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Ausgezeichnet und umsatzstark: Die Besten Filme bei den Oscars mit den höchsten Einspielergebnissen

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11.04.2016 11:38
 
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Die Aufregung der diesjährigen Oscar-Verleihung, die ‚überschattet‘ wurde durch die Auszeichnung von Leonardo DiCaprio, hat sich allmählich wieder gelegt. Der hat es in seinem nunmehr sechsten Anlauf endlich zu der begehrten Trophäe geschafft, statistisch gesehen lag die Wahrscheinlichkeit für den Sieg relativ hoch: Von den insgesamt 90 Schauspielern, die zwischen 1929 und 2016 als Beste Hauptdarsteller gekürt wurden, erhielten alleine 42 – inklusive DiCaprio – den Oscar für ihr Mitwirken in einem Drama. und durch den damit verbundenen Rummel die Ehrung des besten Films eindeutig in den Hintergrund gedrängt.

Der Rummel um DiCaprio hat die Ehrung des bestens Films eindeutig in den Hintergrund gerückt. Das Missbrauchs-Drama „Spotlight“ teilt darüber hinaus das Schicksal so vieler seiner Vorgänger in dieser Kategorie, nämlich den vergleichsweise überschaubaren kommerziellen Erfolg (in den USA 54 Millionen Dollar). Selbst die umsatzstärksten Oscar-Gewinner in der Kategorie Bester Film schaffen es nur in den allerseltesten Fällen unter die 100 Filme mit dem größten Einspielergebnis. In dieser Top 10 gehören lediglich vier zu dieser Gruppe, unter die besten zehn hat es sogar nur ein einziger geschafft – beziehungsweise ein weiterer Preisträger, der allerdings schon vor mehr als 40 Jahren seinen Platz an der Spitze räumen musste.

Nebenbei bemerkt: Weder die Produktionskosten noch die Umsätze an den Kinokassen sind in irgendeiner Weise ausschlaggebend. Während Blockbustern wie „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ oder „Star Wars – Das Erwachen der Macht“ (der nicht einmal als Bester Film nominiert wurde) die Auszeichnung mit dem Goldjungen verwehrt blieb, schaffte es im Gegensatz dazu „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ mit einem gerade einmal zweistelligen Millionenbudget und einem kaum größeren Einspielergebnis, einen Oscar zu ergattern.

Rain Man Plakat

10 Rain Man

Regie: Barry Levinson, 1988 – 354,83 Millionen Dollar

Seit seinem Erscheinen in den Kinos ist die Geschichte um das ungleiche Brüderpaar zu einem filmischen Klassiker avanciert. Das liegt nicht zuletzt an der ebenso denkwürdigen wie auch einfühlsamen Darstellung des autistischen Raymond Babbitt, für die Dustin Hoffman den Oscar als Bester Hauptdarsteller erhielt. Dazu wurden auch die Regie und das Originaldrehbuch ausgezeichnet, in vier anderen Kategorien reichte es hingegen nicht mehr.

American Beauty Poster

9 American Beauty

Regie: Sam Mendes, 1999 – 356,30 Millionen Dollar

Gleich mit seinem ersten Kinofilm überhaupt gelang dem britischen Regisseur Sam Mendes ein großer Wurf, auch wenn es in den US-Kinocharts nicht ganz für die Top 10 des Jahres 1999 reichte. Gemessen an der Tatsache, dass es bei acht Nominierungen insgesamt fünf Oscars gab, ist das sicher ein Makel, den alle Beteiligten verschmerzen konnten. Für die Zuschauer jedenfalls bietet die satirische Zurschaustellung amerikanischer Vorstadtabgründe eine der vielleicht meistzitierten Filmszenen überhaupt – Stichwort Rosenblütenregen!

Slumdog Millionaire Plakat

8 Slumdog Millionaire

Regie: Danny Boyle, 2008 – 377,91 Millionen Dollar

Besser machte es da noch Slumdog Millionaire, in dem der Waisenjunge Jamal durch seinen Auftritt beim indischen Pendant von „Wer wird Millionär“ nicht nur die Gelegenheit bekommt, seinem bisherigen Leben zu entkommen, sondern dies zugleich mit seiner Angebeteten zu tun. Die filmische Umsetzung ist dabei so gut gelungen, dass der Film mit insgesamt acht Oscars ausgezeichnet wurde: Neben dem Besten Film erhielten die Regie, das (adaptierte) Drehbuch, die Kamera, die Filmmusik, der Song, der Ton und der Schnitt die Trophäe. Daneben waren auch der Tonschnitt und ein weiterer Musiktitel nominiert.

Vom Winde Verweht Plakat

7 Vom Winde verweht

Regie: Victor Fleming, 1939 – 400,18 Millionen Dollar

Apropos Filmklassiker: Die fast vierstündige Verfilmung um Scarlett O’Hara (Vivien Leigh) und Rhett Butler (Clark Gable) basiert auf einem der erfolgreichsten Romane der amerikanischen Literaturgeschichte und tut es der Vorlage hinsichtlich der Bekanntheit und des Erfolgs in jedem Fall gleich. Dreizehn Nominierungen erhielt die Geschichte aus dem Sezessionskrieg, acht konnte sie gewinnen und erhielt noch dazu zwei Ehren-Oscars. Bemerkenswert auch die Auszeichnung von Hattie McDaniel, die sich als erste afro-amerikanische Schauspielerin über den Oscar für die Beste Nebendarstellerin freuen konnte.

„Vom Winde verweht“ ist übrigens der Film, der seinen lange verteidigten Platz an der Spitze der umsatzstärksten Filme räumen musste. Nach 36 Jahren wurde das Epos im Jahr 1975 von Platz 1 verdrängt – von Steven Spielbergs „Der Weiße Hai“!

The Kings Speech Plakat

6 The King’s Speech

Regie: Tom Hooper, 2010 – 414,21 Millionen Dollar

Einer der beiden Filme nach einer wahren Begebenheit, die bei der Oscar-Verleihung 2011 als Favoriten gehandelt wurden. Die Filmbiographie um den vom Stottern geplagten britischen König George VI. machte schließlich das Rennen um die Trophäe für den Besten Film, weitere Auszeichnungen erhielten Colin Firth als Bester Hauptdarsteller, die Regie und das Originaldrehbuch. In acht weiteren Kategorien reichte es dann leider doch nicht, so dass unter anderem Helena Bonham Carter und Geoffrey Rush als Beste Nebendarsteller leer ausgingen.

Der Mit Dem Wolf Tanzt Plakat

 5 Der mit dem Wolf tanzt

Regie: Kevin Costner, 1990 – 424,21 Millionen Dollar

Ein moderner Western – oder besser: Anti-Western –, dessen Darstellung der Beziehung zwischen amerikanischen Ureinwohnern und weißen Siedlern nichts mehr mit den sonst üblichen Schwarz-Weiß-Malereien zu tun hatte. Dafür sorgt auch heute noch allein das mit viel Aufwand aufgearbeitete Bild der Indianer, was sich nicht zuletzt in den vielen Szenen in der Sprache der Lakota niederschlägt. Der Lohn für die Mühen waren insgesamt zwölf Nominierungen bei den Oscars von 1991, von denen sieben gewonnen werden konnten – einzig die Schauspielerriege um Kevin Costner, Mary McDonnell und Graham Greene ging komplett leer aus.

In der FILM.TV-Liste der besten Western belegt „Der mit dem Wolf tanzt“ trotz namhafter Konkurrenz immer noch ersten Platz.

Gladiator Plakat

4 Gladiator

Regie: Ridley Scott, 2000 – 457,64 Millionen Dollar

Einer der vergleichsweise typischen Kinoblockbustern unter den als Bester Film prämierten Leinwandwerken, die ansonsten eher selten Berücksichtigung finden. Im Fall von „Gladiator“, der nicht mit Schlachten- und Kampfszenen spart und nicht nur deswegen in seiner Dramaturgie eine gewisse Ähnlichkeit zu „Braveheart“ aufweist, machte sich der hohe finanzielle Einsatz – das Budget lag immerhin bei 100 Millionen Dollar – auch auf der Filmpreis-Ebene bezahlt: Trotz der teilweise überdeutlichen Fehler bei der historisch-korrekten Darstellung (für die auch der Hinweis auf eine fiktive Filmhandlung keine Ausrede sein kann) heimste das monumentale Epos 2001 fünf Oscars ab, bei insgesamt zwölf Nominierungen.

Allerdings: Wesentlich besser schnitt aber 40 Jahre zuvor der nicht minder monumentale Historienfilm „Ben Hur“ ab. Ebenfalls auf antikem Erzählstoff basierend, gab es für die Geschichte um den römischen Sklavenaufstand insgesamt elf Oscars – bei ebenfalls zwölf Nominierungen. Und in den deutschen Kinos sich der im internationalen Vergleich deutlich erfolgreichere „Gladiator“ auf der finanziellen Ebene dem Platz 9 dieser Liste geschlagen geben. Hierzulande lockte „American Beauty“ noch mehr Zuschauer in die Kinos.

Forrest Gump Plakat

3 Forrest Gump

Regie: Robert Zemeckis, 1994 – 677,39 Millionen Dollar

Ob politischer Film oder nicht, ob Ehrung des konservativen Amerikas oder ironische Verballhornung des amerikanischen Traums – unterm Strich ist „Forrest Gump“ eine berührende, oftmals traurige, aber genauso oft auch belustigende Geschichte. Die meist rein zufälligen Verknüpfungen von Forrests Biografie mit wichtigen Ereignissen des Amerikas der 1950er bis 1980er sorgen ebenso oft für Überraschung und ein Schmunzeln wie die Lebensweisheiten, die die Hauptfigur immer wieder zum Besten gibt. 

Wie auch immer die Kritik den Film in den letzten 20 Jahren bewertet hat – hierzu eine Debatte von Beb Svetkey und Sam Adams auf bbc.com –, der Academy war er gut genug für die höchstmögliche Auszeichnung – und fünf weitere, unter anderem für Tom Hanks als Besten Hauptdarsteller. Zugleich ist „Forrest Gump“ – wenn man einmal vom Sonderfall „Vom Winde verweht“ absieht – der erste der bislang genannten Oscar-Gewinner, der sich nach wie vor unter den 100 umsatzstärksten Kinofilmen behaupten kann.

Herr Der Ringe Plakat

2 Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs

Regie: Peter Jackson, 2003 – 1,12 Milliarden Dollar

Der krönende Abschluss der filmischen Umsetzung von J.R.R. Tolkiens literarischer Vorlage gehört zu einem exklusiven Trio. Zusammen mit „Ben Hur“ und „Titanic“ teilt sich „Die Rückkehr des Königs“ die Ehre, insgesamt elf Oscars gewonnen zu haben. Allerdings war der dritte Teil der Ring-Trilogie dabei im Grunde genommen effizienter – denn jede einzelne Nominierung führte zu einer Auszeichnung! 

Das reichte allerdings trotzdem nicht aus, in eine weitere illustre Gruppe aufgenommen zu werden: Trotz der Vielzahl der gewonnenen Oscars konnte „Der Herr der Ringe“ nicht in den fünf Königsdisziplinen punkten, so dass der Gewinn in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin und Bestes Drehbuch immer noch allein „Es geschah in einer Nacht“ (1934), „Einer flog über das Kuckucksnest“ (1975) und „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) vorbehalten bleibt.

Trotz des enormen Einspielergebnisses – „Die Rückkehr des Königs“ war überhaupt erst der zweite Film der Kinogeschichte mit Einnahmen von über einer Milliarde Dollar – belegt das Schlusskapitel der Tolkien-Verfilmung in der ewigen Bestenliste nur noch Platz 13.

Titanic Plakat

1 Titanic

Regie: James Cameron, 1997 – 2,19 Milliarden Dollar

Fast 20 Jahre alt und immer noch ein Film der Superlative. Zusammen mit „Alles über Eva“ aus dem Jahr 1950 teilt sich „Titanic“ den ersten Platz für die meisten Oscar-Nominierungen (insgesamt 14), das Drama gehört zu den drei am häufigsten ausgezeichneten Filmen und war mit einem weltweiten Einspielergebnis von mehr 1,8 Milliarden Dollar für mehr als zehn Jahre der erfolgreichste Film aller Zeiten. Die 3D-Umsetzung steigerte die Umsätze sogar noch bis jenseits der 2-Milliarden-Dollar-Marke, was aber nicht verhindern konnte, dass „Titanic“ inzwischen auf den zweiten Platz weichen musste – weil James Cameron sich mit „Avatar“ zumindest an den Kinokassen noch einmal selbst übertroffen hat.

Titanic in 3D Trailer

Titanic in 3D Trailer
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Berlin, Berlin

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Pavarotti

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Autor: Jochen Becker | Gesprächswert: 83%