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Mission Impossible 4 Interview mit Michael Nyqvist

Marcus Fliegel: Es wurde viel berichtet über den Stunt von Tom Cruise am Burj Kalifa-Tower in Dubai. Waren sie dabei, als das gedreht wurde ?

Michael Nyqvist: Ja, ich war für einen Monat in Dubai und ich war dabei als er an dem Turm herumgeklettert ist. Der Typ ist echt verrückt ! Ich war echt beeindruckt.
Bevor ich das selbst mache erschieße ich mich lieber ! Ich  habe dort im Hotel online eine schwedische Zeitung gelesen und die hatten ein Urlaubsvideo von einem Schweden, der seine Frau im Burj Kalifa vor einem der Fenster gefilmt hat. Sie sagte gerade ein paar Grüße für die Familie: "Hi, Ich bin hier im Burj Kalifa, dem höchsten Gebäude der Welt, draußen seht ihr Dubai - und da ist Tom Cruise." Die Kamera wackelt, der Mann fragt "was ?" und sie sagt "ja, da ist gerade Tom Cruise runtergeklettert." Und dann kam er nochmal hoch, er mußte wohl noch eine Aufnahme machen und winkte in die Kamera.

Marcus Fliegel: Bisher hat kaum jemand den Film gesehen, ich habe mir gerade den Trailer nochmal angeschaut. Darin sind sie nur ganz kurz zu sehen. Hält man ihre Rolle absichtlich geheim ? Sind sie quasi das Phantom des Films ?

Michael Nyqvist:
Ich spiele einen etwas rätselhaften Typen in dem Film. Und man hat mir nicht genug bezahlt, so daß ich nur kurz im Trailer auftauche..... Nein das war ein Witz.

Marcus Fliegel: Im vorigen Film, "MI:3" hat Philip Seymour Hoffman den Oberschurken gespielt. Haben sie sich das angesehen und sich gedacht "dagegen muß ich konkurrieren, wenn ich Eindruck schinden will" ?

Michael Nykvist
Ich habe den Film nicht gesehen aber Philip Seymour Hoffman ist einer der besten Schauspieler die ich kenne. Ich bin total beeindruckt von allem was er macht, aber ich mache mein eigenes Ding. Und ich spiele auch eine ganz andere Figur.

Marcus Fliegel: Hatten sie denn Einfluß auf die Rolle, oder war alles festgeschrieben als sie beim Film zusagten ?

Michael Nykvist: Ich denke wenn die Leute mich anrufen und mir eine Rolle geben, wissen sie, dass etwas Abgedrehtes dabei herauskommt. Ich muß die Rolle in mir aufnehmen.
Für mich war das eine sehr interessante Rolle, ein ganz anderer Charakter als alles was ich zuvor gemacht habe, und den habe ich zusammen mit Brad (dem Regisseur) und Tom entwickelt und in eine bestimmte Richtung gelenkt.

Marcus Fliegel: Haben sie denn viel mit Tom Cruise zusammengearbeitet ? Die Figuren in Mission Impossible jagen sich ja meist um die ganze Welt, aber manchmal treffen der Held und der Oberschurke  erst im Finale aufeinander. Wie war das in diesem Fall ?

Michael Nykvist
Wir haben sehr viel zusammengearbeitet. Ich darf leider nicht zuviel verraten. Aber was ich sagen kann, ist dass die Zeit mit Tom viel Spaß gemacht hat. Denn wir haben festgestellt wir haben den gleichen Antrieb. Wir gehen von 0 auf 100 in einer Sekunde. So haben wir die Intensität in jeder Szene verstärkt . Das hat wirklich Spaß gemacht und er ist ein toller Schauspieler mit dem die Arbeit Spaß macht.

Marcus Fliegel: Mein Eindruck ist, dass Mission Impossible für Tom Cruise auch eine persönliche Sache ist, dass er das als seine Marke sieht, dass es ihm mehr bedeutet als andere Filme. Teilen sie die Ansicht ?

Michael Nykvist: Nein, das habe ich nicht so gesehen . Die Film schlägt eine etwas andere Richtung ein. Aber den Eindruck hatte ich nicht.

Marcus Fliegel: Der Regisseur Brad Bird hat zuvor nur Animationfilme gedreht. Wie war die Arbeit mit ihm ?

Michael Nykvist: Was er mitbrachte war eine tolle Art Geschichten zu erzählen, sehr effektiv. Er baut jede Szene so auf, dass sie die Geschichte vorantreibt. Da hatte ich das Gefühl, dass er ganz anders ist als andere Regisseure, mit denen ich gearbeitet habe. Andererseits ist er ein völlig offener Typ. Er nimmt war er kriegen kann, und er weiß was er will. Ich fühlte mich dabei nie wie eine Zeichentrickfigur. Und er ist ein sehr umgänglicher Typ mit einem tollen Sinn für Humor . Er hat mich sehr beeindruckt, wie bei ihm jedes Bild die Geschichte voranbringt.
Ein Film darf gerne langsam oder ruhig sein, aber ich hasse es wenn ein Film stillsteht, statt eine Geschichte zu erzählen. Egal wie, ein Profi sollte immer die Geschichte erzählen. Ich denke dass hat Brad Bird von den Animationsfilmen mitgebracht. Ein toller Kerl.

Mission Impossible 4 Logo


Marcus Fliegel: Hallo Michael, wie geht´s ?

Michael Nykvist: Mir gehts gut, aber ich hatte gestern Dreharbeiten zu meinem nächsten Film, "Europa", und da gab es einen Kampf, ich musste viel brüllen darum habe ich meine Stimme verloren.

Marcus Fliegel: Wie sind sie zu der Rolle in "Mission Impossible:Ghost Protocol" gekommen ? Saßen sie gerade in Stockholm, als ein Anruf aus Hollywood kam ?

Michael Nykvist: Nein, ich drehte da gerade einen Film in Pittsburgh ("Atemlos" mit Taylor Lautner) und hatte eine Woche frei, darum war ich in New York um Freunde zu treffen. Dort haben sie mich angerufen und gefragt: "Möchtest du dich ein paar Monate lang von Tom Cruise jagen lassen ?" und ich dachte "ja, warum nicht ?"

Sie haben schon einige internationale Filme außerhalb von Schweden gedreht, aber meist kleinere Produktionen. "Mission Impossible 4" ist dagegen ein Riesenprojekt, bei dem wohl jeder Schauspieler gerne dabei wäre. Sehen sie das als eine Art Durchbruch ?

Michael Nykvist: "MI:4" ist in gewisser Weise ein amerikanischer James Bond. Jeder auf dem Planeten kennt Mission Impossible. Ich fühle mich geehrt. Die Dreharbeiten haben sehr lange gedauert, es wurde zu meinem Leben, wir reisten um die ganze Welt und hatten eine tolle Zeit. Manchmal habe ich darüber nachgedacht "Was passiert hier ? Du stehst hier und bist bei Mission Impossible dabei !" Solche Gedanken kamen mir. Aber wenn man anfängt zu arbeiten ist es immer dasselbe: da bist du, da ist der andere Schauspieler und die Kamera und dann vergisst man sowas. Wenn dann Schluß ist fragt man sich "Was hab ich gerade gemacht ? War ich wirklich dabei ? Ja, sieht so aus."
Ich weiß nicht wie alt ich war, als ich zum ersten Mal Mission Impossible gesehen habe. Es ist riesiger Spaß. Wo ich herkomme dreht man als Schauspieler vor allem Dramen - das liebe ich auch . Aber einen Action-Film zu drehen, und dann noch in den USA, wo man etwas davon versteht. Das war eine Herausforderung und ein Kick.



 


 
 

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