VG Wort Zählpixel

Das Bildnis Des Dorian Gray Film Trailer

Länge: 118 Min | Kinostart: 15.04.2010 | DVD/BD: 19.08.2010 (DVD&BluRay) | ©  Concorde | 
 
 
Festhalten! Unser Player wird geladen...
Trailer

Trailer
Das Bildnis Des Dorian Gray Film Trailer

Rogue One

Rogue One
 VIDEO-TIPP

Nocturnal Animals

Nocturnal Animals
 VIDEO-TIPP

 
 

Das Bildnis Des Dorian Gray Film Trailer: Infos & Links


US Trailer zum Film
Ausschnitte 1
Ausschnitte 2
Blick hinter die Kulissen
Interviews mit den Stars


Die Story zu Das Bildnis Des Dorian Gray Film Trailer:
Der ebenso gut aussehende wie unerfahrene Dorian Gray kommt gegen Ende des 19. Jahrhunderts in London an. Dort steht er dem Maler Basil Hallward Modell, der Dorians beeindruckende Schönheit und Jugendlichkeit in einem Portrait dauerhaft festhalten will. Unter den Fittichen des charismatischen Lord Henry Wotton findet Dorian schnell Gefallen an den hedonistischen Freuden der gehobenen Großstadt-Gesellschaft und lernt, dass sein Aussehen ihm alle Türen öffnet. So wundert es nicht, dass, kaum ist das Bild enthüllt, Dorian ein gedankenloses Versprechen äußert: Seine Seele würde er dafür geben, dass nicht er, sondern das Gemälde altert! Dorians Wunsch wird Wirklichkeit: Während er sich ohne jegliche äußerer Konsequenzen hemmungslosem Vergnügen und verbotenen Begierden hingibt, wird sein gemaltes Abbild mit jeder begangenen Sünde hässlicher und grauenerregender. Um sein dunkles Geheimnis zu bewahren, geht Dorian bis zum Äußersten. Jahre später quälen ihn die Geister der Vergangenheit mehr denn je. Als er sich in die junge Emily verliebt, schöpft er wieder Hoffnung auf Erlösung...

Schauspieler:
Ben Barnes, Colin Firth, Rachel Hurd-Wood, Emilia Fox, Rebecca Hall, Ben Chaplin, Caroline Goodall

Hintergrund:
Regisseur Oliver Parker adaptiert mit Das Bildnis Des Dorian Gray zum dritten Mal einen Klassiker von Oscar Wilde. Ohne dem legendären Roman des irischen Schriftstellers untreu zu werden, hat Parker die schaurig-schöne Geschichte einer kunstvollen Modernisierung unterzogen, die seinen Film zu einer ebenso furchteinflößenden wie eleganten Sternstunde des britischen Kinos macht. Mindestens so sehr wie durch die beeindruckenden Londoner Schauplätze und raffinierten Kostüme glänzt Das Bildnis Des Dorian Gray dabei durch seine herausragende Besetzung.

Technikinfos:
Bildformat: 1,85:1; Ton: Dolby SRD


 

Surftipps: User, die hier waren, besuchten übrigens auch diese Seiten:

Die Entstehung des Films

„Nachdem ich bereits zwei Oscar Wilde-Verfilmungen gedreht hatte, stand mir eigentlich nicht der Sinn danach, mich dauerhaft in diese Schublade stecken zu lassen“, erinnert sich Regisseur Oliver Parker. „Aber ich liebe einfach seinen Roman ‚Das Bildnis des Dorian Gray’. Als Barnaby Thompson irgendwann die Idee einer neuen Adaption hatte, wollte ich deswegen zumindest die Aufgaben eines Koproduzenten übernehmen. Aber es dauerte eine Weile, bis das Drehbuch zustande kam und in der Zwischenzeit hatte ich die Gelegenheit, ein paar vollkommen andere Filme zu drehen. Allmählich kam ich dadurch wieder auf den Geschmack und konnte mir erneut vorstellen, eine Wilde-Geschichte zu verfilmen. Außerdem konnte ich natürlich nicht zulassen, dass irgendjemand anderes das Buch in die Hände bekommt!“

Parker und Produzent Barnaby Thompson kennen sich bereits „seit Ewigkeiten“, wie letzterer scherzt. Und fast genauso lange drehen die beiden gemeinsam Filme. „Einen Film zu machen ist eine ziemlich anstrengende, langwierige Sache. Wenn man mit jemandem zusammenarbeitet, den man richtig gut kennt, wird es allerdings sehr viel einfacher. Man ist dann sehr viel freier und entspannter im Umgang miteinander“, erklärt Thompson. „Olly kommt vom Theater, das ist seine große Stärke. Und weil er früher selbst auf der Bühne stand, kann er extrem gut mit Schauspielern umgehen. Ich dagegen habe vor allem ein Gespür für Unterhaltung und lege Wert darauf, jeden Film zu einem echten Event fürs Publikum zu machen. Wir gehen die Sache von unterschiedlichen, klar definierten Gesichtspunkten an, was zu ausgesprochen produktiven Reibereien führen kann.“

Im Falle von DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY entschied sich Parker, den Roman nicht selbst zu adaptieren: „Wenn man das Drehbuch schreibt und Regie führt, fühlt man oft eine extreme Verantwortung gegenüber den Worten der Vorlage. Vor allem bei einem solchen Klassiker! Mir erschien es effektiver, eng mit einem Autor zusammenzuarbeiten, um frischere, filmreife Dialoge zu finden.“ So kam der aufstrebende Autor Toby Finlay mit an Bord. „Toby hatte großen Einfluss auf den Ton des Films“, betont Parker. „Er hat der Geschichte seinen ganz eigenen Stempel aufgedrückt.“ Finlay war den Filmemachern von Sophie Meyer empfohlen worden, die bei Ealing Studios die Abteilung für Stoffentwicklung leitet. Sie hatte einige seiner Arbeiten gelesen und war überzeugt davon, dass die Zusammenarbeit einen Versuch wert sei. „Sie hatte den richtigen Riecher, denn Toby ging die Sache mit sehr viel Elan an. Er schreibt sehr intuitiv und emotional“, freut sich der Regisseur. „Durch sein Zutun erwachte das Drehbuch endlich zum Leben. Er hatte überhaupt keine Hemmungen, immer noch weiter daran zu feilen und es zu verbessern.“

„Was ich besonders reizvoll an diesem Projekt fand, war die Tatsache, dass es nicht so starr einer bestimmten Struktur zu folgen hatte, wie das oft der Fall ist, wenn die Vorlage ein Theaterstück ist“, fährt Parker fort. „Diese Geschichte bot jede Menge Möglichkeiten, sie auszubauen und zu ergänzen, was eine sehr befreiende Erfahrung war.“

„Ich halte den Roman auch heute noch für sehr zeitgemäß, denn seine Fragestellung, wie es wäre wenn man ohne Konsequenzen alles tun dürfte, ist immer relevant“, ergänzt Thompson. „Damit kann jeder etwas anfangen, denn wir alle haben gelernt, dass es eigentlich richtig und falsch gibt – und dass wir dafür bezahlen müssen, wenn wir etwas Falsches tun.“

„Die erste Person, an die ich bei der Geschichte unter modernen Gesichtspunkten denken musste, war Mick Jagger“, sagt der Produzent. „Er war ein junger Mann, der zum Rockstar wurde und sich plötzlich alles erlauben konnte. In gewisser Weise stand er fast über dem Gesetz. Wir leben heute in einem Zeitalter von Ruhm und Prominenz. Gutes Aussehen und Popkultur spielen eine immer größer werdende Rolle in unserem Leben, weswegen die Frage nach der Schönheit und was sie einem einbringt, heute fast wichtiger ist denn je.“

„Man kann natürlich stundenlang analysieren, warum gewisse Mythen alle Zeit überstehen“, findet auch Colin Firth, der Lord Henry Wotton spielt. „Aber sicher ist, dass wir doch alle fasziniert sind von äußerlichen Erscheinungen, von Gegenständen genauso wie von uns selbst. Und Oscar Wilde machte die Schönheit beinahe zu einer Religion. Das Ästhetische war für ihn fast wichtiger als die Moral, deswegen schrieb er darüber. Angefangen hat vermutlich alles damit, dass Wilde sich gefragt hat, ob er seine Seele verkaufen würde.“ Und Firth führt weiter aus: „Jeder von uns hat doch schon einmal über sein Aussehen nachgedacht, obwohl wir alle mit diesen Klischees aufgewachsen sind, dass Optik oberflächlich ist und es nur auf die innere Schönheit ankommt. Im Grunde wird hier also gar nichts Außergewöhnliches verhandelt. Aber Wildes Geschichte erzählt vom Mythos der Schönheit eben auf sehr dichte, dramatische und furchterregende Weise.“

„Unsere Gesellschaft ist doch besessen von der Jugend und davon, der Zeit ein Schnippchen zu schlagen“, meint Rebecca Hall, die Emily Wotton verkörpert. „Vermutlich ging es den Menschen sogar immer schon darum, wofür nicht zuletzt Oscar Wildes Geschichte der beste Beweis ist. Jede Zeit hat eine andere Vorstellung davon, was schön und jung aussieht. Heute ist es Botox, gestern war es vielleicht ein bestimmter Kleidungsstil. Aber das Thema als solches ist immer das gleiche und entsprechend wird es immer Versuche geben, das Altern aufzuhalten.“

Ben Chaplin, der im Film als Basil Hallward zu sehen ist, schließt sich dem an: „Das Thema der ewigen Jugend ist von ewiger Faszination. DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY geht die Sache faustisch an, was für die Menschen immer schon besonders spannend war. Müssen wir Verantwortung übernehmen für unsere Taten? Kann man nur zum Vergnügen leben, ohne die körperlichen wie geistigen Konsequenzen zu tragen?“

Für Regisseur Parker, der seine Laufbahn einst im Horrorgenre an der Seite des legendären Clive Barker begann, stellte DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY die Möglichkeit dar, sich ein wenig auf diese Ursprünge zu besinnen: „Es hat sehr viel Spaß gemacht einen Film zu drehen, der einige dieser gruseligen Elemente in sich birgt. Natürlich ist es kein klassischer Horrorfilm. Aber es gibt durchaus einen Bezug zu den Anfangstagen meiner Karriere, was sicher für manche überraschend ist. Da ich damals mit Clive Barker zusammengearbeitet habe, war es für mich nun enorm spannend, an diese Erfahrungen anzuknüpfen.“

„Ich fand es fantastisch, dass Olly die Möglichkeit bekam, zu seinen Horrorwurzeln zurückzukehren“, meint auch Barnaby Thompson. „Gemeinsam mit Clive Barker arbeitete er damals in einem Theaterensemble, das jede Menge Horrorshows auf die Bühne brachte. Wir waren gerade erst mit dem Studium fertig und ich saß oft im Publikum. Man mag es seinen bisherigen Filmen nicht ansehen, aber Olly steht total auf all diese blutigen und ekligen Sachen. Seinen ersten Leinwandauftritt hatte er nicht zuletzt in Clives Film Hellraiser (Hellraiser – Das Tor zur Hölle, 1987).“

„Dieser Film erzählt eine der ganz großen Schauerlegenden des klassischen Gothic Horrors – und das Besondere daran ist, dass sie aus der Feder von Oscar Wilde stammt“, stellt Thompson fest. „Auf diese Weise bringen wir nicht nur die Spannung und die Schockmomente eines Horrorfilms auf die Leinwand, sondern auch die emotionale Tiefe und die bemerkenswerten Dialoge, die man von einem einzigartigen Schriftsteller wie Oscar Wilde erwarten kann.“


Über die Besetzung

Oscar Wildes „Das Bildnis des Dorian Gray“ ist ein Klassiker der Literaturgeschichte und natürlich hat jeder Leser des Romans ein eigenes Bild vor Augen, wie der Protagonist auszusehen hat. „Jeder hat schließlich eine individuelle Vorstellung davon, was Perfektion bedeutet“, so Parker.

Die Besetzung der Hauptrolle hätte dadurch zu einem schier unlösbaren Dilemma werden können, doch natürlich ließ der Regisseur nicht außer Acht, dass sich die Zeiten ändern: „Würde man den nach heutigen Maßstäben attraktivsten und glamourösesten Mann aussuchen, sähe der sehr anders aus als einer aus der Zeit, in der der Roman entstand.“

Produzent Barnaby Thompson hatte Ben Barnes zuvor bereits in der Ealing Studios-Produktion Easy Virtue (Easy Virtue, 2008) besetzt. Als er eines Tages nach einem Drehbuch-Meeting zu DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY ans Set von Easy Virtue fuhr, kam ihm erstmals der Gedanke, Barnes als Gray zu verpflichten: „Mir fielen seine interessanten dunklen Augen auf und plötzlich gab es einen Moment, wo er sich leicht zur Kamera drehte. Da wurde mir mit einem Mal klar, dass er unser Dorian sein könnte.“ Also machte Thompson den Schauspieler mit Parker bekannt und die beiden verbrachten ein paar Tage zusammen. „Ich ließ ihn ein ziemlich strenges Vorsprechen durchlaufen“, erinnert sich der Regisseur. „Aber das bestand er spielend. Ich war ziemlich schnell begeistert von dem Gedanken, was er in der Rolle alles würde zeigen können.“

„Meiner Meinung nach hat Ben fantastische Arbeit geleistet. Er hat das Aussehen eines eleganten Filmstars und ist unfassbar charmant, kann aber auch innerhalb von Sekunden eiskalt wirken“, schwärmt auch Thompson. „Diese Rolle war eine enorme Herausforderung, denn als Dorian beginnt Ben als unbeholfener Naivling, wird dann zu einer Art Rocksuperstar und muss ihn schließlich 25 Jahre später spielen, obwohl er unverändert jung aussieht. Jede dieser drei Phasen hat er hervorragend gemeistert!“

Bestens vertraut war Parker bereits mit Colin Firth, mit dem er zuvor bereits dreimal zusammengearbeitet hatte. „Er wird als Schauspieler immer spannender“, findet der Regisseur. „Er entwickelt sich rastlos weiter und ist ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Lord Henry Wotton ist für ihn eine fantastische Rolle – und absolut keine nahe liegende, wenn man bedenkt, wie Colin in der Öffentlichkeit oft wahrgenommen wird. Aber ich weiß, dass er tief drinnen ein echter Mistkerl mit ganz schön fiesen Gedanken sein kann, deswegen fiel die Entscheidung für ihn nicht schwer.“

Thompson pflichtet ihm bei: „Colin sah hier die Möglichkeit, eine Rolle zu spielen, wie er sie nicht so oft bekommt. Sie gleicht am ehesten noch derjenigen, die er in Valmont (Valmont, 1989) gespielt hat, wo er als machiavellistischer Bösewicht glänzte. Colin wird ja oft als verlässlich-verstockter „Nice Guy“ besetzt. Aber wer ihn kennt, weiß, dass er eigentlich ganz anders ist.“


Die Drehorte

Die Drehorte, die für DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY gefunden wurden, spiegeln sehr gut die Entwicklung wider, die der Protagonist im Laufe des Films durchmacht. Sie beginnt mit seiner Ankunft als naiver Jüngling in London (wobei die Smithfield-Markthalle in der City of London als Bahnhof King’s Cross herhielt), führt weiter über die unbeschwert-unschuldige Zeit, als er von Lord Henry Wotton in die gehobene Londoner Gesellschaft und auf deren eleganten Partys eingeführt wird (die für den Film im weitläufigen Anwesen Witanhurst in Londons Highgate Hill und im Basildon Park in Berkshire stattfanden), bis hin zu seinem Abstieg in die Sittenlosigkeit, als er immer häufiger die Lasterhöhlen des East Ends besucht (das Café de Paris in der Nähe des Leicester Square diente für den Dreh als Casino de Venise, das Crocker’s Folly in St. John’s Wood als Gin- und Opium-Kaschemme).

Insgesamt mussten Location Manager Pat Karam und sein Team mehr als 15 Drehorte in und um London sowie im Südosten des Landes finden. Die ersten Wochen des Drehs fanden im Witanhurst-Anwesen im grünen Viertel Highgate im Norden Londons statt. Das im Queen Anne-Stil gebaute Herrenhaus ist Londons zweitgrößte Privatresidenz nach dem Buckingham Palace. Vor nicht allzu langer Zeit wurde das Gebäude mit seinen 25 Schlaf- und acht Badezimmern, acht Empfangsräumen sowie dem über 20 Meter langen Ballsaal für 50 Millionen Pfund von der reichsten Frau Russlands erstanden.

Weitere wichtige Drehorte in London waren unter anderem das Old Royal Naval College in Greenwich, Wilton’s Music Hall im East End, Bell Yard nahe des Royal Courts of Justice, Carlton Terrace und die British Academy, der Highgate-Friedhof, das Royal Exchange Gebäude und die Chiswick Town Hall.

Die ganz wichtigen Szenen auf dem Dachboden, wo das berühmt-berüchtigte Gemälde hängt, wurden in Kulissen gedreht, die in den Ealing Studios aufgebaut wurden. Außerdem entstanden dort auch die Teile eines Londoner U-Bahnsteigs und -tunnels.


Die Kostüme

„Ich fand das Drehbuch fantastisch und diesen neuen Blick auf DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY sehr erfrischend. Deswegen wollte ich zwar Kostüme aus der Zeit von Eduard VII. entwerfen, ihnen aber einen modernen Anstrich verleihen“, erklärt die Oscar®-nominierte Kostümdesignerin Ruth Myers.

Myers war fest davon überzeugt, sich vom üblichen Look typischer Kostümfilme fernhalten zu wollen: „Es gab zu der Zeit, in der der Film spielt, durchaus glamouröse Kreise, was ich auch in den Kostümen festhalten wollte. Ich dachte bei Dorian aber auch an Mick Jagger oder Rudolf Nurejew, daher sollten die Kostüme und der Look des Films ein wenig an diesen speziellen Glamour der Sechziger- und Siebzigerjahre erinnern.“

„In der Vorbereitung habe ich unglaublich viele Zeichnungen gemacht, denn ich wollte absolut sicher gehen, dass ich nicht einfach nur irgendetwas reproduziere, was man schon hundertfach gesehen hat. Zum Glück hat die Arbeit mit Olly und Barnaby enorm viel Spaß gemacht, denn beide sind ausgesprochen ‚kostümfreundliche’ Filmemacher. Das ist sehr hilfreich wenn es darum geht, gemeinsam den Look eines Films zu entwerfen.“

Hauptdarsteller Ben Barnes arbeitete eng mit Myers zusammen. „Ben hat sich sehr ins Zeug gelegt und kam zu vielen Anproben“, berichtet die Kostümdesignerin. „Es ist sehr angenehm, wenn man mit einem Schauspieler arbeitet, der seine Rolle auch über die Kostüme definiert. Wir sahen uns viele moderne Kleidungsstücke an, die wir für unsere Zwecke veränderten, aber natürlich auch viele alte. Und manches haben wir komplett neu entworfen. Ben war sehr mutig, was seine Kostüme angeht und hat sie perfekt zu tragen gelernt. Uns ist es gelungen, ihn nur in Sachen zu stecken, in denen er sich richtig wohl fühlte, was bei einem Film wie diesem keine Selbstverständlichkeit ist.“

Eine der spannendsten Herausforderungen für Myers war der Look von Rebecca Hall, die als Emily Wotton eine für diese Zeit sehr moderne junge Frau ist: „Rebecca sieht fantastisch aus und hat ein wunderschönes Gesicht, beinahe wie Jane Birkin oder Jeanne Moreau in den Sechzigerjahren. Außerdem ist ihr Gesicht enorm ausdrucksstark. Ich wollte deswegen die Kostüme möglichst schlicht halten, damit die Augen des Publikums gar nicht anders können als sich darauf zu konzentrieren. Gleichzeitig sollte sie recht modern aussehen, denn ihre Figur ist eine ziemlich fortschrittliche junge Frau für diese Zeit. Abgesehen von dem tollen roten Abendkleid, auf das ich sehr stolz bin, sieht man sie meistens in Blusen und langen Röcken, ähnlich wie sie damals die Suffragetten trugen. Wir haben für sie also die glamouröse Version eines Suffragetten-Outfits entworfen.“

Die Mehrzahl der Kostüme wurde eigens für den Film geschneidert, doch selbst die gekauften Stücke wurden natürlich noch umgenäht. „Im Grunde ist alles ganz speziell für diese Geschichte entstanden“, fasst Myers zusammen. „Das Schwierigste daran war, dass vieles sehr schnell geschehen musste und natürlich so aufwändig aussehen sollte, als hätte Geld keine Rolle gespielt. Ich hoffe sehr, dass uns das gelungen ist, denn die Arbeit hat ausgesprochen viel Spaß gemacht. Es war eine Freude, mal ein neues Licht auf einen solchen Kostümfilm zu werfen und ich bin sehr dankbar für die Unterstützung durch die Schauspieler sowie Olly und Barnaby.“

DIE SCHAUSPIELER ÜBER IHRE ROLLEN

Ben Barnes über Dorian Gray

Ich habe den Roman als Teenager gelesen und – wie bei wahrscheinlich vielen – war er eines der ersten Bücher, das ich auf eigene Faust in die Hände nahm. Viele lesen ihn, weil man in der Schule erfährt, wie fortschrittlich, aufregend und schockierend die Geschichte ist. Aber mich reizte immer in erster Linie die Entwicklung des Protagonisten im Kontext der Handlung. Diese Rolle zu bekommen war eine der ganz großen Herausforderungen meines Lebens und ich kann mir kaum etwas Besseres vorstellen.

Ich habe vor allem die düsteren Momente des Films geliebt, nicht zuletzt die Szenen, wenn Dorian 46 Jahre alt ist. Natürlich sieht er unverändert jung aus, aber gerade deswegen war es so faszinierend, ihn trotzdem älter wirken zu lassen und zu zeigen, wie ihn seine Erfahrungen verändert haben. Es war spannend zu erleben, wie an diesen Tagen die Kollegen auf mich reagierten, die dann ja oft auf alt geschminkt waren. Vor allem Colin Firth. In den Szenen, in denen ich jung und verletzlich war, konnte er mich am Set triezen. Aber wenn er dann einen Siebzigjährigen spielte, hatte sich das Blatt plötzlich gewendet und er war in der schwächeren Position.

Mich überrascht immer wieder, wie viel Make-up bewirken kann. Besonders auffällig war das, als wir das Ende drehten, wo mein Porträt und ich uns in dieses ekelerregende, kranke Wesen von Mann verwandeln. Drei Stunden saß ich dafür in der Maske – und danach erkannten mich nicht einmal mehr die Produzenten. Niemand wollte mir mehr in die Augen sehen! Es war ein erstaunliches, ziemlich starkes Gefühl, sich plötzlich wie ein Mutant zu fühlen. Und das lag weniger an meiner Hässlichkeit, als daran, dass ich so wenig Emotionen vermittelte. Man konnte ja nur meine Augen sehen und niemand wusste, wann ich lächele.

So eng mit Colin Firth zu arbeiten, war eine tolle Erfahrung. Wir standen 2008 schon gemeinsam für Easy Virtue (Easy Virtue, 2008) vor der Kamera, aber dort hatten unsere Rollen nicht besonders viel miteinander zu tun, während wir dieses Mal gemeinsam die beiden Hauptrollen spielen. Es war von Anfang bis Ende die reinste Freude, denn er ist ein großartiger Mensch, unglaublich klug, witzig und weltgewandt. Ich kann gar nicht genug Gutes über ihn sagen.

Olly Parker war für mich bei diesem Film halb Regisseur, halb Babysitter. Anfangs ging es mir jeden Morgen schlecht. Wenn ich abends ins Drehbuch guckte, konnte ich mir nie vorstellen, wie ich diese Szenen glaubwürdig rüberbringen könnte. Morgens stand ich Olly dann immer ein wenig unsicher gegenüber und fragte ihn um Rat. Auch wenn ich nicht weiter wusste, hat er mir richtig gehend vorgespielt, was er im Sinn hatte. Er war schließlich früher selbst Schauspieler! Mitten in einer Szene kam er manchmal zu mir, um mir einen Tipp zu geben. Und noch während er zurück zu seinem Platz lief, konnte man ihn beobachten, wie er die Szene selbst vor sich hin spielte. Das war für mich unglaublich hilfreich. Überhaupt war mir sein Input immer sehr wichtig. Egal mit wie viel Leidenschaft und Selbstsicherheit man schließlich bei der Sache ist: man weiß nie, ob das auch rüberkommt. Man muss ganz und gar den Leuten vertrauen, die vor dem Monitor sitzen, denn man selbst kann die eigene Arbeit nicht wirklich beurteilen.


Colin Firth über Lord Henry Wotton

So wie ich das sehe, hat diese Geschichte drei Protagonisten: Basil, Dorian und Lord Henry, zwischen denen eine ganz spezielle Dreiecksbeziehung herrscht. Lord Henry und Basil sind beide auf ihre Weise in Dorian vernarrt, wie überhaupt die ganze Welt zusehends fasziniert von ihm ist, sei es weil die Leute sich von ihm angezogen oder abgestoßen fühlen. Vielleicht sollte man außerdem als vierten Protagonisten das Gemälde anführen, das schließlich für jene Seite Dorians steht, die er vor der Welt versteckt. Lord Henry möchte Dorians Schönheit zum Wanken bringen, sie durchbrechen. Anfangs tut er das meiner Meinung nach, um Basil zu provozieren. Aber je weiter die Zeit voranschreitet, desto mehr geht es ihm tatsächlich darum, diese phänomenale Schönheit irgendwie zu beeinträchtigen.

Lord Henry Wotton ist ein Voyeur, also niemand der sich wirklich selbst die Hände schmutzig macht. Er will seine Familie nicht verlieren und nicht selbst den Preis für seine Taten bezahlen, deswegen macht er Dorian zu einer Art Stellvertreter seiner selbst. Für Lord Henry ist das alles ein Spiel, denn er hat entweder nicht den Mut oder ist doch nicht böse genug. Im Roman macht er keine Entwicklung durch. Das wurde für unsere Geschichte ein wenig verändert, dadurch dass er nun eine Tochter hat. Sein Einsatz in diesem Spiel ist auf diese Weise ein anderer, weswegen es dann doch zu einer Veränderung kommt. Weil er nun eine Tochter hat, wird er verletzlich; er kann nicht mehr so leichtfertig mit der Situation umgehen, denn plötzlich gibt es da etwas, das ihm etwas bedeutet und alles bekommt eine ganz andere Dringlichkeit. Lord Henry kann nicht mehr tatenlos zugucken, sondern muss sich involvieren – und Dorian gewinnt so eine andere Art von Macht über ihn.

Ich fühle mich immer zu Figuren hingezogen, die nicht ohne Weiteres greifbar sind. Natürlich habe ich viele Rollen gespielt, die sich auf den ersten Blick vor allem durch ihre typisch englische Art auszeichneten. Aber in diesem Fall ging es mir um die tatsächliche Motivation dieses Mannes, die sich nicht auf Anhieb erschließt. Lord Henry umgibt ein echtes Rätsel. Sein Verhalten und seine Faszination für Dorian werfen viele Fragen auf. Ist es eine Art väterliche Liebe, die ihn antreibt? Sexuelles Verlangen? Ich glaube, es ist von allem etwas. Er vernichtet Dorian, indem er stellvertretend für ihn dessen Selbstzerstörung auslöst. Ich glaube, er projiziert eine Art Selbstverachtung auf ihn.

Ich muss in DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY Lord Henry natürlich auch als alten Mann spielen. Schon in der Vergangenheit habe ich Männer gespielt, die ein anderes Alter hatten als ich. Man muss dafür durchaus seine Vorstellungskraft aufwenden, aber wenn das Drehbuch gut geschrieben ist und alles Drumherum stimmt, dann läuft es fast wie von selbst. Von dem Moment an, wo ich mein Alters-Make-up trage, verändere ich mich automatisch. Und nicht nur ich! Kaum sah mich Ben Barnes mit meiner künstlichen Glatze, wurde er richtig bevormundend. Er wollte mir in meinen Stuhl helfen, mir Medizin geben und den Beutel meines künstlichen Darmausgangs leeren! Falls ich einen gehabt hätte ...

Das Wichtigste, wenn man einen alten Mann spielt, sind nicht die Falten, die man ins Gesicht gemalt bekommt. Es geht darum, mit welchen Augen man auf die Welt blickt: ohne Wachsamkeit, ohne das Gefühl immer wieder etwas Neues zu entdecken. Auch Ben hat das beherzigt. Der junge Dorian ist jemand, der schnell überrascht ist und ein wenig unbeholfen, so als würde ihm die Welt ständig auflauern. Der ältere Dorian dagegen ist kaum noch zu beeindrucken. Olly machte die kluge Beobachtung, dass Lord Henry sich immer verhält, als sei er gar nicht alt. Aber als Dorian von seinen Reisen zurückkommt, verschiebt sich das Machtverhältnis zwischen den beiden gehörig.

Je älter ich werde, desto weniger Lust habe ich, etwas zu machen, was mir keinen Spaß macht. Es ist mir egal, was für ein Meisterwerk am Ende entsteht, wenn ich während der Arbeit keine gute Zeit habe. Aber Ben Barnes, der für mich einer der Hauptgründe war, diesen Film zu machen, und ich hatten wirklich jede Menge Spaß. Das hat uns und unserer Arbeit sehr geholfen. Dorian und Lord Henry haben durchaus einen spielerischen Umgang miteinander und unser eigenes Verhältnis hat sich ein bisschen auf das unserer Figuren übertragen.

Olly Parker hat, wie so viele der besten Regisseure, mal wieder bewiesen, dass es ausgesprochen förderlich ist, wenn am Set wirklich eine Art Familie ist. Mit einem Kameramann des Vertrauens und einem Team von Schauspielern, die sich kennen. Zum einen natürlich, weil man sich dann einfach gut aufgehoben fühlt. Aber zum anderen auch, weil es die Kommunikation so viel einfacher macht und einige Arbeit wegfällt. Wenn man zum ersten Mal miteinander arbeitet, muss man schließlich sehr schnell, aber manchmal auch mühsam, einen Weg finden, Vertrauen und Sicherheit im Team zu entwickeln. Dass mit Olly jemand Regie führte, der selbst Schauspieler war, war natürlich ebenfalls hilfreich. Da herrscht viel gegenseitiges Verständnis. Er war ein guter Schauspieler und weiß genau, wie wir funktionieren und welche Sprache wir sprechen.


Ben Chaplin über Basil Hallward

Basil ist besessen von Dorian und dem Gemälde. Aus seiner Sicht ist das wie eine Liebesbeziehung. Bevor er Dorian gemalt hat, hatte Basil seiner Kreativität noch nie wirklich freien Lauf gelassen. Davon ist er schließlich genauso besessen wie von Dorian selbst. Das ist etwas, was ich durchaus von mir selber kenne. Wenn man kreativ ist, fühlt man sich lebendig. Ich bin nie glücklicher als wenn ich meiner Kunst nachgehen kann.

Als ich die Rolle annahm, war mir wichtig, dass Basil nicht nur ein Kunstgriff innerhalb der Geschichte ist. Er sollte kein Klischee und nicht bloß die Moralinstanz sein. Er ist Künstler und durchaus verantwortlich dafür, was mit Dorian passiert. Mir ging es darum, dass er nicht von oben auf Lord Henry oder Dorian herabguckt. Olly und ich haben das im Vorfeld besprochen, dann das hat nichts mit Änderungen am Drehbuch zu tun, sondern mit der Art, wie ich es spiele.


Rebecca Hall über Emily Wotton

Emily tritt erst relativ spät im Film auf, genau zu der Zeit, als die Suffragetten-Bewegung an Bedeutung gewann. Sie ist eindeutig eine Frau dieser Zeit.

Ich kannte natürlich den Roman und habe als junges Mädchen auch den alten Schwarz-Weiß-Film gesehen. Eigentlich war ich damals viel zu jung, aber er hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Ich erinnere mich heute noch daran, wie gruselig er war.

Das Drehbuch fand ich unglaublich interessant, denn Autor Toby Finlay hat aus der Geschichte etwas ganz Neues gemacht, ohne ihre Kernthemen zu verraten. Wenn man aus einem Buch einen Film macht, muss daraus zwangsläufig etwas anderes werden, denn das sind ja zwei völlig verschiedene Kunstformen. Man muss die Geschichte dem jeweiligen Medium entsprechend erzählen und ich finde, das hat er ausgesprochen geschickt gelöst.

 

Meinungen zu "Das Bildnis Des Dorian Gray"