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127 Hours Trailer und Filmkritik

FSK Film: Dieser Film hat die FSK Freigabe 12 Jahre
Länge: 90 Min | Kinostart: 17.02.2011 | DVD/BD: 29.07.2011 (DVD&BD) | ©  Twentieth Century Fox | 
 
 
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127 Hours Trailer und Filmkritik: Infos & Links


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Interviews

Die Suche nach Aron
Die Rettung
Danny Boyle
Der Dreh

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Die Story zu 127 Hours Trailer und Filmkritik:
127 HOURS ist die wahre Geschichte des Abenteurers und Kletterers Aron Ralston (James Franco), der während einer Tour durch den Bluejohn Canyon Utahs in eine dramatische Situation gerät. Sein Arm wird bei einer Kletterpartie von einem gelösten Felsbrocken in einer isolierten Felsschlucht eingeklemmt. Aron ist allein und hat niemandem eine Nachricht hinterlassen, wo er im Canyon unterwegs ist. Fünf Tage lang hofft er und versucht alles, um sich zu befreien, bis er schließlich erkennt, dass er all seinen Mut zusammen nehmen muss, da er nur eine Wahl hat… Während diesen 127 Stunden ruft sich Ralston seine Familie, seine Freunde und die zwei Wanderer (Amber Tamblyn und Kate Mara), die er kurz vor seinem Unfall traf, ins Gedächtnis. Werden sie die letzten zwei Menschen in seinem Leben sein, die er traf?

Schauspieler:
James Franco, Amber Tamblyn, Kate Mara, Clemence Poesy, Kate Burton, Lizzy Caplan


 

Surftipps: User, die hier waren, besuchten übrigens auch diese Seiten:

Das Buch zum Film
Aron Ralston: 127 Hours - im Canyon
384 Seiten, Neuausgabe
€ [D] 9,99 / € [A]10,30 / sFr16,90
ISBN 978-3-548-37408-6
Erscheint: Februar 2011

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Die spektakulärste Survival-Geschichte unsere Zeit – jetzt im Kino Es sollte eine normale Bergtour werden, doch plötzlich fand sich Aron Ralston in der Falle: einge-klemmt zwischen einem 500 Kilo schweren Felsbrocken und einer Canyonwand. Ohne Hoffnung auf Rettung, weil niemand wusste, wo er war … Nach fünf Tagen griff der 28-Jährige zu einer dras-tischen Maßnahme: Mit einem Taschenmesser amputierte er seinen Arm und rettete so sein Le-ben. Ein packender und erschütternder Bericht über das Überleben in einer aussichtslosen Situation – verfilmt von Oscar-Preisträger Danny Boyle (Slumdog Millionaire). Aron Ralston kam mit 12 Jahren nach Colorado, wo er zum begeisterten Outdoor-Abenteurer wurde. Eine Karriere als Ingenieur gab er 2002 auf, um sich intensiver seinen Bergtouren zu wid-men. Nach seinem Unfall hat er schon wieder etliche der höchsten Berge Amerikas erklommen.

 

 

127 HOURS ist eine  emotionale und spannende Geschichte, die das Publikum auf eine noch nie erlebte Reise mitnimmt und zeigt, zu was der Mensch mit genügend Überlebenswillen fähig ist.  Bei dem Film, der am 31. März 2010 in Deutschland ins Kino kommt , führte Oscar®-Preisträger Danny Boyle („Slumdog Millionär“) Regie.


KÜHNE VISIONEN UND VISUELLE IDEEN

Die äußerst ungewöhnlichen Bedingungen der Dreharbeiten zu 127 HOURS erforderten von Danny Boyle und seinem Team kreatives Denken, das weit über die Anforderungen üblichen Filmemachens hinausging. Für Boyle steckte alles in einem einzigen Wort: Dynamik. Seine Antriebskraft richtete alle seine Energie darauf, die Leinwand zu jeder Sekunde mit Bewegung und Gefühl zu versorgen, egal wie wenig sich äußerlich für Aron während der Tage und Nächte veränderte.

Gleich zu Beginn des Films legt Boyle die hohe Drehzahl und die große Anspannung im Film fest, indem er Aron bei seinen waghalsigen Outdoor-Aktivitäten permanent folgt. Er fliegt auf seinem Mountain-Bike durch die farbenfreudige Wüste, kraxelt mit zwei Mädchen, die er auf seiner Wanderung trifft, über rote und goldene Felsen und springt selbstvergessen in blaue Tümpel. Dann kommt die Welt für Aron zu einem abrupten Halt und alle Bewegung findet ab jetzt in seinen Gedanken statt.

Als sich unvorhersehbare Ereignisse während seiner Gefangenschaft entwickeln, darunter ein Unwetter, das sich als tosende Sturzflut ergießt, schrumpft Arons Gesichtsfeld auf das zusammen, was er aus seinem Canyon erblicken kann – ein wenig Himmel, Sonnenreflexe, einen mysteriösen Raben, seinen eigenen beschädigten Körper ... und alles was ihm durch den Kopf geht.

Für Boyle war die genaue Wiedergabe des nicht zu bremsenden, dynamischen Arons eine Herausforderung an seine eigene Fantasie und seine Fähigkeiten. Er sah die Lösung in einer kreativen Mischung verschiedener Kamera- und Schnitttechniken, die er direkt ins Drehbuch geschrieben hatte – darunter Unterschneidung, Triptychon-Montage oder der Mix unterschiedlichen Filmmaterials. Aber um sich des wirklich größtmöglichen visuellen Inputs zu versichern, entschied es sich für etwas, war noch nie realisiert wurde: Er engagierte zwei erstklassige Kameramänner, die den Film gemeinsam drehen sollten.

„Wir entschieden uns zwei Kameramänner zu beschäftigen - Anthony Dod Mantle, den Kameramann von SLUMDOG MILLIONAIRE und Enrique Chediak, der 28 WEEKS LATER („28 Wochen später“, 2007, TV) gedreht hat – weil wir verschiedene Herangehensweisen wollten und weil die kreative Kameraarbeit in gewisser Weise die Tatsache wett macht, dass nur wenige andere Schauspieler in dem Film mitmachen“, erklärt der Regisseur.

„Anthony und Enrique sind jeder für sich genommen sehr interessante Persönlichkeiten, die stilistisch vollkommen unterschiedlich arbeiten. Enrique hat eine ausgeprägte südamerikanische Sensibilität während Anthony einen eher nordeuropäischen Stil vertritt. Wir statteten jeden von ihnen mit drei Kamerasystemen aus – traditionelle Filmkameras, Digitalkameras und Fotokameras – und bekamen daher eine ungewöhnliche Vielfalt an Filmmaterial. Beide schossen wunderschöne, starke Bilder, die einem das Gefühl ständiger Veränderung geben, die Vorstellung, dass Aron auf einer großen Reise ist, selbst wenn er sich nicht mehr als einige Zentimeter bewegte.“

Die Arbeit mit zwei großen Kamerateams brachte ganz eigene logistische Herausforderungen mit sich, aber Colson sah diese auch als Chance. „Es war spannend, dass das vor uns wirklich noch niemand gemacht hatte. Danny entwickelte die Idee relativ früh während der Vorproduktion und wir alle mussten uns schnell damit auseinandersetzen“, bekennt er. „Aber wir entdeckten bald, dass der Nutzen immens war. Wir waren in der Lage den Drehplan zu komprimieren und gleichzeitig viel mehr an kreativer Energie frei zu setzen. Die Aussicht, damit auch noch die Drehzeit zu verkürzen, war belebend für James’ Spiel. Alle fühlten sich kontinuierlich entspannter, weil ein anderer Kameramann übernahm und in neuer Weise die Arbeit fortsetzte.“ Mantle und Chediak betonen, dass sie sich nie als Konkurrenten empfanden, sondern eher Synergieeffekte nutzten. „Wir sind als Künstler beide sensibel und verletzlich, aber trotzdem sehr unterschiedliche Persönlichkeiten“, erklärt Mantle. „Wir haben unterschiedliche Sichtweisen, aber doch große Gemeinsamkeiten. Anfangs kannten wir uns nicht und brauchten eine gewisse Zeit um eine Verbindung herzustellen. Als die Dreharbeiten begannen, arbeiteten wir unabhängig voneinander und doch in vollem Vertrauen auf die Bilder des anderen.“ „Es entwickelte sich ganz von selbst natürlich so, dass ich meine Arbeit machte und er seine. Aber die Ergebnisse ließen sich bestens untereinander mischen, weil wir sehr ähnliche Sensoren haben“, sagt Chediak.

Beide waren begeistert von dem Vorhaben, so zu drehen, dass die schmale Trennungslinie zwischen Leinwand und Zuschauer für zwei Stunden aufgehoben werden sollte. „Wir arbeiteten mit diesen verschiedenen Schichten – Stimmungen, Farben, Kamerabewegungen - und mit was wir finden konnten, um die Fantasien, die Erinnerungen und die Denkmuster dieses Mannes sichtbar zu machen“, erklärt Mantle. „Danny wollte, dass wir die Zuschauer komplett in diesen Canyon und in Arons Gedanken eintauchen lassen und unsere Kameras dazu benutzen, das Publikum vom Physischen zum Geistigen und zum Gefühl zu lenken. Wir mussten weitgehend unserem Instinkt folgen, um die Kamera Teil von Arons Psyche werden zu lassen - wir mussten über Bildausschnitte und Beleuchtung hinaus denken, denn bei diesem Film ging die Technik erheblich weiter.“

„Wir erarbeiteten eine ganz neue visuelle Grammatik nach der drei Bildebenen verknüpft werden können“, erklärt Mantle. „Es war eine einmalige Chance, so etwas machen zu können.“

Und Boyle ergänzt: „Es war eine interessante Möglichkeit die Qualität und Eintönigkeit von Arons Tagen einzufangen, ohne die Zuschauer zu zwingen, sich tatsächlich durch die 127 Stunden zu quälen. Zudem ermöglichte es uns gleichzeitig zu reflektieren, was tatsächlich in dem Canyon passierte, und was Arons Gedanken daraus machten.“

Colson fasst zusammen: „Danny und die beiden Kameramänner brachten ihre eigenen Bildsprachen in den Film ein, um Tempo, Energie und die Handlung voran zu treiben. Nicht mal die Rückblenden sind konventionell, denn Arons Erinnerungen platzten so urplötzlich in den Canyon, wie sie ihn auch damals überfallen hatten.“

Auch die Annäherung des Films an die längst zur Ikone gewordene Western-Landschaft wurde von Boyle und den Filmemachern gründlich durchdacht. „Die Natur hier draußen wurde in Hunderten von klassischen Western abgebildet, aber wir wollten einen neuen, unverstellten Blick darauf werfen“, sagt Mantle. „Die Natur dient nicht nur als Hintergrund sondern als emotionale Landschaft und wir drehten in gefühlsmäßig aufgeladener Art und Weise. Die Landschaft ist schön, aber erbarmungslos.“

„Wir versuchten im Canyon, mit der Schlucht als Kulisse Arons psychische Belastung sichtbar zu machen“, sagt Chediak. „Aber es ist der Canyon der eingefangen wurde – das Flimmern in der Kamera, die Unbehaglichkeit, die Sonne, die Hitze, der Staub –, um den Geisteszustand einer Person wiederzugeben, die mit größter Wahrscheinlichkeit dem Tod geweiht ist.“ Allen Beteiligten war es wichtig, Teile des Films an exakt den Orten zu drehen, an denen Arons Schicksal seinen Lauf genommen hatte, im Blue John Canyon: einer engen, steil abschüssigen Sandstein-Drainage im Canyonlands National Park.

Bis heute ist diese Schlucht nur Abenteuer suchenden Wanderern, Kletterern und Canyonfreaks bekannt, der Blue John ist so abgeschieden, dass ein Helikopter benötigt wurde um die Crew, die Schauspieler und die nötige Ausrüstung hinein und heraus zu transportieren und die Beteiligten in einem Camp in der Wildnis übernachten mussten.

Zusätzlich zum Original im wirklichen Blue John Canyon baute der Produktions- und Kostümdesigner Suttirat Larlarb (SLUMDOG MILLIONAIRE) die knapp einen Meter breite Nische, in der Ralston gefangen war, in einem Studio nach, was mehr Flexibilität und Sicherheit für längere Dreharbeiten ermöglichte. Um das Aussehen der Felslandschaft wirklich akkurat zu rekonstruieren, kartografierte das Team jede Kontur der Gegend und baute die kurvigen Wände des Canyons sowie den 360 kg schweren Felsbrocken nach, der Aron gefangen hielt. Jedes Element des Films, von der Kameraarbeit und dem Design bis zu A.R. Rahmans (SLUMDOG MILLIONAIRE) großartiger und vielseitiger Originalmusik und James Francos intensivem Spiel steigert sich bis zum Moment Arons unglaublicher Befreiung. Was als schockierender und drastischer Unglücksfall beginnt, wird zu einem mitreißenden Befreiungsschlag, wenn Aron dem Ort, der fast seine Letzte Ruhestätte geworden wäre, entkommt, und dabei absolut an seine Grenzen geht.

„Der Film steigert sich in dem Moment zu einem ungewöhnlichen Gefühl von Befreiung und Energie“, sagt Colson. „Nachdem man mit Aron in seiner Falle gesteckt hat, die so brutal und so real war, bekommt man dieses wundervolle Gefühl, dem Tod zu entkommen und die Welt wieder zu umarmen. Ich finde 127 HOURS ist nicht nur ein Film von großartiger Action sondern auch von großer Schönheit geworden.“