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Rango Interview Isla Fisher

TS: Haben sie einen Lieblingswestern ?

ISLA: Nicht wirklich. Es ist nicht mein Lieblingsgenre. Johnny Depp hat ständig davon erzählt. Er liebt Western und das tut Gore auch. Ich liebe allerdings Pferde und Pferdefilme.

TS: Sie haben Kinder – aber Filme wie “Die Hochzeitscrasher” würden sie denen wohl nicht zeigen. Jetzt haben sie einen Trickfilm gemacht und den dürfen die auch nicht sehen. Wie erklären sie ihnen das ?

ISLA: Das ist kompliziert. Sicher werden einige Kinder den Film sehen. Aber ich denke es werden ältere Kinder sein, die am meisten vom Film haben, denn er ist sehr intelligent, mit ziemlich respektlosem Humor, Romantik, Action, es ist kein typischer Animationsfilm mit süßen Figuren. Obwohl sie irgendwo schon süß sind.

TS: Wie haben ihre Kinder ihr Leben verändert ?

ISLA: In Bezug auf die Arbeit nehme ich jetzt nur noch Jobs an , die ich total liebe, weil ich dafür von meinen Kinder weg muss. Ich bin sehr viel wählerischer.

TS: Sie wollten schon immer Schauspielerin sein und haben sehr jung damit angefangen. Es muß doch schwierig gewesen sein, sich jetzt zurückzunehmen …

ISLA: Hm, ist das schwer ? Nein, denn ich definiere mich nicht mehr so sehr über meine Arbeit wie früher. Ich sehe mich jetzt mehr als Mutter. Aber der Wandel passiert so langsam, dass man ihn gar nicht bemerkt. Bevor man Kinder hat weiß man nicht, ob man danach arbeiten geht oder nicht – wenn man sich das aussuchen kann. Meine Mutter hat auch gearbeitet und ich hab mit mir gerungen, ob ich wieder arbeiten soll. Da ist jeder anders.

TS: Schreiben sie mal wieder ein Buch ?

ISLA: Ich schreibe tatsächlich gerade, aber ich weiß noch, was daraus wird. Ich habe gerade angefangen, meine Gedanken zu sammeln und es fühlt sich gut an, sich auf diese Weise auszudrücken.

TS: Warum waren sie als Kind schon so zielstrebig ? Waren sie damals sehr dickköpfig ?

ISLA: Ich weiß nicht ob dickköpfig das richtige Wort ist. Mein Vater hatte viele Jobs und musste oft umziehen. Darum musste ich imer neue Freunde finden. Ich habe einmal pro Jahr die Schule gewechselt und dadurch gelernt schnell Freunde zu gewinnen. Und eine Methode dafür ist sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Und ich habe das Schauspielern schon immer geliebt. Ich hab also damals schon Komödien gespielt – nur unbewusst und unbezahlt.

TS: Sie haben auch bei “Horton hört ein Hu” ihre Stimme beigesteuert….

ISLA: Ich hab auch für den Simpsonsfilm eine Rolle gesprochen – aber die wurde leider rausgeschnitten….

TS: Aber die Erfahrung bei “Rango” war offenbar völlig anders – und einzigartig für einen Animationsfilm. Erzählen sie doch mal.

ISLA: Wir haben gedreht, als wenn Rango ein echter Film wäre. Wir standen alle gemeinsam in einem Studio und da gab es einen großen Tisch mit Requisiten udKostümen und jeder hat sich da einen Hut und ne falsche Waffe geschnappt und dann haben wir die Szenen durchgespielt und das wurde gefilmt. Danach haben wir dann die Stimmen noch mal gesondert aufgenommen, aber es war eine sehr organische, kreative Erfahrung die unseren Stimmen hoffentlich mehr Atmosphäre und Menschlichkeit gegeben hat. Denn Schauspielern bedeutet reagieren. Man muß auf jemanden reagieren können.

TS: Geben sie ihrem Ehemann (Sasha Baron Cohen, “Borat”) manchmal kreative Ratschläge ?

ISLA: Vor allem Tipps beim Füllen des Geschirrspülers. In einer Beziehung hört man sich zu, man spricht miteinander, man berät sich. Ich hab von ihm viel gelernt. Das ist umgekehrt wohl nicht so sehr der Fall.

TS: Sie sind vor der Heirat zum Judaismus konvertiert. Welche Rolle spielt Religion in ihrem Leben ?

ISLA: Nur im dem Sinne, dass ich an die Familie glaube, und das war auch vor der Ehe schon so. Es ist wichtig viel Zeit mit der Familie zu verbringen. Und ich koche sehr viel mehr als früher zu bestimmten Anlässen und habe viele Leute im Haus.

TS: Sind witzige Männer attraktiver als unwitzige?

ISLA: Auf alle Fälle. Aber das ist nicht das einzige, worauf es ankommt.

Hier gibt's den Trailer zu RANGO zu sehen


Gleich zu Beginn gab Isla Fischer mal eine Kostprobe ihrer Deutschkenntnisse:

ISLA: “Guten Morgen, 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10, danke schön, Sauerkraut"

Das war´s aber auch schon. Danach ging´s auf Englisch weiter:

Mein Vater lebt seit 2003 in Frankfurt und ist mit einer Deutschen verheiratet, ich bin also ständig in Deutschland. Also technisch gesehen bin ich Deutsche.”

TS: Was fällt ihnen sonst noch zu Deutschland ein ?

ISLA: Schnitzel !“

TS: Das ist eigentlich eher österreichisch…

ISLA: Oh, tut mir leid. Aber ich esse nur hier in Deutschland Schnitzel.

TS: Ihr Vater lebt in Frankfurt, sie wurden im Mittleren Osten geboren, sind in Australien aufgewachsen. Sie müssen sich wie ein Weltbürger fühlen oder wo fühlen sie sich zu Hause.

ISLA: Ich bin zuallererst Australierin, ich denke australisch, was immer das bedeutet.

TS: Was ist das Erfolgsgeheimnis australischer Schauspieler, es gibt da soviele in Hollywood und Großbritannien ?

ISLA: Ich glaube wird können sehr gut Akzente imitieren. Wir haben eine gute, staatlich geförderte Theaterszene. Und wir sehen toll in Bikinis aus – außer Russell Crowe.

TS: Vielleicht liegts auch am Känguruh-fleisch.

ISLA: Ich esse keine Känguruhs !

TS: Wie sehr sind sie mit dem Wilden Westen verbunden ?

ISLA: In Australien aufzuwachsen ist schon ziemlich wild, die Landschaft ist karg, flach und trocken. Ich denke das ist der amerikanischen Wüste sehr ähnlich.

TS: Wie finden sie denn ihre Rolle im Film ?

ISLA: Ich bin sehr zufrieden. Ich wäre selbst gerne wie “Beans”, sie ist eine tolle Figur, smart, hart, unabhängig, sie ist cool. Und das genaue Gegenteil von mir.

TS: Ich meinte eigentlich mehr das Aussehen…

ISLA: Ob ich gerne eine Echse wäre ? Nein ich crème meine Haut besser ein als eine Eidechse.

TS: Ist es schwer für sie, solche toughen Rolle in Realfilmen zu bekommen ?

ISLA: Ja , ich spiele meist Rollen, die emotional zugänglicher sind, empfindsamer, verletzbarer. Mal was anderes zu spielen war sehr schön. Die Jungs anzubrüllen, eine Waffe zu tragen. Und dazu eine Stimme, die wie ein Mix aus Holly Hunter und Clint Eastwood klingt, das hat Spaß gemacht.

TS: Sie sehen sich als Komödiendarstellerin. Sind dramatische Rollen für sie nicht so reizvoll ?

ISLA: Ich bin da ganz offen. Aber ich habe mehr Spaß daran, Leute zum lachen zu bringen.

TS: Waren sie denn am Entwurf ihrer Figur in “Rango” beteiligt ?

ISLA: Das war ich, ohne dass ich es wusste. Als man mit mir eine Tour durch das Animationsstudio machte, sah ich dass die Eidechse keinen Busen hat. Und ich meinte, da sollte wenigstens ein bisschen was sein…sonst sieht das nicht gut aus. Und dann haben sie wohl tatsächlich Brüste hinzugefügt, die gibt es jetzt. Danach haben sie mich auch scherzhaft Co-Zeichnerin genannt.

TS: Das haben sie als beigetragen . . . Titten für die Echse.

ISLA: Genau, Titten für die Echse. Das ist eine genetische Mutation.

TS: Wo wir beim Thema sind: sie stehen ständig auf Listen der heißesten Frauen….

ISLA: Sie meinen wohl vor zehn Jahren…

TS: Nein. Was denken sie, wenn sie sich auf so einer Liste sehen ?

ISLA: Ich fühle mich enorm geschmeichelt. Aber ich weiß immer, wieviel Aufwand hinter solchen Fotos steckt, Airbrushing, Make-Up, Kostüme, da werden Stunden investiert um dich zu stylen und das Ergebnis ist nie ein Hinweis darauf wie attraktiv man wirklich ist.

TS: Ist das ein Problem für Schauspieler ? Machen sie sich Sorgen, wie sie diesem Iamge gerecht werden können ?

ISLA: Ich denke, dass Schauspielerinnen, die für ihre Schönheit bekannt, eher unter Druck stehen, was ihr Aussehen angeht. Aber als Komödiendarstellerin empfinde ich keinen Druck. Ich hab kein Problem damit zu altern – bis jetzt ! Ich fühle mich wohl in meiner Haut. Ich versuche nicht schön zu sein, sondern witzig.

TS: Es scheint manchmal, als ob die Zukunft des Kinos ohne Schauspieler auskommt. Man braucht nur noch ein Sprecher und jemand, dessen Bewegungen per Motion-Capture aufgezeichnet werden. Macht ihnen das Angst ?

ISLA: Ich glaube nicht dass es soweit kommt. Solche Filme sind zwar ein Spektakel und toll anzusehen. Aber wir wollen doch immer Geschichten, zu denen wir einen Bezug haben, Filme über die Schwächen der Menschen. Ich weiß nicht wie das bei einer Eidechse klappen soll.

TS: Kommen andere Eidechsen damit besser klar ?

ISLA: Der Film wird unter Eidechsen ein Riesenhit werden. Es wurde mal Zeit, das eine Eidechse mal ein bißchen Aufmerksamkeit bekommt. Ich habe die Tiere schon immer gemocht und fühle mich ihnen verbunden, ernsthaft. Mein Bruder hat sogar ein Echsentattoo. Das hätte ich auch gerne.

TS: Haben sie selbst ein Tattoo ?

ISLA: Nein

TS: Haben sie denn für den Film Eidechsen erforscht, wie beim “method acting” ?

ISLA: Hab´ ich, aber Gore (der Regisseur) wollte das nicht. Ich sollte vor allem Western gucken, und “Raising Arizona” mit Holly Hunter.



 


 
 

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