Das Mädchen Aus Dem Wasser Filmtipp

Während unsere heutige Zeit mit Reality-TV und oft abgedroschenen Kinostoffen zugekleistert wird, bringt Shyamalan immer wieder originelle, dynamische Geschichten auf die Leinwand, die das Publikum mit seinem Markenzeichen, einer Mischung aus Suspense, Dramatik, Humor und tief empfundenem Gefühl, begeistert.

Sein ungewöhnlich selbstbewusster Stil kombiniert den durchdachten Bildaufbau mit langen Einstellungen, meist ohne die Szenen aus anderen Blickwinkeln zu ergänzen. Formal geht der Regisseur also ebenso provokant unkonventionell vor wie inhaltlich – was seine Leidenschaft für das Erzählen untermauert.

„In meinen Filmen drücke ich mein emotionales Innenleben aus“, sagt Shyamalan. „In jedem Film werfe ich Fragen auf, die mich zu dem Zeitpunkt selbst beschäftigen. Ich finde, dass ich meinen Zuschauern ehrlich gegenübertreten muss. Also spreche ich ehrlich über die Dinge, die mir am Herzen liegen, und zwar im Kontext einer fiktiven Geschichte, die allen Spaß macht.“

Zwei Milliarden Dollar haben Shyamalans Filme bisher an der Kinokasse und auf dem DVD-Markt eingebracht – ein gutes Indiz dafür, dass seine Filme ebenso persönlich wie zeitlos wirken. Die Zuschauer schätzen ihre Originalität und Aufrichtigkeit ebenso wie ihre Intelligenz. Ob er sich mit übernatürlichen Phänomenen oder sehr persönlichen Tragödien beschäftigt – immer spricht Shyamalan in uns die Urfragen der menschlichen Existenz an, und er setzt sie in Beziehung zum grenzenlosen Universum. Und dafür benötigt er nie Gewalt oder aufdringliche visuelle Effekte.

„Night schreckt bei seiner Arbeit vor nichts zurück – genau das zieht die Menschen in seinen Bann“, sagt Bryce Dallas Howard, die für ihre erste Spielfilm-Hauptrolle in „The Village“ begeisterte Kritiken erhielt. „Die Zuschauer wissen ganz genau, dass sie etwas zu sehen bekommen, bei dem Angst keine Rolle spielt.“

Shyamalans bisher wohl originellster und mutigster Film ist „Lady in the Water“ (Das Mädchen aus dem Wasser): Er entstand aus einer improvisierten Gutenachtgeschichte, die der Regisseur seinen beiden kleinen Töchtern erzählte. „Wenn ich meinen Kids etwas erzähle, schere ich mich nicht um Formfragen – was mir gerade einfällt, sprudelt einfach so aus mir heraus“, beschreibt er das abendliche Ritual.

„Wisst ihr eigentlich, dass jemand unter unserem Pool wohnt?“, fragte Shyamalan eines Abends aufgrund einer spontanen Eingebung – so begann eine Story, die sich über Tage und Wochen endlos weiterentwickelte. „Daraus entstand eine Art Odyssee“, erinnert er sich. „Im Kern der Geschichte steckte etwas, was mich trieb, jeden Abend unentwegt weiterzuerzählen. Auch als die Geschichte endlich abgeschlossen war, redete ich trotzdem mit meinen Töchtern ständig weiter darüber – wir überlegten, was die Figuren wohl als Nächstes erleben würden. Die Story beschäftigte uns außergewöhnlich intensiv.“

„Das Mädchen aus dem Wasser“ erzählt von einer bezaubernden, nymphenartigen jungen Frau namens Story und dem heruntergekommenen Hausmeister Cleveland. Er entdeckt, dass sie ein Narf ist: eine Figur aus einer uralten epischen Gutenachtgeschichte, die unsere Menschenwelt besucht, um eine lebenswichtige, heilige Mission zu erfüllen. Weil sie derzeit zwischen den Welten gefangen ist, stehen der Erfolg ihrer Aufgabe und vielleicht sogar ihr Leben auf dem Spiel. Deswegen versteckt sie sich in Clevelands Mietsblock und haust in den kühlen, düsteren Kanälen unter dem Swimmingpool.

Storys Rückkehr in ihre Heimat ist äußerst gefährlich, denn wilde Monster versuchen sie zu verhindern – was letztlich auch für die Menschenwelt katastrophale Konsequenzen heraufbeschwört. Cleveland tut sich mit seinen Nachbarn zusammen, um das Geheimnis von Storys Schicksal zu ergründen, und sie machen eine verblüffende Entdeckung: Auch sie selbst werden vom Schicksal in diese fantastische Geschichte hineingezogen, die auch die reale Umwelt vereinnahmt.

Wie Cleveland und die Nachbarn glaubte schließlich auch Shyamalan selbst an die Geschichte. „Ich musste selbst hundertprozentig an diese Story glauben, um sie überzeugend auf die Leinwand zu übertragen“, sagt er. „Denn wenn ich den Zuschauern die reine Wahrheit erzähle – nämlich dass ich an solche Phänomene glaube –, dann lassen sie sich von dieser Botschaft überzeugen. Das ist meine große Hoffnung.“

Shyamalans Entschluss, die Story mit seinem großen Publikum zu teilen, war also nur eine Frage der Zeit. „Zur selben Zeit entwickelte ich die Idee zu ,The Village‘. Weil es mir aber damals nicht besonders gut ging, musste ich zunächst mit ,The Village‘ das formulieren, was mich damals bewegte: Wie weit würde ich gehen, um meine Familie zu schützen? Würde ich mich von der Gesellschaft abschotten? Würde ich dabei fragwürdige Methoden in Kauf nehmen? Ich war damals noch nicht in der Lage, diese Fragen optimistisch zu beantworten. Doch inzwischen fühle ich mich inspiriert und voller Hoffnung, und das kommt in ,Das Mädchen aus dem Wasser‘ zum Ausdruck.“

Mit „Das Mädchen aus dem Wasser“ schafft Shyamalan einen kompletten neuen Mythos in der Tradition von „The Princess Bride“ (Die Braut des Prinzen), „E.T.“ (E.T.) und „The Wizard of Oz“ (Der Zauberer von Oz), um unseren Glauben an eine höhere Macht zu stärken, an eine Welt unbegrenzter Möglichkeiten, die man nicht vollständig begreifen kann. „Im Erwachsenwerden liegt ein Problem: Wir vergessen, dass absolut alles möglich ist“, glaubt Shyamalan. „Was also früher möglich war, müssen wir jetzt in Geschichtenform bringen. Aber weil unser Zynismus die Oberhand gewonnen hat, müssen diese Geschichten als Kindergeschichten erzählt werden. Die ursprünglichen Wahrheiten sind jetzt also als Kindergeschichten getarnt.“

„In ,Das Mädchen aus dem Wasser‘ gibt es ein komplettes Ökosystem von Wesen, die in der unmittelbaren Umgebung des Mietsblocks existieren“, fährt er fort. „Aber die Bewohner müssen erst jahrhundertelange Erfahrungen abtragen, um wieder wie die Kinder zu werden und an die unbegrenzten Möglichkeiten zu glauben. Erst dann können sie Verbindung zu der anderen Welt aufnehmen, die neben ihrer eigenen existiert.“

„Wahrscheinlich erzählen wir gern Gutenachtgeschichten, weil wir nicht vergessen wollen, dass wir selbst Teil einer Story sind“, meint Howard. „Wir sind Teil eines großen Systems, und obwohl es häufig chaotisch wirkt, liegt ihm doch ein Plan, ein Ziel zugrunde.“

Wie in allen von Shyamalans Filmen geht es um den Glauben – was vor allem in „Signs“ Thema war. In „Das Mädchen aus dem Wasser“ beschreibt der Regisseur aber auch, wie man dem Leben einen Sinn gibt. „Immer wenn ich von meinem mir vorgegebenen Weg abkomme, fühle ich mich todunglücklich“, gibt Shyamalan zu. „Manchmal erlebe ich Menschen, die nichts ausstrahlen – ihnen fehlt eine bestimmte Aura, die all jene Menschen auszeichnet, die andere inspirieren. In einer solchen Situation erkenne ich, dass sie noch nicht das tun, was ihnen vorgegeben ist. Sie haben ihre Aufgabe im Leben noch nicht gefunden.“

„Das Mädchen aus dem Wasser“ ist das jüngste Kapitel auf Shyamalans Weg als Geschichtenerzähler, sein siebter Film in einer Reihe unverwechselbarer Storys, die durch ein gemeinsames Anliegen verbunden sind: Sie wollen inspirieren und unterhalten. Dazu Shyamalan: „Wenn die Menschen aus dem Kino kommen, dann schöpfen sie hoffentlich wieder Hoffnung für sich und andere. Es geht um die Hoffnung, dass jeder seine Aufgabe findet – dass wir alle unseren Auftrag auf diesem Planeten erfüllen.“


Die Figuren

Cleveland Heep läuft vor seiner Vergangenheit weg und hat sich dadurch weit von seiner eigentlichen Bestimmung entfernt. „Ganz offensichtlich leidet er unter einem großen Verlust“, sagt Autor/Regisseur M. Night Shyamalan. Der ehemalige Arzt verkriecht sich als Hausmeister in The Cove, einem unauffälligen Mietsblock in einem Vorort von Philadelphia. Wenn er überhaupt mit seiner Umwelt in Kontakt treten muss, dann möglichst kurz und unpersönlich. Weil Cleveland sein ungeheures Leid, seine Trauer verdrängt, stottert er. Die Nachbarn halten ihn laut Paul Giamatti „für eine traurige Figur – über ihm schwebt immer eine düstere Wolke. Cleveland will von seiner Vergangenheit nichts mehr wissen. Er hat den langweiligen Job als Hausmeister übernommen und schottet sich mehr oder weniger ab. Er verkriecht sich in seinem kleinen Hausmeister-Bungalow in The Cove.“

Shyamalan schrieb diese Rolle speziell für den Oscar-Kandidaten Giamatti („Cinderella Man“/Das Comeback), nachdem er den Schauspieler im urkomisch-herzzerreißenden Independent-Hit „Sideways“ (Sideways) gesehen hatte. „Ich fand seinen Humor, seine Menschlichkeit in dieser überzeugenden Hauptrolle einfach umwerfend. Ich habe mit ihm mitgefühlt und gebangt, wie ich das nur bei wenigen Schauspielern empfinde“, sagt Shyamalan.

Eine Vorführung von „American Splendor“ (American Splendor) und schließlich das Treffen mit Giamatti persönlich bestätigten dem Regisseur, dass er seinen Hauptdarsteller gefunden hatte. „Paul und ich haben uns sofort verstanden. Wir haben einen ähnlichen Sinn für Humor und teilen in vielen Dingen die gleichen Ansichten. Wie wir alle hat auch Paul sein Päckchen zu tragen, aber er geht locker damit um.“

Giamatti war hingerissen von Shyamalans kühnem Erzählkonzept für „Das Mädchen aus dem Wasser“: „Schon die Idee ist gewaltig, und er setzt sie auf sehr mutige Weise um.“

„Paul Giamatti ist mein Richard Dreyfuss“, sagt Shyamalan – er bezeichnet „Jaws“ (Der weiße Hai) und „Close Encounters of the Third Kind“ (Unheimliche Begegnung der dritten Art) als die beiden Filme, die in ihm den Wunsch weckten, selbst Filmemacher zu werden. „Er bringt uns zum Lachen, zeigt uns aber auch die seelische Verunsicherung seiner Figuren, um daraus dann Hoffnung auf mehr Menschlichkeit zu schöpfen.“

„Paul Giamatti ist äußerst intelligent und ein hervorragender Schauspieler. Ich habe noch nie einen technisch so präzisen Kollegen erlebt“, staunt Bryce Dallas Howard. Sie spielt jene junge Göttin Story, die Clevelands Leben auf den Kopf stellt. „Paul gehört nicht zu den Schauspielern, die sich in eine ruhige Ecke zurückziehen, um sich in eine bestimmte Stimmung zu bringen. Er arbeitet sehr konzentriert und kann absolut alles darstellen. In einer Szene liest Story Clevelands Tagebuch. Paul schrieb ein paar Einträge in das Tagebuch, das wir beim Dreh benutzten, und die habe ich gelesen. Das hat mir unglaublich geholfen – es war wie ein Licht in absoluter Dunkelheit.“

Als Cleveland Story in einem Winkel von The Cove entdeckt, wird er mit einem Ruck aus seinen zusammenhanglosen Tagträumen gerissen: Dieses mächtige und attraktive Wesen bringt Cleveland dazu, ihm bei der gefahrvollen Rückreise in die fantastische Blaue Welt zu helfen. „Cleveland spürt Vatergefühle in sich. Er will endlich seine Kraft darauf verwenden, für jemand anderen da zu sein. Aber er begreift das erst, als er Story kennen lernt“, sagt Shyamalan.

Aber es ist nicht nur Hilfsbereitschaft, die Story in Cleveland auslöst. „Durch sie denkt er auch wieder über seine verdrängten Probleme nach“, sagt Giamatti. „Er ist bisher wie ein Schlafwandler durchs Leben gegangen, aber das ist in ihrer Gegenwart nicht mehr möglich.“

„Story merkt, dass Cleveland trauert, dass er völlig verloren ist“, fügt Howard hinzu. „Sie begreift, dass er sein Leid nicht ausdrücken kann. Zwischen ihnen entwickelt sich eine wunderbare Beziehung, weil sie ihm weiterhilft – und er ihr.“

Howard erlebt die sehr intuitive, schöne Story als „einen Engel, der die Menschen zu Höchstleistungen animiert, weil er an sie glaubt“. Dennoch kann auch Story es überhaupt nicht fassen, dass ihr Schicksal die ganze Menschheit beeinflussen wird.

„In Bezug auf die Zukunft der Erde spielt sie in der Geschichte die entscheidende Rolle, was ihr sehr seltsam erscheint, weil sie sich nicht mal als besonders fähigen Narf erlebt“, meint Howard. „Mich berührt dabei vor allem, dass sich diese Inkarnation Gottes selbst überhaupt nicht als außergewöhnliches Wesen wahrnimmt. Es ist wunderbar, dass auch Story genau wie Cleveland erst ihre Bestimmung finden muss.“

Schon früh wirkte Howard an dem Arbeitsprozess mit, in dem Shyamalan die Gutenachtgeschichte „Das Mädchen aus dem Wasser“ in das äußerst vielschichtige Drehbuch übersetzte. Am letzten Drehtag von „The Village“ erzählte er Howard die Handlung von „Das Mädchen aus dem Wasser“. Monate später, als er der Schauspielerin und ihren Eltern „The Village“ auf seiner Farm vorführte, bat er sie, die Rolle der Story zu übernehmen. „Ich setzte mich auf den Fußboden und heulte los“, erinnert sich Howard. „Das hört sich jetzt sehr dramatisch an, aber ich fühle mich Night sehr verbunden, und für mich war es eine Riesensache, dieses Filmangebot zu erhalten.“

„Das war ein großer Moment“, stimmt Shyamalan zu. „Und eine Glaubenssache. Ich hatte das Drehbuch noch gar nicht geschrieben, wollte aber unbedingt, dass sie die Rolle übernimmt.“

„Bryce ist sehr begabt und arbeitet wie ein Tier“, beschreibt Giamatti seine Partnerin. „Hoffentlich werde ich eines Tages mal ein so guter Schauspieler, wie sie es heute schon ist, denn sie ist erstaunlich selbstbewusst … was hoffentlich irgendwie auf mich abfärbt.“

Es dauerte täglich drei Stunden, um Howards wasserfestes Ganzkörper-Make-up aufzutragen, durch das sie sich in den fast durchsichtigen Narf verwandelt. „Story ist das Sonnenlicht nicht gewohnt“, stellt Howard fest. „Meist lebt sie im Wasser, und ihre Hautstruktur ist diesem Element angepasst.“

Bewusster und ungeduldiger als die übrigen Bewohner von The Cove sucht Story nach dem nächsten Schritt auf ihrem Schicksalsweg. Sie muss ein kniffliges Rätsel lösen, um eine Gruppe von Menschen zu finden, die ihr gemeinsam die Rückkehr in die Blaue Welt ermöglichen können. Allerdings darf Story mit keinem Außenstehenden über ihre Mission sprechen. Aber der unerfahrene Narf hat einige Fehler begangen, durch die er jetzt in großer Gefahr schwebt. Gleichzeitig wird Story immer schwächer, weil sie durch einen Angriff des wilden Hyänenmonsters Scrunt vergiftet worden ist. Scrunt will auf jeden Fall verhindern, dass sie in ihre Heimat zurückkehrt.

Es bleibt also nicht mehr viel Zeit – deswegen wendet sich Cleveland an die Mieter in The Cove, um gemeinsam mit ihnen Storys schicksalhaftes Geheimnis zu entschlüsseln, bevor es zu spät ist.

Als einen der Ersten bittet Cleveland Mr. Farber um Hilfe: Der grantige Film- und Buchkritiker ist kürzlich von der Westküste nach Philadelphia gezogen. „Farber ist ein Miesepeter“, sagt der renommierte Schauspieler und Regisseur Bob Balaban, der bekannte Rollen in den Dokumentarfilm-Parodien „Best in Show“ (Best in Show) und „A Mighty Wind“ spielte und aktuell auch in dem Oscar-preisgekrönten „Capote“ (Capote) zu sehen war. „Er ist ausgesprochen unfreundlich und lebt sehr zurückgezogen. Er will nicht gestört werden. Und nie würde er jemanden zu sich einladen.“

Farber hört Cleveland zwar an, doch sein Rat ist genauso zynisch wie seine allgemeine Lebenseinstellung. „Farber sagt Cleveland: ,Es gibt keine Originalität mehr in der Welt, keine neuen Geschichten. Die alten Storys werden einfach nur wiederholt‘“, erzählt Balaban.

Die etablierte Bühnen- und Fernsehschauspielerin Cindy Cheung spielt die College-Studentin Young-Soon Choi, die ihren persönlichen amerikanischen Traum ausleben will, dabei aber von ihrer konservativ denkenden koreanischen Mutter mit Argusaugen überwacht wird. „Young-Soon will die Welt erobern“, sagt Cheung. „Sie hat Mut und experimentiert ständig ganz sorglos mit ihrem Aussehen. In einem Augenblick lässt sie sich von Britney Spears anregen, aber eine Woche später könnte sie durchaus auch Alicia Keys als Muse entdecken.“

Cleveland will von Young-Soon Einzelheiten über die uralte Gutenachtgeschichte erfahren, die ihre Mutter mit niemandem teilen will. „Young-Soon sucht immer noch einen Sinn in ihrem Leben. In der Gutenachtgeschichte gibt es das Motiv der Selbstfindung, das sie schwer beeindruckt. Je mehr Puzzlestücke sie mit Cleveland zusammensetzt, desto mehr will sie darüber erfahren“, sagt Cheung.

Der liebevolle Vater Mr. Dury hat ein Faible für Wörter und Kreuzworträtsel – diese Rolle übernimmt Jeffrey Wright. „Cleveland braucht jemanden, der das Problem anpackt, und Mr. Dury bietet seine Hilfe bei der Bedeutungssuche an“, sagt Wright, der aktuell in dem gefeierten Polit-Thriller „Syriana“ (Syriana) zu sehen war. Den Golden Globe und den Emmy gewann er mit seinem Auftritt in Mike Nichols’ mitreißender Miniserie „Angels in America“ (Engel in Amerika). Wright konnte sich sofort in die Situation von Mr. Dury und dessen kleinem Sohn Joey versetzen: „In dieser Vater-Sohn-Beziehung spiegelt sich das durchgehende Thema des Films“, stellt er fest. „Kinder haben durch ihre Unschuld eine unverstellte Beziehung zu den himmlischen Gefilden. Als Erwachsene müssen wir diese erst wiederentdecken. Wir müssen uns ständig klar machen, dass wir sie dringend brauchen, um menschlich zu bleiben.“

Die Geschwister Vick und Anna Ran bewohnen in The Cove ein gemeinsames Apartment. „Anna hat ihre Aufgabe im Leben noch nicht gefunden“, sagt Sarita Choudhury („A Perfect Murder“/Ein perfekter Mord) über die Frau, die die kranke Story pflegt, während Cleveland nach einer Rettungsmöglichkeit sucht. „Anna ist begeistert über die Abwechslung, die Story in ihr Leben bringt. Wenn jemand Hilfe braucht, ist das auch eine Basis für eine neue Freundschaft.“

Vick möchte Schriftsteller werden und tut sich schwer, sein Buch zu beenden, was seine Schwester zu gutmütig-verärgerten Kommentaren provoziert. „Anna ist zwar überzeugt, dass Vick Erfolg haben wird“, sagt Choudhury. „Aber inzwischen will sie davon nichts mehr hören. Sie sagt bloß noch: ,Jetzt mach endlich!‘“

Unerwartet wird Vick von Story inspiriert, die ihm seine außergewöhnliche Zukunft voraussagt. „Vick ist ein ganz normaler Typ, der jetzt erfährt, dass er sein Buch nur beenden muss, um die Welt dadurch ganz erheblich zu beeinflussen – aber er muss dafür sein Leben geben“, sagt Shyamalan über Vick. Vick ist die bedeutendste Rolle als Darsteller, die der Filmemacher seit dem Auftritt in „Praying with Anger“ (1992), seinem eigenen Debüt als Autor und Regisseur, übernommen hat. „Mir gefiel die Vorstellung, einen durchschnittlichen Typen zu spielen, der eine Entscheidung treffen muss.“

Wie Vick und die übrigen Mieter sucht auch Reggie einen Sinn im Leben. Dabei hat er sich als Bodybuilder ein reichlich einseitiges Ziel gesetzt: Der Umfang seines muskelbepackten rechten Arms und Beins ist um elf Zentimeter größer als der der linken Körperhälfte. „Reggie experimentiert an sich selbst herum“, sagt Freddy Rodriguez, der aktuell in Wolfgang Petersens „Poseidon“ (Poseidon) auftrat und mit seiner Rolle als vollendeter Bestattungsunternehmer in der preisgekrönten Serie „Six Feet Under“ (Six Feet Under – Gestorben wird immer) bekannt wurde. „Er ist eher ein Einzelgänger. Er ist zwar nett, aber seine Nachbarn nehmen ihn nicht ernst.“

An jedem Drehtag erduldete Rodriguez die etwa dreistündige Prozedur, die für seine Maske und das Make-up nötig war: Wie eine Art Ärmel wurde ihm der Maskenteil am Arm befestigt, und entsprechend wurde sein Bein behandelt. Von diesen Maskenteilen fertigte man per Gussform große Mengen an, weil sie jeweils nur einen Tag lang verwendbar waren, denn sie mussten dem Schauspieler nach Drehschluss buchstäblich vom Körper geschnitten werden.

Die vielseitige Schauspielerin Mary Beth Hurt war zuletzt in „The Exorcism of Emily Rose“ (Der Exorzismus von Emily Rose) und „The Family Man“ (Family Man) zu sehen. Diesmal spielt sie Mrs. Bell, die besonders tierlieb ist. „In Mrs. Bell steckt unbändige Lebenskraft“, stellt Hurt fest. „Sie spürt, wie sehr Cleveland leidet, sie fühlt sich ihm verbunden. Maureen Stapleton ist mir als Schauspielerin immer wie eine offene Wunde vorgekommen, und davon hat auch Cleveland etwas. Wenn man sich so gut auf Menschen einstellen kann wie Mrs. Bell, dann fühlt man mit ihnen und möchte ihnen gern helfen.“

Obwohl sich Mr. Leeds außer für seinen Fernseher für niemanden interessiert und sehr skeptisch auf Story reagiert, durchschaut er doch Clevelands Underdog-Fassade. „Sie sind sich recht ähnlich“, sagt Bill Irwin, der in „The Manchurian Candidate“ (Der Manchurian Kandidat) und „Igby Goes Down“ (Igby) zu sehen war. „Wie Cleveland muss auch Mr. Leeds einen schrecklichen Verlust kompensieren. Seine Methode: Er sieht fern, verschanzt sich hinter Büchern und verlässt nie seine Wohnung. Wahrscheinlich ist er ein bisschen eifersüchtig auf Cleveland, denn obwohl Cleveland leidet, stottert und niemandem in die Augen schaut, nimmt er dennoch Kontakt zu seiner Umgebung auf. Diese Tapferkeit erkennt Mr. Leeds durchaus an.“

Weitere Rollen übernehmen Jared Harris als der Raucher mit dem Spitzbart, June Kyoko Lu als Young-Soons Mutter Mrs. Choi, Noah Gray-Cabey als Joey Dury, Tovah Feldshuh als Mrs. Bubchik und Tom Mardirosian als Mr. Bubchik.


Leben im Mietsblock: The Cove

„Das Mädchen aus dem Wasser“ entstand komplett in Leavittown/Pennsylvania, etwa 30 Kilometer von Philadelphia entfernt, auf dem Gelände einer ehemaligen Klebstofffabrik. Das 33 Hektar große Gelände bot genügend Raum für das Hauptset des Films, den umfangreichen Wohnblock namens The Cove. Außerdem wurden in den vorhandenen Lagerhallen Studiosets, eine Werkstatt und Büros eingerichtet. Und den gewaltigen Wassertank, der der Fabrik einst als Löschwasserbehälter diente, benutzte man für die Unterwasseraufnahmen.

Weil auf diese Weise alle Facetten der Produktion auf einem Grundstück vereint waren, konnte Shyamalan „Das Mädchen aus dem Wasser“ in der vom Drehbuch vorgegebenen Szenenabfolge drehen. Von dem Moment an, als Cleveland sich Mr. Farber vorstellt, entstand der Film Szene für Szene genauso wie im Skript – mit Ausnahme der Unterwasserszenen, die an den Schluss der Dreharbeiten gelegt wurden.

The Cove ist ein u-förmiger, fünf Stockwerke hoher Wohnblock mit 57 Apartments und einem zentralen Hof, Swimmingpool und einem abseits stehenden Bungalow, der an eine ausgedehnte Wiese mit Baumgruppen grenzt. Der gesamte Komplex entstand ausschließlich für den Film unter Leitung des Produktionsdesigners Martin Childs.

Childs gewann den Oscar für seine Sets zu „Shakespeare in Love“ (Shakespeare in Love). Er war noch nie in seinem Leben in Philadelphia gewesen und durchstreifte zunächst die Vororte, um sich ein Bild von der dort üblichen Bauweise zu machen. So entstanden erste Entwürfe für das Cove-Gebäude, das Shyamalan sich als „Durchgangsstation“ für Mieter vorstellte, die ein unstetes Leben führen: „Ich versuchte mir das soziale Umfeld vorzustellen, das sich in einem Block wie The Cove ergibt, dessen Bewohner die unterschiedlichsten ethnischen, altersmäßigen und gesellschaftlichen Voraussetzungen mitbringen.“

Childs und Shyamalan verzichteten bewusst darauf, schon durch die Bauweise des Hauses eine bestimmte Stimmung vorzugeben (wie sie sich zum Beispiel aus der gruselig-düsteren Atmosphäre eines im gotischen Stil gebauten Hauses ergibt). The Cove ist architektonisch also völlig nichts sagend und lässt keinerlei Rückschlüsse auf die höchst unterschiedlichen Bewohner oder die sich in diesen Mauern anbahnenden Ereignisse zu. „Wir entschieden uns für ein Haus ganz ohne Eigenschaften, das erst durch seine Bewohner einen Charakter bekommt“, erklärt Childs. „In gewisser Weise wirkt es wie ein weißes Blatt Papier, auf dem man die Geschichte niederschreiben kann.“

Aufgrund von Childs’ Entwürfen erstellte man ein maßstabgetreues Modell – es diente als Anhaltspunkt für die strategischen Überlegungen, die vor der Konstruktion des Sets auf dem Fabrikgelände nötig waren. Man kalkulierte genau durch, in welchem Winkel das Sonnenlicht auf das Haus fallen würde und probierte verschiedene Varianten aus. Childs verwendete Computer-Diagramme, um die Sonnenstrahlen zu simulieren, die das Licht auf dem Gebäude bestimmen. Aufgrund dieser Tests entschied sich Childs dann für die günstigste Ausrichtung der Hufeisenform, wobei das „offene Ende“ des Hufeisens der geplanten Baumgruppe gegenüber lag.

Sieben Wochen brauchte das Bauteam unter Anleitung der Ausstatter, um den Wohnblock zu errichten. Neun der Wohnungen wurden komplett eingerichtet und dienten als Apartments der Filmhelden. „Bis auf die Sanitäranlagen und die Heizung war der Komplex vollständig eingerichtet“, bestätigt Produzent Sam Mercer. Tatsächlich sah The Cove derart täuschend echt aus, dass Schauspieler und technisches Team per Memo ermahnt werden mussten, auf keinen Fall die Waschbecken und/oder Toiletten in den Apartment-Sets zu benutzen: „Sie sehen zwar echt aus, aber sie sind es NICHT!“

Wie in der Geschichte bildet jedes Apartment einen eigenen Mikrokosmos, der Auskunft gibt über den Charakter des Bewohners und sein Verhältnis zur Außenwelt – von der Wärme und dem Traditionsbewusstsein der Choi-Wohnung über die gelehrte Einsamkeit von Mr. Leeds’ Bücherhöhle und Mrs. Bells gluckenhaftem Hort für Tiere bis zum lethargischen, unordentlichen Ambiente des Rauchers.

Childs stattete die Wohnungen mit seinen Mitarbeitern derart umfassend aus, dass etliche Darsteller äußerten, sie hätten sich eigentlich erst wirklich in ihre Rolle einfühlen können, nachdem sie sich im jeweiligen Apartment einrichten durften. Einige reagierten ganz spontan aus dem Bauch heraus. Shyamalan erinnert sich: „Als ich die Wohnung des Rauchers zum ersten Mal betrat, wirkte sie so, als ob jemand an die Wände gekotzt hätte.“

Die Innenräume von Clevelands Bungalow entstanden sowohl im Haus selbst als auch im improvisierten Filmstudio – hier galt die Richtschnur: eine möglichst anonyme Atmosphäre. „Clevelands Bungalow soll keinerlei Hinweise auf seine Vergangenheit enthalten, weil er sie verdrängt und niemals darüber redet“, sagt Childs über das bescheidene Heim des Hausmeisters. „Es gibt dort zwar einige ältere Gegenstände, aber die hat wahrscheinlich der frühere Hausmeister zurückgelassen, zum Beispiel die Aktenschränke. Über Cleveland selbst erfahren wir in dem Haus gar nichts – es sei denn, man ist so neugierig wie Story.“

Vicks und Annas Apartment wurde ebenfalls als Extra-Set im Studio errichtet, dazu auch die Poststelle des Wohnblocks, der Raum mit den Waschmaschinen und die Kellerflure. Diese Sets entstanden in Originalgröße und ohne die für Studiobauten typischen verschiebbaren Wände, weil Shyamalan auch hier darauf bestand, eine möglichst authentische Atmosphäre zu schaffen. Eine Schlüsselszene spielt in der Poststelle – bei dieser Gelegenheit drängten sich in dem winzigen Raum 20 Darsteller zwischen die technischen Crew-Mitglieder und die Ausrüstung.

Um Storys geheimen Unterschlupf unter dem Swimmingpool zu schaffen, baute man ein entsprechendes Set und versenkte es dann in dem riesigen Wassertank. Childs orientierte sich bei seinem Entwurf an Storys Äußerung, als sie Cleveland erstmals in seinem Bungalow aufsucht. „Cleveland hat ein ganz normales Sofa, aber Story betont, wie schön sie es findet“, berichtet der Designer. „Dem entnahm ich, dass Story The Cove für etwas ganz Besonderes hält. Also orientiert sie sich bei der Einrichtung ihres eigenen Domizils an dieser Umgebung.“

Storys Schlupfwinkel ist eine Schatzkiste voll glitzernder Gegenstände, die sie während ihres Aufenthalts gesammelt hat. „Sie fühlt sich von glänzenden Objekten angezogen, kennt aber ihren Wert nicht“, sagt Childs. „Neben den Diamanten liegen da also auch verbeulte Cola-Dosen und ein Stück Alu-Folie aus Mrs. Chois Orchideentöpfen.“

Der Swimmingpool dient Story nicht nur als Schleuse in die Menschenwelt, er bildet auch die Schnittstelle zwischen der starren Struktur in The Cove, der organischen Welt, die den Wohnblock allmählich einhüllt, und den Geheimnissen von Storys mythischer Heimat. „Am Pool treffen alle Welten aufeinander“, berichtet Childs. „Auf der einen Seite steht dort das von Menschen errichtete Gebäude. Auf der anderen befindet sich die Natur, der Wald. Unter dem Pool liegt Storys Welt. Der Pool bildet also buchstäblich das Herz des Hauses, in dem alle Welten zusammenkommen.“

Nachdem der Pool fertig gestellt war, wurde er in verschiedenen Farbabstufungen gestrichen, um ihn geheimnisvoller zu machen: am oberen Rand hellblau und dann immer dunkler bis zum Blauschwarz des Beckenbodens. Mit typischer Detailbesessenheit gestalteten Shyamalan und Childs auch den Abfluss des Pools: Er gleicht dem Gully, der in Alfred Hitchcocks klassischem Thriller „Strangers on a Train“ (Der Fremde im Zug) eine Schlüsselrolle spielt – in den Gully lässt ein Mann aus Versehen ein belastendes Beweisstück fallen.

Durch diesen Abfluss im Boden des Pools entdeckt Cleveland Storys geheime Welt unter dem Haus. Paul Giamatti und das Taucherteam unter Leitung von Stunt-Coordinator Jeff Habberstad drehten diese Unterwasserszenen auf zwei Sets, die in dem 1,6 Millionen Liter fassenden Wassertank versenkt wurden – die Crew nannte den Tank „Dicke Bertha“. Darin war nicht nur ein sechs Meter langer Tunnel installiert, den Giamatti im Dunkeln und ohne Atemgerät durchschwimmen musste, sondern auch Storys Versteck, das Cleveland am Ende dieses langen Kanals entdeckt.

„Als wir unsere Proben im Pool begannen, verhielt er sich vom ersten Tag an völlig gelassen“, berichtet Habberstad über Giamatti, der das Stuntteam mit seiner lockeren Haltung im Wasser beeindruckte. Erstaunt waren die Crew-Mitglieder auch darüber, wie lange er die Luft anhalten konnte. „Offenbar blieb er zwischen den Aufnahmen sogar gern unter Wasser, während wir die nächste Einstellung vorbereiteten.“

Habberstad entwickelte in seinem eigenen Swimmingpool eine improvisierte Atemtechnik für Cleveland und brachte sie dann Giamatti bei: Mit einer Art Strohhalm saugt er die Atemluft aus den vielen Glasgefäßen in Storys Sammlung. Giamatti führte diesen Stunt persönlich aus – ohne Atemgerät und ohne die Unterstützung von Spezialeffekten.

„Mit einem anderen Schauspieler hätten wir das nie bewerkstelligen können“, bestätigt Shyamalan bewundernd. „Die Sache war nämlich gefährlich. Denn Paul musste beim Schwimmen und Spielen nicht nur die Luft anhalten, er konnte auch kaum etwas sehen: Im Tank war es sehr dunkel, und das Wasser war sehr trübe, damit es schlammiger, organischer wirkte. Außerdem drehe ich gern sehr lange Einstellungen …“


Die Wächter der Blauen Welt

Genau wie die Legende von der Blauen Welt sind auch die Wesen, die als Wächter zwischen ihr und der Menschenwelt fungieren, Kopfgeburten von M. Night Shyamalan. „Es bringt riesig Spaß, sich etwas völlig Neues auszudenken, das nicht im Geringsten auf unserer Erfahrung aufbaut“, sagt er. „Ich musste mir überlegen, wie diese Wesen existieren können, ohne dass wir sie bemerken. Also habe ich mich zunächst auf die Bäume und Gräser konzentriert.“

Shyamalan holte den Monster-Designer und Illustrator Mark „Crash“ McCreery („The Village“, „Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl“/Fluch der Karibik, „Van Helsing“) bereits an Bord, während er die zweite Fassung des Drehbuchs schrieb. „Crash hat unglaublich viel Fantasie – ich vertraue ihm blindlings“, sagt Shyamalan. „Viele seiner Skizzen haben mich zu neuen Ideen inspiriert – während der Drehbucharbeit und auch während der Dreharbeiten. Seine Bilder hingen im Schneideraum, damit wir ständig vor Augen hatten, welche Schönheit, aber auch welchen Grusel wir erzeugen wollen.“

Die Cove-Mieter haben keine Ahnung, dass auf der naturbelassenen Wiese gleich neben dem Wohnblock ein riesiges wildes Monster namens Scrunt lebt: Seine Aufgabe ist es, Narfs wie Story von ihren Ausflügen durch die Menschenwelt abzuhalten – und ihre Rückkehr in die Heimat zu verhindern. Sein Rücken ist von spitzen Grasstacheln übersät – so kann er sich auf der Wiese tarnen. Schon der kleinste Kratzer von Scrunts Stacheln löst die tödliche Infektion mit dem Gift Kii aus, an dem das Opfer langsam zugrunde geht.

„Ich war von Nights Einfall begeistert, dass dieses Monster sich einfach ins Gras duckt und dadurch scheinbar verschwindet“, sagt McCreery. „Der Scrunt wirkt wie eine Raubkatze, aber uns lag auch sehr viel daran, das Monster als sehr konzentriert und intelligent zu zeigen. Dieses Biest brettert nicht einfach blindlings durch Türen – es schleicht sich an und ist äußerst clever.“

Es gibt aber drei Monster, vor denen selbst der Scrunt Angst hat: Die Tartutic sind drei affenartige Wesen, eine unüberwindliche Macht, die in der Blauen Welt für Recht und Ordnung sorgt. „Diese drei Monster sind derart grausam, dass sie ihre Eltern schon am Abend ihrer Geburt umgebracht haben“, beschreibt Shyamalan die fürchterlichen drei, die sich mit ihrem an Äste und Borke erinnernden Äußeren bestens in Bäumen verstecken können. „Weil jedermann vor den Tartutic Angst hat, werden die Gesetze der Blauen Welt seit Jahrhunderten eingehalten. Kein lebendes Wesen hat die Tartutic je zu Gesicht bekommen, denn wenn man sie sieht, bedeutet das, dass man ein Gesetz übertreten hat und jetzt mit dem Tode bestraft wird.“

Der Große Eatlon dient als Instanz des Guten in der Blauen Welt – und in unserer: Dieser majestätische Vogel mit einer Spannweite von 12 Metern ist der letzte Vertreter einer ausgestorbenen Art von Riesenadlern, die Narfs aus der Menschenwelt in die Blaue Welt transportieren. Wenn Storys Rückkehr in ihre Heimat je gelingen soll, damit sie ihre Bestimmung erfüllt und als Madam Narf die Welt rettet, dann müssen Cleveland und die Mieter ihr zunächst helfen, dass sie mit dem Großen Eatlon davonfliegen kann.

All diese fantasievollen Wesen entstanden für den Film in einer Mischung aus real gefilmten Spezialeffekten und computergenerierten Bildern. Die Firma Spectral Motion Inc., Spezialist für real gefilmte Monster, schuf dreidimensionale Animatronik-Puppen des Scrunt und der Tartutic, die während der Dreharbeiten zum Einsatz kamen. Das elektronische Innenleben der Monster brachte man in einem Aluminiumgehäuse unter, das wasserdicht sein musste, weil viele Szenen im Regen spielen. Dieses Gehäuse wurde dann mit einer Haut aus Latexschaum überzogen.

Die voll beweglichen Scrunts können gehen, laufen und etliche mimische Gesichtsbewegungen ausführen – und zwar mithilfe von vier bis sechs Spectral-Motion-Puppenspielern, die die Monster per Computerkonsole und Fernbedienung dirigieren. Wie viele Puppenspieler für den Scrunt zum Einsatz kamen, hing von Shyamalans Drehbuchvorgaben der jeweiligen Einstellung ab. Je ein Puppenspieler war für die Ohren, das Maul und die Augen zuständig, und ein weiterer Mitarbeiter dirigierte per Computer die Bewegungen des gesamten Körpers.

Die Tartutic werden von drei Schauspielern dargestellt: Jeder trug einen Ganzkörperanzug mit Spezialschuhen und Handschuhen und einem mechanischen Kopf, der von zwei Puppenspielern gelenkt wurde. Die Anzüge wurden aus Latexschaum geformt – die aus Zweigen bestehende Haut gestaltete man per Hand aus erhitzten Plastikröhren.

Bei Spectral Motion entwarf und gestaltete man auch die Super-Muskeln, die Freddy Rodriguez in den sehr einseitig trainierten Bodybuilder Reggie verwandelten – der rechte Arm und das rechte Bein sind jeweils elf Zentimeter dicker als seine linke Seite.

Den äußerst eleganten Himmelsboten Großer Eatlon entwarf Crash McCreery. Die innovative Trickschmiede ILM hauchte ihm dann während der Endfertigung mit visuellen Effekten Leben ein. Außerdem entstanden bei ILM Computersequenzen, die die Scrunt- und Tartutic-Szenen verfeinerten und ergänzten. „Ich arbeite sehr gern mit ILM zusammen“, sagt Shyamalan. „Als ich ,Star Wars‘ sah, war ich sieben Jahre alt – ich staunte nur, was ILM dort geschaffen hatte. Jetzt, wo ich tatsächlich mit ihnen an ,Das Mädchen aus dem Wasser‘ arbeite, habe ich das Gefühl, dass sich der Kreis schließt. Echt cool!“



DARSTELLER

PAUL GIAMATTI

Cleveland Heep

Mit sehr unterschiedlichen, präzise gestalteten, preisgekrönten und von der Kritik gefeierten Auftritten profiliert sich Paul Giamatti als einer der vielseitigsten Schauspieler seiner Generation. Sein Auftritt in Ron Howards „Cinderella Man“ (Das Comeback) wurde mit Nominierungen für den Oscar und den Golden Globe gewürdigt und mit den Nebendarsteller-Preisen der Screen Actors Guild (Gewerkschaft der Filmschauspieler) und der Rundfunk-Filmkritiker ausgezeichnet. Preisgekrönt wurde auch seine Leistung in Alexander Paynes „Sideways“ – in der Kategorie Bester Darsteller bei den Independent Spirit Awards und mit dem Preis der New Yorker Filmkritiker. Außerdem war Giamatti für den Golden Globe nominiert.

Im Sommer 2006 war er als Sprecher neben Julia Roberts, Nicolas Cage und Meryl Streep in John A. Davis’ animiertem Familienabenteuer „The Ant Bully“ (Lucas der Ameisenschreck) zu hören. Außerdem trat er neben Edward Norton und Jessica Biel in Neil Burgers „The Illusionist“ auf. Demnächst wirkt er für die Weinstein Company in „The Nanny Diaries“ mit – diese Bestsellerverfilmung wird von Shari Springer Berman und Robert Pulcini inszeniert.

Ende 2006 beginnen die Dreharbeiten zu David Dobkins Weihnachtsfilm „Fred Claus“ mit Vince Vaughn und Kevin Spacey. Inzwischen abgedreht hat Giamatti den Action-Film „Shoot ’Em Up“ (Drehbuch und Regie: Michael Davis) mit Clive Owen und Monica Bellucci. 2007 übernimmt er als Sprecher die Hauptrolle des Bösewichts Dr. Satan in „Rob Zombie Presents the Haunted World of El Superbeasto“. In der 2-D-animierten Komödie nach Rob Zombies Comic aus dem Verlag Spookshow International geht es um einen gescheiterten mexikanischen Wrestler in der mythischen Welt Monsterland.

Bekannt wurde Giamatti mit Betty Thomas’ Hit-Komödie „Private Parts“ (Private Parts). Zu seiner umfangreichen Filmografie gehören außerdem Milos Formans „Man on the Moon“ (Der Mondmann), Julian Goldbergers „The Hawk Is Dying“, Tim Robbins’ „The Cradle Will Rock“ (Das schwankende Schiff), F. Gary Grays „The Negotiator“ (Verhandlungssache), Steven Spielbergs „Saving Private Ryan“ (Der Soldat James Ryan), Peter Weirs „The Truman Show“ (Die Truman-Show), Mike Newells „Donnie Brasco“ (Donnie Brasco), Todd Solondz’ „Storytelling“ (Storytelling), Tim Burtons „Planet of the Apes“ (Planet der Affen), „Duets“ (Traumpaare) mit Gwyneth Paltrow, der animierte Film „Robots“ (Robots) und „Big Momma’s House“ (Big Mamas Haus) mit Martin Lawrence. Außerdem war er in James Foleys „Confidence“ (Confidence) und John Woos „Paycheck“ (Paycheck – Die Abrechnung) zu sehen.

2004 reagierten die Kritiker enthusiastisch auf seine Darstellung des Harvey in Shari Springer Bermans und Robert Pulcinis „American Splendor“ (American Splendor). Er wurde für den Independent Spirit Award nominiert und erhielt vom National Board of Review (US-Pendant der FSK) den Preis für die Durchbruch-Leistung des Jahres.

Auch auf der Bühne hat Giamatti sich bewährt. Eine Drama-Desk-Nominierung erhielt er für seine Nebenrolle als Jimmy Tomorrow in Kevin Spaceys Broadway-Neuinszenierung „The Iceman Cometh“ (Der Eismann kommt). Weitere Broadway-Rollen übernahm er in „The Three Sisters“ (Drei Schwestern) unter Regie von Scott Elliot, „Racing Demon“, inszeniert von Richard Eyre, und „Arcadia“ unter der Regie von Trevor Nunn. Off-Broadway trat er im Ensemble von „The Resistable Rise of Arturo Ui“ (Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui) neben Al Pacino auf.

Auf dem Bildschirm war Giamatti in „The Pentagon Papers“ (Die Pentagon Papiere) mit James Spader, im HBO-Film „Winchell“ (Winchell) mit Stanley Tucci und in Jane Andersons „If These Walls Could Talk II“ (Women Love Women) zu sehen.


BRYCE DALLAS HOWARD

Story

Howard gab ihr Spielfilmdebüt mit einer Hauptrolle in M. Night Shyamalans „The Village“ (The Village – Das Dorf) neben Adrien Brody, Joaquin Phoenix und Sigourney Weaver.

Vor kurzem war sie in Lars von Triers „Manderlay“ (Manderlay) zu sehen, der Fortsetzung zu „Dogville“ (Dogville). Weitere Rollen übernahmen Lauren Bacall, Chloe Sevigny, Danny Glover und Jeremy Davies. Der Film wurde 2005 in Cannes uraufgeführt. Demnächst wirkt Howard neben Kevin Kline in Kenneth Branaghs Kinoversion des Shakespeare-Klassikers „As You Like It“ (Wie es euch gefällt) mit.

Nachdem Howard ihre Ausbildung an der Tisch School of the Arts unter dem Dach der New York University abgebrochen hatte, übernahm sie sofort Rollen an den New Yorker Bühnen, zum Beispiel die Marianne in der Broadway-Inszenierung von „Tartuffe“ (Tartuffe) am Roundabout Theatre, die Rosalind in „As You Like It“ (Wie es euch gefällt) am Public Theatre, die Sally Platt in Alan Ayckbourns „House/Garden“ (Haus & Garten) im Manhattan Theater Club und die Emily in „Our Town“ (Unsere kleine Stadt) auf dem Bay Street Theater Festival.

Derzeit wirkt Howard neben Tobey Maguire, Kirsten Dunst und Thomas Haden Church in Sam Raimis „Spider-Man 3“ mit.


BOB BALABAN

Harry Farber

Balaban hat sich als Schauspieler, Autor, Regisseur und Produzent profiliert. Er hatte die Idee zu Robert Altmans „Gosford Park“ (Gosford Park), produzierte den Film und trat auch darin auf. Die Belohnung waren sieben Oscar-Nominierungen.  
           In seiner ersten Filmrolle spielte Balaban in „Midnight Cowboy“ (Asphalt-Cowboy) den jungen Mann, der Jon Voight in einem Kino anmacht. 1970, in seinem Abschlussjahr, verließ er die Uni, um unter Regisseur Mike Nichols in „Catch-22“ (Catch-22) mitzuwirken. Bekannt wurde er als Dolmetscher/Kartograf in Spielbergs „Close Encounters of the Third Kind“ (Unheimliche Begegnung der dritten Art) – später schrieb er ein sehr komisches Buch über die Dreharbeiten zu diesem Film: „Spielberg, Truffaut & Me: An Actor’s Diary“. Denkwürdige Rollen spielte er auch in Christopher Guests Komödien „Waiting for Guffman“ (Wenn Guffman kommt), „Best in Show“ (Best in Show) und „A Mighty Wind“.

Weitere Filme: „Altered States“ (Der Höllentrip), „Prince of the City“ (Prince of the City), „Absence of Malice“ (Die Sensationsreporterin), „2010“ (2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen), „Alice“ (Alice), „City Slickers II“ (City Slickers 2 – Die goldenen Jungs), „Deconstructing Harry“ (Harry außer sich), „Jakob the Liar“ (Jakob der Lügner), „Ghost World“ (Ghost World) und „Marie and Bruce“. Seine bekannteste Fernsehrolle spielte er als NBC-Chef in der Serie „Seinfeld“ (Seinfeld).

Sein Regiedebüt gab Balaban 1989 mit „Parents“ (Parents) – es folgten „My Boyfriend’s Back“ (Mein Freund, der Zombie) und „The Last Good Time“. Als Regisseur und Produzent hat er inzwischen „Bernard and Doris“ mit Ralph Fiennes und Susan Sarandon abgedreht – es geht um die Tabak-Milliardärin Doris Duke und ihren Butler, der ihr Vermögen erbt. Für das Fernsehen inszenierte Balaban Episoden zu den Serien „Oz“, „SUBWAYStories: Tales from the Underground“ (Subway Stories), „Eerie, Indiana“ (Eerie, Indiana), „Strangers with Candy“, „The Twilight Zone“ (The Twilight Zone – Unbekannte Dimensionen) und den TV-Film „The Exonerated“ nach dem Bühnenhit, den der Regisseur ursprünglich in New York produziert und inszeniert hatte.

Außerdem veröffentlichte Balaban die erfolgreiche Kinderbuchserie „McGrowl“ im Verlag Scholastic.

 

JEFFREY WRIGHT

Mr. Dury

Wright zählt zu den begabtesten und vielseitigsten Schauspielern seiner Generation. Er gewann den Emmy, den Golden Globe und den Black Reel Award (Preis für afroamerikanische Filmschaffende) für seine Nebenrolle in der gefeierten HBO-Miniserie „Angels in America“ (Engel in Amerika). Den Tony gewann er für seine Leistung in der Bühnenfassung von „Angels in America: Perestroika“.

Zuvor trat Wright als Martin Luther King in der HBO-Produktion „Boycott“ auf und wurde damit vom American Film Institute als Schauspieler des Jahres (Kategorie Film/Miniserie) ausgezeichnet. Aktuell wirkte er in Stephen Gaghans Oscar-preisgekröntem „Syriana“ (Syriana) mit. Wright war in Jim Jarmuschs „Broken Flowers“ (Broken Flowers), Jonathan Demmes „The Manchurian Candidate“ (Der Manchurian Kandidat) und als Fotograf Howard Bingham in Michael Manns „Ali“ (Ali) zu sehen. Inzwischen abgedreht ist Oliver Hirschbiegels „The Visiting“.

Wright stammt aus Washington D.C. Sein Filmdebüt gab er als Titelheld in „Basquiat“ (Basquiat), der authentischen Lebensgeschichte des Graffiti-Künstlers, der zu einem der erfolgreichsten und einflussreichsten amerikanischen Maler der 1980er-Jahre aufstieg. Dann trat Wright in Ang Lees „Ride with the Devil“ (Ride with the Devil) auf und spielte anschließend den Peoples Hernandez in dem Remake des Klassikers „Shaft“ (Shaft – noch Fragen?, 2000).

Für seine Rolle in dem viel gepriesenen Bühnenstück „Top Dog, Underdog“ wurde Wright kürzlich erneut für den Tony nominiert. Oft wirkt er auf dem New York Shakespeare Festival mit, wo er als Marcus Antonius in „Julius Caesar“ (Julius Caesar) hoch gelobt wurde. Außerdem trat er am Broadway eine ausgedehnte, erfolgreiche Spielzeit lang in der preisgekrönten Aufarbeitung afroamerikanischer Musik und Geschichte unter dem Titel „Bring in da Noise, Bring in da Funk“ auf. Auf dem Bildschirm war er in der Emmy-preisgekrönten HBO-Miniserie „Lackawanna Blues“ zu sehen.

Seinen Bachelor of Arts in Politikwissenschaft machte Wright am Amherst College in Massachusetts. Seine Uni verlieh ihm 2004 die Auszeichnung eines Ehrendoktors in Geisteswissenschaften. Derzeit lebt er mit der Schauspielerin Carmen Ejogo und ihren beiden Kindern in Brooklyn/New York.


SARITA CHOUDHURY

Anna

Sarita Choudhury gab ihr Filmdebüt als das Mädchen, in das sich Denzel Washington in Mira Nairs „Mississippi Masala“ (Mississippi Masala) verliebt. Choudhurys Leistung als Königin in Mira Nairs heiß diskutiertem Film „Kama Sutra“ (Kama Sutra) wurde von vielen Kritikern gewürdigt, die neben ihrer exotischen Schönheit auch ihre tief emotionale Darstellung priesen.

Für ihre Auftritte in Autor Vijay Tendulkars „Sakharam Binder“ und neben Annabella Sciorra in der Off-Broadway-Inszenierung „Roar“ von The New Group erhielt sie ebenfalls begeisterte Kritiken. 2006 war sie in dem Film „The War Within“ zu sehen, der für den Independent Spirit Award nominiert wurde. Weitere Filme: Spike Lees „She Hate Me“, „Rhythm of the Saints“, Lee Davis’ „3 A.M.“ (3 A.M. – Drei Stunden nach Mitternacht), Fisher Stevens’ „Still a Kiss“, David Atwoods „Wild West“ (Wild West), Lisa Cholodenkos „High Art“ (High Art), Bille Augusts „The House of the Spirits“ (Das Geisterhaus), Sidney Lumets „Gloria“ (Gloria) und Andy Davis’ „A Perfect Murder“ (Ein perfekter Mord).

Im Fernsehen übernahm Choudhury sporadische Rollen in den Serien „Deadline“, „100 Center Street“ und „Homicide“ (Homicide). Zu sehen war sie auch in „Law & Order“ (Law & Order), „SUBWAYStories: Tales from the Underground“ (Subway Stories) und „Down Came a Black Bird“ (Der Tod hinter der Maske).


FREDDY RODRIGUEZ

Reggie

Rodriguez hat sich in Hollywood schnell als einer der vielseitigsten jungen Schauspieler etabliert. Seine Rolle als künstlerischer, ehrgeiziger Beerdigungsunternehmer Federico Diaz in der Serie „Six Feet Under“ (Six Feet Under – Gestorben wird immer) brachte ihm eine Emmy-Nominierung, zwei Alma Awards, den Nosotros Award und zwei Preise der Screen Actors Guild (Gewerkschaft der Filmschauspieler) ein.

Derzeit arbeitet Rodriguez an dem Projekt „Grind House“ von Robert Rodriguez/Quentin Tarantino. Abgedreht ist inzwischen der von Emilio Estevez geschriebene und inszenierte Film „Bobby“. Zu seinen wichtigsten Filmen zählen auch „Poseidon“ (Poseidon), „Harsh Times“, „Dreamer“ (Dreamer – Ein Traum wird wahr), „Havoc“, „A Walk in the Clouds“ (Dem Himmel so nah), „Dead Presidents“ (Dead Presidents), „The Pest“ (Die Pest), „Chasing Papi“, „Payback“ (Payback) sowie „For Love or Country: The Arturo Sandoval Story“ (Jazz Connection).

Rodriguez stammt aus Chicago und spielte bereits als Teenager erste Rollen. Im Rahmen der Begabtenförderung des Chicago Center erhielt er ein zweijähriges Stipendium für das künstlerische Sommerprogramm. Daraufhin wirkte er in seiner Heimatstadt in 20 Theaterinszenierungen mit. Zwischendurch engagiert er sich für mehrere Organisationen, die den Unterricht in den künstlerischen Fächern an den öffentlichen Schulen erhalten wollen.


BILL IRWIN

Mr. Leeds

Aktuell war Irwin als George neben Kathleen Turner in Edward Albees „Who’s Afraid of Virginia Woolf?“ (Wer hat Angst vor Virginia Woolf?) zu sehen – 2005 gewann er damit den Tony als Bester Darsteller. 2002 trat er neben Sally Field in dem Albee-Stück „The Goat or Who Is Sylvia“ (Die Ziege) auf, das ebenfalls mit dem Tony ausgezeichnet wurde.

2003/2004 widmete das Signature Theatre dem Autor, Regisseur und Darsteller die gesamte Spielzeit. Irwin gehört zum Originalensemble der Theatergruppe Kraken unter Regie von Herbert Blau und zum Originalensemble des Pickle Family Circus in San Francisco, wo er mit Larry Pisoni und Geoff Hoyle arbeitete. Als Gast trat er mit der ODC Dance Company in San Francisco auf – hier kam auch sein erstes eigenes Stück zur Aufführung. Zu seinen Stücken, die er häufig mit Doug Skinner und Michael O’Conner entwickelt, zählen „Not Quite/New York“, „The Courtroom“ und „Regard of Flight“ (das auch auf dem öffentlichen Sender PBS in der Reihe „Great Performances“ zu sehen war).

Am Broadway wurde Irwins eigenes Stück „Largely New York“ mit fünf Tony-Nominierungen, dem Drama Desk Award, dem Outer Critics Circle Award sowie dem New York Dance and Performance Award gewürdigt. Zusammen mit David Shiner choreografierte Irwin den Bühnenhit „Fool Moon“ und übernahm selbst eine Hauptrolle. Am Lincoln Center trat Irwin neben Steve Martin, Robin Williams und F. Murray Abraham in „Waiting for Godot“ (Warten auf Godot) auf, außerdem am Public Theatre in „Texts for Nothing“ unter Regie von Joe Chaikin und in George Wolfes Park-Inszenierung „The Tempest“ (Der Sturm). Weitere Broadway-Auftritte: „Accidental Death of an Anarchist“ und „5-6-7-8 Dance!“.

Irwin hat in zahlreichen Fernsehsendungen mitgewirkt: an der Abschlussveranstaltung der Olympischen Spiele von Atlanta (als Darsteller, Regisseur und Choreograf), in den Serien und Shows „Northern Exposure“ (Ausgerechnet Alaska), „Saturday Night Live“, „The Tonight Show“, „The Cosby Show“ (Bill Cosby), auf HBO in „Bette Midler: Mondo Beyondo“, auf PBS in der Show zum 20. Jubiläum der Reihe „Great Performances“, in „Sesame Street“ (Sesamstraße) und in Mary Chapin Carpenters Video „Let Me into Your Heart“.

1983 erhielt Irwin das Choreografie-Stipendium des National Endowment for the Arts (US-Kunststiftung). 1984 erhielt er das Guggenheim-Stipendium und ein fünfjähriges MacArthur-Stipendium. 1997 inszenierte er sich selbst in seiner Fassung des Molière-Stücks „Scapin“ (Die Streiche des Scapin) am Roundabout Theatre, und 1998 inszenierte er an derselben Bühne „A Flea in Her Ear“ (Ein Floh im Ohr). Im Herbst 2000 trat Irwin mit der Classic Stage Company in dem von ihm für die Bühne bearbeiteten und inszenierten „Texts for Nothing“ von Samuel Beckett auf. Von den Kritikern des Outer Critics Circle wurde er dafür in der Kategorie Hervorragende Einzeldarstellung nominiert.

Irwin war in folgenden Spielfilmen zu sehen: „Love Conquers All!“, „Igby Goes Down“ (Igby!), „The Laramie Project“ (Das Laramie-Projekt) auf HBO, „The Grinch Who Stole Christmas“ (Der Grinch) mit Jim Carrey, John Turturros „Illuminata“ (Illuminata), „Scalpers“ mit Andy Garcia und Mike Hoffmans „A Midsummer’s Night Dream“ (Ein Sommernachtstraum) mit Michelle Pfeiffer, Kevin Kline und Rupert Everett, außerdem in „My Blue Heaven“ (My Blue Heaven, auch: Das Schlitzohr von der Mafia), „Scenes from a Mall“ (Ein ganz normaler Hochzeitstag), „Popeye“ (Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag), „A New Life“ (A New Life, auch: Morgen fängt das Leben an), „Eight Men Out“ (Acht Mann und ein Skandal), „Stepping Out“ (Stepping Out), „Hot Shots“ (Hot Shots! Die Mutter aller Filme) und „Silent Tongue“ (Schweigende Zunge). Auf PBS lief aktuell das Special „Bill Irwin, Clown Prince“ im Rahmen der Reihe „Great Performances“.


JARED HARRIS

Der Raucher mit dem Spitzbart

Harris gehört zu den gefeiertsten Schauspielern seiner Generation – sein Leinwand-Charisma wird nur durch seine Persönlichkeit als Privatmann in den Schatten gestellt.

Seine Vielseitigkeit bewies er aktuell in Filmen wie Mary Harrons „The Notorious Betty Page“, Adam Goldbergs „I Love Your Work, Sylvia“ (Sylvia) mit Gwyneth Paltrow und „Dummy“ (Dummy) mit Adrien Brody und Milla Jovovich. 1996 priesen ihn die Kritiker für seine mitreißende Darstellung des Andy Warhol in dem hoch gelobten „I Shot Andy Warhol“ (I Shot Andy Warhol).

Seinen Ruf als Spezialist für die unterschiedlichsten und außergewöhnlichsten Rollen erwarb er sich auch als geistig behinderter Straßenkehrer in Wayne Wangs und Paul Austers „Smoke“ (Smoke) und „Blue in the Face“ (Blue in the Face – Alles blauer Dunst), als brutaler Fallensteller in Jim Jarmuschs „Dead Man“ (Dead Man), als Tom Cruise’ missratener, saufender Bruder in „Far and Away“ (In einem fernen Land) und als schmieriger russischer Taxifahrer in Todd Solondz’ „Happiness“ (Happiness), der 1999 für das gesamte Darsteller-Ensemble den Preis des National Board of Review (US-Pendant der FSK) gewann. Weitere wichtige Filmrollen übernahm Harris in Jonathan Nossiters „Sunday“, der 1997 in Sundance den Jury-Preis als Bester Film und den Drehbuchpreis gewann, in Burr Steers’ „Igby Goes Down“ (Igby!) und in Michael Radfords „B. Monkey“ (B. Monkey).

Sein Filmdebüt gab Harris 1989 im Regiedebüt seines Bruders Damian: „The Rachel Papers“ (Er? Will! Sie nicht?). Begeisterte Kritiken bekam er dann als König Henry VIII. in dem improvisierten BBC2-Film „The Other Boleyn Girl“ und als John Lennon (neben Aidan Quinn als Paul McCartney) in Michael Lindsay-Hoggs „Two of Us“ (Two of Us). Daneben trat Harris in dem dreiteiligen BBC-Film „To the End of the Earth“ auf.

Jared ist der Sohn des berühmten irischen Schauspielers Richard Harris. Er stammt aus London. An der Duke University studierte er Schauspiel und Literatur. In New York war er Mitglied einiger der renommiertesten Theaterensembles: der New York Shakespeare Company, The New Group, der New Jersey Shakespeare Company, dem Vineyard Theater und dem Manhattan Theater Club. Anfang 2006 begeisterte er die Kritiker mit seinem Auftritt in Tennessee Williams’ „A Period of Adjustment“ (Zeit der Anpassung) am berühmten Londoner Almeida Theatre.



HINTER DER KAMERA

M. NIGHT SHYAMALAN

Regie/Buch/Produktion

„Lady in the Water“ (Das Mädchen aus dem Wasser) ist Shyamalans siebter Film nach „Praying with Anger“, „Wide Awake“, „The Sixth Sense“ (The Sixth Sense – Der sechste Sinn), „Unbreakable“ (Unbreakable – Unzerbrechlich), „Signs“ (Signs – Zeichen) und „The Village“ (The Village – Das Dorf).

Der astronomische Erfolg seines unheimlichen Psycho-Thrillers „The Sixth Sense“ katapultierte Shyamalan auf den Olymp der begehrtesten jungen Filmemacher in Hollywood. „The Sixth Sense“ zählt zu den kassenträchtigsten Filmen aller Zeiten und bricht im DVD-Bereich weiterhin Rekorde. Insgesamt erhielt der Film sechs Oscar-Nominierungen, darunter in der Kategorie Bester Film und zwei für Shyamalan persönlich – als Regisseur und Autor des Originaldrehbuchs.

Außerdem gewann der Film drei People’s Choice Awards – als Beliebtester Film, Beliebtester Dramatischer Film und für den Besten Darsteller Bruce Willis. Shyamalan drehte anschließend mit Willis „Unbreakable“, in dem auch Samuel Jackson eine Hauptrolle übernahm.

Nach „Unbreakable“ verbuchte Shyamalan einen weltweiten Riesenhit mit dem Fantasy-Thriller „Signs“ mit Mel Gibson und Joaquin Phoenix. In Shyamalans aktuellstem Spielfilm „The Village“ spielt wieder Phoenix eine Hauptrolle und – wie in „Das Mädchen aus dem Wasser“ – Bryce Dallas Howard sowie Adrien Brody, William Hurt und Sigourney Weaver.

Shyamalan drehte bereits als Zehnjähriger erste Filme in seiner Heimatstadt Philadelphia. Mit 16 hatte er bereits 45 Kurzfilme fertig gestellt. Als 17-Jähriger eröffnete er seinen Eltern, die beide Ärzte sind (insgesamt gibt es zwölf Ärzte in der Familie), dass er trotz der mit Auszeichnung absolvierten Highschool und etlichen Medizin-Stipendiumsangeboten renommierter Universitäten lieber Filmemacher werden und an der Tisch School of the Arts unter dem Dach der New York University studieren wolle. Im Abschlussjahr an der NYU schrieb er nach eigenen Erlebnissen ein emotionales Drehbuch namens „Praying with Anger“ – es geht um einen amerikanischen Austauschschüler, der nach Indien reist und sich im Land seiner Vorfahren sehr fremd vorkommt. 1992 trieb er die Mittel zu diesem seinem ersten Low-Budget-Film auf und drehte den Film vor Ort in Indien – er war Autor, Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller zugleich. Der Film wurde für die renommierte First Look Series der New York Foundation of the Arts (Kunststiftung) ausgewählt. Im Juli 1993 zeichnete ihn das American Film Institute in Los Angeles als Debütfilm des Jahres aus.

Im Jahr darauf schrieb Shyamalan ein weiteres spirituelles Drehbuch, „Labor of Love“, das er an 20th Century Fox verkaufte. Im Juni 1995 bekam er von Columbia Pictures den Auftrag, das Drehbuch für den Fantasy-Film „Stuart Little“ (Stuart Little) zu schreiben – als Vorlage diente E.B. Whites beliebtes Kinderbuch.

Seine zweite Regiearbeit „Wide Awake“ mit Rosie O’Donnell, Denis Leary, Dana Delaney und Robert Loggia kam 1997 in die Kinos. Der Film entstand komplett in Philadelphia – es geht um die enge Beziehung zwischen einem Jungen, der eine katholische Schule besucht, und seinem Großvater.

In dem Vorort von Philadelphia, wo Shyamalan mit seiner Frau und zwei Töchtern wohnt, gründete er seine eigene Produktionsfirma Blinding Edge Pictures.


SAM MERCER

Produzent

„Lady in the Water“ (Das Mädchen aus dem Wasser) ist der fünfte Film, den Mercer für M. Night Shyamalan produziert – zuvor drehten sie „The Sixth Sense“ (The Sixth Sense – Der sechste Sinn), „Unbreakable“ (Unbreakable – Unzerbrechlich), „Signs“ (Signs – Zeichen) und „The Village“ (The Village – Das Dorf). „The Sixth Sense“ erhielt sechs Oscar-Nominierungen, zwei Golden-Globe-Nominierungen und drei People’s Choice Awards. Als Executive Producer betreute Mercer aktuell das Golfkriegsdrama „Jarhead“ (Jarhead) von Sam Mendes mit Jake Gyllenhaal und Jamie Foxx sowie das Fantasy-Abenteuer „Van Helsing“ (Van Helsing) mit Hugh Jackman und Kate Beckinsale.

Seine Laufbahn als unabhängiger Produzent begann Mercer 1993 nach sieben Jahren als Produktionsmanager bei Walt Disney. Sein erster Film als unabhängiger Produzent war Frank Marshalls Kassenhit „Congo“ (Congo), den Mercer zusammen mit Kathleen Kennedy produzierte. Es folgte Peter Hyams’ „The Relic“ (Das Relikt) mit Produzentin Gale Anne Hurd, und 2000 fungierte Mercer als Executive Producer bei Brian De Palmas Weltraumabenteuer „Mission to Mars“ (Mission to Mars).

1986 stieß Mercer als Manager im Produktionsbereich zu Walt Disney – dort betreute er Filme wie „Good Morning, Vietnam“ (Good Morning, Vietnam), „Three Fugitives“ (Das Banken-Trio) und „Dead Poets Society“ (Dead Poets Society). 1989 wurde er bei Hollywood Pictures zum Vizechef der Filmproduktion befördert – dort verantwortete er zum Beispiel „Quiz Show“ (Quiz Show), „The Joy Luck Club“ (Töchter des Himmels), „Born Yesterday“ (Born Yesterday – Blondinen küsst man nicht), „Swing Kids“ (Swing Kids), „The Hand That Rocks the Cradle“ (Die Hand an der Wiege) und „Arachnophobia“ (Arachnophobia).

Bevor er bei Disney anfing, arbeitete er als freier Aufnahme- und Produktionsleiter an Filmen wie „The Witches of Eastwick“ (Die Hexen von Eastwick), „Peggy Sue Got Married“ (Peggy Sue hat geheiratet), „Stripes“ (Ich glaub, mich knutscht ein Elch), „Swing Shift“ (Swing Shift – Liebe auf Zeit) und „The Escape Artist“ (Der große Zauber). Als Associate Producer/Produktionsleiter arbeitete er außerdem für KCET-TV in Los Angeles, wo er den Daytime-Emmy für seine Produktion der Live-Aufführung von „La Gioconda“ aus der San Francisco Opera gewann.

Seine Ausbildung absolvierte Mercer an der Groton School in Massachusetts und am Occidental College in Los Angeles. Heute wohnt Mercer in Venice/California.


CHRISTOPHER DOYLE, H.K.S.C.

Kamera

Seit seinem ersten Film „That Day on the Beach“ (Regie: Edward Yang, 1981) hat Doyle für zahlreiche asiatische Star-Regisseure hinter der Kamera gestanden, darunter Wong Kar-Wai, Stanley Kwan, Chen Kaige und Zhang Yimou. 1998 lud ihn Gus Van Sant nach Hollywood ein, wo Doyle seinen amerikanischen Einstand mit „Psycho“ (Psycho) gab. Anschließend drehte er Barry Levinsons „Liberty Heights“ (Liberty Heights). Im selben Jahr gab Doyle sein Regiedebüt mit „Away with Words“.

Doyles Mitwirkung an Wong Kar-Wais „In the Mood for Love“ (In the Mood for Love) brachte ihm ein halbes Dutzend Preise ein, unter anderem den Großen Technischen Preis 2000 in Cannes. 2001 drehte er Phillip Noyces „Rabbit-Proof Fence“ (Long Walk Home), anschließend Noyces „The Quiet American“ (Der stille Amerikaner). Im selben Jahr folgte Zhang Yimous „Hero“ (Hero).

Weitere Filme: Peter Chans „Three: Going Home“, Chang Yuens „Green Tea“, Penek Ratanaruangs „Last Life in the Universe“, Wong Kar-Wais „2046“ (2046), Wong Kar-Wais Episode in „Eros“ und Fruit Chans Beitrag zur Trilogie „Three...Extremes“: „Dumplings“ (Dumplings). Kürzlich drehte Doyle die 13. Episode zu „Paris, je t’aime“, Penek Ratanaruangs „Invisible Waves“ und James Ivorys „The White Countess“.

Daneben inszenierte, fotografierte und schnitt Doyle etliche Filme und Videoprojekte für das Cloud Gate Dance Ensemble, Dries Van Noten und Yoji Yamamoto; außerdem Musikvideos für Texas, Faye Wong, Theater Brook, Air Supply, Cui Jian, Tony Leung und Leslie Cheung. Seine Fotos, Collagen und Texte sind in fast 20 Büchern erschienen und waren in zahlreichen Ausstellungen rund um die Welt zu sehen.


MARTIN CHILDS

Produktionsdesign

Kritikerlob und reichlich Preise erhielt Childs, ob er nun Napoleons Paris oder das heutige New York, das London zu Shakespeares oder zu Jack the Rippers Zeiten bebilderte.

Den Oscar gewann Childs für sein Produktionsdesign zu John Maddens Hit „Shakespeare in Love“ (Shakespeare in Love). Eine zweite Oscar-Nominierung bekam er für Philip Kaufmans „Quills“ (Quills – Macht der Besessenheit). Mit beiden Filmen wurde er auch für den renommierten Preis der British Film Academy (BAFTA) nominiert. Für sein Produktionsdesign zu „From Hell“ (From Hell) mit Johnny Depp, inszeniert von den Hughes-Brüdern, wurde er von den Kritikern in aller Welt gepriesen.

Sein erstes Produktionsdesign verantwortete er bei John Maddens „Mrs. Brown“ (Ihre Majestät Mrs. Brown) – dafür erhielt er eine BAFTA-Nominierung. Zahlreiche weitere Nominierungen bekam er von der Vereinigung der Rundfunkkritiker, der International Press Academy und der Society of Motion Picture and Television Art Directors (Gesellschaft der Film- und TV-Ausstatter).

Zu seinen Filmen als Produktionsdesigner zählen „Calendar Girls“ (Kalender Girls) mit Helen Mirren und Julie Walters, „The Misadventures of Margaret“ (Magic Maggie, auch: Margaret ... Crazy, sexy, cool; Liebe und andere Abenteuer) und die romantische Komödie „Chasing Liberty“ (American Princess), für die Childs das Oval Office, das Weiße Haus und die Straßen von Washington D.C. in und um London nachbaute.

Als leitender Ausstatter betreute er Nicholas Hytners „The Madness of King George“ (King George – Ein Königreich für mehr Verstand), Jane Campions „The Portrait of a Lady“ (Portrait of a Lady) und Kenneth Branaghs „Mary Shelley’s Frankenstein“ (Mary Shelley’s Frankenstein). Als Ausstatter war er an Kenneth Branaghs „Henry V“ (Henry V.), „Peter’s Friends“ (Peter’s Friends) und „Much Ado about Nothing“ (Viel Lärm um nichts) beteiligt.

Childs studierte Architektur an der Leicester School of Architecture. Zehn Jahre lang arbeitete er als Design-Assistent und Ausstatter für die BBC. 2002 wurde ihm für seine Verdienste um die britische Filmbranche der Orden „Member of the British Empire“ verliehen.


BARBARA TULLIVER

Schnitt

Tulliver ist stolz auf ihre langjährige Zusammenarbeit mit David Mamet und Aufträge von renommierten Regisseuren wie M. Night Shyamalan, Paul Thomas Anderson, Gregory Mosher und James Lapine. Seit 1990 hat Tulliver alle Mamet-Filme geschnitten, darunter „Homicide“ (Homicide – Mordkommission), der die Filmfestivals in New York und Cannes eröffnete, „Oleanna“ (Oleanna), „The Spanish Prisoner“ (Die unsichtbare Falle), „The Winslow Boy“ (Winslow Boy), „State and Main“ (State and Main), „Heist“ (Heist – Der letzte Coup) und „Spartan“. Als Cutterin betreute sie auch Sir John Gielguds letzten Auftritt in dem Kurzfilm „Catastrophe“, Mamets Beitrag zur Samuel-Beckett-Reihe des Londoner Senders Channel 4, das von Mamet inszenierte HBO-Special „Ricky Jay and His 52 Assistants“ sowie den TV-Film für Turner Network Television, „A Life in the Theatre“ (A Life in the Theatre), nach Mamets Theaterstück inszeniert von Gregory Mosher.

Weitere Filme: M. Night Shyamalans „Signs“ (Signs – Zeichen), Paul Thomas Andersons Debütfilm „Hard Eight“ (Last Exit Reno) und James Lapines „Earthly Possessions“.


JAMES NEWTON HOWARD

Musik

Als einer der renommiertesten Komponisten der Branche hat James Newton Howard über 85 Filmmusiken geschrieben. Sechsmal wurde er für den Oscar nominiert: für „The Village“ (The Village – Das Dorf), „The Fugitive“ (Auf der Flucht), „Prince of Tides“ (Herr der Gezeiten) und „My Best Friend’s Wedding“ (Die Hochzeit meines besten Freundes) sowie für die Songs „Look What Love Has Done“ aus „Junior“ (Junior) und „For the First Time“ aus „One Fine Day“ (Tage wie dieser …). Beide Songs brachten ihm auch Nominierungen für den Golden Globe ein. Außerdem erhielt er eine Grammy-Nominierung. Daneben wurde er 21-mal von der American Society of Composers and Publishers (ASCAP) für Filme und Fernsehserien ausgezeichnet, die er zwischen 1994 und 2002 komponierte.

Er schrieb die Musik zu den meisten Filmen von M. Night Shyamalan, angefangen mit dessen Hit „The Sixth Sense“ (The Sixth Sense – Der sechste Sinn), dann „Unbreakable“ (Unbreakable – Unzerbrechlich), „Signs“ (Signs – Zeichen) und „The Village“. Hinzu kommen „Pretty Woman“ (Pretty Woman), „Grand Canyon“ (Grand Canyon – Im Herzen der Stadt), „Dave“ (Dave), „Primal Fear“ (Zwielicht), „Glengarry Glen Ross“ (Glengarry Glen Ross), „The Devil’s Advocate“ (Im Auftrag des Teufels) und „Collateral“ (Collateral).

Howard studierte an der Santa Barbara Musical Academy of the West und an der School of Music unter dem Dach der University of Southern California. Seine formale Ausbildung schloss er mit Orchestrierungskursen unter dem legendären Arrangeur Marty Paich ab. Obwohl er eine klassische Ausbildung genoss, war er doch sehr an Rock und Pop interessiert. Mit seinen frühen Aufträgen in der Popszene sammelte er Erfahrungen als Songschreiber, Musiker, Arrangeur, Produzent und Komponist.

Zwei Jahre lang wirkte er an Sessions mit Stars wie Carly Simon, Diana Ross, Ringo Starr, Leo Sayer, Harry Nilsson und Melissa Manchester mit. Daneben nahm er zwei Solo-Alben auf. 1975 begleitete er Elton Johns Band auf Tournee und im Studio, er orchestrierte und schrieb Streicherarrangements. Als er für Elton Johns Album „Blue Moves“ Arrangements schrieb, arbeitete er erstmals mit einem großen Orchester, der London Symphony, in Kombination mit einer Rhythmusgruppe – diese Kombination hat er seither in vielen Filmmusiken eingesetzt.

Nachdem er sich in der Branche als einer der gefragtesten Musiker, Songschreiber, Plattenproduzenten, Dirigenten, Keyboard-Spieler und Filmkomponisten etabliert hatte, arbeitete er mit den Spitzenstars der Popmusik-Branche zusammen – er produzierte Tracks für Randy Newman, Rickie Lee Jones, Chakha Khan und Glen Frey, arrangierte für Barbra Streisand, orchestrierte für Toto und Olivia Newton-John und coproduzierte (mit Elton John) einen ihrer Songs, er schrieb Songs zusammen mit Earth Wind and Fire und war an Sessions mit Bob Seger und Rod Stewart beteiligt.

Aktuell schrieb Howard Filmmusiken für Chris Nolans „Batman Begins“ (Batman Begins), Joe Roths „Freedomland“ (Das Gesicht der Wahrheit), Peter Jacksons „King Kong“ (King Kong) und Barry Sonnenfelds „RV“ (Die Chaoscamper). Demnächst sind seine Scores in Scott Franks „The Lookout“ und Tony Gilroys „Michael Clayton“ zu hören. 


BETSY HEIMANN

Kostümdesign

Heimann hat an einigen der berühmtesten Filme der letzten zehn Jahre mitgewirkt: Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ (Pulp Fiction) und „Reservoir Dogs“ (Reservoir Dogs), Cameron Crowes „Jerry Maguire“ (Jerry Maguire – Spiel des Lebens), „Almost Famous“ (Almost Famous – Fast berühmt) und „Vanilla Sky“ (Vanilla Sky). Die in Chicago geborene Kostümbildnerin wird auch immer wieder von Brett Ratner engagiert, für den sie „Red Dragon“ (Roter Drache) und „The Family Man“ (Family Man) betreut hat. Außerdem entwarf sie die Kostüme zu Steven Soderberghs „Out of Sight“ (Out of Sight) mit George Clooney und Jennifer Lopez und für die von Danny DeVito produzierte Fernsehserie „Karen Sisco“ mit Carla Gugino.

Aktuell lieferte Heimann die Entwürfe zu den Kostümen für Terry Zwigoffs „Art School Confidential“ mit John Malkovich und für Uma Thurmans Garderobe in „Be Cool“ (Be Cool). Derzeit arbeitet sie an „Rush Hour 3“.

 


    
                                                                                                                         109 Min

Cleveland Heep (Paul Giamatti) versucht zwischen den durchgebrannten Glühbirnen und defekten Wasserhähnen im Wohnblock The Cove möglichst wenig aufzufallen. Doch eines Nachts wird sein Leben völlig auf den Kopf gestellt: Er entdeckt eine geheimnisvolle junge Frau namens Story (Bryce Dallas Howard), die in den Kanälen unter dem Swimmingpool haust und genau wie er den eintönigen Alltag im Gebäudekomplex nutzt, um unterzutauchen. Cleveland findet heraus, dass sie eigentlich ein „Narf“ ist, eine Art Nymphe aus einer langen Gutenachtgeschichte: Sie wird von bösartigen Monstern verfolgt, die unbedingt verhindern wollen, dass sie die gefahrvolle Passage aus unserer Welt zurück in ihr Reich antritt. Mit ihren übernatürlichen Wahrnehmungsfähigkeiten kann Story die Zukunft von Clevelands Nachbarn voraussehen – Storys Schicksal ist direkt mit ihnen verbunden. Nur gemeinsam können sie eine Code-Serie entschlüsseln, die ihr den Weg zurück in die Freiheit ermöglicht. Doch die Zeit läuft ab: Storys Rückreise in die Heimat ist nur noch kurze Zeit möglich, und um ihr zu helfen, setzen die Mieter ihr eigenes Leben aufs Spiel. Cleveland muss sich endlich seiner Vergangenheit stellen, vor der er sich im Cove-Apartmentblock verkrochen hat – und auch die übrigen Mieter müssen all ihre besonderen Fähigkeiten mobilisieren, die Story in ihnen weckt. Denn nur so besteht die Hoffnung, mit dieser tollkühnen und lebensgefährlichen Mission Storys Welt zu retten … und damit auch unsere eigene.



ÜBER DIE PRODUKTION

Die Story und ihr Erzähler

Einem meisterhaften Erzähler gelingt es manchmal, einprägsame Bilder oder Dialogsätze zu schaffen, die wir Zuschauer unser Leben lang nicht vergessen. Selbst wenn das Filmerlebnis Jahre zurückliegt, bringt schon eine flüchtige Andeutung die Erinnerung sofort zurück, und die emotionale Wirkung der Geschichte wiederholt sich vor unserem geistigen Auge genauso intensiv, wie wir sie damals im Kino erlebt haben.

1999 begeisterte Autor/Regisseur M. Night Shyamalan das Publikum mit dem international gefeierten Thriller „The Sixth Sense“ (The Sixth Sense), einer vielschichtigen, spannenden und emotional mitreißenden Geistergeschichte. Der Film entwickelte sich zu einem weltweiten Kultphänomen und erschloss dem ganz auf seine Figuren konzentrierten Blockbuster eine neue Dimension. Shyamalan drehte daraufhin eine ganze Hit-Serie: „Unbreakable“ (Unbreakable – Unzerbrechlich), „Signs“ (Signs – Zeichen) und „The Village“ (The Village – Das Dorf) etablierten ihn als überragenden, stringenten Geschichtenerzähler mit überbordender Fantasie.



 


 

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