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Jerry Cotton Film Trailer

FSK Film: Dieser Film hat die FSK Freigabe 12 Jahre
Länge: 100 Min | Kinostart: 11.03.2010 | DVD/BD: 30.09.2010 (DVD&BD) | ©  Constantin Film | 
 
 
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Blick hinter die Kulissen
Christian Ulmens Verkleidungen

Die Story zu Jerry Cotton Film Trailer:
Mit einer halsbrecherischen Aktion befreit der New Yorker FBI-Agent Jerry Cotton ein entführtes Mädchen. Dabei setzt er auch die Gesundheit seines Partners Ted Conroy aufs Spiel. Der Agent wird schwer verletzt und muss arbeitsunfähig ins Krankenhaus. Jerry rast derweil in seinem Jaguar zum nächsten Tatort: Der Gangsterboss Sammy Serrano liegt tot auf seinem ausgelaufenen Wasserbett. Kaltblütig erschossen. Vor fünf Jahren hat er aus der States Union Bank Goldbarren im Wert von 200 Millionen Dollar geraubt, doch Jerry konnte ihm die Tat nie nachweisen. Das ist der einzige ungelöste Fall in der Karriere des Vorzeige-Ermittlers! Jerry nimmt’s persönlich. Am liebsten würde er Serranos Mörder im Alleingang finden. Nur begleitet von seiner Smith & Wesson, Kaliber 38. Doch sein Vorgesetzter, der selbstverliebte John High, stellt ihm den Sohn eines einflussreichen Senators an die Seite: Phil Decker, ein ebenso redseliger wie unerfahrener Jungspund und Verkleidungskünstler von der FBI-Akademie. Serranos letzter Anruf vor seiner Ermordung ging an die Rotlichtbar Cristallo. Jerry ermittelt hier undercover und begegnet der schönen spanischen Tänzerin Malena, dem feisten Ganoven Ruby und dem grimmigen Brutalo Johnny Rocco, die allesamt auf das Kommando des einarmigen Banditen Klaus Schmidt hören. Jerry erschleicht sich das Vertrauen der Ganoven und soll für sie einen Botendienst erledigen. Gleich der erste Auftrag erweist sich als Falle: In einem Hochhaus betritt er das Apartment seines Ex-Partners Ted Conroy. Der ist vor wenigen Sekunden aus dem Fenster gestürzt und einige Etagen tiefer auf einem FBI-Wagen zerschmettert. Alle Spuren sind so ausgelegt, dass der Mordverdacht zwangsläufig auf Jerry fällt. Zudem belastet ihn eine gefälschte FBI-Akte als Mörder von Sammy Serrano. Motiv: Rache. Jerry muss untertauchen. Nun jagt das FBI seinen eigenen besten Mann. Die Ermittlungen leitet Daryl D. Zanuck von der Dienstaufsichtsbehörde. Vor vielen Jahren war die eiskalte Agentin Jerrys Partnerin. Gemeinsam versuchten sie damals vergeblich, Sammy Serrano des Goldraubs zu überführen. Jerry hängt sich an die Fersen der schönen Malena und folgt ihr in das Hotel Alabama. Hier hält sich Klaus Schmidt mit seiner Bande versteckt. Doch bis zu deren Suite kann Jerry zunächst nicht vordringen. Der waffenverrückte Rezeptionist erkennt ihn auf dem Fahndungs-Fax des FBI und greift zur Schrotflinte. Nur knapp kommt Jerry mit dem Leben davon. Wohl oder übel muss er den jungen Kollegen Phil Decker um Hilfe bitten. Dieser fühlt sich geehrt und eilt so schnell wie möglich zu seinem Idol. Nach einer Besprechung im Pornokino gelangen die Agenten mit List und Verkleidung in das Hotel, das inzwischen von FBI-Leuten bevölkert ist. Während Phil Decker und ein fingierter Feueralarm die Ganoven ablenken, kann Jerry eine Abhörwanze in der Suite anbringen und einen Geheimplan aufdecken: In genau zwölf Stunden soll ein großer Coup starten, das Unternehmen Baby Jane. Die Bande verlässt das Hotel. Jerry und Phil müssen Daryl D. Zanuck und das FBI überlisten, bevor sie den Ganoven folgen können. Die Fahrt endet am Dead End, einem finsteren Nachtclub der New Yorker Unterwelt. Schnell werden sie vom Gangsterboss Klaus Schmidt erkannt und sollen auf der Stelle exekutiert werden. Doch den Todgeweihten gelingt die Flucht und sie stoßen auf eine weitere entscheidende Spur: Auch Klaus Schmidt ist nur eine relativ kleine Nummer. Er und seine Bande arbeiten für einen unbekannten Auftraggeber, der im Hintergrund die Fäden in der Hand hält und somit auch Serrano und Conroy dem Gewissen hat. Jerry und Phil verbünden sich mit Malena, die bei Schmidt als vermeintliche Verräterin in Ungnade gefallen ist. Als Spezialistin für das Lahmlegen von Alarmanlagen hätte sie eigentlich beim bevorstehenden Coup mitmischen sollen. Diesen Job darf jetzt ihr ukrainischer Ersatzmann Wasilij Doronjowski übernehmen. Der kommt allerdings nie bei der Bande an, weil Jerry, Phil und Malena ihn aus dem Verkehr ziehen. Nun schlägt Phil Deckers große Stunde: Er verkleidet sich als Wasilij und kann sich der Bande anschließen. Per Funk steht er mit Jerry und Malena in Kontakt. Beide nehmen die Verfolgung der Gangster auf. Sie fahren zum Zollhafen und steigen in die Kanalisation hinab. Jerry klettert mutig hinterher und erkennt schon bald: Die Bande gräbt das Gold aus, das Serrano einst geraubt und hier versteckt hat, bis er es in Schiffscontainern nach Argentinien schaffen wollte. Plötzlich ertönen Schüsse in der Kanalisation. Es gibt Tote. Der Schütze ist der große Unbekannte, der alle in eine Falle gelockt hat. Als die Agenten die wahre Identität des Strippenziehers lüften, glauben sie ihren Augen nicht... Bei Sonnenaufgang kommt es vor der Skyline von New York zu einem alles entscheidenden Duell zwischen Jerry Cotton und seinem bislang mächtigsten Gegner.

Schauspieler:
Christian Tramitz, Christian Ulmen, Monica Cruz, Christiane Paul, Heino Ferch, Joram Voelklein, Jürgen Tarrach, Herbert Knaup, Janek Rieke, Manou Lubowski, Frank Giering, Tim Sikyea und Moritz Bleibtreu


 

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Kann ein Krimiheld Jeremias Baumwolle heißen? Niemals! Lächerlich! Das dachte sich in den 50er Jahren auch Delfried Kaufmann. Der Vertreter des Waschmittelkonzerns Henkel hielt nicht viel von den Kriminalromanen, die tausendfach in Deutschland kursierten. Er wollte das Genre persiflieren und erfand einen FBI-Agenten, der lässig mit einem roten Jaguar durch die New York Häuserschluchten fährt und mit seiner Smith & Wesson die Unterwelt in Schach hält. Weil die Titelfigur ein Amerikaner sein sollte, übersetzte Delfried Kaufmann den Namen Jeremias Baumwolle einfach ins Englische: Jerry Cotton. Der Bastei-Verlag in Bergisch Gladbach fand Gefallen an dem fiktiven Agenten und seinen Berichten, die lebensnah in der Ich-Form geschrieben waren. Im September 1954 erschien der erste Fall mit dem Titel „Ich suchte den Gangster-Chef" als 68. Band in der Reihe „Bastei Kriminalromane". Die Leser liebten Jerry Cotton und sein 50 Pfennig teures Abenteuer. Sie verlangten mehr – und sie bekamen mehr. Nach etwa zwanzig weiteren Romanen wurden die Berichte des Agenten im März 1956 als eigenständige Heftserie ausgekoppelt.

Sie erscheint bis heute in der Verlagsgruppe der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG und ist mit einer europaweit verkauften Gesamtauflage von circa einer Milliarde die erfolgreichste deutschsprachige Kriminalroman-Reihe aller Zeiten. Mehr als 100 Autoren verfassten bislang über 2700 Romane und 400 Taschenbücher. In den 60er Jahren eroberte Jerry Cotton auch die Kinos. Die Rolle des smarten FBI-Agenten spielte der Amerikaner George Nader („Shannon klärt auf"), den Part seines treuen Kollegen Phil Decker übernahm der Deutsche Heinz Weiss („So weit die Füße tragen"). Von 1965 bis 1968 inszenierten Regiegrößen wie Fritz Umgelter und Harald Reinl acht Jerry Cotton-Abenteuer. Gedreht wurde vorwiegend in Hamburg, München und Berlin, die Aufnahmen aus New York wurden im Studio auf die Leinwand projiziert oder später in den Film geschnitten. Rund 13 Millionen Kinobesucher ließen sich bereitwillig auf diese Illusion ein: Bei einem Gesamtbudget von 9,4 Millionen Mark spielten die acht Filme gemeinsam 34 Millionen Mark ein.

Die Idealbesetzung
Am Anfang war das Foto. Als im Sommer 2006 nahe Prag die Komödie NEUES VOM WIXXER gedreht wurde, warfen sich dort auch die Hauptdarsteller und Gaststars für Produktions- und Requisitenfotos in Pose. Unter ihnen Christian Tramitz. Er spielte den mittelmäßigen Privatdetektiv und ausgebildeten Tanzlehrer Much Longer, den Bruder von Oliver Kalkofes Kinofigur Even Longer. Als Old-Shatterhand-Parodie in Michael Bully Herbigs DER SCHUH DES MANITU und als Captain-Kirk-Verschnitt in (T)RAUMSCHIFF SURPRISE – PERIODE 1 hatte Christian Tramitz schon 20 Millionen Kinogänger begeistert. Doch mit Anzug und Trenchcoat, ganz in der Tradition von Philip Marlowe, zeigte er beim Fotoshooting in Prag eine ganz neue, ganz andere Seite von sich. „Im Anzug versprüht Christian Tramitz eine unglaubliche Lässigkeit und Coolness“, sagt Produzent Christian Becker, der mit der Produktionsfirma Rat Pack NEUES VOM WIXXER verantwortete.

Die Fotos gingen ihm nicht mehr aus dem Kopf. Der Look, das Posing und die Coolness von Christian Tramitz erinnerten Christian Becker an einen Krimihelden, den er in seiner Kindheit und Jugend auf Romanen und Filmplakaten gesehen hatte: Jerry Cotton. Ein New Yorker FBI-Agent, der 1954 in Deutschland für eine Romanreihe erfunden wurde, die bis heute eine europaweite Auflage von rund einer Milliarde erreichte, und die in den 60er Jahren als Grundlage für acht deutsche Kinofilme mit dem US-Schauspieler George Nader diente. Die Popularität des G-man (Government-Man) zeigte sich damals nicht zuletzt darin, dass eine der sehr wenigen in deutscher Sprache veröffentlichten Mitteilungen des FBI lautete: „Die fiktionale Figur Jerry Cotton ist kein realer Mitarbeiter unserer Behörde“.

Produzent Christian Becker nahm über die Agentur Rights sowie den befreundeten Lübbe-Literaturagenten Marc Schneider Kontakt zum Bastei Lübbe Verlag auf und kaufte die Jerry-Cotton-Filmrechte. Noch während der Rechte-Aquise informierte er seinen Wunschkandidaten Christian Tramitz sowie die Regisseure Cyrill Boss und Philipp Stennert, die bereits NEUES VOM WIXXER inszeniert hatten. „Cyrill und Philipp gehören zu den wenigen Regisseuren in Deutschland, die eine Geschichte so geschickt mit Humor und Hintergrund-Gags bereichern können, dass daraus keine reine Sketchparade wird“, lobt Christian Becker das Regie- und Autorenduo, mit dem er auch für die Fernsehreihen „Die ProSieben Märchenstunde“ und „Was nicht passt, wird passend gemacht“ zusammengearbeitet hatte.

Von der Idee zum Drehbuch
Cyrill Boss und Philipp Stennert kannten Jerry Cotton nur als Marke und nicht durch die persönliche Lektüre der Kriminalromane. Doch ihr Wissen um seine Coolness, seinen roten Jaguar E-Type, seine Smith & Wesson und seine Einsätze in der New Yorker Unterwelt konnte sie umgehend für das Projekt begeistern. „Wir sind große Fans von Kriminalfilmen der 50er und 60er Jahre“, sagt Cyrill Boss. „Wir hatten das Gefühl, dass wir Jerry Cotton in dieser Tradition auf die Leinwand bringen sollten.“

Und noch eines wussten die Regisseure: Anders als die Komödie NEUES VOM WIXXER, in der die Marotten und Klischees der alten Edgar-Wallace-Filme liebevoll auf die Schippe genommen wurden, sollte JERRY COTTON keine Parodie werden. „Dafür sind die alten Filme einfach zu unbekannt“, erklärt Philipp Stennert. „Viele Leute kennen nicht mal die Inhalte der Hefte oder Filme, sie kennen nur den Namen. Aber einen Namen zu parodieren ist sinnlos.“

Die Regisseure und Produzent Christian Becker entschieden sich für das Genre der spannungsgeladenen Buddy-Action-Komödie. Schon in der frühen Drehbuchphase merkten Cyrill Boss und Philipp Stennert, dass ihnen die Romane und Kinofilme nur bedingt beim Schreiben helfen konnten. Deshalb lösten sie sich komplett von alten Handlungssträngen und entwarfen einen völlig neuen Plot rund um die alten Helden. „Wir erzählen eine Art Liebesgeschichte zwischen Jerry Cotton, dem ein Doppelmord vorgeworfen wird, und seinem neuen Kollegen Phil Decker“, sagt Cyrill Boss. Die Figur des Phil Decker, in den Romanen eine lässige Jerry-Cotton-Kopie und in den Kinofilmen ein loyaler Helfer, wurde am stärksten verändert. Er sollte im Film als Frischling von der FBI-Akademie eingeführt werden, der ein Meister der Maskerade ist, aber gern mal auf die Nase fällt.

Die ideale Besetzung für diesen Part fanden die Regisseure und das Produktionsteam in Schauspieler Christian Ulmen. „Ich bin unglaublich froh, dass Christian dabei war“, sagt auch Christian Tramitz. „Mit seinem irrwitzigen Tempo ist er das eigentliche Comedy-Element innerhalb des Duos. Meine Rolle als Jerry Cotton ist ganz gradlinig und nicht so überzogen angelegt.“ Christian Ulmen stimmt ihm zu: „Ich helfe Christian, extrem cool rüberzukommen, indem ich so wahnsinnig uncool bin. Er kann froh sein, so einen Trottel wie mich an der Seite
zu haben.“

Angesichts der Namensgleichheit der beiden Hauptdarsteller war ein mittleres Chaos vorprogrammiert. „Überall am Set hörte man den Namen Christian – und es fühlte sich grundsätzlich der Falsche angesprochen“, sagt Christian Tramitz und führt weiter aus: „Als kleine Draufgabe heißt der Produzent auch noch Christian Becker und eine der Hauptdarstellerinnen Christiane Paul. So sind früher Kriege entstanden...“ Regisseur Cyrill Boss verrät die Lösung: „Eine Zeitlang haben wir Christian Ulmen ‚Ulmi’ genannt, aber das gefiel ihm nicht. Er wollte lieber ‚Christ’ genannt werden. Irgendwann haben wir uns auf ‚Ulmen’ und ‚Tramitz’ geeinigt oder sie einfach mit ihren Rollennamen ‚Decker’ und ‚Jerry’ angesprochen.“

Eiskalte Frauen
Die Rolle der eiskalten FBI-Agentin Daryl D. Zanuck, eine Hommage an den gleichnamigen Hollywood-Produzenten, wurde mit Christiane Paul besetzt. Sie hatte schon in den Christian-Becker-Produktionen NEUES VOM WIXXER und DIE WELLE mitgespielt. „Anfangs haben wir gezögert, ob wir Christiane Paul für diese Rolle nehmen sollen“, sagt Christian Becker. „Wir befürchteten zu starke Überschneidungen zwischen JERRY COTTON und dem WIXXER-Universum“ Doch am Ende setze sich Christiane Pauls schauspielerische Qualität durch. „Diese Kühle an Daryl D. Zanuck macht die Rolle zu einer sehr großen Herausforderung“, sagt Christiane Paul. „Sie hält die Fäden in der Hand und manipuliert andere Leute. Wenn man diese Macht vor der Kamera darstellen möchte, kann das schnell in ein Klischee abdriften. Aber ich denke, wir haben im Film einen sehr guten Weg gefunden, um Daryl glaubhaft wirken zu lassen.“

Die zweite weibliche Hauptrolle wurde mit der Spanierin Monica Cruz besetzt. Der Caster Emrah Ertem kannte die jüngere Schwester von Hollywoodstar und Pedro-Almodovar-Muse Penelope Cruz aus der Werbekampagne für das Mode-Label Mango. Die ausgebildete Tänzerin, die im spanischen Fernsehen die Hauptrolle in der Serie „Un Paso Adelante“ gespielt hatte, sagte für die deutsche Kinoproduktion spontan zu. Daraufhin schrieben Cyrill Boss und Philipp Stennert die Rolle der Malena, eine Hommage an Tornatores romantische Komödie MALENA mit Monica Bellucci, leicht um: Aus der Italienerin wurde eine Spanierin. „Malena weiß, was sie will“, beschreibt Monica Cruz ihre Rolle. „Sie nutzt ihre Schönheit aus, um andere Leute für ihre Ziele einzuspannen. Jerry Cotton ahnt zwar, dass sie ein bisschen böse ist, folgt ihr aber trotzdem überall hin, weil er Frauen nun mal liebt.“

Für Monica Cruz, die zwar Spanisch und Englisch spricht, aber kein Deutsch, wurde eine spanische Fassung des Drehbuchs angefertigt. Sie lernte die Texte in ihrer Muttersprache und wurde später synchronisiert. Die Arbeit mit Christian Tramitz litt darunter kaum. „Aus dem Drehbuch wusste ich ja, was sie sagt“, erklärt der Hauptdarsteller. „Tragisch war nur, dass ich nie genau wusste, wann sie etwas sagt. Sie hat in einem irren Tempo geredet. Es gab aber bestimmte Schlüsselwörter, auf die ich reagieren konnte. Irgendwann hatte ich mich so sehr daran gewöhnt, dass es ein Schock gewesen wäre, wenn sie plötzlich Deutsch gesprochen hätte.“ Auch Monica Cruz lobt die Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen. „Sie haben mir alle sehr geholfen. Obwohl wir nicht die gleiche Sprache sprechen, sind die Dreharbeiten gut gelaufen und haben viel Spaß gemacht.“

Die New Yorker Unterwelt
Für die Rollen von Jerry Cottons mächtigen Gegnern konnten zwei der größten deutschen Schauspielstars der Gegenwart gewonnen werden: Moritz Bleibtreu als Gangsterboss Sammy Serrano und Heino Ferch als „Der Deutsche“ Klaus Schmidt. „Es ist unglaublich, mit wie viel Liebe zum Detail selbst kleinere Figuren im Drehbuch beschrieben wurden“, lobt Moritz Bleibtreu die Arbeit des Autoren- und Regieduos. Heino Ferch ergänzt: „Als ich das Drehbuch las, musste ich schmunzeln und hatte sofort Lust, die Rolle zu spielen. Sie ist abgefahren und sehr speziell. Für einen Schauspieler, der sich gern verkleidet und verstellt, ist Klaus Schmidt genau die richtige Figur.“

Eine Gemeinsamkeit verbindet alle Hauptdarsteller der Action-Komödie JERRY COTTON: Sie waren in ihrer Kindheit und Jugend keine eingefleischten Fans des FBI-Agenten und haben auch nicht die Romane verschlungen. Christian Ulmen gibt sogar zu: „Ich habe Jerry Cotton anfangs mit diesem Astronauten Perry Rhodan verwechselt. Entsprechend verwundert war ich, als Christian Tramitz am ersten Drehtag nicht im Weltraumkostüm am Set stand.“

Immerhin rettet Jerry-Cotton-Kenner Oliver Kalkofe die Ehre des FBI-Mannes. Wie viele weitere Comedians, Schauspieler und Überraschungsgäste, die geheim bleiben sollen, hat der Star aus den Komödien DER WIXXER und NEUES VOM WIXXER einen kleinen Auftritt im Film JERRY COTTON. „Ich wäre beleidigt gewesen, wenn Cyrill und Philipp mich nicht wenigstens gefragt hätten“, stellt Oliver Kalkofe klar. Als Kind griff er zu den Kriminalromanen, weil er lesen wollte, was alle Erwachsenen auch lesen. „Meine alte Deutschlehrerin hatte zu Hause sogar einen Stadtplan von New York hängen, um überprüfen zu können, ob die beschriebenen Autofahrten dem tatsächlichen Straßenverlauf entsprachen. Es stimmte immer alles.“

Männliche Kanten, weibliche Kurven
Für das äußere Erscheinungsbild der Filmfiguren zeichneten Kostümbildnerin Janne Birck und Maskenbildner Georg Korpás verantwortlich, die in gleicher Funktion auch schon an Kinohits wie WICKIE UND DIE STARKEN MÄNNER und den beiden WIXXER-Filmen mitgewirkt hatten. Das Hauptaugenmerk lag zunächst auf Jerry Cotton. „Ich wollte einen richtigen Mann aus ihm machen“, sagt Georg Korpás. „Christian Tramitz hat zwar ein gutes Gesicht, aber die natürliche Struktur seiner Haare widerspricht dem Bild der kantigen, eckigen FBI-Jungs.“ Also bekam der Schauspieler eine neue Frisur. „Daraus ergab sich ein leichter 60er-Jahre-Look“, erklärt Georg Korpás. „Auf diese Ära, aus der die alten Jerry-Cotton-Filme stammen, spielen wir unterschwellig an.“

Jerry Cottons schwarze Designer-Anzüge litten im Laufe der Dreharbeiten genauso wie der Filmheld selbst. „Ich habe Christian Tramitz immer mehr künstliche Kratzer verpasst“, sagt der Maskenbildner. „Das sind die so genannten Hero Cuts, die seine menschliche Seite und seine Verletzlichkeit unterstreichen.“ Christian Tramitz zieht einen prominenten Vergleich heran: „Das kennt man von Bruce Willis. Diese Kratzer zieren ungemein. Für einen Schauspieler ist es immer besser, zu schwitzen und sich dreckig zu machen, als durchgehend einen Schniegelmann zu spielen.“

Bei Jerry Cottons Kollegen Phil Decker gab schon das Drehbuch große Maskeraden vor. Als Verwandlungskünstler muss er für seine Undercover-Einsätze zum pummeligen japanischen Entertainer Dick Diamond oder zum schwerfälligen ukrainischen Gangster Wasilij werden. In beiden Fällen arbeitete Georg Korpás mit viel Silikon, das von künstlicher Haut zusammengehalten wurde.

Für die Frauen im Film griff ein anderes Konzept. „Es ist ein richtiger Machofilm“, sagt Georg Korpás. „Alle Frauen haben falsche Wimpern, tragen die Hosen enger und haben BHs mit Push-up. Bei den FBI-Agentinnen mussten wir allerdings einem gewissen Realismus Rechnung tragen. Im Staatsdienst gibt es klare Vorschriften, weshalb große, offene, wallende Frisuren nicht möglich waren. Jetzt tragen sie die Haare alle hochgesteckt.“ Lang diskutiert wurde über die Frisur von Christiane Paul. Die Regisseure wollten eine Blondine oder Schwarzhaarige, der Maskenbildner bestand auf Rot. „Diesmal war ich ein Sturkopf“, erklärt Georg Korpás. „Daryl D. Zanuck ist eine Schlüsselfigur im Film und muss in vielerlei Hinsicht, auch farblich, hervorstechen.“ Bevor man sich in die Haare kriegte, gab das Regieduo grünes Licht für Rot. „Georg hat uns überzeugt und hatte Recht“, sagt Philipp Stennert. „Gerade im Zusammenspiel mit der hellen Haut und dem dunklen Anzug wirken Daryl D. Zanucks rote Haare sehr markant.“

Die Schurken des Films mussten an ihren Drehtagen besonders viele Stunden in der Maske verbringen, weil sie um Accessoires wie Kontaktlinsen, Perücken, falsche Zähne oder künstliche Narben bereichert wurden. Moritz Bleibtreu entwarf die äußere Erscheinung seines Gangsterbosses Sammy Serrano, eine namentliche Hommage an den französischen Thriller DER FALL SERRANO mit Alain Delon, von Anfang an entscheidend mit. „Ich wollte, dass sich seine Klamotten am aktuellen Kleidungsstil von Mickey Rourke orientieren“, sagt Moritz Bleibtreu. Das schüttere Haar, der Schmuck und die falschen Zähne sollten indes an diverse Underdog-Glanzrollen von Oscar-Gewinner Benicio del Toro erinnern. „Moritz Bleibtreu hat viel Mut zur Hässlichkeit bewiesen“, lobt Regisseur Cyrill Boss. Auch Heino Ferch fand großen Gefallen an der täglichen Maskerade: „Als Klaus Schmidt bekam ich viele Narben und technische Gimmicks. Ein gutes Kostüm und eine gute Maske sind immer sehr hilfreich. Dann braucht es natürlich noch die nötige Sensibilität, um auf das neue Aussehen zu reagieren und daraus die Figur zu entwickeln.“

New York in Deutschland
Nicht nur die Schauspieler mussten verkleidet werden, sondern auch ganze Städte. Immerhin kam auf Berlin und Hamburg die große Aufgabe zu, im Film wie New York auszusehen. Schon im Dezember 2008 suchte Production Designer Matthias Müsse mit Hilfe von Locationscouts nach den besten Drehorten. Dass New York in Deutschland an der Spree und an der Elbe nachgebaut wurde, hatte gleich mehrere Gründe. Zunächst einen finanziellen. „Dreharbeiten in Amerika sind teurer als in Deutschland“, weiß Produzent Christian Becker. „Außerdem möchten wir das Geld, das wir von unseren Förderern bekommen, in Deutschland ausgeben. Da geht es auch um Arbeitsplätze.“

Hinzu kam ein filmhistorischer Grund. „In den alten Jerry-Cotton-Filmen wurde fast alles auch in Berlin sowie Hamburg und viel mit Rückprojektionen gearbeitet“, sagt Christian Becker. „Die Schauspieler standen vor einer Leinwand, auf die zum Beispiel eine New Yorker Telefonzentrale projiziert wurde. Wir wollten schon allein aus stilistischen Gründen versuchen, für möglichst alle Szenen Deutschland auf New York zu trimmen.“

Matthias Müsse klopfte daraufhin die deutschen Großstädte auf ihre Parallelen zu New York ab. „Von Anfang an war klar, dass wir den Film nicht in München drehen können“, sagt der Szenenbildner. „Nur im Norden Deutschlands findet man die Ziegelsteinstruktur der amerikanischen Gebäude, die stark ins Angelsächsische geht. Wer das alte New York sucht, wie man es in Brooklyn findet, hat in Hamburg eine große Auswahl an Motiven.“ Kurzzeitig liebäugelte Matthias Müsse auch mit Frankfurt am Main: „Das wäre aber ein modernes New York gewesen. Gar nicht mal wegen der Hochhäuser, sondern wegen vieler Fassaden im Stil der 50er Jahre.“

Nachdem Matthias Müsse viele amerikanische Spielfilme und Fotobücher studiert hatte, machte er sich mit einem Team von zeitweise bis zu hundert Requisiteuren, Setdressern, Schreinern, Malern und Bildhauern an die Arbeit. Wie so oft lag das Geheimnis der Authentizität in der Liebe zum Detail: Amerikanische Nummernschilder, Verkehrsschilder, Hydranten, Telefonzellen, Briefkästen, Mülleimer, Plakate und sogar Polizei-Flatterband mussten gekauft, online aus den USA bestellt oder eigenhändig nachgebaut werden. In Absprache mit Kameramann Torsten Breuer, Effektspezialist Dirk Lange und Oberbeleuchter Fred Dombrowka wurden weitere Extras festgelegt, die für das typische Großstadtflair sorgen. Aus allen Gullydeckeln und Schornsteinen sollte es dampfen, während Effektlichter, Leuchtreklame und Ventilatoren vorbei fahrende Autos simulieren sollten. „Wir konnten in Deutschland unser eigenes New York erfinden“, freut sich Regisseur Cyrill Boss. Sein Kollege Philipp Stennert beschreibt die künstliche Großstadt als eine

Märchenwelt, ein überhöhtes und comichaftes New York, das inspiriert wurde von den Gangsterfilmen und Comics, die wir seit unserer Jugend kennen.“ Eines der Hauptmotive war das Hotel Alabama in Berlin-Mitte, nahe der ehemaligen amerikanischen Botschaft. Die moderne Architektur der großzügig dimensionierten Fassade erinnerte Szenenbildner Matthias Müsse stark an amerikanische Vorbilder. Insgesamt zwei Tage und zwei Nächte drehte das Filmteam dort die Szenen, in denen der flüchtige Jerry Cotton und Phil Decker die Gangsterbande um Klaus Schmidt abhören, während das Hotel von Daryl D. Zanuck und ihren FBI-Kollgen belagert ist.

Der bröckelnde Abriss-Charme des stillgelegten Delphi-Kinos in Weißensee, leere Fabrikhallen, Brauereien und Kellergewölbe in Berlin und Hamburg und gleich acht Heizkraftwerke des Stromversorgers Vattenfall gaben architektonische Steilvorlagen für die finster-modrige Unterwelt von New York.

FBI in der Tiefgarage
Klinisch rein sollte dagegen das Hauptquartier des New Yorker FBI wirken. Ein Locationscout brachte Matthias Müsse auf die Idee, das Großraumbüro in der Tiefgarage des Berliner Olympiastadions zu errichten. Innerhalb weniger Tage entstanden dort, wo sonst Autos parken, 30 komplette Arbeitsplätze mit Schreibtischen, Computern, Trennwänden und vielen tausend Details. „Typisch für amerikanische Arbeitsplätze sind die vielen privaten Fotos und Accessoires, die etwas private Individualität in die grauen, technischen Bürozellen bringen sollen“, sagt Szenenbildner Matthias Müsse.

Das Einzelbüro von Jerry Cottons Vorgesetztem John High, dargestellt von Herbert Knaup, weist besonders markante Fotos an der Wand auf. In einer Galerie seiner Amtsvorgänger finden sich Fotos von US-Schauspieler George Nader (1921–2002), der in den 60er Jahren Jerry Cotton spielte, aber auch von Constantin-Film-Vorstand Martin Moszkowicz und Bernhard Thür, Herstellungsleiter beim aktuellen JERRY-COTTON-Film.

Weitere wichtige Accessoires im FBI-Großraumbüro sind die originalen FBI-Tassen. „Wir haben mehr als 40 davon bestellt und sie wurden im Laufe der Dreharbeiten sehr spielrelevant“, sagt Matthias Müsse. „Ich liebe es, wenn die Schauspieler ständig diese albernen Tassen in der Hand halten.“ Wann immer möglich, wurden Komparsenrollen in den FBI-Räumen, aber auch bei vielen Außendrehs mit Amerikanern oder anderen Ausländern besetzt. „Die bringen ein internationales New-York-Flair in die Szene, wodurch der Drehort gleich wieder amerikanischer wirkt“, verrät Matthias Müsse.