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Interview mit Marian Kindermann zu Das Hochzeitsvideo

10.05.2012 17:53

FILM.TV: Mit dem Hochzeitsvideo haben wir deinen Namen zum ersten Mal gehört. Wenn man dich im Film sieht, hat man allerdings das Gefühl du schauspielerst schon ewig. Wo warst du die ganze Zeit?

Erstmal Danke für das Kompliment. Ich spiele glaube ich tatsächlich schon lange, ob ich vorgebe meinen Turnbeutel gar nicht verloren zu haben oder eben auf der Schauspielschule und im Theater, nur eben letzten Sommer das erste Mal vor der Kamera. Und ich war sehr sehr aufgeregt, habe kaum geschlafen in der Zeit. Und fertig mit dem Studium bin ich ja erst seit 2010…

 

FILM.TV: Das Hochzeitsvideo ist eine Comedy und als Schauspieler kriegt man damit praktisch nie einen Oscar. Das klappt eher mit Dramen und großen Gefühlen. Ist eine Comedy auch tatsächlich eine kleinere Herausforderung für einen Schauspieler?

Einen Oscar bekommt man als deutscher Schauspieler ja leider nur sehr selten - aber ich arbeite daran. Meine nächste Rolle wird bestimmt ein behinderter Junge oder ein schwuler Fußballer mit großem Drama und vielen Gefühlen - Spaß beiseite: Eine Herausforderung ist denke ich jede Figur, ob Komödie oder Tragödie. Natürlich wünsche ich mir beides, lachen und an Grenzen geraten… Am Theater habe ich momentan sicher mehr Raum, mich mit dem was wir als Leben empfinden, das heisst Schmerz, Vergänglichkeit, Schönheit und Liebe zu beschäftigen, ich wünsche mir das aber auch sehr im Film. Ich wünsche mir das eigentlich immer. 

Unter Schauspielern heisst es immer: Die größte Kunst ist die der Komödie, wahrscheinlich weil wir alle so gerne lachen und so ungern für blöd verkauft werden. 

 

FILM.TV: Wenn du dir dein nächstes Projekt frei wünschen könntest: mit wem würdest du arbeiten und woran?

Mit Terentino, die deutsche Antwort auf "From Dusk Till Dawn" - einmal so richtig auf die Kacke hauen im deutschen Kino. Es gibt natürlich einige deutsche Regisseure die mich interessieren, die schreibe ich aber persönlich an. Was mich bewegt: Lieben - wie und ob das geht. Das ist wie mit dem Lachen und allem eigentlich: was tun wir hier, auf dieser Welt!

 

FILM.TV: Wer oder was ist eigentlich schuld daran, dass du Schauspieler geworden bist?

Sebastian Rosenberger, ein Freund, ich wollte nur bei ihm pennen und er hat mich in die Theater AG meiner Schule geschleppt, sonst wär ich jetzt Tennis Profi.

 

FILM.TV: Wie oft hast du den Satz gehört: Junge, lern' doch was anständiges?

Diesen Satz hört man heute nicht mehr - man hört oft gar nichts, sondern nur betretenes Schweigen, wenn man sagt: Ich bin Schauspieler - auch Frauen kriegen da eher Angst, alles ist etwas spießiger geworden, habe ich das Gefühl, im Internet tun alle sehr cool und hip, aber Risiko ist dann doch verdächtig. Ich hoffe, dass es bald unsere Antwort auf die wilden 60er gibt!

Meine Familie schätzt es aber sehr, auch wenn ich der einzige bin der sich künstlerische versucht.

 

FILM.TV: Welche Szene aus dem Hochzeitsvideo hast du noch besonders in Erinnerung und warum?

Die Trauung…  Die Szene in der Pia nicht kommt und ich nur warte…und irgendwann sage, die Hochzeit fällt aus. Da hab ich gedacht jetzt warte ich mal, Statisten, Schauspieler in der Kirche, ich hab gedacht, jetzt mal schauen wie das ist zu warten, und die Braut kommt nicht - wie ich das bei Proben im Theater mache. Irgendwann rief dann Sönke - Marian, was ist denn los?

 



Autor: Jochen Becker


 
 

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