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Crazy Heart Trailer

FSK Film: Dieser Film hat die FSK Freigabe 6 Jahre
Länge: 107 Min | Kinostart: 04.03.2010 | DVD/BD: 31.10.2010 (DVD&BD) | ©  Twentieth Century Fox | Drama
 

Originaltitel: Crazy Heart

  |  Mit: Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal
 
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Crazy Heart Trailer: Infos & Links


Blick hinter die Kulissen
Making of zum Film
Ausschnitte


Die Story zu Crazy Heart Trailer:
57 Jahre ist Bad alt, dennoch tourt er immer noch mit seinen alten Nummer-Eins-Hits durch drittklassige Bierkaschemmen und heruntergekommene Bowling-Schuppen. Sein grölendes Publikum ist so alt wie er – und ebenso desillusioniert und trinkfreudig. Bald wird er völlig in Vergessenheit geraten sein, lediglich wenn er für seinen Protegé Tommy Sweet – der hat es zu Ruhm und Reichtum gebracht – ein Konzert eröffnen darf, fühlt er sich an alte, bessere Tage erinnert. Bad kämpft sich von einem alkoholumnebelten Gig zum anderen, bis er eines Tages in Santa Fe auf Jean Craddock trifft. Die Journalistin ist eine Frau ganz nach seinem Geschmack, mehr noch, er verliebt sich Hals über Kopf in sie. Aber Bad kennt sich selbst nur zu gut und macht der Frau und sich keine Hoffnungen. Und Jean, alleinerziehende Mutter mit viel Lebenserfahrung und noch mehr Enttäuschungen, setzt keinen Cent auf den abgetakelten Musiker. Dennoch, Liebe folgt ihren eigenen Gesetzen, und so können die beiden nicht von einander lassen. Aber kann das gut gehen? Bad kann schließlich kaum auf sich selbst aufpassen. Wie soll er sich also um jemand anderen kümmern? Trotzdem. Er gibt sich Mühe, kämpft und ist entschlossen, seine letzte Chance aufs Glück zu nutzen...

Schauspieler:
Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal, Colin Farrell, Robert Duvall, Paul Herman, Tom Bower, Brian Gleason, J. Michael Oliva, Beth Grant

Regie:
Scott Cooper, Joanna Kennedy

Drehbuch:
Scott Cooper, Thomas Cobb

Hintergrund:
57 Jahre ist Bad alt, dennoch tourt er immer noch mit seinen alten Nummer-Eins-Hits durch drittklassige Bierkaschemmen und heruntergekommene Bowling-Schuppen. Sein grölendes Publikum ist so alt wie er – und ebenso desillusioniert und trinkfreudig. Bald wird er völlig in Vergessenheit geraten sein, lediglich wenn er für seinen Protegé Tommy Sweet – der hat es zu Ruhm und Reichtum gebracht – ein Konzert eröffnen darf, fühlt er sich an alte, bessere Tage erinnert. Bad kämpft sich von einem alkoholumnebelten Gig zum anderen, bis er eines Tages in Santa Fe auf Jean Craddock trifft. Die Journalistin ist eine Frau ganz nach seinem Geschmack, mehr noch, er verliebt sich Hals über Kopf in sie. Aber Bad kennt sich selbst nur zu gut und macht der Frau und sich keine Hoffnungen. Und Jean, alleinerziehende Mutter mit viel Lebenserfahrung und noch mehr Enttäuschungen, setzt keinen Cent auf den abgetakelten Musiker. Dennoch, Liebe folgt ihren eigenen Gesetzen, und so können die beiden nicht von einander lassen. Aber kann das gut gehen? Bad kann schließlich kaum auf sich selbst aufpassen. Wie soll er sich also um jemand anderen kümmern? Trotzdem. Er gibt sich Mühe, kämpft und ist entschlossen, seine letzte Chance aufs Glück zu nutzen...

Filmmusik:
Stephen Bruton, T Bone Burnett

Rollen:
Jeff BridgesBad Blake
Maggie GyllenhaalJean Craddock
Colin FarrellTommy Sweet
Robert DuvallWayne
Paul HermanJack Greene
Tom BowerBill Wilson
Brian GleasonSteven Reynolds
J. Michael OlivaBear
Beth GrantJo Ann

 

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Autor: Johanna Mahlberg | Gesprächswert: 90%

Wie jeder gute, einfühlsame Country-Song ist Crazy Heart aufgebaut: ein Teil Leidenschaft, ein Teil Humor sowie ein Teil Herzschmerz und Sorgen. Es geht um einen Mann, der zu hart, zu schnell, zu unüberlegt gelebt hat. Als er aber die Möglichkeit bekommt, doch noch glücklich zu werden, weil er auf die Liebe seines Lebens trifft, setzt er alles daran, sein Seelenheil zu finden.

Drehbuchautor, Produzent und Regisseur Scott Cooper – ein Mann aus den Südstaaten, der mit Country-Songs und -Legenden groß geworden ist – hat Bad Blake, den (Anti-) Helden von Crazy Heart, als Spiegelbild jener Country-Heroen gesehen, mit denen er aufwuchs. Trotz ihres wüsten Liebeslebens, ihrer unersättlichen Lebensgier und dunklen Seiten hat er sie seit Jugendtagen verehrt und ihnen nun ein filmisches Denkmal gesetzt. Sein Bad mag ja wirklich schlimme Charakterzüge besitzen – er ist widerspenstig, verantwortungslos, trinkt zu viel und macht sich häufig lächerlich –, ist aber gleichzeitig ein brillanter Geschichtenerzähler, ein hoffnungsloser Romantiker, eine herzensgute Seele und schließlich sogar ein Mann, der sich aus eigener Kraft wieder ins Leben zurückkämpft.

Cooper kannte man bis dato nur als Schauspieler – dieses Jahr ist er beispielsweise an der Seite von Robert Duvall in GET LOW zu sehen. Doch dann stieß er in Thomas Cobbs Roman Crazy Heart auf die Figur des Bad Blake und hatte damit einen Stoff gefunden den er seit Jahren suchte: eine Vorlage für einen lebensnahen Film über einen Country-Musikhelden, den er selbst zu schreiben und inszenieren wollte.

Und da war er nun, Bad Blake und das Buch, über das in der New York Times Book Review zu lesen stand: „... das Milieu hallt hier nach wie eine Gitarre und der Plot bleibt stets im korrekten Rhythmus.“ Kinky Friedman, Country-Star, Autor und Politiker, notierte: „Die Figuren sind typische Amerikaner, hemdsärmelige Westerner, die in Tanzlokalen und Bierkaschemmen aufspielen, manchmal sogar große Konzerte geben und ewig in Hotelzimmern leben... Bad Blake ist ein Mann, den sie nicht so schnell vergessen werden.“

Die Figur des Bad Blake entsprach ganz Coopers Geschmack. Als er sich dann jedoch hinsetzte, um den Roman in ein Drehbuch umzuschreiben, sah er sich mit größten Schwierigkeiten konfrontiert. Humor und Trauer, Spaß und Ernst, musikalisches Talent und endlose Dämonen machten diesen Mann aus und das musste auf der Leinwand auch erkennbar sein.

Aber im Endeffekt bekam Cooper die Figur gut und leicht in den Griff: „Ich bin  dieser Art Musik aufgewachsen, ich habe in der Welt gelebt, in der Bad Blake lebt. Und als Schauspieler wusste ich, wie man so eine Geschichte um einen Musiker anlegen muss. Als Südstaatenjunge mit Schauspielerfahrung muss man so etwas einfach können, wenn nicht, dann hat man echte Probleme“, erklärt er lachend.

Cooper ließ seine Hauptfigur mit ihrem verqueren, komplizierten Leben den Weg für den Film vorgeben. „Was ich einfangen wollte, war diese Mischung aus Humor und Pathos in Bads Leben. Und das wollte ich mit großer Leichtigkeit darstellen“, erklärt er. „Bad ist ein alter Hund, der nicht weiß, ob er noch neue Tricks drauf hat. Sein Leben schwankt zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Aber zu guter Letzt findet er seine Erlösung.“

Der Wille, sich zu ändern, wird bei Bad durch die Liebe ausgelöst, eine Liebe, die er so bisher nicht kannte – und auch hier wollte Cooper zum Herz, zum Kern von Beziehungen vordringen. Er wollte das Feuer und die Leidenschaft der ersten Momente der Verliebtheit einfangen und auch zeigen, dass man in einer Beziehung alles falsch machen kann, obwohl man eine Person liebt.

Als er mit dem Drehbuch fertig war, wandte Cooper sich an einen anderen Schauspieler und Filmemacher aus dem Süden, der ihm immer ein Mentor gewesen war: Robert Duvall. Der hatte für seinen Part als abgetakelter Countrysänger im von Horton Foote verfassten Klassiker TENDER MERCIES („Tender Mercies – Comeback der Liebe“, 1982) einen Oscar gewonnen. Die Antwort kam prompt und veränderte alles. „Wenn man Robert Duvall ein Skript schickt und er zusagt, dann ist das so als wäre ein Traum wahr geworden“, räsoniert Cooper.

Aber es war nicht nur das gute Verhältnis zwischen Cooper und Duvall, durch das der Deal zustande kam. Das Skript über den kantigen Mann, der seinem rauen Herzen folgt, war exakt so eine Mär aus den Südwesten der USA, nach der man bei Duvalls Produktionsfirma Butcher’s Run immer Ausschau gehalten hat. „Duvall und ich suchen immer nach Geschichten, die von ihren Figuren getragen werden“, erklärt Produzent Rob Carliner, Duvalls Partner bei Butcher’s Run. „Aber wir finden selten Drehbücher, die so präzise und authentisch mit ihren Figuren umgehen wie hier in Crazy Heart. Diese Geschichte wird viele Menschen ansprechen, weil sie so wahr und so authentisch ist. Es geht um einen amerikanischen Künstler, der Probleme mit Frauen und Alkohol hat, aber durch die Liebe zur Musik wieder zu sich selbst zurückfindet und sich rettet.“

Duvall fügt hinzu: „Der Film ehrt eine klassische amerikanische Tradition: die Countrymusik, eine Welt, die ich sehr gut kenne und in die ich nach Jahren gerne wieder zurückkehre. Die Story hat mich sehr an TENDER MERCIES erinnert, nur hat sich Horton Foote damals meiner Hauptfigur sehr viel zärtlicher angenähert. Die aktuelle Figur ist viel rauer und kantiger, macht sich das Leben selbst schwer und hat viel mit den eigenen Dämonen zu kämpfen. Die Geschichte ist im Prinzip uralt, aber Scott Cooper hat einen neuen Zugang zu ihr gefunden, einen sehr glaubwürdigen und einen, den die Leute so noch nicht kennen.“

Kurz darauf kam auch noch die Produzentin Judy Cairo von Informant Media mit an Bord. „Das Skript hat mich geradezu angesprungen“, erinnert sie sich, „weil es um Countrymusik geht, etwas, das Teil meiner Wurzeln ist. Aber es hat mir auch gefallen, weil die Geschichte so erdig, so realistisch und anrührend ist. Jede einzelne Figur des Films ist jemand, den man versteht, jemand, den man als ’typischen’ Amerikaner erkennt.“ Carliner fasst zusammen: „Leute, die Countrymusik lieben, werden diesen Film mögen. Aber auch Leute, die sich nicht für Countrymusik interessieren oder nicht für sie begeistern, kommen auf ihre Kosten, weil Bad Blake eine so interessante Figur ist. Der Film handelt von richtigen Leuten und spielt in der wirklichen Welt.“

Crazy Heart nahm natürlich mit dem Verfassen des Drehbuchs seinen Anfang. Aber das war nur ein Teil der Vorarbeit. Denn bei Bad Blake dreht sich alles um Musik, also waren/sind die Songs beim Film von ebenso großer Bedeutung. Sie mussten 100 Prozent glaubwürdig sein, dem Countrymusiker Bad aus der Seele sprechen – auch wenn der vermeintlich schon seine besten Tage hinter sich hat. Um das zu erreichen, gab es keinen besseren Mann als T Bone Burnett, der mit dem inzwischen verstorbenen Stephen Bruton die Songs schrieb.

„Wir wussten genau, dass wenn wir einen Film über einen Country-Sänger machen wollten, die Songs unbedingt stimmen mussten“, erklärt Rob Carliner. „Und so landeten wir schließlich bei T Bone. Ohne ihn wäre der Film vielleicht gar nicht zustande gekommen – auf alle Fälle wäre er aber nicht so authentisch geworden.“ Burnett ist ein legendärer Songwriter und ein großer Fan traditioneller amerikanischer Musik. Er hat sich nicht nur in der modernen Pop-Musik einen Namen gemacht, er zeichnet auch für die makellosen Soundtracks zu Filmen wie O BROTHER WHERE ART THOU? oder WALK THE LINE verantwortlich und hat darüber hinaus mit so unterschiedlichen Künstlern wie Elvis Costello, Roy Orbison, Tony Bennett, k.d. lang, Alison Krauss, Counting Crows, den Wallflowers, Sam Phillips, Gillian Welch und Ralph Stanley Alben eingespielt.

Es hat fast ein Jahr gedauert, bevor die Filmemacher beim ewig beschäftigten Burnett einen Termin bekamen. Aber als Scott Cooper und er sich endlich gegenübersaßen, hat es sofort geklickt. Burnett sagte nicht nur zu, die Filmsongs zu schreiben und zu produzieren, er willigte auch ein, den Film mitzuproduzieren. Ihm gefielen besonders die tiefen Wahrheiten und der raue Humor, die die Figur des Bad Blake ausmachen. Burnett: „Und dann war da noch der Umstand, dass Scott Cooper auch als Musiker Erfahrung, ein gutes Ohr besitzt und selbst getourt ist. Das ließ auf einen authentischen Film hoffen, einen Film, der zeigt, was einen Musiker wirklich ausmacht.“

Laut Burnett war es Cooper, der ihn im Endeffekt überzeugte, bei dem Projekt mitzuwirken: „Er machte mir den Eindruck, dass er einen Film machen würde, der der Zeit standhält. Er versteht extrem viel von Countrymusik, dem Süden und den Menschen die dort leben.“

Burnett wiederum bat einen alten Freund um Hilfe, den hoch gelobten Gitarristen, Songwriter und Plattenproduzenten Stephen Bruton, der unter anderem schon mit Größen wie Kris Kristofferson, Bonnie Raitt, Hal Ketchum, Willie Nelson, Waylon Jennings, den Highwaymen, Johnny Cash, Jimmy Buffett and Martina McBride zusammen gespielt und für Alejandro Escovedo, Marcia Ball und Jimmie Dale Gilmore Alben produziert hat. Bruton verstarb während der Endphase der Produktion im Mai 2009 an Krebs. Doch er arbeitete so lange er konnte und auch als er sich schon in ärztlicher Behandlung befand, an den Songs weiter.

„Es ist unglaublich wie viel Geist und künstlerischer Esprit in Stephens Arbeit stecken, er hat in seiner Qualität nie nachgelassen und das, obwohl er während unserer Zusammenarbeit schon gegen den Krebs kämpfte“, erinnert sich Burnett. „Er war Ko-Autor der meisten Songs, spielte einen Großteil des Soundtracks mit ein und half den Schauspielern bei ihrer Arbeit. Er war während des gesamten Drehs am Set und hatte ein Auge darauf, dass alles glaubwürdig wirkte. Ich glaube, in Bad Blake steckt eine Menge von Stephen – er hat ein ähnliches Leben gelebt. Mit allen Extremen.“

Bruton selbst fühlte eine starke Affinität zu Bad, hatte er doch selbst Jahre in Tourbussen verbracht und war viel von zu Hause weg gewesen. „Es ist ein spannendes Leben“, hatte Bruton vor seinem Tod zugegeben. „Aber außer deinem Auftritt ist nichts wirklich real. Man fühlt sich nicht dafür verantwortlich, was man am Vortag gemacht hat, bleibt irgendwie in der Entwicklung stecken. Das ist eine Zeitlang sehr angenehm. Dann aber muss man den Realitäten des Lebens wieder ins Auge schauen und sich weiterentwickeln.“

Burnett konnte mit der Figur Bads auch viel anfangen. Der ist ein Mann, der sich mit Versen und Musik besser als mit normalen Worten auszudrücken versteht – besonders wenn es um Herzensangelegenheiten geht. „Bad reimt beispielsweise: ‘I been blessed and I been cursed, all my lies have been unrehearsed’, diese Selbsteinschätzung um Segen, Fluch und Lüge in normale Worte zu kleiden, wäre sehr schwierig gewesen, erklärt Burnett. „Sein Innerstes ohne Reim hervorzukehren, ist für Bad im richtigen Leben nahezu eine Unmöglichkeit. Kunst hat nicht unbedingt mit Schönheit zu tun. Aber sie steckt in den Songs von Bad – wie in allen Songs guter Musiker.“

Dann gab es noch die Frage zu klären, wie Burnett und Bruton Bad Blake musikalisch anlegen sollten. Sie wussten, dass er ein echtes Original sein, sprich keinem Star nachempfunden sein sollte. Aber natürlich gab es Vorbilder, an denen man sich orientierte. „Bad erinnert mich an einige Musiker, die ich kannte“, sagt Burnett, „aber die sollen hier besser ungenannt bleiben. Wir dachten uns eine Art Countrymusik aus, die es gegeben haben könnte, eine Countrymusik, die Erfolg gehabt haben könnte. Wir wollten nicht, dass Bad in irgendeine der klar definierten Kategorien der heutigen Countrymusik hineinpasst. Wir stellten eine Liste von Musiktiteln zusammen, die Bad als Jugendlicher gehört haben könnte und arbeiteten von da aus weiter.“

Auf der Liste fanden sich Künstler wie die Louvin Brothers, George Jones, Lightnin’ Hopkins und die Delmore Brothers sowie Hank Williams, Lefty Frizzell, The Mississippi Sheiks, Jimmy Rogers, Skip James und Howlin Wolf, um nur ein paar zu nennen. Von den Herrschaften finden sich zudem einige Songs auf dem Soundtrack. Das eingängigste und am häufigsten angespielte Lied des Films heißt „I Don’t Know“ und wurde von Burnett und Bruton geschrieben und wird von den beiden als Crossover zwischen einem Doug-Sahm- und einen Zydeco-Song bezeichnet. Weitere Songs, die Bad im Film singt, sind „Hold On You“, verfasst von Bruton, John Goodwin und Bob Neuwirth, das auch als musikalisches Thema fungiert, sowie „The Weary Kind“, eine akustische Ballade, die Bad Blake im Verlauf der zweiten Hälfte des Films komponiert. „In dem Lied geht es um die Lektion, die er gelernt hat“, führt Burnett aus.

Und dann ist da natürlich noch Bad Blakes größter Hit „Fallin’ & Flyin’“, den der neue große Country-Star Tommy Sweet populär macht. Dieser Song hat seine Wurzeln in einer alten Melodie, die Bruton einst geschrieben hatte. Er erklärt: „Witzig an der Geschichte ist, dass wir alle in T Bones Haus herumsaßen und schrieben. Dann nahte die Zeit des Aufbruchs. Jeff Bridges fragte mich, was ich denn am Abend vorhatte. Ich antwortete: ’Ich gehe dorthin, wo ich nicht hingehen sollte und tue das, was ich nicht tun sollte’. Darauf er: ’Das klingt wie ein Songtext’. Ich erwiderte: ’Du hast vollkommen recht, es ist ein alter Song’. Dann setzte ich mich im Wohnzimmer hin und spielte den Song. T Bone war davon sofort angetan. Er sagte: ’Das ist genau der Song, den wir brauchen’. Wir erkannten, dass dieser Song exakt zur Figur des Bad Blake passte. Es geht um einen Kerl, der auf dem Weg nach unten ist und sich dabei eigentlich prächtig amüsiert. Zu fallen, abzustürzen, fühlt sich manchmal wie fliegen an.“

Während des gesamten Prozesses des Songschreibens war Jeff Bridges Burnett und Bruton eine große Hilfe. „Jeff beeinflusste unsere Arbeit auf zweierlei Weise. Er ging in dem Part vollkommen auf, wollte ihn verstehen und wurde förmlich zu Bad, was uns beim Komponieren half. Und dann brachte er auch noch seinen alten Freund John Goodwin mit an Bord, der mit uns zusammen die Songs schrieb. Er war derjenige, der mit ’Hold On You’ begann, den ersten Track, den wir für den Film komponierten“, erklärt Burnett.

Beim Aufnehmen der Musik zu Crazy Heart gab man sich anschließend genauso viel Mühe wie zunächst beim Komponieren. Man verzichtete beispielsweise auf moderne Digitaltechniken und griff auf die veraltete Analogtechnik zurück. Man wollte wärmere, „echtere“ Töne. Burnett dazu: „Wir spielten die Songs mit alten Analogmaschinen ein, solche, die man früher dazu auch benutzt hat. Wir orientierten uns an CDs., die aus den 80er Jahren stammen und heute vom Ton her furchtbar klingen. Was natürlich mit den Gerätschaften aus jener Zeit zusammenhängt. Mit den neuen Aufnahmemaschinen kam ein neuer Ton. Ein viel besserer. Aber Scott wollte absolut authentisch bleiben, also machte er auch auf diesem Gebiet keinerlei Kompromisse.“

Um die musikalische Untermalung des Films zu komplettieren, bestückte Burnett den Rest des Soundtracks mit Nummern, die er „authentische Countrymusik“ nennt. „Jeder Song, den wir auswählten, erzählt eine andere Geschichte“, weiß er zu berichten.