Kad Merad und Alice Pol Exklusiv Interview zu Super Hypochonder

Kad Merad, Dany Boon und Alice Pol auf dem Filmplakat zu Super Hypochonder, FILM.TV
14.04.2014; 16:50

Im Gespräch mit Kad Merad und Alice Pol haben wir versucht herauszufinden, warum gefühlt eigentlich immer ein Film des Drehbuchautors und Darstellers in den französischen Kinos läuft und wie es sich anfühlt als - Neue - am Set von Super Hypochonder mit dem eingespielten Team um Dany Boon und Kad Merad.

FILM.TV: Kad Merad, im Film wirken Sie und Dany Boon sehr vertraut. Man hat das Gefühl, dass es eine besondere Chemie gibt. Ist die echt oder besonders gut geschauspielert?

Kad Merad: Das ist tatsächlich so. Diese Chemie gibt es auch im wahren Leben. Wir sind etwas wie Brüder und dazu kommt, dass wir eine ähnliche Geschichte und Herkunft haben. Diese Nähe gibt es also nicht nur am Set, sondern auch außerhalb des Sets. Letztendlich funktioniert diese Nähe dann wohl auch auf der Leinwand. Wir sind auch richtige Fans voneinander und bringen uns gegenseitig zum Lachen. Es gibt auch keinen Konkurrenzkampf zwischen uns beiden.


FILM.TV: Dann ist das gemeinsame Drehen bestimmt besonders inspirierend und lustig. Wieviele Witze entstehen spontan am Set?

Kad Merad: Diese Witze gibt es auf jeden Fall. Das liegt aber auch an Dany, weil er sehr offen ist. Es ist nicht so, dass wir viel improvisieren, dazu gibt es eigentlich kein Raum. Aber wir gehen besonders locker miteinander um und wir haben das gleiche Ziel. Wir wollen das Publikum zum Lachen bringen. Keiner versucht, lustiger zu sein als der andere und durch diese Freiheit haben wir auch ein sehr entspanntes Verhältnis.


FILM.TV: Das klingt nach einem guten Team. Alice Pol, wie schwer ist es, sich als Dritte in diesem Bunde zu bewähren?

Alice Pol: Beim ersten Drehtag hatte ich wahnsinnig Schiss, aber diese Angst war nach der ersten Stunde schon weg. Ich habe sofort gespührt, dass die Beiden nicht „den Star raushängen lassen“ und der etwas unbekannteren und jüngeren Schauspielerin ihren Platz zuweisen. Im Gegenteil, sie haben alles dafür getan, dass ich mich wohl fühle. Dazu kommt, dass die Rolle die ich spiele, eine Art Motor für den Film ist. Es ist ja nicht einfach nur eine Frau, die hübsch aussieht und einfach nur da ist. Die Liebenswürdigkeit der Beiden hat aber dazu geführt, dass es gar kein Problem war, die Dritte im Bunde zu sein.


FILM.TV: Wenn man in Frankreich ins Kino geht, läuft eigentlich immer mindestens ein Film von Kad Merad. Wie kommt das? Sind sie selbst erstaunt über Ihre große Präsenz?

Kad Merad: Ich kann es mir auch nicht richtig erklären, aber irgendwie hört das nicht auf. Ich drehe wirklich super gerne und liebe meinen Job. Ich mag Komödien und bin gerne von Menschen umgeben. Ich spiele gerne auch im Team. Dann kommt noch die Fernseh- und Pressearbeit dazu und irgendwann hat man wohl das Gefühl, ich sei immerzu überall. Es stimmt schon, dass ich relativ wenig Ferien habe und sehr viel drehe, aber es macht mir einfach total viel Spaß. Ich drehe nicht, weil ich Erfolg haben will. Irgendwann höre ich auch auf, aber erst wenn ich älter bin. Zur Zeit drehe ich einfach viel und solange sich keiner beschwert, wird das auch so bleiben. Ich bin 50 Jahre alt und habe 50 Filme gedreht, das ist doch ok (lacht).


FILM.TV: Im Film gibt es ja zwei Komplexe - das Hypochonder-Thema und das Bürgerkriegs-Thema. Die Kombination wirkt im ersten Moment überraschend. Waren Sie auch überrascht davon? Wie lässt sich das kombinieren?

Alice Pol: Ich war anfangs auch etwas überrascht, aber ehrlich gesagt angenehm. Auf einmal wird der Film eine Actionkomödie. Es erinnerte mich etwas an den Film „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ - die Komödie mit Michael Douglas und Kathleen Turner. Insofern war es eine Überraschung, aber eine positive.


FILM.TV: Der Film spricht auch das Thema Flüchtlinge an. Es gibt ja viele Diskussionen, wie und ob man sich dafür engagieren sollte. Inwiefern soll der Film dort ein Statement sein?

Kad Merad: Jetzt gehen wir etwas aus dem Kontext des Filmes heraus. Das ist eher ein politisches Thema. Natürlich ist es ein wichtiges Thema, aber es ist auch etwas heikel, weil es jetzt um Ausweisung und Flüchtlingscamps geht. Ich glaube nicht, dass Dany mit seinem Film ein sozialen Kommentar abgeben wollte. Er hat sich bestimmt nicht gedacht: „oh das Thema ist aktuell, jetzt mache ich mal etwas dazu“. Gut, es ist ein Land irgendwo im Osten, aber dazu muss man auch sagen, dass es das Land ja nicht gibt. Es ist ja ein fiktives Land. Es hat vielleicht schon eine gewisse Nähe zu aktuellen Geschehnissen, aber das ist wohl eher ein politisches Problem. Frankreich ist bei weitem auch nicht das einzige Land, das Probleme mit Einwanderungen hat. Es ist ein Problem, dass es schon sehr lange überall gibt. Im Film ist es wohl eher ein Zufall, dass das eine Rolle spielt. Aber natürlich beeinflussen aktuelle Geschehnisse einen auch in gewisser Weise.


FILM.TV: Dany Bonn war selbst Vorbild für seine Rolle. Wie stehen Sie denn Besuchen beim Arzt gegenüber?

Alice Pol: Naja, ich bin etwas so wie der Film anfängt. Ich google permanent im Internet, wenn ich irgendwo ein kleines Wehwehchen habe. Dann merke ich nach einer längeren Session, dass es ein ganz großes Problem ist, was ich dort haben könnte und wenn ich mir dann ganz sicher bin, gehe ich auf keinen Fall zum Arzt, weil ich viel zu viel Angst vor der Diagnose habe. Ich habe während der Dreharbeiten aber auch gemerkt - weil man sich ja sehr viele Küsschen gibt und sich die Hände schüttelt - dass ich mir sehr viel öfter die Hände desinfiziere als vorher.
Kad Merad: Ich gehöre zu denen, die ein Problem mit Krankheiten haben. Ich will es ehrlich gesagt gar nicht so genau wissen. Ich bin jemand der wirklich immer nach vorne sieht und gut leben möchte; der auch Alkohol trinkt, mit dem Rauchen habe ich aufgehört, aber ansonsten genieße ich eigentlich das Leben. Ich bin ein echter Lebemensch. Ich will es echt nicht wissen. Ich habe trotzdem letztens einen medizinischen Checkup machen lassen und da ist echt rausgekommen, dass ich wirklich zu viel Wein trinke. Das hat mir erst etwas Angst gemacht, aber das verdränge ich dann. Ich will nur leben und mir nicht allzu viele Fragen stellen.


FILM.TV: Was sind denn ihre ultimativen Tipps zum Gesundbleiben.

Kad Merad: Ganz viel Liebe machen, naja, und vielleicht auch etwas Sport treiben.
Alice Pol: Viel viel arbeiten, damit man überhaupt nicht ans Sterben denken muss.



Autor: Sebastian Lorenz


 
 

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