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John Travolta und Oliver Stone Interview zu Savages

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John Travolta & Oliver Stone Interview zu Savages

Marcus Fliegel: Ich habe „Savages“ gerade gesehen und denke immer noch darüber nach - ist das für sie ein Zeichen für einen guten Film ?

Oliver Stone: Es ist ein Actionfilm für denkende Leute.

John Travolta: Meiner Meinung nach ist es das. Ich habe eine Woche gebraucht, um „JFK“ zu verarbeiten und meine Frau brauchte drei Tage um diesen Film zu abzuhaken.

Oliver Stone: Man sollte einen Film nie abhaken, er sollte immer in deinem Bewußtsein bleiben. Ich hasse es wenn Leute sagen „ich habe drei Tage über einen Film nachgedacht“. Ich antworte dann: „Das bricht mir das Herz, du solltest für den Rest deines Lebens darüber nachdenken.

John Travolta: Ich meinte auch sie war drei Tage lang überwältigt. Man kann nicht sein ganzesLeben lang überwältigt sein. Wie lange hättest du uns denn gerne überwältigt ?  

Oliver Stone: Wir sind keine Köche, das hier ist keine Mahlzeit, das ist etwas für die Ewigkeit.

John Travolta: Es ist ein Büffet, das gefällt mir.

Oliver Stone: Das Schöne an Filmen ist, dass sie bleiben. Ich liebe das Theater, aber das ist wie Luft, es ist danach weg. Einen Film kannst du wieder einlegen und, Mann, dann bist du wieder in dieser Zeit. Es gibt’s nichts Vergleichbares wie Film.

Marcus Fliegel: Und diesen Film muss man definitiv mehrmals sehen...

Oliver Stone: Das mache ich selbst oft. Ich schaue viele Sachen nochmal an. Und das macht mir oft mehr Spaß als beim ersten Mal. Beim ersten Mal mag ich den Film vielleicht, aber erst beim zweiten Mal weiß ich ihn zu schätzen.

Marcus Fliegel: Wenn ich mich nicht irre ist das ihre erste Zusammenarbeit. Warum hat das solange gedauert und wie kam es dazu ?

Oliver Stone:John war immer bei den großen Regisseuren, wo das große Geld ist. (John Travolta lacht) Ich konnte ihn mir nicht leisten. Aber schließlich habe ich ihn eingeholt und habe es genossen. Ich arbeite gerne mit einem Schauspieler und zeige dann etwas das wir noch nicht gesehen haben, etwas frisches. John ist in diesem Film völlig anders. Er nutzt seinen Charme und seine babyblauen Augen er hat dieses charmante Gesicht und gleichzeitig ist er sehr verschlagen. Und er ist viel  smarter als er im Film aussieht. Erst am Ende merkt man, dass er alle reingelegt hat.

John Travolta: Das ist es was eine guter Undercoveragent macht. Die besten von ihnen sind tolle Schauspieler,denn ihr Leben hängt davon ab was sie sagen ,was sie tun, wie sie sich bewegen, wie bei Eddie, dem Mann mit dem Oliver mich zusammengebracht hat….

Oliver Stone: …ein DEA-Agent mit 30 Jahren Erfahrung….

John Travolta: …er erzählte mir die Dringlichkeit, einen neuen Charakter zu verkörpern war manchmal extrem, weil er es in jedem Moment vermasseln konnte. Das musste ich mir bewusst machen, wenn ich ihn spielte. Du musst alle an der Nase rumführen, denn sonst bist du tot.

Marcus Fliegel: In „Savages“ geht es oft um Paare. Die Hauptfiguren Ben und Cho etwa, aber auch Dennis (von Travolta gespielt) und Lado (von Benicio del Toro gespielt). Sie kamen mir manchmal vor wie Zwillinge auf unterschiedlichen Seiten der Grenze.

John Travolta: Ja…

Oliver Stone: Und Selma (Hayek) und Blake (Liveley)…haben auch eine Dualität. Ich liebe die beiden zusammen, war das nicht eine tolle Szene ?

Marcus Fliegel: Mich hat ihr Look im Film überrascht, das Aussehen von Dennis. Wer hat das vorgeschlagen, war das ihre Idee ? Er hat ja meine Frisur…

Oliver Stone: (hämisches Lachen).

John Travolta: Es war eine Idee von uns beiden. Wir wollten einen natürlichen Look. Erst sollte er etwas exzentrischer angezogen sein. Ich wollte ihn etwas abgerissener aussehen lassen, weil ich dachte es entspricht eher seinem Bewußtsein als wenn er gestylt wäre. Ich mochte die Idee, dass er wie ein Schwein isst. Ich fand dass entspricht seinem Innenleben mehr als die glatte Art wie er sich agiert: die privaten Momente, in denen man seine eigene Unausgeglichenheit zeigt.

Marcus Fliegel: „Savages“ ist ein Film über Beziehungen, es ist ein Thriller, teilweise ein Wirtschaftskrimi und ein Film über den Krieg gegen die Drogen. Im Film wird gesagt, die Legalisierung von Drogen sei der nächste Schritt. Wie sehen sie das, denn zur Zeit sterben ja jedes Jahr tausende in Mexiko im Drogenkrieg ?

Oliver Stone: Es ist zu spät für die Legalisierung, es ist zu spät für Reformen. Das ist vorbei. Wir hätten vor 40 Jahren nicht den Krieg erklären sollen. Im Krieg gibt man Geld aus. Die Figur die John spielt sagt es: „Der Drogenkieg ist wie der Krieg im Irak. Du gibt’s viel Geld aus, nichts passiert, dann beendest du den Krieg und startest woanders einen neuen Krieg und forderst noch mehr Geld“. Geld, Geld, Geld , darum dreht sich alles. Legalisierung wird nicht funktionieren, weil kein Politiker sich damit vorwagt. Sobald einer das tut, werden die Medien ihn umlegen, irgendwelche Eltern werden auftauchen, deren Kind an einer Überdosis gestorben ist. Es ist genauso als ob man den Krieg gegen den Terror stoppen wollte. Wie soll man das machen ? Wenn man das verschwendete Geld kürzt und es passiert etwas, dann gehen dir die Medien und die anderen Politiker an die Kehle. Wohin führt das ? Nirgendwohin? Nichts wird passieren.Es wird nur immer schlimmer. Die Leute verdienen mehr und mehr Geld mit Drogen. Willkommen im Irrehaus !

Marcus Fliegel: Ihr Film bringt die Leute zumindest dazu darüber nachzudenken.

Oliver Stone: Vielleicht. Vielleicht werden wir Teil des Irrenhauses

 

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