auf die Filmschule zu gehen. Er gewann mit seinem Kurzfilm beim First Run-Festival der NYU den Preis für die beste Kamera und etliche weitere Auszeichnungen.

 

JERRY FLEMING (Ausstattung)

Geboren 1962 in Texas, absolvierte Jerry Fleming an der University of Texas in Austin sein Filmstudium. Er zog nach New York und wurde irgendwann dem Regisseur Robert Altman empfohlen, der ihn für die HBO-Serie „Tanner ’88" engagierte. Als der Produktionsdesigner Stephen Altman während der Dreharbeiten zurück nach Paris ging, übernahm Fleming seinen Job und beendete die Serie. Nach dieser Feuertaufe sprang er zwischen der Arbeit an Werbespots und Filmproduktionen hin und her. Gemeinsam mit Stephen Altman arbeitete er gemeinsam für dessen Stiefbruder Robert an SHORT CUTS (1993) und THE PLAYER (1992). Mit David Wasco arbeitete er als Art Director für Wes Andersons BOTTLE ROCKET (1996).

Seine erste eigenständige Arbeit als Produktionsdesigner war 1995 für den Kinofilm LIVE NUDE GIRLS. Ihm folgten unter anderem PERMANENT MIDNIGHT (1998), DER ZUCKERSÜSSE TOD (Jawbreaker, 1999), THE BIG BRASS RING (1999), ALL THE RAGE (1999), GEFÜHLE, DIE MAN SIEHT (Things You Can Tell Just by Looking at Her, 2000) sowie eine fünfteilige Reihe für HBO/CINEMAX mit dem Titel „Creature Features". Zuletzt war er für das Szenenbild von BREAKIN’ ALL THE RULES (2004) mit Jamie Foxx, HAVOC (2005) mit Anne Hathaway und RISE (2006) mit Lucy Liu in der Hauptrolle verantwortlich.

 

CHRISTOPHER LAWRENCE (Kostüme)

Zu den jüngsten Arbeiten von Christopher Lawrence gehören die Produktionen von CELLULAR (2004) mit Kim Basinger, 11:14 (2003) mit Hilary Swank und Barbara Hershey, sowie S.W.A.T. (2003) mit Samuel L. Jackson und Colin Farrell.

Bevor er als Kostümbildner selbständig wurde, arbeitete er mit einigen der besten Regisseure zusammen, darunter Tony Scott (DER STAATSFEIND NR. 1, 1998), Phillip Noyce (THE SAINT, 1997), James Cameron (TERMINATOR 2 3-D, 1996), James L. Brooks (I’LL DO ANYTHING, 1994), Curtis Hanson (AM WILDEN FLUSS, 1994), Blake Edwards (SWITCH – DIE FRAU IM MANNE, 1991), Mel Brooks (DAS LEBEN STINKT, 1991), Barry Levinson (BUGSY, 1991), Cameron Crowe (SAY ANYTHING, 1989) und Gary Marshall (BEACHES – FREUNDINNEN, 1988).

Für Michael Manns INSIDER (1999) war Lawrence ebenfalls mitverantwortlich für das Kostümbild und arbeitete ein weiteres Mal für den Piloten der TV-Serie „Robbery Homicide Division" mit Mann zusammen. Er stattete für Alan Cumming und Jennifer Jason Lee deren Regiedebüt THE ANNIVERSARY PARTY (2001) aus, sowie BUBBLE BOY (2001) mit Jake Gyllenhaal und SHOWTIME (2002) mit Robert De Niro und Eddie Murphy.

 

ALEXANDRE DESPLAT (Musik)

In Paris geboren, begann der Sohn eines griechischen Vaters und einer französischen Mutter im Alter von sechs Jahren Klavier zu spielen. Mit acht lernte Alexandre Desplat Trompete und mit zehn Flöte. Er studierte mit Claude Ballif am Pariser Konservatorium und besuchte Workshops von Yannis Xenakis. Neben klassischen Musikauftritten steht er unter anderem als Flötist mit dem Brasilianer Carlinhos Brown oder dem afrikanischen Sänger Ray Lema auf der Bühne. Desplat beherrscht zudem Salsa, Jazz und Bossa Nova. Seine erste Filmmusik schrieb er 1986, für die Bühne komponierte er beispielsweise im Auftrag von Philippe Genty und André Engel für die Comédie Française. Am Royal College of Music und an der Sorbonne unterrichtet er Filmmusik.

Alexandre Desplat hat für eine stattliche Anzahl namhafter Regisseure gearbeitet, darunter Jonathan Glazer, Patrice Leconte, Peter Webber, Jacques Audiard, Lasse Hallström und Francis Girod. Er schrieb Songs für Kate Beckinsale, Charlotte Gainsbourg, John Hurt, Michael Gambon, Michael Lonsdale und Valérie Lemercier. Zu seinen letzten Arbeiten zählen u.a. die Filmmusik zu SYRIANA von Steven Gaghan, AN DEINER SCHULTER (The Upside of Anger) von Mike Binder und CASANOVA von Lasse Hallström.

Zweimal war er für einen César nominiert, erstmals 1997 für UN HÉROS TRÈS DISCRET mit Mathieu Kassovitz in der Hauptrolle und 2002 für SUR MES LÈVRES mit Vincent Cassel in der Hauptrolle. Beide Filme wurden inszeniert von Jacques Audiard. Im Jahr 2004 war er mit DAS MÄDCHEN MIT DEM PERLENOHRRING für die Golden Globes, die BAFTAs und den Europäischen Filmpreis nominiert. 2005 erhielt er den Silbernen Bären der Berlinale für die Musik zu DER WILDE SCHLAG MEINES HERZENS. Insgesamt hat Desplat bisher über sechzig Filmmusiken komponiert.

 

 


    
                                                                                                                           91 Min

„Ich habe versucht dich zu erreichen, wo warst du?", „Wieso kommst du so spät?" – Fragen, auf die einem notorischen Fremdgeher bald die Antworten ausgehen. Doch zum Glück gibt es Ray Elliot (Steve Coogan) und seinen Alibi-Service. Ein Anruf genügt, und er verschafft jedem seiner Klienten die perfekte Ausrede. Sein Geschäft boomt! Das Leben des Zynikers Ray könnte so angenehm sein, wäre da nicht Wendell Hatch (James Marsden), der verwöhnte Sohn von Rays bestem Kunden. Der junge Mann bringt kurz vor seiner Hochzeit beim Liebesspiel versehentlich seine Geliebte um. Plötzlich ist Ray mitschuldig an einem Mord und wird von Kleinstadt-Polizisten, einem eifersüchtigen Chauffeur (John Leguziamo) und einem eleganten Auftragskiller (Sam Elliott) gejagt, der sich „Der Mormone" nennt. Doch da ist auch noch Lola (Rebecca Romijn), Rays neue verführerische Assistentin, die ebenso schnell spricht wie sie handelt. Mit ihrer Hilfe muss er den Geniestreich vollbringen, seinen Namen für immer von allen Betrügereien rein zu waschen und sich selbst das wichtigste Alibi seiner Karriere zu verschaffen.

NOTIZ

In der stilvollen Film Noir-Thrillerkomödie ALIBI dreht sich alles ums Fremdgehen. Jeder will es, viele tun es, doch niemand weiß es. Mit der genialen Idee daraus ein Geschäft zu machen und professioneller Alibi-Vermittler zu werden, ist den Filmemachern eine wunderbar vielschichtige und kurzweilige Unterhaltung gelungen. Kurt Mattila und Matt Checkowski geben mit dem cool inszenierten Genre-Mix ihr Regiedebüt. Ihre innovative visuelle Ausdrucksweise wurde schon von Steven Spielberg geadelt, der das Team für seinen Sci-Fi-Thriller MINORITY REPORT (2002) engagierte.

Die beiden Co-Regisseure inszenierten die zahlreichen Handlungsstränge in einem schicken postmodernen Los Angeles, in dem sie klassische Film Noir-Bestandteile mit zeitgemäßen Elementen kombinierten. Beeindruckend ist das Ensemble, das sich für ALIBI vor der Kamera versammelt. Neben dem britischen Schauspieler Steve Coogan (IN 80 TAGEN UM DIE WELT) und Ex-Model Rebecca Romijn (X-MEN, FEMME FATALE) spielen unter anderem James Brolin, John Leguizamo, James Marsden, Selma Blair, Sam Elliott, Debi Mazar und Deborah Kara Unger. Sie alle machen aus ALIBI eine spannende und höchst originelle Scharade über das Laster mit der Liebe.

 

INHALT



 


 
 

Surftipps: User, die hier waren, besuchten übrigens auch diese Seiten:

 
 

Meinungen zu "Alibi Filmtipp"