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Betty Anne Waters Trailer und Filmkritik

FSK Film: Dieser Film hat die FSK Freigabe 12 Jahre
Länge: 107 Min | Kinostart: 17.03.2011 | DVD/BD: 21.07.2011 (DVD&BD) | ©  Tobis | Drama
 
 
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Betty Anne Waters Trailer und Filmkritik: Weitere Infos

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Die Story zu Betty Anne Waters Trailer und Filmkritik:
Für Betty Anne Waters (Hilary Swank) ist ihr großer Bruder Kenny (Sam Rockwell) der wichtigste Mensch im Leben. Schon als Kind stand er ihr immer zur Seite. Doch nun braucht Kenny dringend Betty Annes Hilfe. Denn sie ist die einzige, die noch an seine Unschuld glaubt, als er wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wird. Betty Anne gibt Kenny ein beinahe unglaubliches Versprechen: Wenn er durchhält hinter Gittern, wird sie Jura studieren, Anwältin werden und das Verfahren eigenhändig aufrollen. Egal wie lange es dauert. Mit Hilfe ihrer besten Freundin Abra (Minnie Driver) besteht Betty Anne Jahre später die Anwaltsprüfung, aber nun fangen die Probleme erst an: Der Fall ist inzwischen verjährt, vom Beweismaterial fehlt jede Spur und die Zeugen von damals sind alles andere als kooperativ. Mehr als einmal scheint die Lage hoffnungslos, doch aufgeben ist für Betty Anne keine Option. Entschlossen und unnachgiebig ermittelt sie immer weiter - und entdeckt schließlich eine heiße Spur...

Schauspieler:
Hilary Swank, Sam Rockwell, Minnie Driver, Melissa Leo, Peter Gallagher, Juliette Lewis

Hintergrund:
In ihrer Rolle einer ebenso verzweifelt wie entschlossen um Gerechtigkeit streitenden Frau empfiehlt sich Hilary Swank zweifellos für ihren dritten Oscar. Feinfühlig inszenierte Regisseur Tony Goldwyn die auf einem wahren Fall basierende Geschichte der couragierten Betty, die mehr als 18 Jahre für die Rehabilitierung ihres Bruders kämpfte.

 

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Betty Anne Waters kämpft gegen die übermächtigen Flügel des Systems, das für Menschen vom Schlage ihres Bruders Kenny kein Erbarmen kennt. Betty Anne ist eine Heldin des Alltags, eine Kämpferin, wie sie im Kino noch nicht zu sehen war.

Aus einfachsten Verhältnissen stammt die schmale, unauffällige Schönheit, besitzt weder Geld noch Bildung, als ihr Bruder des Mordes an einer jungen Frau bezichtigt wird. Ohnmächtig muss Betty Anne mitansehen, wie Kenny der Prozess gemacht wird, wie man ihn auf der Basis von läppischen Indizien und fragwürdigen Zeugenaussagen zu lebenslanger Haft verurteilt. Kenny ist unschuldig, daran besteht für Betty Anne nicht der geringste Zweifel. Als er im Gefängnis einen Selbstmordversuch begeht, kommt für sie die Stunde des Handelns: Sie nimmt Kenny das Versprechen ab, am Leben zu bleiben, und gibt ihm im Gegenzug ihr Wort, ihn da rauszuholen, koste es, was es wolle.

Bettys Logik: Hilft dir sonst keiner, musst du dir eben selbst helfen. Fortan ist sie eine Frau mit einem langfristigen Ziel. Den Schulabschluss wird sie nachholen. Jura studieren. Die Anwaltsprüfung bestehen. Kennys Fall neu aufrollen. Ihn schließlich rehabilitieren. Und sollten unterwegs irgendwelche Hindernisse auftauchen, egal wie groß oder schmerzhaft, dann werden sie eben aus dem Weg geräumt. Betty Annes Geschichte ist so unglaublich, dass sie eigentlich nur wahr sein kann. Und tatsächlich basiert BETTY ANNE WATERS, die vierte Regiearbeit des auch als Schauspieler bekannten Tony Goldwyn, auf einer wahren Begebenheit.

Goldwyn und seine Autorin Pamela Gray haben den Waters-Fall genau recherchiert und konnten dabei auf die Kooperation der echten Betty Anne Waters zählen, die geschlagene achtzehn Jahre ihres Lebens in den Kampf um die Befreiung ihres Bruders investierte. Alle Eckdaten des Films sind authentisch: Der Fund der verstümmelten Leiche am Rand von Ayer, Massachusetts, im Jahr 1980. Kennys Verurteilung zwei Jahre später.

Bettys aufopferungsvolles „Doppelleben“ als Ehefrau, zweifache Mutter, Kellnerin und Studentin. Ihr hartnäckiger Einsatz als Anwältin für Kennys Rechte während der neunziger Jahre. Goldwyn und Gray brauchten sich nur zu bedienen, so ungewöhnlich und aufregend waren die Details der Story.

Goldwyn erzählt die Geschichte von Betty Anne Waters auf drei Ebenen: die sechziger Jahre, während Kenny und Betty Anne eine zerrüttete Kindheit durchleiden, die gleichwohl von inniger Geschwisterliebe geprägt ist; die frühen Achtziger, in denen die inzwischen erwachsenen Geschwister ein ganz normales Kleinstadtleben führen und der ebenso charmante wie aufbrausende Kenny zunächst unter Mordverdacht gerät und dann verurteilt wird; schließlich die Neunziger, in denen Betty Anne zur detektivischen Ermittlerin reift und mit Akribie und Durchsetzungsvermögen ihrem Ziel näher kommt - wobei sie in Kauf nimmt, dass ihre Ehe scheitert, ihre Söhne sie verlassen und sie sich ein ums andere Mal fragen lassen muss, wieso sie ihr ganzes Leben für eine womöglich hoffnungslose Aufgabe opfert. Der Film funktioniert dabei weniger als klassisches (Gerichts-) Drama, sondern eher als kriminalistische Recherche. Stück für Stück kommt die junge Anwältin der Wahrheit näher und muss sich dabei mit den Tücken des amerikanischen Rechtssystems ebenso herumschlagen wie mit den Umständen eines Mordfalls, der sein Geheimnis viele Jahre später immer noch nicht preisgibt.

Hilary Swank, deren Biografie verblüffende Parallelen zu der von Betty Anne aufweist, spielt diese Frau mit einer wunderbaren Mischung aus Zerbrechlichkeit und Stärke. Anfangs noch das unbedarfte Mädchen vom Lande, verwandelt sie sich sukzessive in eine moderne und urbane Business-Frau, tauscht den Schlabberpullover gegen ein konservatives Kostüm - wobei sie keinen Zweifel daran lässt, dass jeder ihrer Schritte nur dazu dient, Kennys Befreiung ein Stück näher zu kommen. Die zweifache Oscar-Preisträgerin wirkt dabei so einnehmend und überzeugend, dass diese Rolle fortan als eine ihrer besten gelten wird. Und das will bei Swanks beachtlicher Filmografie etwas heißen.

Auch Sam Rockwell, zuletzt hochgelobt wegen seiner sensiblen Darstellung eines einsamen Astronauten im Science- Fiction-Drama MOON, bietet als Kenny Waters Schauspielkunst auf höchstem Niveau. Dieser Mann ist witzig und schlagfertig - wobei man nie so genau weiß, ob er im nächsten Moment mit Worten oder Fäusten austeilen wird. Kenny ist ein vielseitiger, unberechenbarer Charakter, eben noch humorvoll und verletzlich, jetzt schon rücksichtslos und brutal. Rockwell schafft es, diese ungewöhnliche Mischung glaubwürdig und selbstverständlich erscheinen zu lassen. Und er vermittelt die ungeheure Ambivalenz eines Mannes, dem man die Freiheit wünscht, obwohl man nie ganz sicher ist, ob er den Mord nicht doch begangen hat.

Neben den beiden verlässlich grandiosen Hauptdarstellern versammelt BETTY ANNE WATERS bis in die kleinsten Nebenrollen ein erstaunliches Ensemble. Das beginnt mit Melissa Leo als zwielichtiger Polizistin, setzt sich fort mit den von Clea DuVall und Juliette Lewis gespielten Lebensgefährtinnen Kennys, die vor Gericht fatale Aussagen gegen ihn machen, geht weiter mit der burschikosen Minnie Driver, die als Freundin und Kommilitonin mit Betty Anne durch Dick und Dünn geht und endet mit dem gewohnt imposanten Peter Gallagher als Chef des Innocence Projects, einer New Yorker Organisation, die sich auf die Wiederaufnahme bereits abgeschlossener Gerichtsfälle spezialisiert hat.