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Auf Der Anderen Seite Des Bettes Film Trailer

FSK Film: Dieser Film hat die FSK Freigabe 6 Jahre
Länge: 93 Min | Kinostart: 28.01.2010 | DVD/BD: 05.08.2010 (DVD&BD) |
 
 
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Auf Der Anderen Seite Des Bettes Film Trailer: Weitere Infos

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Die Story zu Auf Der Anderen Seite Des Bettes Film Trailer:
Schon als Kind träumte Ariane davon, einfach nur im Bett zu bleiben. Jahre später kommt sich die Mutter zweier Kinder vor wie beim Geheimdienst: ihre Arbeit bleibt unsichtbar, keiner nimmt wahr wie souverän sie die Strapazen des Alltags meistert. Nur wenn alles schief geht, wird gemeckert. Allen voran Ehemann Hugo. Der ist im Beruf top, aber zu Hause flop: Multi-Tasking ist für ihn ein Fremdwort. Hugo nervt einerseits mit seinen Ansprüchen an einen perfekten Haushalt, aber im Dauerstress vergisst er schon mal seine kleine Tochter auf dem Bürgersteig... Ariane kocht vor Wut. Vor die Wahl gestellt, verlassen zu werden oder ein Jahr lang Arianes Job zu übernehmen, stimmt Hugo dem Rollentausch zähneknirschend zu: Sie wird Chefin in seiner Firma, er übernimmt den Haushalt und den Verkauf der Schmuck-Kollektion. Immerhin ist das die letzte Chance, ihre Ehe zu retten. Die Kinder sind entsetzt: Dann lasst euch doch lieber gleich scheiden! Aber Hugo und Ariane lassen sich nicht beirren. Nach anfänglichen Beinahe-Katastrophen erwacht der Mann in Ariane und Hugo genießt es, seine hausmännlichen Qualitäten und sein Geschick beim Schmuck Verkauf unter Beweis zu stellen. Tauschen wollen sie eigentlich nicht mehr. Aber reicht es aus, einfach nur auf die andere Seite des Bettes zu wechseln?

Schauspieler:
Sophie Marceau, Dany Boon, Antoine Duléry, Roland Giraud, Anny Duperey

Hintergrund:
Frankreichs populärste Stars Sophie Marceau und Dany Boon spielen nun erstmals zusammen in einer witzigen und rasanten Ehekomödie. Das Angebot von Fidélité Films, den französischen Bestseller von Alix Girod de LAin De lautre coté du lit zu verfilmen, überzeugte die Regisseurin Pascale Pouzadoux auf Anhieb. Sie stellte sofort ein anderes Projekt zurück. Die Produktionsgesellschaft hat bereits erfolgreich mit Francois Ozon zusammen gearbeitet und ist für Erfolge wie 8 Frauen, Swimming Pool oder 5x2 verantwortlich. In diesem Jahr produzierte man bei Fidélité Films auch den erfolgreichsten französischen Film des Jahres Der kleine Nick. In Auf der anderen Seite des Bettes geht es um die gestresste Ehefrau und Mutter Ariane, die weder von ihrem Mann, noch ihren Kindern genug Respekt erfährt. Also sieht sie nur einen Ausweg. Da ihr Mann beim Multi-Tasken kläglich versagt, muss ein Rollentausch her. Sie übernimmt seinen Job als Leiter einer Firma, er mutiert für ein Jahr lang zum Hausmann und darf auch ihre Schmuckkollektion verkaufen. Der Tausch wird ein voller Erfolg... zunächst. Der Film feierte in den französischen Kinos einen riesigen Erfolg beim Publikum. Am Startwochenende kamen allein 517 597 Zuschauer. Insgesamt verfolgten über zwei Millionen Franzosen, wie sich Dany Boon und Sophie Marceau Auf der anderen Seite des Bettes schlagen. Sophie Marceau, die in dem 80er-Jahre-Kultfilm La Boum – Die Fete als aufmüpfiger Teenager bekannt wurde, beweist hier ihr komödiantisches Talent als überlastete Mutter und perfekte Ehefrau. Die Rolle tauscht sie mit Dany Boon als ihrem erfolgreichen und gestressten Ehemann. Frankreichs neuer Superstar Dany Boon feierte mit seiner Komödie Willkommen bei den Schtis einen unglaublichen Erfolg.

Technikinfos:
Bildformat: 35mm/2,35:1; Ton: Dolby SR

 

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Interview mit Sophie Marceau

Was hat Sie an diesem Projekt gereizt?
Es geht um ein Paar, dass aus einem originellen Blickwinkel heraus beobachtet wird. Mit den Mitteln der Komödie werden die Beziehungen zwischen Frauen und Männern in unserer Gesellschaft betrachtet. Durch den Beschluss die Rollen zu tauschen, wird dieses Thema direkt angepackt und das auf eine einfache und verspielte Art und Weise. Der Film trägt so märchenhafte Züge und ich mag das sehr. Es ist eine gute Idee, etwas sehr Realistisches auf eine Art und Weise darzustellen, die nicht realistisch ist. So kann man die Dinge überhöhen. Die Mittel der Parodie oder Satire ermöglichen es dann darüber zu reden, ohne dramatisch oder zu schwerfällig zu werden. Es ist eine Geschichte von Menschen, die sich lieben, die ihre Ehe retten wollen und dies zusammen schaffen. Jeder versucht also seinen Platz zu finden, sich zu verwirklichen. Man glaubt diesem Paar, dass sie sich lieben und genau deshalb mag man es.

Wie haben Sie darauf reagiert, als Sie erfuhren, wer ihren Ehemann spielt?
Mehrere Schauspieler wurden mit dieser Rolle in Verbindung gebracht und jeder hätte seine ganz eigene Persönlichkeit einfließen lassen und so den Film verändert. Dany Boon war der Überzeugendste und auch selber am meisten überzeugt. Das ist wesentlich, weil man als Schauspieler der erste sein muss, der seine Rolle und den Film verteidigt. Dany wurde einfach zu dieser Figur. Das ist offensichtlich. Er ist sehr überzeugend als ausgeglichener, vernünftiger Familienvater, aber er bringt auch ein richtiges Überraschungspotential mit. Dany hat ein Gespür für die Komödie und verfügt über viel Einfallsreichtum, bleibt dabei jedoch normal. So kann man sich mit ihm identifizieren. Ich fühlte mich als Teil dieses Paars mit Dany sehr wohl und einfach gut.

Wie haben Sie sich ihrer Figur Ariane genähert?
Das ist nicht nur eine Rolle mit der man es da zu tun hat. In einer Komödie darf man das Ganze nie aus den Augen verlieren und muss im Tonfall des Films bleiben. Ariane versucht, die Rolle ihres Mannes zu übernehmen und damit auch die klischeehaften Aspekte der Männer, aber sie muss eine Frau bleiben. Während der Dreharbeiten wurde uns immer wieder bewusst, dass man mit den Zutaten einer Komödie sehr subtil vorgehen muss. Von dem Punkt an, wo der Schauspieler selber zum Zuschauer wird, funktioniert Garnichts mehr.

Wenn ich zum Beispiel anfange, mich dabei zu beobachten, wie ich einen Mann nachahme, klappt es nicht mehr. Man muss daran glauben, ganz ernsthaft
bleiben. Bei Ariane konnte ich die Situationen bis zu einem gewissen Punkt übertreiben, blieb dabei jedoch immer ernst. Die Figur taucht so permanent in die Geschichte ein, ohne jegliche Distanz. Ariane hat nicht unbedingt Lust, den Platz ihres Mannes einzunehmen. Sie möchte feminin bleiben, aber sie wünscht sich, ihrem Mann alles zu zeigen, was sie erlebt, damit er sie endlich versteht. Man nimmt die Arbeit einer Hausfrau erst dann wahr, wenn sie nicht gemacht wird. Das ist frustrierend, weil wir alle Anerkennung immer nötig haben.

Haben Sie sich jemals in ihrem Leben die Frage nach einem Rollenwechsel zwischen Männern und Frauen gestellt?
Man kann einen Mann nicht in eine Frau verwandeln und umgekehrt. Ich wüsste auch nicht, wozu das gut sein sollte. Allerdings könnten wir interaktiver sein, wenn es um das Leben des/der Anderen geht. Auch wenn ich viele „männliche“ Verantwortungen übernehme – manchmal auch zu viele – so habe ich doch keine Lust, mich in einen Mann zu verwandeln. Ich habe das Gefühl, dazu weder die Kraft, noch den Sinn zu haben.

Der Film sagt aber auch, jeder von Beiden hat das Potential...
Ariane hat erst dann Erfolg bei der Arbeit, als es ihr gelungen ist, ihre eigene Methode zu finden. Zu Beginn erwartet man sie mit maskulinen Charaktereigenschaften, einer Männereinstellung. Ich erinnere mich daran, einmal eine der ersten Feministinnen in einer Fernsehdiskussion gesehen zu haben. Sie wirkte sehr männlich. Einige werden das erstaunlich finden, aber damit diese Frau in einer Männerwelt auf sich aufmerksam machen konnte, wie es damals in dieser Zeit der Fall war, musste sie mit den Mitteln der Männer kämpfen. Um diese Barrieren nieder zu reißen, war es notwendig, mit gleichen Waffen zurück zu schlagen. Zu Beginn fiel dieser Kampf in einer patriarchalischen Gesellschaft für eine gerechte Sache schwer. Seitdem gibt es ein wirkliches Bewusstsein, eine Arbeit, die wirklich in die Tiefe geht und eine Wachsamkeit im Bezug auf Gleichberechtigung. Es bleibt da noch viel zu tun, aber in unseren westlichen Gesellschaften ist dieser Prozess nun einmal im Gang und ich glaube nicht, dass er noch rückgängig gemacht werden kann.

Der Film legt die männliche Seite von Ariane und die weibliche Seite von Hugo frei. Es ist heute schon eher akzeptiert, dass eine Frau eine maskuline Seite in sich trägt auch wenn sie das auf ihre Weise tut. Das Gegenteil allerdings wird weniger angenommen. Wenn ein Mann bügelt, erscheint das immer noch komisch. Man muss den Männern aber auch diesen Platz lassen.

Haben die Szenen des Rollentauschs Diskussionen ausgelöst?
Die Sache war eindeutig. Im Leben müssen Männer manchmal auch Dinge tun, zu denen sie nicht unbedingt Lust haben. Die Szene in der Schule, wenn die Eltern einbestellt werden, weil ihr Sohn einen Dummheit begangen hat, ist dafür typisch: Ariane muss viel riskieren, sich als Beschützerin des Stammes aufschwingen, weil man das von Männern verlangt. Vielleicht würden Männer nicht so handeln, wenn sie auf ihre innere Stimme hören würden. Frauen täten das. Ich habe sie so oft rachsüchtig erlebt, um ihre Sprösslinge zu verteidigen, während die Männer vorschlagen: „sich an einen Tisch zu setzen, um alles auszudiskutieren“. Der Film dreht diese Klischees um, die sich bereits kulturell gewandelt haben. Es wäre wünschenswert, dass jeder das Recht hätte, sich so selbst zu finden, wie er dazu Lust hat.

Warum wird ein Mann dazu gezwungen, stattlich auszusehen, ein Macho zu sein, und eine große Klappe zu haben ?
Vielleicht hat man eher das Bedürfnis so zu funktionieren, dass man sich eher mit einem gewissen Charaktertyp identifiziert. Wir brauchen Vorbilder, aber das kann auch einschüchtern.

Was haben Sie mit Ariane gemeinsam, worin liegen die Unterschiede?
Meine Geschichte ist anders als ihre, aber ich könnte mich sehr wohl mit ihr identifizieren und hätte dazu sogar Lust. Ich mag ihren Willen, die Dinge zu ändern, damit nicht alles den Bach herunter geht. Sie sorgt dafür, dass sich in ihrer Beziehung etwas vorwärts entwickelt. Manchmal macht sie das sanft, manchmal auch, wenn es notwendig wird auf die harte Tour. Aber sie bleibt vor allem eine aufmerksame Mutter und eine liebende Frau. Ich mag sie.

Wie haben Sie mit Pascale Pouzadoux zusammen gearbeitet?
Pascale ist sehr präzise und genau in ihrer Schauspielführung. Sie hat wirklich einen Sinn für die Komödie. Sie sieht immer Dinge mit der Absicht, sie nicht ernst zu nehmen. Dabei bleibt sie aufmerksam und will nichts dramatisieren. Und sie passt auf gewisse Bezugnahmen auf. Das hilft viel bei so einem Film. Wenn ein Schauspieler ein wenig das Gespür für die Komödie verliert, bemerkt sie es sofort und kann ihn sehr präzise wieder zurück auf den richtigen Weg lenken. Das ist beruhigend. Sie findet immer wieder zurück zu den komischen Aspekten der Dinge. Das ist eine Art sie zu verschönern und dieser starke Wille das zu tun, überrascht mich. Es ist ein guter Schlüssel für das Leben, der es einem ermöglicht, die Dinge gelassen zu sehen, sie aber dennoch zu verändern und mit Humor zu nehmen. Aber dazu muss man in der Lage sein. Pascale besitzt eine eigene Welt und damit diese in perfekter Logik funktioniert, muss alles sich darum gliedern. Da sie die Welt sublimieren möchte und sich nicht vom Realismus mit seinen düsteren Farben und seltsamen Ecken einholen lassen mag, erschafft sie eine ganz eigene Welt, um darin ihre Figuren ganz sanft zu etablieren.

Wie hat Pascale Pouzadoux Sie geführt?
Wir haben zuerst gemeinsam gelesen, damit die Dialoge mundkonform wurden. Aber als wir am Set waren, gab es keine Improvisationen, das passt mir aber durchaus. Ich mag es, in den Bildrahmen zu passen, festgelegt zu sein. Daran bin ich gewohnt. Als Regisseurin lege ich auch viel fest, ist der Bildausschnitt wichtig, denn auch ich schaffe mir eine Welt, in die sich alles einzugliedern hat. Selber Regie zu führen und sich dann wieder als Schauspielerin in die Welt der Anderen einzugliedern, kann destabilisierend sein, aber wenn es einem gelingt, wieder in Gang zu kommen, dann wird es zu einem sehr positiven Faktor.

Als Schauspielerin stelle ich fest, dass verschiedene Welten und Methoden funktionieren können und das führt dazu, dass ich mir über meinen Beruf als Regisseurin viele Fragen stelle. Pascale verlangt von den Schauspielern, sich in ihre Welt einzufügen und die Dialoge ganz genau in dem Tonfall zu sprechen, den sie sich wünscht. Zu diesem Preis kann sie die Stimmigkeit und den Zusammenhalt des Ganzen garantieren und ich verstehe sie. Es ist vorgekommen, dass ich mich dagegen aufgelehnt habe, aber die Erfahrung hat mich gelehrt, dass, es doch der Regisseur ist, der am Ende entscheidet, auch wenn man als Schauspieler zu seinen Überzeugungen stehen soll. Nur der Filmemacher verfügt über die Vision für das Ganze.

Können Sie etwas über Dany Boon sagen?
Dany strahlt etwas sehr Beruhigendes, Positives aus. Er will übrigens auch selbst dieses Beruhigende verfügen. Dazu muss man sich nur anschauen, wie er mit dem Erfolg der SCH’TIS umgeht. Erfolg steht nicht allen gut. Er kann Jemanden verändern, zu Kopf steigen. Aber jetzt wo Dany zu einem Vorbild und einer Ikone geworden ist, fühlt er es wie eine Mission, Verantwortung zu übernehmen. Wenn ihn jemand sehen möchte und um Hilfe bittet, hört er ihm zu und versucht alles, was ihm möglich ist. Das ist eine so große Verantwortung, wenn man bedenkt, wie viele Menschen ihn um etwas bitten. Aber Dany mag es zu lieben, zu helfen. So lebt er seinen Erfolg aus. In vielen Szenen standen wir nicht gemeinsam vor der Kamera und wir haben das bedauert. Zusammen zu spielen war eine große Freude. Wir haben uns schnell aneinander gewöhnt. Er musste in seiner Rolle bleiben und ich in meiner, aber wir haben zusammen sehr schöne Momente erlebt. Außerdem spielten wir in sehr komischen Szenen zusammen. Wir müssten noch einmal einen anderen Film zusammen drehen, wo wir mehr miteinander spielen.

Und wie war es mit den anderen Partnern?
Roland Giraud ist sehr großzügig. Er gibt viel und er ist ein Mannschaftsspieler. Er verbindet Anstand mit einer großen Sensibilität und Talent. Unsere gemeinsame Szene auf der Polizeiwache ist eine Schlüsselszene des Films. Zunächst wirkt seine Figur, wie die eines Chefs, aber dann stellt sich heraus, dass er voller Gefühle ist. Er kann diesem Mann eine Menschlichkeit mitgeben, ohne ihm Geschenke zu machen. Das ist eine schöne Figur, die Roland perfekt verkörpert. Juliette Arnaud, die meine Freundin spielt, hat paradoxerweise mehr gemeinsame Szenen mit meinem Ehemann als ich. Ich mag diese Szene sehr, wo sie es kaum wagen, sich zu küssen. Juliette die sehr behutsam ist und sensibel wird gewiss auch einmal schreiben und Regie führen. Sie hat diese große Energie, diesen Willen etwas zu machen und zu sagen.

Ich war auch sehr froh, Anne Duperey kennen zu lernen. Es war übrigens schon mehrere Male so, dass sie fast meine Mutter gespielt hätte. Zwischen uns scheinen gewisse Dinge so eindeutig zu sein, als würden wir uns kennen. Diese Rolle steht ihr gut. Sie versteht es, nuanciert, voller Zweifel, witzig und mit großer Intelligenz zu spielen.

Antoine Duléry ist so sehr Schauspieler, dass er nie aufhört zu spielen. Seine Energie und sein Schwung wirken sehr rührend. Was er ausdrückt, ist angenehm, lebendig und man spürt wirklich, dass er seinen Beruf liebt. Ich bewundere Schauspieler die in der Lage sind plötzlich einen ganzen Monolog aufzusagen, nicht um anzugeben, sondern weil sie das lieben. Ich könnte ihn mir gut in einem Wohnwagen vorstellen, wie er von Dorf zu Dorf zieht und einfach nur spielt. Er gehört zu dieser Familie von Schauspielern.

Über was sind sie am glücklichsten in dem Film?
Es hat mir so viel Spaß gemacht, in dieser Komödie zu spielen. Damit eine Komödie gut ist, muss das Thema subtil behandelt werden. Das ist hier der Fall. Ich liebe das Genre der Komödie und ich möchte schnell zu diesem Genre zurückkehren.


Interview mit Dany Boon

Was hat Sie an dem Projekt gereizt?
Es waren die Produzenten von Fidélité - Marc und Olivier -, die mir von dieser romantischen Komödie, einer Romanadaption, erzählten und von Sophie
Marceau. Zuerst reizte es mich dann, mit Sophie Marceau ein schönes Paar abzugeben, aber die Figur gefiel mir auch. Ich mag es, unterschiedliche Rolle zu spielen und diese hier erlaubte es mir, in eine neue Richtung zu gehen. Es ist die Rolle eines sehr maskulinen Manns, das geht sogar in Richtung Macho, der es im Laufe der Geschichte akzeptiert, seine feminine Seite zu entdecken. Und dann ging es auch um das Verhältnis zueinander in dieser Beziehung, der Umstand, dass sie sich in eine Gefahr begeben. Ich hielt das Drehbuch für sehr gelungen und mochte die Idee, dass, auch wenn es um das Kräfteverhältnis zwischen Männern und Frauen geht, beide Geschlechter nicht gegeneinander ausgespielt werden. Hugo und Ariane führen keinen Krieg. Indem sie das Leben des Anderen entdecken, lernen sie dann auch, einander zu akzeptieren. Das ist atypisch aber effektiv.

Wie würden Sie ihre Figur Hugo definieren?
Er ist so ein männlicher Archetyp, sehr symbolisch für den heutigen Mann. Im XXI. Jahrhundert hat es der Mann ein wenig schwer, sich einzuordnen. Er versucht sich zwischen den Extremen der Hyper-Männlichkeit und seiner femininen Seite zu finden. Die Frage ist, wie kann man innerhalb der sozialen Codes existieren, die uns das Leben aufzwingt ?

Man verlangt von einem Mann gewisse Dinge: Er muss stark sein, Erfolg haben, beruhigen. Dabei geht es eher darum, wo er sich einordnet im Vergleich zu einem theoretischen Modell und einer Definition seiner eigentlichen Natur. Man zwingt sich dazu, eine gewisse Haltung zu haben. Jemand wie Hugo muss seinen Angestellten und Kunden gegenüber ein gewisses Verhalten an den Tag legen. Er trägt einen Anzug, fährt ein bestimmtes Auto und spielt so täglich eine Rolle, die wir alle spielen. Das ganze Problem besteht darin, hinter dem schönen Schein so zu sein wie man ist.

Im Kino hat man die Chance, mit jedem Film eine andere Figur zu spielen, aber sonst im Leben spielt man ja im Allgemeinen nur eine. Man definiert sich selbst innerhalb des schmalen Grats zwischen dem, der man ist und dem, den die Gesellschaft und die Mitmenschen von einem erwarten. Für Hugo gibt es viele Codes. So viele, dass er sie wie Automatismen in sich integriert hat. Er hat kein Recht, an sich zu zweifeln, sich in Frage zu stellen. Und plötzlich bekommt dieser Mann die Chance zu experimentieren, indem er sich öffnet, zu seinem Wesen findet. Nun bekommt er das Recht empfindlich zu sein, weiblicher zu werden und seine Frau und seine Kinder wieder zu finden.

Wie sind sie an diese Figur heran gegangen?
Für mich war es interessant, diesmal eine ganz andere Figur zu spielen als bisher. Von dem Typen in „La Doublure“ von Francis Veber, der etwas verloren und plump agiert, bis hin zu einem eleganten Konzernchef besteht eine Chance, eine ganze Bandbreite zu zeigen. Was mich am Spielen interessiert, ist die Komplexität der Figuren. Wir sind hier in einer romantischen Komödie und dazu da, um zu unterhalten und den Zuschauer zu berühren. Aber es gab für diese Figur auch eine Ambivalenz zu zeigen und eine Entwicklung durchzumachen. Es gibt Dinge, die wir verteidigen müssen, und einen menschlichen Weg, den wir zu gehen haben. Das ist eine Geschichte, die sich gegen die Klischees wendet und viele Situationen einfach umdreht, aber immer im Verhältnis bleibt zu den zwei Menschen, die sich lieben. Zunächst sieht man sich die Geschichte selber an, macht sich so seine Gedanken, und dann liest man das zusammen, und viele Dinge werden präziser im Vergleich zum Blick der Regisseurin und der Partner.

Das Kino ist eine Familienangelegenheit. Man schafft eine Familie, die einige Monate lang zusammen lebt und arbeitet und sich zusammengehörig fühlt. Das ist wie ein Leben im Leben. Figuren werden geboren. Man gibt ihnen eine Identität, eine Existenz, eine Form, und davon bleibt nur der Film übrig. Das Resultat zu entdecken ist aufregend. Man versucht der Realität der Figur so nahe wie möglich zu kommen. In diesem Prozess liegt fast etwas Metaphysisches. Es ist das Zusammenspiel einer Geste und eines Tons, die ebenso zu der Figur passen, wie zu dem, der man ist. Das Ganze stellt man in den Dienst einer Geschichte, die das Leben sublimiert.

Man bringt immer viel von sich selbst in seine Figuren ein. Je mehr man seinen eigenen Gefühlen und persönlichen Erfahrungen näher kommt, umso mehr berührt man etwas Universelles. Das ist etwas, das ich nicht analysiere, dass man erlebt und ehrlich mit dem Team teilt. Ich arbeite hart, um zu versuchen, genau das zu erreichen. Ich kann dabei durch so einige Gefühlsschwankungen gehen, bevor ich die Möglichkeit habe, mit dem zufrieden zu sein, das ich gebe. Ich zweifle und stelle mir Fragen über die Art, wie ich es gespielt habe und wie ich es hätte spielen müssen. Dann werde ich plötzlich sehr ängstlich, und um mich zu beruhigen, muss ich dann viel ranklotzen, viel ausprobieren.

Hat dieser Film dazu geführt, dass Sie mit ihren Partnern oder ihnen nahe stehenden Menschen darüber diskutiert haben, welchen Platz Männer und Frauen einnehmen und welchen sie einnehmen könnten?
Das Problem von Hugo und Ariane im Film ist, dass sie sich nicht mehr sehen, vom Leben nicht mehr profitieren. Sie lieben sich so, wie sich der Alltag für sie gestaltet, können diese Liebe aber nicht mehr ausleben. Sie sind überanstrengt und von einem Leben überfordert, das zu stark konstruiert ist und sie sogar von den Kindern entfernt hat. In meinem Leben habe ich die Chance, durch meinen Beruf als Künstler mit jeder Rolle das Leben zu wechseln. Man hat da auch eine übersteigerte Sensibilität, die das Feminine sehr gut integriert. Man kann gleichzeitig alles sein. Unser Leben wird bereichert durch Figuren, die wir spielen und Menschen, die wir treffen. Ich wechsele vom Theater zum Kino, vom Schreiben zur Regie, von der One-Man Show zum Spiel mit Kollegen. In meinem Privatleben ist das Professionelle und Private miteinander verzahnt. Wenn ich nach Hause komme, ziehe ich nicht meinen Anzug aus und stelle den Aktenkoffer im Flur ab, wie Hugo das macht. Alles ist miteinander verbunden, aber dadurch höre ich nie auf. Ich kann immer arbeiten, aber ich bereue das nicht. Die Art, wie ich mich einbringe, geht einher mit der Freude, die mir dieses Leben bietet.

Wie haben Sie mit Pascale Pouzadoux zusammen gearbeitet?
Jedes Mal, wenn ich als Schauspieler tätig bin, lasse ich mich vom Regisseur führen. Seitdem ich meine beiden Filme gemacht habe, bin ich sehr viel verständnisvoller, was die technischen Zwänge betrifft. Und so versuche ich mich in den Dienst von demjenigen oder derjenigen zu stellen, die mich führt. Ich bin geduldiger geworden. Wenn sie Schauspieler und Regisseur sind, arbeiten sie zwei Jahre oder länger an dem Film, bevor sie mit den Dreharbeiten am Set beginnen. Dann wissen sie alles über ihre Figuren und ihre Geschichte. Sie wissen über alles Bescheid, was sie einmal gedacht, geschrieben und wieder verworfen haben und sie kennen die Figuren haargenau. Man hat so eine Vision des Ganzen. Wenn sie Schauspieler sind, ist alles viel lockerer und leichter. So wusste Pascale also, was sie wollte, und ihr Blick auf diese Geschichte war sehr interessant. Ihre weibliche Sensibilität, ihre Sicht auf die Figuren war sehr klug. Man muss eine Haltung und eine Vision haben. Das war bei Pascale der Fall.

Und wie haben Sie ihre leicht abgehobene, visuelle Welt wahrgenommen?
Natürlich hat mich das inspiriert, aber ich habe mir da keine Fragen gestellt. Das war Teil der Vision von Pascale. Mit der Figur gehe ich zusammen mit der Regisseurin eine Art Komplizenschaft ein. Der Film hat ja auch die Besonderheit, dass man meine Figur in unterschiedlichen Etappen ihrer Entwicklung sieht, aber immer in den gleichen Dekors. So parkt Hugo vor seinem Betrieb zunächst mit seiner Firmenlimousine und dann mit einem rosa Fiat. Er geht durch die Lobby zunächst mit einem makellosen Anzug und dann später in einem kurzärmeligen Sporthemd und mit Freizeithosen. Man sieht ihn in seiner Küche als Geschäftsmann und später in der Geschichte bügelt er dort oder bereitet das Essen zu.

Das unterstreicht noch mehr seine Entwicklung und den Kontrast zur Freiheit, die er sich genommen hat. Und so stellen sich diese symbolischen (Dreh) Orte ganz in den Dienst des Films. Das hilft auch dabei, die Komplexität und den Reichtum der Figur zu verdeutlichen. In einem gleichen Dekor gab es Dinge zu spielen, die als Gegensatz erscheinen konnten, aber zur Kohärenz der Figur beitrugen. Hugo trägt das alles in sich, aber je nach Situation treten einige Aspekte seines Charakters hervor oder verschwinden.

Wie haben Sie mit Sophie Marceau zusammen gespielt?
Ich glaube wirklich, dass es eine gute Idee war, uns beide zusammen zu bringen. Wir haben gemeinsam alles in völliger Übereinstimmung gespielt. Man spürte es am Set, aber als ich den Film dann sah, bemerkte ich auch, dass es sich auf die Leinwand übertragen hatte. Wir hatten viel Spaß zusammen, und das sieht man. Vor allem bei Komödien ist es wichtig, dass sich die Schauspieler mögen, und es musste gelingen, dass man uns in diesem Film das Paar abnimmt. Ich bewundere Sophie. Sie ist eine Frau, die sehr ihren Kopf einsetzt, dabei intuitiv ist und dann ist sie auch noch sehr schön. In erster Linie ist sie eben nicht Schauspielerin, sondern Frau, und es ist ihr gelungen von Männern wie Frauen gleichermaßen geliebt zu werden. Für Frauen ist Sophie keine Rivalin. Männer verlieben sich in sie, und Frauen identifizieren sich mit ihr. In jeder gemeinsamen Szene gab es etwas, das Spaß machte, aber auch half unsere Figuren weiter zu bringen. Ich mag diese Szene sehr, wo Ariane ihre Kinder am Meer wieder sieht. Sophie drückt da etwas sehr Berührendes aus. Der Film bietet viele Situationen an, wo sich die Rollen von Männern und Frauen einfach verkehren. Darüber haben wir im Vorfeld viel diskutiert. Ich glaube, man muss zunächst die ganze Geschichte durchgehen, analysieren, um sich dann beim Spiel noch besser gehen lassen zu können. Ich mag die Szene, wo sie im Bett liegt, und ich bei der Frisöse bin, die mir meine Augenbrauen auszupft. Sie fängt an zu heulen, weil sie das Gefühl hat, sich von den Kindern zu entfernen, aber ich glaube, es liegt daran, dass ich mich zu stark habe enthaaren lassen. Da sind wir in einer Verwechslung angelangt, die beide Figuren nur stärker offenbart.

Was bedeutet Ihnen dieser Film?
In der Karriere eines Künstlers zählt es, sich nicht auf das zu verlassen, was bereits funktioniert hat. Man muss neue Dinge wagen, in Richtungen gehen, die keiner von einem erwartet, verschiedenes ausprobieren. So bereichert man sich selbst und die Anderen. Je mehr man gibt, umso mehr bekommt man auch zurück. Das ist wichtig in diesem Beruf. Der Film bot mir die Gelegenheit, etwas anderes zu spielen mit dem schönen Privileg, dass ich mich mit Sophie sehr gut verstanden habe und zusammen mit Pascale und ihrem Team Teil eines schönen Abenteuers sein durfte.