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Serengeti Trailer

FSK Film: Dieser Film hat die FSK Freigabe 6 Jahre
Länge: 102 Min | Kinostart: 03.02.2011 | DVD/BD: 13.07.2011 (DVD&BD) | ©  Universum Film | 
 
 
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Serengeti Trailer: Infos & Links

Ausschnitte
Blick Backstage
Video-Interview Hardy Krüger

Noch ein Trailer zum Film


Die Story zu Serengeti Trailer:
Die Serengeti, eine großartige, unberührte Landschaft und UNESCO-Weltnaturerbe, erstreckt sich viele hundert Kilometer von Tansania bis an die nördlichen Ausläufer des Schutzgebietes in Kenia. Von den Weiten der Ebenen unter den Vulkanen des Kraterhochlandes, über die dornigen Buschländer der zentralen Serengeti bis zu den üppigen Weiden im Norden ziehen fast zwei Millionen Antilopen, Gazellen und Zebras im Jahresverlauf durch rund 25.000 Quadratkilometer Wildnis. Die Serengeti ist die Bühne, auf der sich seit Jahrtausenden dieses dramatische Naturschauspiel zeigt: archaisch, wild und ergreifend. Gnus, Zebras und Antilopen unternehmen ihren kreisförmigen Zug durch die Serengeti, Massai Mara und Ngorongoro. Sie benutzen immer dieselben Routen und müssen dabei, dem Wechsel von Regen- und Trockenzeiten unterworfen, größte Hindernisse überwinden. Ihnen dicht auf der Spur ihre natürlichen Feinde: Löwen, Leoparden, Geparden und Hyänen. Kaum anderswo auf der Welt bietet der Kampf ums Überleben ein so grandioses, eindrucksvolles Schauspiel wie im Massenzug der Tiere in der Serengeti.

Hintergrund:
Nach Unsere Erde und Unsere Ozeane präsentiert Universum Film mit Serengeti erneut ein einmaliges Kino–Naturerlebnis. Bildgewaltig und berührend - 50 Jahre nach dem Oscar-gekrönten Film Serengeti Darf Nicht Sterben von Bernhard Grzimek erwartet die Zuschauer mit Serengeti ein ganz neues, atemberaubend spektakuläres Kinoereignis. In faszinierenden Bildern fängt die deutsch-britische Naturdokumentation Serengeti unter der Regie von Reinhard Radke das Leben und die Bewohner dieser einzigartigen Landschaft ein. Hardy Krüger jr. führt den Zuschauer als Sprecher durch dieses einzigartige Kinoereignis.

Technikinfos:
Bildformat 1:1.85; Ton: Dolby SR


 

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Regisseur Reinhard Radke Über Seinen Film

Wenn man vom tansanischen Kraterhochland in die Serengeti kommt (der Hauptzugang für fast alle Besucher), findet man sich in einer archaischen Landschaft wieder. So muss Afrika ausgesehen haben, bevor der Mensch auftauchte. Man durchfährt zwei flache Flussbetten, die beiden Arme der Olduvai-Schlucht. Und hier haben Ausgrabungen tatsächlich ergeben, dass vor etwa zwei Millionen Jahren Frühmenschen genau in dieser Umgebung lebten, und zwar in einer Landschaft, die ziemlich genau der entspricht, die wir heute noch vorfinden. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen sich instinktiv hier wohlfühlen. Klima, Pflanzen, Tiere: Alles scheint zu stimmen, hier sind wir zu Hause, von hierher sind Menschen aufgebrochen, die Welt zu erobern! Unter einem endlosen Himmel breiten sich Ebenen aus, flach wie ein Tisch, am fernen Horizont verschwimmen Berge im Dunst. Von Dezember bis Mai kann man in einem üppig grünen Land in Herden von mehreren 10 000 Tieren geraten. Den Rest des Jahres flimmert die Luft über verdorrten Halmen, Staubteufel wirbeln Sand empor, in der wabernden Hitze tanzt weit über dem Horizont die Fata Morgana ferner Gazellen oder Strauße.

Es gibt Tausende von TV-Filmen zum afrikanischen Tierleben - und sehr viele von ihnen sind in der Serengeti oder in der nördlichen Erweiterung des Parks, dem kenianischen Masai Mara Reservat, gedreht worden. Da scheint es ziemlich aussichtslos, noch Interesse zu wecken oder Neues beizutragen. Und doch war ein Kinoprojekt SERENGETI längst überfällig. Denn das Medium Kino ist wesentlich besser als das Medium Fernsehen geeignet, das Besondere der Serengeti zu vermitteln. Fernsehbilder müssen auf den relativ kleinen TV-Schirmen wirken und sie müssen ständig neue visuelle Reize bieten, um das Umschalten in eines der vielen Konkurrenzprogramme zu vermeiden. Das Kino bietet dagegen auf der großen Leinwand die Möglichkeit, der Weite und Erhabenheit der Landschaft gerecht zu werden. Man kann sich "umsehen" und in Ruhe Details wahrnehmen, die bei den zwangsläufig schnellen TV-Schnitten untergehen. Es hat durchaus Versuche gegeben, dies mit 35mm-Kameras umzusetzen ("Serengeti Symphony" von Hugo van Lawick). Aber das große Format erfordert enorme Objektive, die zu schwer für dynamische Aufnahmen von Tierverhalten werden. So war Lawicks Film vor allem eine künstlerische Hymne auf die Schönheit der Landschaft mit einem Soundtrack klassischer Musik. Erst die Entwicklung hochauflösender Chips für Videokameras bot endlich die Möglichkeit, opulente Bilder für die große Projektion zu drehen, und dabei durch die handlichen Objektive trotzdem die vom Fernsehen her gewohnten dramatischen Tieraufnahmen zu erstellen.

Zeitlupenbilder, lange die Domäne der 16mm-Filmkameras im Tierfilm, sind inzwischen ebenfalls mit Videokameras in bisher unerreichter Qualität und zeitlicher Auflösung möglich. Es war geradezu hohe Zeit, dies alles in die Serengeti zu bringen, um einen Eindruck von Afrika zu vermitteln, wie er bisher nur ansatzweise gelang.

Ich filme Tiere in Afrika seit 1983. Es ist mir nie langweilig geworden. Das liegt daran, dass man in der offenen Landschaft und der überquellenden Tierfülle Afrikas rein beobachtend arbeiten kann, ohne irgendetwas zu inszenieren, ohne Tiere mit "Tricks" vor der Kamera Mäzchen aufführen zu lassen - also einen Dokumentarfilm in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes zu drehen. Diese Arbeitsweise hat zwar einen enormen Zeitbedarf, führt aber manchmal zu eindrucksvollen, gelegentlich gewalttätigen Bildern, die jedoch in aller "Unschuld" gezeigt werden können, da man ja nichts beeinflusst hat. Jedenfalls im Prinzip, denn niemand möchte die Not eines gerissenen Beutetieres wirklich im Detail erleben, und er wird es in SERENGETI auch nicht zugemutet bekommen. Aber die Kamera wurde so manches Mal Zeuge der Urdramen, die sich hier noch immer jeden Tag abspielen. Und obwohl der Schnitt den Blick lenkt, bekommt der Zuschauer eine Ahnung davon, wie komplex das Verhältnis zwischen Räuber und Beute sein kann.

Mir war wichtig, nicht zum Sklaven der Technik zu werden. Komplizierte Gerätschaften werden zwangsläufig immer störanfälliger und erfordern immer größere Teams. Umso problematischer wird es dann, tatsächlich ungestörtes Tierverhalten aufzunehmen, vor allem in ungewöhnlichen Situationen. So kann man in SERENGETI dann eben auch die heute möglichen aufwendigen Gyroskop-stabilisierten Flugaufnahmen genießen, zeigen Zeitlupen mit bis zu 2000 Bildern pro Sekunde Verhalten, das man mit bloßem Auge nicht wahrnehmen könnte, eröffnen hochaufgelöste Zeitraffer einem den afrikanischen Nachthimmel in noch nie gesehener Pracht. Doch so manche teure Einstellung wurde auch verworfen. Von den Kranfahrten schaffte es keine in den Film, sie trugen außer schöner Bewegung eben nichts Essentielles bei. Bilder ferngesteuerter Kameras sind ebenfalls spärlich verwendet, weil der optische Gag zwar für sich genommen wirksam ist, aber den Bildfluss stören und beim Zuschauer das Gefühl von Manipulation erzeugen kann. Das wichtigste Werkzeug war auch diesmal eine HD-Kamera mit leistungsstarken Teleobjektiven, montiert in einem belastbaren Geländewagen, der einen in die entscheidenden Positionen brachte. Dass dies nicht immer gelang und so manches Mal "Frust geschoben" wurde, wenn mal wieder eine entscheidende Szene um Sekunden verpasst wurde, versteht sich von selbst. Das ist das Brot des Tierfilmers.

Zwar hätte ich mir durchaus gelegentlich gewünscht, Ivo Nörenberg, den Highspeed- Spezialisten mit seinen Möglichkeiten gerade dabei gehabt zu haben, wenn mal wieder etwas Spektakuläres passierte, aber eigentlich kam es oft "nur" darauf an, zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle zu sein. Die dafür erforderlichen langen Drehzeiträume waren eben mit einem Mini-Team leichter zu organisieren (und zu finanzieren), als wäre man immer mit großer Mannschaft losgezogen. Tatsächlich war es beim Schnitt dann nicht etwa ein Problem, genug unterhaltsames Drama montieren zu können. Die weitaus meisten gefilmten "Action-Szenen" wurden erst gar nicht berücksichtigt. Um dem Zuschauer ansatzweise ein Gefühl für den Rhythmus des Lebens in der Serengeti zu geben, waren vielmehr immer wieder Passagen erforderlich, die zum Schauen und Träumen einladen, die den Blick schweifen lassen, ohne hinter jedem Busch Tod und Gefahr zu signalisieren. Das Leben einer Antilope in der afrikanischen Savanne ist nicht etwa von täglichem Mord und Todschlag geprägt, sondern eher beschaulich und ruhig, mehr Gnus sterben an Altersschwäche, Hunger oder Durst denn unter Zahn oder Klaue! Und doch ist das Leben der Huftiere auf ihrer ständigen Rundwanderung gelegentlich von packender Dramatik, zwingt sie ihr Weg immer wieder in einen atemberaubenden Überlebenskampf.

Sie sind die wahren Helden der Serengeti. Ihnen die Bewunderung der Zuschauer zukommen zu lassen, die ihnen gebührt, ist einer der Ansätze des Films. Wenn sie mit mehr Respekt vor diesen Geschöpfen aus dem Kino gehen, hat der ganze Aufwand sich schon gelohnt.

Der kritische Betrachter wird im Film Aussagen zur Bedrohung dieser paradiesischen Region vermissen. Natürlich wäre es billig gewesen, die üblichen bekannten Fakten über Wilderei und Landhunger, vor allem aber die gerade aktuelle Bedrohung der Wanderung der Tiere durch die von Tansania geplante Fernstraße durch die Serengeti aufzugreifen. Wir haben uns dagegen entschieden. Der Film erzeugt eine andächtige Ergriffenheit vor der Monumentalität und Schönheit dieses Naturraums, die mit gutgemeinten Belehrungen leicht zerstört werden könnte. Es gibt eine Zeit zum genießen und bewundern, und eine Zeit, sich politisch zu engagieren. Beides ergänzt sich und bedarf einander, aber es sollte nicht immer vermischt werden.