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Sherlock Holmes Film Trailer

FSK Film: Dieser Film hat die FSK Freigabe 12 Jahre
Länge: 128 Min | Kinostart: 28.01.2010 | DVD/BD: 10.05.2010 (DVD&Blu-Ray) | ©  Warner Bros. Pictures | Action
 

Originaltitel: Sherlock Holmes

  |  Mit: Robert Downey Jr., Jude Law
 
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Sherlock Holmes

 
 

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Zweiter Trailer zum Film
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Noch ein US Trailer

Die Story zu Sherlock Holmes Film Trailer:
Arthur Conan Doyles berühmteste Figuren kehren in einer dynamischen Kinoversion auf die Leinwand zurück: In „Sherlock Holmes“ muss der gefeierte Detektiv mit seinem unerschütterlichen Partner Watson einen äußerst kniffligen Fall lösen. Holmes beweist dabei, dass er seine Kampftechniken ebenso tödlich einzusetzen weiß wie seinen legendären Verstand: In einem beispiellosen Duell nimmt er es mit einem neuen Erzfeind auf, um dessen mörderisches Komplott aufzudecken und das gesamte Land vor dem sicheren Untergang zu bewahren. Das geheimnisvolle Action-Abenteuer „Sherlock Holmes“ inszeniert der renommierte Filmemacher Guy Ritchie für Warner Bros. Pictures und Village Roadshow Pictures. Robert Downey Jr. leiht dem sagenhaften Detektiv seine Gestalt, und Jude Law spielt Holmes’ zuverlässigen Kollegen Watson, der Sherlock Holmes als Arzt und Kriegsveteran tatkräftig unterstützt. Rachel McAdams spielt Irene Adler, die einzige Frau, die den Detektiv je übertroffen hat – seitdem verbindet die beiden eine stürmische Beziehung. Mark Strong ist als ihr undurchsichtiger neuen Widersacher Blackwood zu sehen, und Kelly Reilly übernimmt die Rolle von Watsons Freundin Mary.

Schauspieler:
Robert Downey Jr., Jude Law, Rachel McAdams, Mark Strong, Kelly Reilly

Hintergrund:
Seit vielen Generationen steht der Name Sherlock Holmes für die Fähigkeit, über das Offensichtliche hinauszusehen und die Wahrheit in einem Labyrinth der Täuschungen aufzuspüren. Sir Arthur Conan Doyle hat den genialen Detektiv Ende des 19. Jahrhunderts erfunden: Durch eine Reihe von Geschichten und Romanen entwickelte er sich zu einer der nachhaltigsten Ikonen der Popkultur. Seine Abenteuer gehören zu den meistgelesenen der englischen Literatur.

Technikinfos:
Ton: Dolby Digital, DTS, SDDS


 

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EINE ZEITLOSE FIGUR IN EINEM VÖLLIG NEUEN ABENTEUER

„Verbrechen sind üblich. Logik ist selten.“

Seit vielen Generationen steht der Name Sherlock Holmes für die Fähigkeit, über das Offensichtliche hinauszusehen und die Wahrheit in einem Labyrinth der Täuschungen aufzuspüren. Sir Arthur Conan Doyle hat den genialen Detektiv Ende des 19. Jahrhunderts erfunden: Durch eine Reihe von Geschichten und Romanen entwickelte er sich zu einer der nachhaltigsten Ikonen der Popkultur. Seine Abenteuer gehören zu den meistgelesenen der englischen Literatur.

„Er war wahrscheinlich der erste Superheld, ein intellektueller Superheld“, stellt Robert Downey Jr. fest – der Oscar-Kandidat spielt in „Sherlock Holmes“ die Titelrolle. „Er war und ist wahrscheinlich heute noch eine der bekanntesten Figuren der Welt – das ging so weit, dass die Leute glaubten, er habe tatsächlich existiert. Je genauer man die Bücher von Arthur Conan Doyle studiert, desto deutlicher erkennt man, was für ein vielschichtiger Charakter Sherlock Holmes ist. Er hat sehr weit reichende Fähigkeiten: Er spielt Geige, beherrscht Martial Arts und den Kampf mit Stöcken, ist Boxer und weiß das Schwert zu führen. Seine ausgeprägte Ethik treibt ihn an, den Guten beim Kampf gegen die Bösen zu helfen – deshalb hat er sein Leben der Tätigkeit als beratender Detektiv gewidmet. Er tut das nicht, um mit seinem Genie anzugeben oder den anderen mit seinen Schlussfolgerungen immer um eine Nasenlänge voraus zu sein; vielmehr ist er ein Kreuzritter.“

In diesem Sinne machten sich die Darsteller und Filmemacher von „Sherlock Holmes“ daran, tiefer in Conan Doyles vier Romane und 56 eigenständige Geschichten vorzudringen und Holmes’ Wesen zu analysieren. „Wir haben versucht, ihn auf seine Ursprünge zurückzuführen – so wie wir sie verstehen –, also zu einer Figur, die eher aus dem Bauch heraus handelt“, sagt Regisseur Guy Ritchie, der schon als Kind ein Holmes-Fan war. „Das berücksichtigen wir dabei, und wir machen ihn auch pfiffiger. Er interessiert sich für Chemie, Martial Arts, die menschliche Existenz an sich. Dennoch fühlt er sich auch in allen Bereichen der englischen Gesellschaft zu Hause, die ungeheuer komplex ist. Doch damals wie heute war und ist Sherlock Holmes einzigartig – er ist wirklich mit niemandem sonst vergleichbar. Das ist wohl auch der Grund, warum er immer noch so anziehend wirkt. Und obwohl wir unsere Geschichte im London der 1890er-Jahre ansiedeln, haben wir uns bemüht, sie so modern wie möglich zu gestalten.“

„Dieser Film zeigt Holmes von einer Seite, die relativ unbekannt ist, aber unglaublich viele filmische Möglichkeiten bietet und der Figur und Conan Doyles Abenteuergeschichten durchaus gerecht wird“, fügt Produzent Joel Silver hinzu. „Die bisherigen Verfilmungen von Sherlock Holmes haben den Geschichten eher eine Film-noir-Atmosphäre verliehen, aber im Grunde handelte es sich um Action-Romane. Tatsächlich ist Holmes ein Action-Mann der 1890er-Jahre, der mit seiner Kombinationsgabe und seinem Verstand seine gesamte Umwelt übertrifft – Scotland Yard eingeschlossen.“

Das Drehbuch zu „Sherlock Holmes“ schrieben Michael Robert Johnson und Anthony Peckham und Simon Kinberg nach einer Orginalstory von Lionel Wigram und Michael Robert Johnson. Wigram, der den Film auch produziert hat, wurde schon als Kind zum Holmes-Fan, als er die Geschichten las. „Als ich dann Produzent wurde, habe ich alle Storys noch einmal gelesen, und mir fiel auf, dass man Sherlock aus einer neuen Perspektive betrachten kann“, sagt er. „Zunächst habe ich einen Comic gezeichnet, mit dem ich im Grunde zeigen wollte, wie cool Sherlock sein kann und wie viel Spaß das bringt. Aber es ging mir auch um seine Menschlichkeit, um seine Schwächen und die Probleme, die sich aus seiner Genialität ergeben. Diese Figur ist heute genauso modern wie zu der Zeit, als sie erfunden wurde.“

Wigram unterhielt sich mit Mitgliedern der Baker Street Irregulars, einer Gruppe von Holmes-Experten aus aller Welt, die sich einmal im Jahr in New York treffen, um Erkenntnisse und Ideen auszutauschen und über ihren Helden zu diskutieren. „Wenn man sie kennen lernt, wird man schnell sehr demütig“, erinnert sich Wigram. „Ich hielt mich selbst ja für einen Fan, der sich mit Holmes auskennt, aber mit dem Fachwissen dieser Leute kann ich überhaupt nicht mithalten. Sie haben unseren Film in jeder Phase voll unterstützt, was für mich eine große Beruhigung war. Les Klinger, einer der Kuratoren der Irregulars und anerkannter Sherlock-Fachmann, hat uns sogar in Bezug auf die Sprache und sachliche Details beraten.“

Die Filmemacher hoffen „Sherlock Holmes“ zu einem Filmerlebnis zu machen, das ähnliche Begeisterung auslöst wie die Originalvorlagen. „Wir merkten, dass wir mit der heutigen Technik die Möglichkeit haben, allen Aspekten der Geschichte gerecht zu werden, wenn wir sie zum Leben erwecken“, sagt Produzentin Susan Downey. „Eine ganze Generation kennt von Sherlock Holmes nämlich nicht viel mehr als seinen Namen. Dann gibt es aber auch langjährige Fans, die auf seinen Deerstalker-Hut und den Spruch ‚Elementar, mein lieber Watson‘ warten, die allerdings in unserem Film nicht vorkommen. Dennoch versuchen wir dem Originalstoff gerechter zu werden, indem wir die Action der Geschichten betonen. So können wir alle Aspekte der gesamten Bandbreite dieses Phänomens auf die Leinwand bringen.“

„Das war eindeutig ein Abenteuer – genau wie die Geschichten selbst, als ich sie zum ersten Mal las“, fügt Jude Law hinzu, der John Watson spielt. „Nach wie vor geht es um Holmes’ messerscharfen Verstand, die Intrigen, die Wissenschaft und die Spannung der Originalgeschichten, aber wir zeigen auch die Prügeleien und das Chaos, das ebenso originalgetreu aus den Romanen übernommen wird. Ich hoffe wirklich, dass die Conan-Doyle-Fans ihren Spaß daran haben, denn ich bin selbst ein großer Fan und respektiere die Vorlagen. Ich bin überzeugt, dass wir ihnen gerecht werden, und gleichzeitig eröffnen wir unseren Figuren neue Dimensionen, wie es sie bisher nicht zu sehen gab. Auf geniale Weise betont Guy Ritchie die physische Seite der Handlung – mit unglaublichem Gespür sorgt er für einen gleich bleibend hohen Energiepegel.“

Silver bestätigt das: „Obwohl der Film im viktorianischen Zeitalter spielt, behandelt Guy den Stoff einfühlsam, trendig und originell, verleiht ihm all die dramatischen Ebenen eines Krimis, um dann unerwartet Action und Humor hinzuzufügen: Sie machen ‚Sherlock Holmes‘ zu einem mitreißenden und unglaublich lustigen Kinoerlebnis.“

FREUNDE & FEINDE:
BESETZUNG UND FIGUREN IN „SHERLOCK HOLMES“


„Mr. Holmes, Sie müssen Ihre Perspektive erweitern. Ich fürchte, Sie unterschätzen

die Bedeutung der kommenden Ereignisse. Denn Sie und ich werden eine Reise unternehmen, die die Natur buchstäblich aus den Angeln heben wird.“

„Sherlock Holmes“ spielt im London des Jahres 1890, als die Stadt noch der Mittelpunkt der Welt zu sein schien: Neue Techniken ermöglichten den Fortschritt der Menschheit, in rasantem Tempo ersetzten neue Erfindungen das Hergebrachte. „Mit Begeisterung stürzte man sich auf die kommenden Technologien, man konnte noch staunen“, stellt Robert Downey Jr. fest. „Dies ist die Schwelle eines faszinierenden Zeitalters.“

Aber neben den prestigeträchtigen Hochglanzprojekten ist das London der 1890er-Jahre auch ein Morast, in dem alle kriminellen Elemente der damaligen Gesellschaft versickern … dadurch wird die Stadt zum idealen Betätigungsfeld für Sherlock Holmes. Downey weiter: „Die Stadt ist ungeheuer faszinierend, aber auch gefährlich – und Holmes kennt sie wie seine Westentasche. Er hat das Gefühl, den Feind auf seinem ureigenen Terrain zu stellen. Und er weiß ganz genau, mit wem er es zu tun hat.“

Für Guy Ritchie war Downey als Titelheld der Schlüssel seiner neuen Interpretation von „Sherlock Holmes“. „Ich halte Robert für den perfekten Holmes“, sagt der Regisseur. „Er ist zwar Amerikaner, beherrscht den englischen Akzent aber vollkommen – er wirkt einfach international. Auch Robert ist auf seine Art ein Genie. Er ist äußerst smart und schlagfertig – es gelingt ihm ohne Schwierigkeiten, eine Figur wie Holmes zu verkörpern, ohne dass das künstlich oder aufgesetzt wirken würde.“

Produzentin Susan Downey stimmt ihm zu: „Holmes’ Redegewandtheit, seine Wortwahl, seine Sprache liegen Robert quasi im Blut. Aber die Rolle in unserem Film fordert ihn besonders auch körperlich. Mit bloßen Fäusten bestreitet Holmes Boxkämpfe, und er beherrscht die Martial Arts, die Robert seit sechs Jahren praktiziert. Es lag also wirklich nahe, Robert als Holmes zu besetzen.“

Holmes’ ungewöhnliche Schrullen und sein verhaltener Idealismus schlugen in dem Schauspieler eine besondere Saite an: „Er ist ein Archetyp. Er wirkt fast wie ein Mönch: Er hat ein klares Ziel vor Augen, seine Moral wird durch seine Entschlossenheit und seine Taten bestätigt. Wenn er sich einmal nicht durch eine kreative Aufgabe inspiriert oder motiviert fühlt, kann er in einen Zustand verfallen, in dem er drei Tage lang kaum ein Wort spricht. Doch wenn er gefordert wird, mobilisiert er ungeheure Energieströme, die fast übermenschlich sind. Er sagt: ‚Nichts regt mich mehr an als ein Fall, bei dem alles schief läuft.‘ Und das Besondere an ihm ist letztlich seine leidenschaftliche Neugier und seine Fähigkeit, nicht nur die Augen aufzumachen sondern die Details auch richtig zu interpretieren.“

Doch Holmes wäre nicht Holmes, hätte er nicht Watson an seiner Seite, der ihm den Weg ebnet und als treuer Freund unterstützt. Wie bei Holmes hatten die Filmemacher das Gefühl, dass Dr. Watson in den Büchern viel dynamischer wirkt als in den bisherigen Kino- und TV-Verfilmungen. „Watson wurde manchmal als eine Art tollpatschiger Trottel dargestellt, der sich deutlich von Holmes’ überragendem Genie absetzt“, sagt Ritchie. „Dabei ist das gar nicht so. Watson spielt eine viel bedeutendere Rolle. Die beiden sind ein echtes Team.“

In „Sherlock Holmes“ könnte Watson gar nicht tougher sein. „Als Kriegsveteran ist er gerade aus dem afghanischen Krieg zurückgekehrt, er wurde verwundet und hat einiges aushalten müssen“, berichtet Wigram. „Er ist gut gebaut, stark, weiß sich zu bewegen. Er ist zwar nicht ein irres Genie wie Holmes, aber doch sehr clever.“

In mancher Hinsicht war die Besetzung des Dr. Watson durch Jude Law genauso entscheidend wie Downey als Holmes. „Sobald wir Jude besetzt hatten, konnten wir uns überhaupt nicht mehr vorstellen, dass jemand anderer den Watson spielt“, sagt Ritchie. „Ich wollte einen attraktiven Watson: Er soll keineswegs unterwürfig oder zweitklassig sein, sondern ebenfalls ein Held, der Holmes auf Augenhöhe begegnet. Ich bin überzeugt, dass Conan Doyle sich diese Art Beziehung vorgestellt hat.“

Jude Law hatte die Geschichten über Holmes und Watson schon als Kind gelesen und wunderte sich entsprechend, wie wenig von Watsons Potenzial bisher ausgeschöpft worden ist: „Er hat einen grausigen Krieg mitgemacht, hat schreckliche Dinge erlebt und körperlich gelitten. Aufgrund dieser militärischen Erfahrungen wollte ich ihn etwas formeller, als Vollprofi darstellen, während Holmes eher unkonventionell, exzentrisch und amateurhaft auftritt. Und Watson läuft ihm durchaus nicht trottelig hinterher, er springt genauso mitten ins Geschehen und rennt Holmes manchmal sogar voraus.“

Watson begleitet Holmes nicht nur bei seinen Ermittlungen, sondern ist auch der Erzähler der Sherlock-Holmes-Geschichten. „Ohne Watson gäbe es keinen Holmes, denn Holmes redet nie über das, was er tut. Doch Watson ist immer an seiner Seite“, sagt Downey.

„Watson war immer und bleibt auch jetzt das Auge des Zuschauers: Mit ihm beobachten wir, wie dieser große Mann die verknäuelten Indizien entwirrt“, erklärt Law. „Watson packt zwar bei den gemeinsamen Fällen durchaus mit an, aber er schaut auch staunend zu, wenn Holmes loslegt und sein unglaubliches fotografisches Gedächtnis benutzt oder aufschlüsselt, was sich wie zugetragen hat.“

Ihre Freundschaft spielt sowohl bei der Arbeit als auch im Privatleben eine wichtige Rolle. „Sie sind sich sehr nah, und wir zeigen, wodurch das deutlich wird“, stellt Ritchie fest. „Das ist sehr humorvoll, doch es gibt auch Eifersucht, vor allem aber aufrichtige Zuneigung in dieser Partnerschaft. Sie ergänzen einander: Holmes ist das kreative Genie, Watson der Besonnenere, Diszipliniertere der beiden.“

Gleich als Downey und Law sich kennen lernten, begannen die beiden Schauspieler ihre intensive Zusammenarbeit, die sich in ihren Darstellungen niederschlägt. „Robert und Jude sind gute Freunde geworden“, sagt Silver. „Man spürt auf der Leinwand deutlich, wie gut sie harmonieren. Fast telepathisch stellen sie eine Übereinstimmung her und erreichen so eine Dynamik, die ihre Partnerschaft trägt.“

„Jude ist sehr intelligent und liebt unseren Beruf“, fügt Downey hinzu. „Sofort als wir uns erstmals begegneten, entwickelten wir Ideen und warfen uns gegenseitig die Bälle zu. Wir haben dieselbe Wellenlänge, und die ist ziemlich exzentrisch. Er hat sich voll im Griff, und er ist immer bereit, sich der Situation anzupassen und auf die anderen zu reagieren. Wir haben wirklich als Team gearbeitet, um den Figuren und ihrer Freundschaft gerecht zu werden.“

„Im Grunde ging es mir darum – und das wünschten sich Guy und Robert von mir –, dass ich sozusagen das Yin dem Yang von Holmes gegenüberstelle“, kommentiert Law. „Robert und ich diskutierten lange darüber, wie wir unsere Figuren so ergänzen können, dass sie gemeinsam eine perfekte Einheit bilden. Viele Beschreibungen der beiden in den Büchern machen deutlich, dass sie gemeinsam unschlagbar sind, weil sie sich gegenseitig bedingungslos unterstützen und in ihrer Freundschaft fest verwurzelt sind. Oft wirkt das auch unglaublich komisch, denn Holmes’ Macken bringen Watson manchmal auf die Palme und umgekehrt.“

In jedem Fall ist Holmes mit seiner meisterlichen, detektivischen Nase sowohl Verbündeter als auch Widersacher von Scotland Yard und dessen verantwortlichen Inspector Lestrade, den Eddie Marsan darstellt. „Lestrade ist Staatsbeamter und hält sich an die Regeln – ist also genau das Gegenteil von Holmes“, sagt Marsan. „Sie arbeiten zusammen, aber das fällt ihnen oft sehr schwer. Doch zu Lestrades Zeit wimmelt es in London von Kriminellen, und wenn er auch von Holmes’ Methoden nichts hält, will er die Fälle natürlich lösen und die Verbrecher einlochen, und in der Regel hilft ihm Holmes dabei.“

„Holmes ist sich seiner exzentrischen Methoden durchaus bewusst – es ist also höchst unwahrscheinlich, dass jemand zu ähnlichen Ergebnissen kommen könnte“, bemerkt Downey. „Ich denke, dass er darauf sehr stolz ist. Darauf beruht sein Selbstwertgefühl – er bemüht sich wirklich sehr. Er will dem Gemeinwohl dienen.“

Doch die erfolgreiche Partnerschaft zwischen Holmes und Watson wird überraschend auf die Probe gestellt, als Watson sich in Mary Morstan (Kelly Reilly) verliebt und sie heiraten will. „Mary liebt Watson sehr, und sie bewundert Holmes, der sich von ihr aber irgendwie bedroht fühlt“, sagt Reilly. „Er ist überzeugt, dass Watson nach seiner Hochzeit wegziehen und damit die Partnerschaft gefährden wird … und damit könnte er Recht haben.“

Holmes ist erschüttert, denn Watson ist fest entschlossen, mit Mary ein neues Leben zu beginnen. „Holmes versteht nicht, warum Watson den derzeitigen Zustand überhaupt jemals ändern wollte“, sagt Susan Downey. „Im Verlauf der Handlung begreifen wir, warum sie einander brauchen. Watson stellt für Holmes den Ausgleich dar. In mancher Hinsicht vermittelt er zwischen Holmes und dem Rest der Welt.“

„Holmes ist ein Eremit und konzentriert sich ganz auf seine detektivische Arbeit“, sagt Wigram. „Er glaubt nicht an die Liebe, weil sie seine Arbeit beeinträchtigen könnte. Er hält nichts von der Ehe oder sonst übliche Beziehungen zu Frauen – dazu ist er zu unkonventionell.“

Doch die Ausnahme der Regel heißt Irene Adler. Die Amerikanerin aus New Jersey reist viel und ist in ihrer Unverfrorenheit ihrer Zeit weit voraus. Selbst mit den Gesetzen nimmt sie es nicht sehr genau. Irene taucht in den Sherlock-Holmes-Geschichten zwar nicht oft auf, spielte aber eine sehr denkwürdige Rolle in Conan Doyles Kurzgeschichte „A Scandal in Bohemia“ (Skandal in Böhmen) als die einzige Frau, die Holmes jemals übertroffen hat. „Ich stellte sie mir als eine Art Geheimagentin vor, die Männer verführt und bestiehlt – ganz wie Mata Hari“, kommentiert Wigram. „Ich fand die Idee toll, sie in die Geschichte einzuführen, um Holmes’ Herz zu brechen und ihm richtig zuzusetzen.“

Die Rolle von Holmes’ großer Liebe und Achillesferse besetzten die Filmemacher mit Rachel McAdams. „Rachel überzeugte mich als die ideale Irene“, sagt Ritchie. „Sie spielt sie mit einer fantastisch harmlosen Fassade, hinter der sich eine Schlange mit höllischen Absichten verbirgt. Man kann ihr wirklich nicht trauen: Sie lächelt sogar noch, wenn sie jemandem das Messer an die Kehle drückt. Ihre Sanftmut ist eine Maske, die sie einsetzt, um sich in dieser Männerwelt zu behaupten.“

„Irene hat etwas Geheimnisvolles – es machte also Spaß, dieses Unwägbare Schicht für Schicht zu ergründen“, berichtet McAdams. „Irenes Beziehung zu Holmes ist völlig unberechenbar und unorthodox, eine Gratwanderung zwischen Liebe und Misstrauen. Sie hat schon viele Leben gelebt und konzentriert sich immer ganz auf die Gegenwart. Tatsächlich lebt sie wie ein Mann, und das war in jener Zeit äußerst ungewöhnlich. Ich musste also den Mittelweg zwischen ihrer femininen Eleganz und ihrer rücksichtslosen, gefährlichen Natur finden.“

Während Irene Holmes ablenkt, stellt sie für ihn gleichzeitig ein Puzzle dar, das sich durchaus mit seinen Profi-Fällen vergleichen lässt. Und der Profi in ihm muss sich voll und ganz auf Lord Blackwood konzentrieren. Blackwoods ursprüngliche Verbrechen – offensichtliche Ritualmorde an jungen Frauen – haben Holmes kaum herausgefordert, doch Blackwoods augenscheinliche „Auferstehung“ von den Toten ist für Holmes ein perfekter Fall.

Mithilfe des Spiritualismus stilisiert sich Blackwood selbst zu einem mächtigen Herrn der Finsternis, der die Mächte des Bösen einsetzen will, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. „Im späten Viktorianismus interessierte man sich intensiv für das Spirituelle“, kommentiert Wigram. „Zu jener Zeit gab es Leute wie Aleister Crowley und Rasputin, die sich dem Okkulten verschrieben und es blendend verstanden, den Menschen einzureden, dass sie über die Kräfte aus dem Jenseits gebieten konnten. Holmes findet es außerordentlich spannend, jemanden wie Blackwood zu entlarven.“

„Lord Blackwood bildet einen wunderbar obskuren, bösen Gegenpol zu Holmes“, sagt Mark Strong, der die Blackwood-Rolle übernimmt. „Er dilettiert im Bereich des Okkulten und redet den Leuten ein, dass er von den Toten auferstehen kann. Dadurch versetzt er London in Angst und Schrecken – die Leute glauben, dass er ein übernatürliches Wesen ist. Gleichzeitig ist er als Erfinder seiner Zeit voraus. Dadurch ergibt sich für Holmes ein interessantes Dilemma, denn er ist Wissenschaftler und Pragmatiker. Ich möchte Blackwood als geheimnisvolle Figur präsentieren, von der größte Gefahr ausgeht. Denn es gibt Gründe für seine furchtbaren Taten. Ich hoffe, dass ich ihn als würdigen Gegner für Holmes darstelle.“

„Sherlock Holmes“ ist bereits Ritchies dritter Film mit Strong – die beiden haben zuvor „Revolver“ (Revolver) und „RocknRolla“ (RocknRolla) gemeinsam gedreht. Ritchie wusste genau, dass der Schauspieler Blackwood die nötige Präsenz verleiht, um den Detektiv ernsthaft herauszufordern. „Mark ist ein fantastisches Chamäleon“, sagt der Regisseur. „Er gehört zu den wenigen Schauspielern, die einen ansonsten ziemlich theatralischen Satz durchaus überzeugend sprechen können, und genau das ist die Voraussetzung für Blackwood, der sehr dramatisch und imposant auftritt.“

Obwohl Blackwood den Mantel des Übernatürlichen über die Ereignisse deckt, „irrt sich Holmes trotz seiner Logik jedes Mal, denn er ist überzeugt: Je merkwürdiger etwas wirkt, desto einfacher muss es zu erklären sein“, sagt Downey. „Er glaubt, dass Blackwoods Taten wissenschaftlich erklärt werden können. Er sagt: ‚Man sollte nie eine Theorie entwickeln, bevor man nicht Daten gesammelt hat. Denn sonst verdreht man die Fakten, um sie der Theorie anzupassen. Dabei sollte es umgekehrt sein.‘ Aufgrund solch klarer Argumentation setzt sich Holmes von jedermann ab – vielleicht ist er der einzige Mensch auf der Welt, der Blackwood aufhalten kann.“

DAS ERSTE ANGRIFFSZIEL:
DIE ACTION IN „SHERLOCK HOLMES“

„Es ist sehr wichtig für mich, jemanden an meiner Seite zu wissen, auf den ich mich
voll und ganz verlassen kann.“

Im Film wie in den Büchern bewähren sich Holmes und Watson in handfesten Auseinandersetzungen, und ihre Fähigkeiten werden immer wieder auf die Probe gestellt. Holmes ist in den Martial Arts versiert, eine Fertigkeit, die er mit dem Hauptdarsteller und mit dem Regisseur von „Sherlock Holmes“ gemeinsam hat, denn auch Downey und Ritchie praktizieren Martial Arts seit etlichen Jahren. Gemeinsam entwickelten sie Holmes’ ganz persönlichen Kampfstil. „Doyle nennt es in den Romanen Baritsu, was aus dem Jujitsu-Hybrid des 19. Jahrhunderts mit dem richtigen Namen Bartitsu entstand. Entwickelt hat ihn Edward William Barton-Wright“, erklärt Downey. „Guy hat sich persönlich für Jujitsu entschieden. Ich praktiziere Wing Chun Kung Fu. Daraus entwickelten wir für unseren Film eine eigene Kombination von Martial-Arts-Stilen.“

Holmes ist zwar bekannt dafür, in Ausübung seines Berufs Gegner höchst effizient zu neutralisieren, aber er lässt andererseits auch gern Dampf im Boxring ab: Er trainiert in einem von Arbeitern frequentierten Pub namens Punch Bowl. Hier, vor einem ungehobelten Publikum, stellt sich Holmes einem riesigen Boxer namens McMurdo, der von David Garrick dargestellt wird. Die beiden liefern sich einen brutalen Kampf mit bloßen Fäusten, und der Detektiv kann beweisen, über welch erstaunliche Körperkräfte er verfügt.

„Nur im Boxring, in dem mit bloßen Fäusten gekämpft wird, schaltet Holmes einmal seinen Verstand ab“, sagt Downey. „Dennoch überlegt er auch in dieser Situation: ‚Wie kann ich den Kampf gewinnen?‘ Aber seine sonstigen aktuellen Probleme blendet er aus. Menschliche Beziehungen spielen in diesem Moment keine Rolle. Es geht nur um ihn und seinen Gegner.“

„Im Punch Bowl trainiert Holmes, er leistet sich Fehler und probiert Techniken aus, um übermächtige Gegner zu überwinden“, kommentiert der Kampf-Berater Eric Oram, der seit Jahren mit Downey Wing Chun Kung Fu trainiert und dem Schauspieler bei der Vorbereitung auf die Kampfsequenzen half. „In der ersten Hälfte des Kampfes setzt er seine Kraft nur minimal ein. Erst als sein Gegner sich unfair verhält, will er ihm eine Lektion erteilen.“

Auch Watson kann sich in einer Schlägerei behaupten – nicht weil ihm das gefällt, sondern weil er keine Wahl hat. Entsprechend prügelt er im Vergleich zu Holmes’ elegantem Kampfstil einfach drauf los. „Watson ist es gewohnt, im Nahkampf sein Leben zu verteidigen“, bestätigt Downey. „Sein Stil ist viel offener, aber durchaus nicht weniger effektiv als Holmes’ Methode. Tatsächlich denkt Holmes oft viel zu lange über die beste Schlussfolgerung nach, während Watson mit allem um sich schlägt, was ihm unter die Finger kommt.“

„Watson ist ein Kriegsveteran – er ist es gewohnt, aus der Situation heraus zu reagieren“, sagt Stunt Coordinator Franklin Henson. „Wie in einer Straßenschlägerei kann er wild austeilen, und er setzt alles ein – Kopf, Knie oder Ellbogen –, um seinen Gegner zu überwältigen.“

An den Kampfszenen hatte Law besonders viel Spaß: „Wenn man sich in Guys Hände begibt, der ein ganz besonders filmisches Auge hat, ist klar, dass die Kampfszenen ungewöhnlich werden. Er denkt sich immer neue Wege aus, um die Hintergründe des Kampfes ins Bild zu bringen, und er weiß ganz genau, was er will. Das bringt richtig Spaß.“

Kameramann Philippe Rousselot setzte die Kamera und die Beleuchtung ein, um die Kämpfe möglichst körperlich und unmittelbar zu gestalten. „Guy gestaltet den Film so, als ob die Zuschauer mitten im Geschehen wären“, berichtet Rousselot. „Ein gutes Beispiel dafür ist der Kampf im Punch Bowl. Er legte größten Wert auf jedes Detail, vom kleinsten Schweißtropfen bis zur körperlichen Reaktion des Widersachers auf jeden Treffer, aber auch auf die Bewegungen und Balgereien in der Zuschauermenge.“

Ritchie setzt diese Sequenzen auch ein, um Holmes’ Gedanken während des Kampfes zu analysieren. Er und Rousselot benutzten bei diesen blitzartigen Momentaufnahmen eine digitale Hochgeschwindigkeitskamera namens Phantom, mit der man extreme Zeitlupeneffekte erzielen kann. „Das Phantom kann eine Sekunde bis zu 40, 50 Sekunden ausdehnen“, sagt der Regisseur. „Die Kamera speichert in kürzester Zeit sehr viele Bildinformationen – die perfekte Methode, um zu illustrieren, wie Holmes’ Verstand arbeitet. Er kann ungeheuer viel Information in den Bruchteil einer Sekunde komprimieren.“

Bei einer entscheidenden Action-Sequenz auf einem mehrere Stockwerke hohen Set, für das Teile der Tower Bridge nachgebaut wurden, probte Ritchie unter Anleitung von Oram, Henson und Kampf-Coordinator Richard R. Ryan sehr ausführlich mit den Darstellern. „Wir haben sehr intensiv mit dem vielköpfigen Stunt-Team gearbeitet“, stellt Co-Produzent Steve Clark-Hall fest. „Roberts Fähigkeiten waren bekannt, er versteht wirklich etwas davon, und wir konnten seine Fertigkeiten wirklich gut zur Geltung bringen. Derart intensive Action wie in diesen Stunt-Sequenzen erfordert sehr genaue Abstimmung im Team.“

Um die chaotischen Kämpfe in diesen Szenen wirkungsvoll zu gestalten, bemühte sich Ritchie um eine Mischung aus einstudierten Bewegungen und Spontaneität: „Vom kreativen Konzept her wollte ich den Film möglichst realitätsnah und schnörkellos strukturieren – die Szenen sollen also nicht choreografiert aussehen. Wir haben alles vorher abgesprochen, aber wir achteten darauf, dass auch noch Platz für Improvisationen blieb. Allzu perfekt soll es nicht wirken.“

Diese Einstellung gefiel Rachel McAdams, die in der Tower-Bridge-Sequenz umfangreiche Stunts zu absolvieren hat. „Guy legt auf das Chaos wert, um diese fantastische Welt möglichst wahrhaftig zu zeigen“, sagt sie. „Man ist immer wieder versucht, sich viel zu kultiviert zu verhalten, wenn man es mit dieser Epoche zu tun hat, doch Guy sorgte dafür, dass es auch rau, ungehobelt und modern zugeht. Durch die Filmarbeit mit Guy habe ich gelernt, mich sehr schnell und präzise zu bewegen, dabei aber immer offen und flexibel zu bleiben.“

Natürlich spielt auch der Humor eine wichtige Rolle und ist in allen Action-Szenen spürbar. „Lockere und ernste Momente müssen sich unbedingt abwechseln“, weiß Ritchie. „Während also die lustigen Momente im Verlauf immer lustiger werden, werden die düsteren Momente auch immer düsterer.“

VON BAKER STREET NR. 221B BIS AUF DIE SPITZE DER TOWER BRIDGE:
SO SETZT SICH SHERLOCK HOLMES’ LONDON ZUSAMMEN

„Ist dir klar, dass es sich hier um die erste Kombination von Hänge- und Klappbrücke
handelt? Was für ein industrielles Imperium!“

Sherlock Holmes’ London sollen die Zuschauer quasi anfassen können – deshalb zeigt Guy Ritchie die Stadt am Scheideweg zwischen der Vergangenheit und dem beginnenden neuen Zeitalter – eine riesige, düstere Metropole, in der sich kühne neue Gebäude gegen die alten durchsetzen. „London war das Zentrum der industriellen Revolution – Enthusiasmus und kreative Energie versetzten die Stadt regelrecht in Schwingungen“, berichtet Ritchie. „Die Tower Bridge wurde gerade gebaut – eine der vielen äußerst ehrgeizigen Vorhaben der Viktorianer.“

„Der Film zeigt das britische Imperium auf dem Höhepunkt seiner Macht“, fügt Robert Downey Jr. hinzu. „Man hat das Gefühl, den Zenit des modernen Zeitalters erreicht zu haben – das Interesse an den neuen technischen Entwicklungen ist ungeheuer.“

Für alle Filmabteilungen gab es die Vorgabe: Das Design sollte sich möglichst authentisch an der damaligen Realität orientieren, aber gleichzeitig einen neuen, originellen Blick auf Holmes’ Welt ermöglichen. „Das ist der Schlüssel zu diesem Film“, sagt Kostümdesignerin Jenny Beavan. „Ich wurde angewiesen, den berüchtigten Deerstalker-Hut wegzulassen, der das Markenzeichen des alten Holmes darstellt.“ Sie weist darauf hin, dass Conan Doyle diesen Hut gar nicht erwähnt, vielmehr taucht er erstmals in einer frühen Illustration einer der Geschichten auf. „Unser Holmes wirkt zerknittert und ungepflegt. Man hat das Gefühl, dass er seine Kleidung achtlos auf die Erde wirft, wenn er sie nicht mehr braucht, und wenn er sich wieder anzieht, dann sucht er sich das aus einem Haufen zusammen. Ein Beispiel: Bei dem Essen mit Watson und dessen Verlobten trägt Holmes einen Smoking, aber Hemd und Krawatte sitzen nicht ganz so, wie es sich gehört. Seine Kleidung wirkt ein bisschen so, als ob sie aus einem Secondhand-Laden stammt.“

„Aus den Büchern wissen wir und auch im Film erleben wir, dass Holmes sich manchmal wochenlang in seiner Wohnung verkriecht, auf dem Sofa liegt und gar nichts tut“, kommentiert Wigram. „In einer solchen Situation wird er wohl nicht gerade gepflegt aussehen. Er ist eine Art Bohemien. Wir gestalten seine Garderobe also unkonventionell und romantisch. Wir stellten uns vor, dass er sich eher wie ein Maler oder Dichter und nicht wie ein Geschäftsmann oder Gentleman jener Zeit kleidet – ich hatte die Rolling Stones in ihrer viktorianischen Phase vor Augen“, grinst sie.

In auffälligem Kontrast zu Holmes kleidet sich Watson untadelig und schick, makellos und sehr elegant. Als ehemaliger Soldat, der vor Kurzem aus dem Krieg in Afghanistan zurückgekehrt ist, lässt seine Kleidung auf seinen Militärdienst schließen. „Dicker Harris-Tweed lässt Watson sehr solide wirken – er steht mit beiden Beinen auf der Erde“, sagt Beavan. „Seine Anzüge mit Weste sind von Braun- und Blautönen geprägt, und er trägt einen kantigen Bowler, der angemessen männlich wirkt und sehr gut zu Watson passt.“

Auch bei Irene Adlers Kostümen geht es um die Details. Beavan benutzte authentische Vorlagen aus dem 19. Jahrhundert, um sie dann mit einer besonderen Note zu versehen: „Der Schnitt und die Muster entsprechen der damaligen Zeit, aber ich beschloss, durch die Farbe starke Akzente zu setzen – auffälliges Rosa und Blau –, um sie besonders hervorzuheben.“

In anderen Szenen trägt Irene verhaltene Farben, zum Beispiel ein blaues Kostüm mit schwarzer Spitzenbluse in den Punch-Bowl-Szenen und ein praktisches Donegal-Tweed-Kleid, als sie flieht. Irenes Kleider bestehen aus Duchess-Satin, der zu sehr ausdrucksstarken Rüschen geformt wird, und seidigem Samt. Beavans erfindungsreichste Kreation für Irene ist der Mantel mit Schlitz, der Platz für die Turnüre (Gesäßpolster) ihres Kleides lässt, und langen Ärmeln, in denen sie ihre Waffen verbergen kann. Sie trägt auch verschiedene Hüte, darunter zwei kleine Bowler.

Um auch Irenes sanftere Seite sowie ihren internationalen Stil zur Geltung zu bringen, gestaltete Beavan einen wunderschönen Seiden-Kimono in Lila- und Goldtönen. „Glücklicherweise fand ich den perfekten Stoff in meiner eigenen Werkstatt“, erinnert sie sich. „Es handelt sich um Seidendamast mit einem leichten Blumenmuster. Besonders ansprechend wurde der Stoff, als wir ihn einfärbten und das Muster sehr viel stärker zur Geltung kam.“

Irene Adler (Rachel McAdams) und Mary Morstan (Kelly Reilly) tragen nicht einfach nur Schmuckimitationen, sondern seltene, unschätzbare Juwelen, die von Martin Travis von der Firma Symbolic & Chase in der Old Bond Street in London zur Verfügung gestellt wurden. Diese Stücke wurden aus der privaten Kollektion ausgewählt, zum Beispiel ein 47-karätiger raffinierter, gelber Diamant, den Irene laut Drehbuch einem Prinz gestohlen hat; Irenes Spinell-Diamant-Anhänger aus dem 19. Jahrhundert; und Marys Diamantenhalsband aus dem 19. Jahrhundert, von dem Holmes korrekt annimmt, dass sie es von ihrem Arbeitgeber ausgeliehen hat.

„Die Kostüme sind phänomenal“, berichtet McAdams. „Es ist wunderbar, all die Details zu bestaunen, mit denen sich auch einige Fragen in Bezug auf meine Rolle beantworten lassen. Mir wurde dadurch deutlich, welchen Schmuck Irene trägt und welches Parfüm sie benutzt. Allein die Kleider sind wunderschön. Ganz erstaunlich, wie viel Arbeit und Energie Leute investierten, um sie herzustellen.“

Auch Produktionsdesignerin Sarah Greenwood variierte die üblichen Darstellungen des viktorianischen Englands, um Ritchies Vorstellungen gerecht zu werden. „Wir machen einen lustigen, intuitiven, temporeichen und dynamischen Film“, sagt sie. „Von Anfang an war die Vorgabe, diese Elemente bei allen Entwürfen mit zu bedenken.“

Greenwood schuf mit ihrem Team einen Look für die Sets, der absolut authentisch wirkt. „Holmes allein ist schon exzentrisch genug – er braucht keine fantastische Umgebung“, sagt sie. „Unter dieser Voraussetzung konnten wir das Design ein wenig abändern. Es geht doch darum, die damalige Epoche einzufangen und das Milieu als Unterstützung der Story einzusetzen.“

Die größte Herausforderung für das Produktions-Design-Team bestand in der gewaltigen Bandbreite des Films. „Wir wechseln aus der Gosse zur Erhabenheit des Parlamentsgebäudes, von den Werften auf den Chatham Docks in gruselige Grüfte und in Holmes’ intime Privatgemächer“, berichtet Greenwood.

Diese ungeheure Bandbreite bewältigte man durch die Verwendung von Originalschauplätzen, durch besonders für den Film eingerichtete Sets in Großbritannien und im Computer generierte Bilder. Dann wechselte das Team nach New York City, um im Studio die Szenen auf den größeren Innensets des Films zu drehen.

„Guy ist es gewohnt, an Originalschauplätzen zu filmen, und gestaltet das sehr effektiv“, sagt Clark-Hall. „Es bringt eine Menge, wenn man draußen dreht. Aber es ist in vieler Hinsicht auch komplizierter, weil man die Locations absperren muss etc. Doch was die Größe und Dimension der Schauplätze angeht, gewinnt man ungeheuer viel, vor allem, wenn es sich um eine Metropole wie London mit ihrer überall präsenten historischen Dimension handelt.“

Die Filmemacher drehten an Schauplätzen in London, Liverpool und Manchester, um das London wieder auferstehen zu lassen, wie es Ende des 19. Jahrhunderts ausgesehen hat. „Das war reichlich kompliziert, weil Sarah sich großräumige Schauplätze am Themse-Ufer, in der Altstadt und am Parlament wünschte. Das erwies sich als sehr schwierig, weil es dort zu viele moderne Gebäude gibt“, erinnert sich Clark-Hall. „Deshalb drehten wir neben London auch in Liverpool und Manchester, und in der Kombination der Details gelang es uns, unser viktorianisches London zu schaffen.“

„Die Locations dieses Films sind wirklich bemerkenswert“, stellt Law fest. „Ich bin hier aufgewachsen, aber wir haben in Vierteln gearbeitet, die ich überhaupt nicht kenne – ausgesprochen schöne viktorianische und edwardianische Ecken mit Kopfsteinpflaster in London, Manchester und Liverpool. Ich habe im Laufe der Dreharbeiten sehr viel Neues über meine Heimat erfahren.“

Im Film bewegen sich Holmes und Watson durch alle Ebenen der Londoner Gesellschaft – von den schmutzigen Industriegebieten bis zur formalen Pracht. Der Film beginnt in den dunklen Winkeln der Kirche St. Bartholomew the Great aus dem 12. Jahrhundert, wo Holmes und Watson den bösen Blackwood stellen, um den brutalen Ritualmord an einer jungen Frau zu verhindern. Weitere berühmte britische Gebäude in diesem Film sind St. Paul’s Cathedral; der Reform-Club, einer der ältesten und berühmtesten Privatclubs der Stadt (in dem Conan Doyle sogar Mitglied war); das alte Marine-College in Greenwich; Somerset House mit Blick über die Themse; und der Brompton-Friedhof in Kensington, wo der einzige Zeuge von Blackwoods Auferstehung seine bestürzende Aussage macht.

Eine der aufwändigsten Sequenzen – die Verfolgungsjagd durch ein in Betrieb befindliches Schlachthaus des 19. Jahrhunderts – findet in einem nicht mehr verwendeten Lagerhaus im Londoner East End statt, wo Greenwood mit ihrem Team ein überzeugendes, brutales Labyrinth aus beweglichen Maschinen aufbaute. Das gesamte Set wird geprägt von Messern, Sägen und riesigen Haken, die an Ketten von der Decke hängen.

Im Zuge ihrer Ermittlungen geraten Holmes und Watson in ein provisorisches Labor, wo Blackwoods Mitarbeiter Luke Reordan, gespielt von Oran Gurel, geniale und seltsame Experimente durchführt. Ein Gebäude in den Londoner Spitalfields wurde in eine sichtbare Ausformung von Reordans abartiger Psyche verwandelt: Gekritzelte Anmerkungen und lateinische und hebräische Bibelzitate sind an die Wände gepinnt, Kruzifixe und heidnische Amulette hängen von der Decke, überall liegen sezierte Frösche und Ratten herum.

„Das Chaos in Reordans Labor hat zwar einen methodischen Sinn, aber nur jemand wie Holmes kann ihn entdecken“, sagt Greenwood. „Ich wollte vermeiden, dass das Labor zu fantastisch wirkt – es soll nicht wie eine Idee von Jules Verne aussehen. Es ging uns darum, alles so realistisch wie nur möglich zu gestalten.“

Eine ausgedehnte Kampf- und Verfolgungssequenz beginnt in Reordans Labor und wird auf der anliegenden Werft fortgesetzt, wo gerade ein riesiges Schiff gebaut wird. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung bekommen es Holmes und Watson mit Blackwoods hünenhaftem Helfershelfer Dredger zu tun, der von dem Schauspieler und Profi-Wrestler Robert Maillet gespielt wird.

Dieses große Set wurde auf den Chatham Historical Docks am Stadtrand von London gebaut. Das Bauteam konstruierte die linke Seite des originalgroßen Schiffs, das 70 Meter lang und fünf Meter hoch war, wobei der fünf Meter lange Mittelteil sogar eine Höhe von zehn Metern hatte. In der Endfertigung wurde das Schiff mithilfe von Computereffekten noch weiter erhöht.

Zur Anfertigung der Bauteile waren fünf Wochen nötig, und weitere fünf Wochen brauchte das Team, um sie am Chatham-Set zusammenzusetzen. Dabei arbeitete Greenwoods Team eng mit der Abteilung für Spezialeffekte zusammen, denn es ging darum, zusammenbrechende Laufstege, ruckelnde Plattformen und hölzerne Balken mit Sollbruchstellen für die Dreharbeiten gleich mit einzuplanen.

Nach Abschluss der Dreharbeiten in Großbritannien reiste das Team über den Atlantik, um in den Studiohallen der Marcy Avenue Armory in Williamsburg/Brooklyn/New York weiterzuarbeiten. In dieser riesigen Halle entstanden drei wichtige Sets: der Dachboden über der Punch Bowl, die Innenräume von Sherlock Holmes’ Wohnung in der Baker Street Nr. 221B sowie ein Teil der berühmten Londoner Tower Bridge, wie sie in der Bauphase 1890 aussah.

Der Dachboden über der Bar Punch Bowl, wo Holmes an Boxkämpfen mit bloßen Fäusten teilnimmt, ist eng und schmutzig – hier meditiert Holmes, während er versucht, dem Geheimnis von Lord Blackwood auf die Spur zu kommen. Greenwood überlegte zusammen mit dem Regisseur, welche Art Bilder Holmes’ Beschäftigung mit Blackwoods Spiritualismus illustrieren könnten. „Der Symbolismus spielt eine große Rolle, viele Bilder beziehen sich auf den Tempel der Vier Orden, jene Geheimsekte, die Blackwood für sein Komplott instrumentalisiert“, erklärt sie.

Ein weiteres bedeutendes Set sind Holmes’ Privatgemächer in der Baker Street 221B – sie gehören zu der Wohnung, die er sich mit Watson und der gemeinsamen Haushälterin Mrs. Hudson (Geraldine James) teilt. „Der Raum gehört Mrs. Hudson und wurde vor 20 oder 30 Jahren eingerichtet, wirkt also etwas schäbig und zerschlissen, seit Holmes eingezogen ist“, berichtet Greenwood. „Er entspricht daher durchaus nicht einem üblichen viktorianischen Salon – im Gegenteil. Holmes hat sich dort eingenistet und ihn völlig verkommen lassen.“

Zeitgenössische Möbel, Vorhänge und viele Einrichtungsgegenstände, die man auf Flohmärkten, in Antiquitätenläden und Leihhäusern fand, wurden von England nach New York verschifft, um die Räume der Wohnung in der Baker Street einzurichten. „Alle Requisiten haben wir aus England mitgebracht, weil sich der britische Viktorianismus deutlich vom amerikanischen Viktorianismus unterscheidet“, sagt die Innenausstatterin Katie Spencer. „Dieser ganz besondere Stil ist nur noch schwer zu finden.“

Das chaotische Durcheinander der Wohnung entspricht Conan Doyles Beschreibung von Holmes’ schlecht organisierten Gewohnheiten, aber auch dem genialen, komplexen Verstand des Detektivs. „Alle Gegenstände erinnern an seine Reisen, seine Neugier auf menschliche Befindlichkeiten, menschliche Anatomie, Chemie, Fotografie … praktisch alles, was einen Mann wie Holmes interessieren könnte“, erklärt Ritchie.

Bücher mit Eselsohren, Zeitungen, orientalische Gemälde und Teppiche, unbezahlte Rechnungen, Landkarten von Großbritannien, Anatomiezeichnungen, ein Tigerfell als Vorleger, halb gegessene und dann vergessene Mahlzeiten finden sich in Holmes’ Privatgemächern – ganz zu schweigen von Watsons recht tolerantem Hund Gladstone. Entsprechend seinem Beruf finden sich dort auch Perücken, Schnurrbärte und falsche Nasen für seine Verkleidungen, außerdem ein gepolsterter Pfosten, an dem Holmes seine Martial-Arts-Übungen macht.

„Das sind nur Kleinigkeiten, aber für ihn sind sie sehr wichtig“, erklärt Downey. „Erst durch diese Details fühle ich mich auf diesem Set richtig wohl. Zu seinem Beruf gehört es nun mal, dass er viel Zeit allein verbringt, aber wenn er nicht angeregt wird, empfindet er das schlimmer als den Tod. Also bietet die Baker Street hoffentlich alles, was ihn davon abhält, sich zu Tode zu langweilen.“

„Es war wunderbar, mit einem Schauspieler wie Robert zusammenzuarbeiten, denn ihm bedeutet dieses Ambiente sehr viel – er verwendet die Requisiten, wie wir uns nie hätten träumen lassen“, sagt Katie Spencer. „Robert legte größten Wert darauf, dass es für die Anwesenheit jedes Requisits auch eine Begründung gibt – reine Dekoration wäre ihm zu wenig gewesen.“

Greenwood, Spencer und das Ausstattungsteam brachten auch zahlreiche „Ostereier“ auf dem Set unter, die Sherlock-Holmes-Fans aus den Geschichten von Conan Doyle wiedererkennen werden, zum Beispiel den Zitronensaft, den Holmes für seine Geheimschrift verwendet, ein Diorama mit Bienenstöcken unter einer Glasglocke und einen Bereich für seine phrenologischen Studien, denn die gebildeten Stände interessierten sich damals sehr für das Studium von Schädelformen. „Es gibt in diesem Film jede Menge Hinweise auf Doyle“, sagt Robert Downey Jr. „Der ganze Film ist davon geprägt, nicht nur die Ausstattung, sondern auch das Drehbuch.“

Watsons Praxis befindet sich ebenfalls in der Baker Street und wurde als Studioset gebaut: Im Gegensatz zu Holmes’ Räumen herrscht dort Ordnung, die Arztdiplome hängen an den Wänden neben Patriziergemälden, Kerzenhaltern in Form von Schwertern, und die medizinische Ausstattung ist sauber aufgereiht.

Nicht alle Studiosets stellen Innenräume dar. Das mit Abstand größte Set war der Schauplatz der Kampfsequenz auf dem Höhepunkt des Films: die Tower Bridge. Heute zählt sie zu den Wahrzeichen von London. Den Namen erhielt sie vom Londoner Tower, der sich am nördlichen Ende der fast 250 Meter langen Brücke befindet und auch das Design der beiden 60 Meter hohen Brückenpfeiler beeinflusst hat. 1890 befand sich die Tower Bridge noch im Bau, die Stahlkonstruktion und Laufstege waren noch ganz den Elementen ausgesetzt, was der abschließenden Auseinandersetzung im Film einen faszinierenden und unberechenbaren Schauplatz verschafft.

Das Tower-Bridge-Set wurde vor einer Greenscreen errichtet, mit deren Hilfe man später durch visuelle Effekte das Panorama der Stadt und der Themse des Jahres 1890 einfügen konnte. „Mithilfe der modernen Technik können wir dem damaligen London im Film sogar eine Hauptrolle geben“, sagt Wigram. „Die Umgebung wirkt ganz real. Mit unserem hervorragenden Team haben wir hoffentlich ein historisches London geschaffen, wie es so noch nie auf der Leinwand zu sehen war.“

„Guy kennt sich in London bestens aus, was auch bedeutet, dass er sich nicht allzu sklavisch an die Vorgaben hält“, berichtet Mark Strong. „Der Film spielt zwar zu einer genau definierten Zeit, aber Guy zeigt seine eigene Sicht der Stadt und verleiht ihr damit eine ungeheure Dynamik. Es war absolut genial, Sherlock Holmes mit Guy Ritchie zusammenzubringen. Guy bringt sehr viel Originalität und Energie in diese Mischung ein.“

Das letzte fehlende Element war Hans Zimmers Musik, die die dramatische Handlung, die Verspieltheit, Action und Intrigen untermalt. „Es ist wirklich ein Vergnügen, mit Guy zusammenzuarbeiten, um die unterschiedlichen Tonlagen in den Lebensbereichen von Holmes und Watson zu gestalten – vom Parlamentsgebäude über den Boxring bis zu den düsteren Grüften unterhalb einer Kathedrale“, kommentiert Zimmer, der erstmals einen Score für Ritchie schreibt. „Die Story ist sehr vielschichtig, stellt viele Figuren vor, sodass wir musikalisch eine große Bandbreite von Themen in den Film einbringen können.“

Dazu Ritchie: „Hans und ich haben weit gehend übereinstimmende Ansichten über den neuen Ansatz in unserer Filmmusik. Die Musik entwickelt eine Eigendynamik und spielt im kreativen Prozess eine wichtige Rolle. So gelingt es uns, ‚Sherlock Holmes‘ eine moderne Atmosphäre zu geben.“

Und Silver sagt abschließend: „Uns geht es darum, einen Film zu machen, der die Holmes-Fans anspricht und den abenteuerlichen Holmes-Stil auch einer neuen Generation nahe bringt. Und ich finde, das ist in allen Bereichen hervorragend gelungen. Das wird ein fantastischer, wilder Spaß.“


 

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