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Interview mit Nicholas Cage zu Ghost Rider 2

FILM.TV: Sie sind auch ein Superman-Fan. Liegt das daran, dass Ghost Rider und Superman zwei absolute extreme Gegensätze verkörpern ?

Superman interessiert mich nur, weil er ein Alien ist und versucht, sich als Außenseiter in die Gesellschaft einzufügen. Ich glaube Ghost Rider passt viel besser zu mir und meinen Fähigkeiten.
Wenn der Superman-Film mit Tim Burton und mir damals geklappt hätte, wäre was Magisches entstanden. Aber das liegt in der Vergangenheit und ich schaue ungern zurück. Ich habe immer Sympathie für Superman, denn ohne ihn gäbe es keinen Ghost Rider, weil er der Beginn dieser amerikanischen Mythologie der Comics war, die man heute Graphic Novels nennt.

FILM.TV: Wie haben sie sich auf die Motorradszenen im Film vorbereitet ?

Es ist mir leider verboten, in meinen Privatleben Motorrad zu fahren. Die Versicherung erlaubt es nicht. Ich darf aber fahren wenn ich arbeite. Darum würde ich jeden Ghost-Rider-Film drehen, der gemacht wird, denn dann darf ich Motorrad fahren. Das hat mir immer Spaß gemacht. Ich hatte hier auch ein tolles Bike. Die erste Maschine war ein bißchen schwierig im Umgang. Wenn man eine Kamrea vor sich hat und auf einem Bike cool aussehen will, möchte man nicht hinfallen oder Fehler machen. Die Yamaha V-Max tut genau das was man ihr sagt. Das Bike hat mir viel Spaß gemacht. Ich braucht also nicht allzuviel Training als Vorbereitung.

FILM.TV: Das Motorrad hat 200 P.S.....

Es ist sehr schnell. Man kann damit 145 Meilen pro Stunde fahren, dann bremsen und das Motorrad bleibt dabei sicher.

Haben sie auch die Wheelies im Film gemacht ?

Nein, das kann ich auf dem Motorrad nicht. Ich hatte einen tollen Stuntdriver, Rick English, der kann total akrobatische Sachen auf einem Bike machen. Dafür hat er Annerkennung verdient. Ich habe alle Stunts gemacht, die mir erlaubt wurden. Irgendwann kommt unausweichlich die Diskussion mit dem Regisseur, den Produzenten oder dem Studio wo sie sagen „Mach langsam" oder „wir wollen nicht dass du das machst, du musst den Film fertigstellen."

Aber Marc und Brian (die Regisseure)... Marc sieht aus wie ein Macho, und er riskiert sein Leben um euch zu unterhalten.Er steht auf Rollerblades, mit einer Hand am Motorrad, in der anderen eine Kamera und fährt 70 Meilen pro Stunde, um eine Aufnahme zu kriegen. Dabei könnte er sich ständig den Hals brechen. Darübr sollte er nochmal nachdenken jetzt wo er Vater geworden ist. Ihr Motto ist „Wenn du dir was brichst, kommt die Einstellung in den Film". Ich wusste, dass ich da mitziehen musste, keine Angst zeigen und nicht zweimal nachdenken durfte. Sonst wäre was schiefgegangen.









FILM.TV:Gab es einen Stunt, den sie machen wollten aber nicht durften, weils zu gefährlich war ?

Nicholas Cage: Vor allem die Verfolgungsjagd zwischen Motorad und LKW. Hätten sie mich gebeten, dann hätte ich es gemacht, aber sie machten sich Sorgen um den Film. Besonders wenn man Ghost Rider spielt muss man einen anderen Geisteszustand erreichen, in dem man nicht über Gefahren nachdenkt, sonst kommt die Szene nicht zustande.

FILM.TV: Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in Rumänien statt, teilweise auch in der Türkei. Ein Grund könnten Steuerersparnisse. Oder lag das daran, dass man dort weit weg von den Studiobossen ist und die sich nicht einmischen können ?

Nicholas Cage: Das ist der inoffizielle Grund. Aber vor allem arbeitet der Ghost Rider diesmal für die Kirche und ich dachte es macht Sinn dass er zum Ursprung der Kirche zurückkehrt, nach Europa. Außerdem wollte Johnny Blaze so weit weg von seiner Heimat wie möglich. Er wollte niemanden verletzen , den er kennt. Er lebt seit acht Jahren mit dem Fluch, er ist düsterer, sarkastischer. Ich vergleiche das mit einem Polizisten oder Notarzt der täglich viel Leid sieht und schwarzen Humor benutzt um damit umzugehen.

FILM.TV: Sie zeigen einen ziemlich vielseitigen Geschmack bei der Auswahl ihrer Rollen. Aber in letzter Zeit scheinen sie am mehr Spaß mit eskapistischen Filmen zu haben.

Nicholas Cage: Nicht „mehr" aber genausoviel. Ich will Filme machen, durch die die Zuschauer besser verstehen was sie vielleicht selbst in ihrem Leben durchmachen, aber auch Filme die eine Fluchtmöglichkeit bieten. Ich habe also einen ekklektischen Ansatz, denn ich glaube beides ist wertvoll.

FILM.TV:Einige ihrer Filme kamen bei Kritikern ja nicht so gut an. Kümmert sie das das ? Denken sie über ihren Ruf und darüber dass Leute fragen „Warum macht der Oscargewinner Nicholas Cage so einen Film ?"

Nicholas Cage: Ich habe Filme nie für Auszeichnungen gemacht. Ich glaube das wäre die falsche Methode. Ich interessiere mich für Filme, die einen überraschen und über die man in zehn oder zwanzig Jahren noch redet. Leider sind auch Oscargewinner oft Filme über die später keiner mehr redet. Ich kümmere mich nicht darum was Kritiker sagen. Und irgendwie denke ich auch wenn man Kritiker ärgert, macht man etwas richtig.

Ghost Rider - Nicholas Cage


Auf dem Weg zu seinem Stuhl greift Nicholas Cage sich erstmal zwei Dosen einer weltbekannten rot-blauen Power-Brause:

Nicholas Cage: Bei mir funktioniert die anders herum. Mich macht die nicht munter, es beruhigt mich. Fast so wie Stunts. Worüber wollen wir reden ?

Warum haben sie die Rolle des Ghost Rider noch einmal übernommen ?

Nicholas Cage: Die Entstehungsgeschichte von „Spirit Of Vengeance" geht so: Als ich für den ersten Film damals in Großbritannien Werbung gemacht habe, trug ich privat immer noch gerne Lederjacken, Lederstiefel und Motorradstiefel. In meiner Mittagspause besuchte ich Westminster Abbey, um dort die Gräber der berühmten Leute zu besuchen: Sir Isaac Newton usw.. Da stolperte ich in einen Umweltgipfel mit dem Erzbischof von Canterbury und dem Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche und man sagte mir ich sollte hinten Platz nehmen. Da drehte sich der Bischof von Colorado um und sagte „Ich wusste nicht,  dass sie das sind." Er führte mich herum, zeigte mir die Gräber und stellte mich den Würdenträgern vor. Da stand ich ganz in schwarzem Leder mit diesen Kirchenführern und dachte: „vielleicht hat der Ghost Rider ja auch ein Recht hier zu sein". Und dann flüsterte mir der Bischof von Colorado in Ohr: „Ich kann übrigens auch ziemlich unanständig sein!"
Da dachte ich warum machen wir keinen Film, in dem Ghost Rider irgendwie mit der Kirche zusammenarbeitet ? Das war der Anfang des neuen Konzept, der neuen Richtung die wir eingeschlagen haben.

Es scheint ihnen viel Spaß zu machen gegen den Teufel zu kämpfen...

Nicholas Cage: Der Film soll wirklich nur Spaß machen, er soll in keiner Weise fromm sein. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes Pop-Art, eine Achterbahn. Aber Ghost Rider ist auch anders als alle anderen Superhelden. Und da ich gerade in Deutschland bin: er ist der einzige Superheld, der von Goethe inspiriert wurde, der einzige der einen faustischen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Und seine Waffen sind anders, psychologisch. Er benutzt den Bußblick, Höllenfeuer und Ketten Wenn man sich in der Welt der Superhelden behaupten will, muss man heutzutage etwas anderes bieten, und das tut Ghost Rider. Und für einen achtjährigen - das war das Alter in dem ich ihn entdeckte - ist er auch ein philosophischer Superheld. Er benutzt die Mächte des Bösen, um Gutes zu tun. Das war eine philosophische Erweckung für mich. Und später im Leben, als ich Schauspieler wurde zog es mich zu Figuren hin, die Hindernisse überwinden müssen, die aus Fehlern und schlimmen Dingen etwas Gutes machen wollen.



 


 
 

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