VG Wort Zählpixel

Infinite Space Trailer

FSK Film: Dieser Film hat die FSK Freigabe 0 Jahre
Länge: 91 Min | Kinostart: 21.07.2011 | ©  Salzgeber | Doku/Reportage
 
 
Festhalten! Unser Player wird geladen...
Trailer

Trailer
Infinite Space Trailer

Transformers 5

Transformers 5
 VIDEO-TIPP

 
 

Infinite Space Trailer: Mehr zum Film

Infinite Space Trailer: Infos & Links

Die Story zu Infinite Space Trailer:
John Lautners Häuser sind wohl das aufregendste, was die Architektur Amerikas hervorgebracht hat. Er fühlte sich einem unbedingten Schönheitsideal verpflichtet, Räume wirken unendlich, zumindest aus der Perspektive der Bewohner, denn Lautners Architektur wurde für die Menschen gemacht. Jedes Haus ist ein Kunstwerk für sich und definiert das Verhältnis von Innenraum und Außenraum neu. Viele seiner Häuser wurden auch als Filmkulissen berühmt: Zum Beispiel lief James Bond schon in den 1960ern durch das Elrod House und Quentin Tarantino belebte für seinen Film Pulp Fiction ein Googie-Restaurant wieder. Colin Firth’s Oscar-prämierte Darstellung in A Single Man wurde in der Schaffer Residence gedreht.

Schauspieler:
Sean Connery, Karol Lautner Peterson, Frank Gehry, Helena Arahuete, Frank Escher, Judith Lautner, John de la Vaux, Jan-Richard Kikkert, Julius Shulman, Nicholas Olsberg

Regie:
Murray Grigor

Produktion:
Sara Sackner, Anne Thomas

Drehbuch:
Murray Grigor


 

Surftipps: User, die hier waren, besuchten übrigens auch diese Seiten:

1949 entwarf Lautner mit großem Erfolg den "Googie’s Coffe Shop", ein Cafe am Sunset Strip, dessen innovatives Design aus Glas, Stahl und selbstreflexiven Neonreklamen ein Vorbild für viele Restaurant-Ketten dieser Zeit wurde und Lautner das Label "Googie-Architektur" verpasste, von dem er sich immer wieder distanzieren musste, um auf die Besonderheit jedes einzelnen seiner Gebäude hinzuweisen. Eine späte Hommage erfuhr der in den 1980ern abgerissenen Coffee Shop durch das Setdesign-Team des Quentin-Tarantino- Klassikers Pulp Fiction (1994), das wichtige Drehorte dem Lautner-Bau nachempfand.

John Lautner hat, von wenigen Ausnahmen (den Midtown- School-Komplex Los Felix von 1960 etwa) abgesehen und sehr zu seinem Bedauern, fast ausschließlich Privathäuser entworfen. Für die Verhandlungen mit öffentlichen Trägern fehlte ihm angeblich die Kompromissbereitschaft. Umso wichtiger war es, bei den privaten Bauherren auf Gleichgesinnte zu treffen, die Lautners Experimentierfreude teilten und im besten Fall selbst einige Details zum Bau beisteuern konnten. Nicht zufällig war Ken Reiner, der Initiator des "Stevens House" (1968), ein Konstrukteur, Leonard Mali, der Bauherr der "Chemosphere" (1960) ein Flugzeugingenieur und die Auftraggeber von "Marbrisa" (1973) selbst Architekten.

Dem tatsächlichen Bau eines Hauses schloss sich für gewöhnlich ein jahrelanger Prozess des Überarbeitens und Weiterbauens in Zusammenarbeit mit den Hausherren an. Ein wichtiges Datum in der Karriere Lautners war der Bau des "Malin House" (1960), das aufgrund seiner futuristischen UFO-Form "Chemosphere" genannt wurde und das nach der Restaurierung durch Lautner-Fachmann Frank Escher 2000 von Kunstbuchverleger Benedikt Taschen gekauft wurde. Nur eine einzige Säule trägt die Konstruktion, um den Eindruck des Schwebens zu erzielen; das Grundstück musste dem Berghang erst abgetrotzt werden, um das Haus hineinzubauen. Im Film begegnen sich dort der ehemalige Bauherr, der Konstrukteur und der Bauleiter nach 50 Jahren wieder, um aus ihren Erinnerungen an die spektakuläre Bauzeit und den Architekten, der all dies ersonnen hatte, zu erzählen.

INFINITE SPACE - DER ARCHITEKT JOHN LAUTNER lässt auch die Bewunderer und Nachfolger Lautners zu Wort kommen. Frank O. Gehry gibt offenkundig zu, dass er zu den einzelnen Lautner-Gebäuden regelrecht gepilgert ist, um sie vor Ort zu studieren. Der Film selbst begleitet eine Architektengruppe des niederländischen ArtEZ-Instituts (Arnheim), für die Jan-Richard Kikkert und Tycho Saariste bislang kaum bekannte Bauten des Vorbildes aufgespürt haben, u.a. die mitten im Wald von Idyllwild gelegene "Pearlman Cabin" von 1958 und das "Harvey House" von 1950, das in Hollywood gebaut wurde und dort immer noch steht.

Einen wichtigen Wendepunkt in Lautners Karriere zeichnet der Film am Beispiel von "Silvertop" ("Reiner House", Silver Lake 1963) nach: Mit diesem Projekt begann Lautners bis zum Ende seiner aktiven Phase anhaltende Liebe zum Sichtbeton, den er seitdem für jedes Gebäude, aber niemals in gleicher Form, verwendete. Den Höhepunkt dieser Entwicklung macht der Lautner-Archivar Frank Escher im Entwurf des "Marbrisa"-Gebäudes fest, das 1973 im mexikanischen Acapulco gebaut wurde. Ohne den Anblick der Bucht zu verstellen, legt sich das Haus in geschwungenen Kurven wie ein Ring um den am Wasser liegenden Berg. Die sichtbare Begrenzung des Gebäudes vom Innenraum her wird durch einen Wassergraben aufgehoben, der mit dem fernen Meer zu verschmelzen scheint. Lautner nennt das "Design from within" und sieht seine drei Grundprinzipien erfüllt: "Schönheit, Wahrhaftigkeit und unendlicher Raum".

Am Ende seiner Karriere (als letztes Beispiel wird das "Turner House" von 1982 in Aspen vorgestellt) nahmen die Auseinandersetzungen mit den Bauherren zu, die sich nicht mehr vorbehaltlos auf die Experimente des Architekten einlassen wollten. Neuere, postmoderne Tendenzen lehnte Lautner ab. Auch seine Verbitterung aufgrund der fehlenden Anerkennung verschweigt Murray Grigors Porträt nicht. Obwohl Lautner mehr als 150 Entwürfe realisieren konnte, waren darunter kaum öffentliche Gebäude, und die Privathäuser blieben naturgemäß den Blicken der meisten Menschen verborgen. Sie in ihrer Einzigartigkeit und Schönheit zu bewundern, wird für viele Architekturfans erst durch diesen Film möglich gemacht.

John Lautner starb am 24. Oktober 1994 in Los Angeles.

 

Meinungen zu "Infinite Space"