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We Want Sex Kino Film Trailer

FSK Film: Dieser Film hat die FSK Freigabe 6 Jahre
Länge: 113 Min | Kinostart: 13.01.2011 | DVD/BD: 19.05.2011 (DVD) | ©  Tobis | 
 
 
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We Want Sex Kino Film Trailer: Infos & Links

Englischer Trailer zum Film

Die Story zu We Want Sex Kino Film Trailer:
Die englische Autostadt Dagenham, 1968. Als außergewöhnlich würde Rita O’Grady (Sally Hawkins) sich selbst kaum beschreiben. Sie hat genug damit zu tun, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. In der Ford-Fabrik ist sie eine von 187 Frauen, die unter einfachsten Bedingungen Autositze zusammennähen - ein anspruchsvoller Knochenjob, den sie klaglos und mit viel Humor erledigt. Als das Management jedoch beschließt, Rita und ihre Kolleginnen als ungelernte Arbeitskräfte einzustufen, ist Schluss mit lustig. Rita tritt gemeinsam mit Gewerkschaftsvertreter Albert (Bob Hoskins) den Chefs gegenüber und erweist sich dabei als überraschend clevere Verhandlungspartnerin. Zunächst belächelt und selbst vom eigenen Gatten (Daniel Mays) unterschätzt, mausert sie sich zu einer echten Powerfrau und führt die Näherinnen in den ersten Frauenstreik der britischen Geschichte. Was wie eine lokale Petitesse beginnt, entwickelt sich zu einer nationalen Angelegenheit, in die selbst Barbara Castle (Miranda Richardson), die „feurige Rote“ im britischen Kabinett, nur zu gerne eingreift.

Schauspieler:
Sally Hawkins, Bob Hoskins, Miranda Richardson, Rosamund Pike

Hintergrund:
Wenn Rita (Sally Hawkins) und ihre Kolleginnen im britischen Ford-Werk Dagenham häufig nur in Unterwäsche bekleidet arbeiten, hat das selbst Ende der 60er wenig mit der anrollenden Sexwelle zu tun, sondern vielmehr mit der unerträglich heißen und stickigen Luft in der Fabrikhalle. Bald platzt den Arbeiterinnen endgültig der Kragen. Angeführt von der beherzten Rita treten die Frauen in Streik: bessere Arbeitsbedingungen und equal pay - gleicher Lohn für gleiche Arbeit - so ihre simplen, aber prägnanten Forderungen. Doch von der Konzernleitung und bald auch ihren Ehemännern schlägt den Frauen heftiger Widerstand entgegen. Da trifft von unerwarteter Seite Schützenhilfe ein: Kerle, zieht euch warm an, London, wir kommen! Die historische Auseinandersetzung um Sex Equality, die den englischen Frauen 1970 ein Gleichstellungsgesetz bescherte, schildert WE WANT SEX als vergnüglichen Geschlechterkampf. Wie schon in GRASGEFLÜSTER und KALENDER GIRLS ergreift Regisseur Nigel Cole bedingungslos Partei für die Weiblichkeit und schafft das Kunststück, ein komplexes Thema mit spielerischer Leichtigkeit zu behandeln. Nach seinem Kinohit KALENDER GIRLS setzt Nigel Cole wieder auf typisch britischen Humor und jede Menge Charme: Golden-Globe-Gewinnerin Sally Hawkins führt in der Rolle der couragierten Rita eine illustre Darstellerinnenriege an, die so unwiderstehlich agiert, dass die Leinwand förmlich vibriert und die wahre Geschichte der Arbeiterinnen von Dagenham in ihrer historischen Bedeutung beeindruckend in Szene gesetzt wird.


 

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Weitere Infos zum Film:

In den Filmen von Nigel Cole geht es fast immer um ziemlich unwahrscheinliche Heldinnen: um bescheidene, unscheinbare Frauen, die auf den ersten Blick kaum etwas Außergewöhnliches an sich haben. Doch plötzlich sehen sie sich mit ungeahnten Herausforderungen konfrontiert, müssen Ängste und Unsicherheiten überwinden, neue Rollen annehmen und über sich hinauswachsen. So entdecken sie die Powerfrau in sich.

Das gilt für Brenda Blethyn in GRASGEFLÜSTER, die als verarmte Witwe eine schier unglaubliche Karriere als Marihuana-Produzentin hinlegt. Oder für die braven, in die Jahre gekommenen Hausfrauen rund um Helen Mirren und Julie Walters in KALENDER GIRLS, die sich für einen guten Zweck nackt ablichten lassen und so für Furore sorgen. Und erst recht für Sally Hawkins und ihre fidelen Kolleginnen in WE WANT SEX, Coles jüngstem Geniestreich über den legendären Frauenstreik im England des Jahres 1968.

Rita O’Grady (Hawkins) käme zunächst nicht im Traum darauf, sich für etwas Besonderes zu halten. Sie ist Ehefrau, Mutter und Näherin in den Fordwerken von Dagenham, führt ein normales, unspektakuläres Leben. Doch dann steht sie unverhofft an der Spitze einer 187- köpfigen Belegschaft, muss die Frauen gegenüber Gewerkschaftsführern und Firmenbossen repräsentieren, obwohl sie über keinerlei politische Erfahrung verfügt. Einerseits schüchtern und unsicher, andererseits mit gesundem Menschenverstand und ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn ausgestattet, avanciert sie allmählich zur klassischen „Cole-Heldin“: Sie demonstriert ungeahnte Fähigkeiten und Talente, erfindet sich neu und bleibt dabei doch mit beiden Beinen auf dem Boden, bewahrt sich ihre unprätentiöse Natürlichkeit. Ritas Weg von der unscheinbaren Arbeiterin zur Galions - figur von Arbeitskampf und Emanzipationsbewegung steht im Zentrum einer faszinierenden Ensemble-Geschichte.

Wie alle Cole-Filme passt auch WE WANT SEX in kein Genre, sondern bietet eine kunstvoll austarierte Mischung aus leicht und schwer, hell und dunkel, ernst und zum Schreien komisch. Es geht um die Dynamik im Frauenteam – zu dem neben Rita noch die mütterliche Connie (Geraldine James), die frivole Brenda (Andrea Riseborough) und die niedliche Sandra (Jaime Winstone) zählen – um Konkurrenz, Solidarität und die herrlich frechen Sprüche, die im Minutentakt vom Stapel gelassen werden (deren Ziel nicht selten der von Bob Hoskins hinreißend kauzig gespielte Gewerkschaftsobmann Albert ist). Um unwahrscheinliche Allianzen, wenn Rita und Lisa (Rosamund Pike), die Ehefrau des Fordchefs Peter Hopkins (Rupert Graves), überraschend an einem Strang ziehen. Und am Rande geht es auch um das Verhältnis der Geschlechter: Wenn das Land neue Frauen bekommt, dann braucht es auch neue Männer. Ritas Gatte Eddie (Daniel Mays) beispielsweise gibt sich durchaus Mühe, seine streikende Frau zu unterstützen.

Doch je länger die Auseinandersetzung andauert, desto mehr kratzen Ritas Erfolge an seinem Selbstwertgefühl. Konkret und beiläufig zugleich illustriert Cole hier, wie sich etwas verändert in der Gesellschaft, wie Kräfteverhältnisse sich verschieben und eine neue Balance entsteht. Ein Prozess übrigens, der auf höchster Ebene gespiegelt wird: Auch Barbara Castle (Miranda Richard - son), die „feurige Rote“ im Kabinett Harold Wilsons (John Sessions), muss sich trotz ihrer sprichwörtlichen Resolutheit permanent gegen bornierte und chauvinistische Vertreter männlicher Herrlichkeit durchsetzen. Kein Wunder, dass es ihr am Ende eine Freude ist, mit Rita und den streikenden Frauen zu paktieren, wobei sie sogar die unverhohlenen Drohgebärden des Ford- Managers Robert Tooley (Richard Schiff) lachend in den Wind schlägt.

Der Film basiert weitgehend auf Tatsachen, schildert sehr authentisch das Lebensgefühl in Dagenham, jenem Londoner Vorort, der seinerzeit von Ford geprägt wurde wie Wolfsburg vom VW-Konzern: eine Stadt, in der sich alles um die Autoproduktion dreht und wo jeder irgend - wie mit der Fabrik in Verbindung steht. Es ist die Ära der Swinging Sixties mit schriller Mode, fröhlichem Pop und wachsender Liberalität. Aber auch die alten Zeiten sind noch spürbar, die traumatischen Nachwirkungen des 2. Weltkriegs etwa oder die Überbleibsel des Frühkapitalismus, unter denen Rita & Co. zu leiden haben.

Sie schuften tagtäglich in einer windschiefen Fabrikhalle aus grauer Vorzeit, wo der Regen durchs undichte Dach tropft und es an heißen Tagen nur in Unter wäsche auszuhalten ist. An diesem Arbeitsplatz sind die Swinging Sixties definitiv noch nicht angekommen...

Geschickt integriert Coles Inszenierung an einigen Stellen historisches Material, um das Zeitkolorit einzufangen. So in der cleveren Titelsequenz, in der eine kunstvolle Splitscreen-Montage Dokumentar- und Werbefilme zu einer heiter-ironischen Einstimmung verbindet. Und so auch später, wenn der Produktionsalltag in der Fabrik oder Bilder vom Arbeitskampf der Frauen in einer Mischung aus altem und neuem Footage präsentiert werden. Eine der herausragenden Leistungen von WE WANT SEX besteht in seinem brillanten Produktions design und in der ebenso liebevollen wie detailbe ses senen Kombination aus glaubwürdiger Filmarchitektur, grandiosen Kostümen, verblüffenden Ausstattungsdetails und einem perfekt abgestimmten Soundtrack mit Songs von Desmond Dekker, Traffic und vielen anderen Größen der Zeit. Selten wurden die Swinging Sixties auf der Leinwand so lebendig – was auch daran liegt, dass Cole offensicht - liche Klischees vermeidet und nicht verschweigt, dass neben der schillernden Modewelt durch aus ein wenn nicht tristes, so doch ziemlich unauffälliges Alltagsleben existierte.

Golden Globe-Gewinnerin Sally Hawkins, seit ihrer Rolle in HAPPY-GO-LUCKY eine der führenden englischen Schauspielerinnen, ist zweifelsohne die Hauptattraktion in Nigel Coles großartigem Ensemble. Wiederum gelingt es ihr, eine Mischung aus Fragilität und Rigorosität, aus heiterer Unbekümmertheit und seriöser Entschlos - senheit so selbstverständlich herüber zu bringen, dass „die Arbeit dahinter“ nicht spürbar ist. Wunderbar harmoniert Hawkins sowohl mit gestandenen Kolleginnen wie Miranda Richardson, der die Freude an der Darstellung der „eisernen“ Barbara Castle deutlich anzumerken ist, und der gewohnt überzeugenden Geraldine James, aber auch mit Newcomerinnen wie Andrea Riseborough und Jaime Winstone.

Den Männern bleibt angesichts solch geballter weiblicher Energie nur ein Platz im Hintergrund (warum auch nicht: schließlich verhält es sich im Kino sonst oft anders - herum). Dennoch setzen Bob Hoskins, dessen Albert solidarisch an der Seite der Frauen steht, Rupert Graves, der den eisig-ahnungslosen Fordchef präzise anlegt, und nicht zuletzt der charismatische Daniel Mays als Ritas tendenziell überforderter Ehemann deutliche Akzente. Alle zusammen bringen sie eindrucksvoll eine Episode britischer Geschichte in Erinnerung, die nicht nur die englische Gesellschaft veränderte (der Streik sorgte dafür, dass 1970 der Equal Pay Act Frauen die gleichen Bezüge garantierte wie ihren männlichen Kollegen), sondern weltweit die Stellung der Frau im Arbeitsleben verbesserte. WE WANT SEX – wie Nigel Cole seinen Film provokant betitelt hat – präsentiert diese Geschichte weder als Lehrstück noch mit erhobenem Zeigefinger, sondern als launiges, unterhaltsames, sinnliches und vielschichtiges Kino. „Nigel Cole hat etwas geschafft, dass uns in den Staaten selten gelingt“, schreibt Karen Durbin in der US-Ausgabe von Elle. „Er hat einen poli tischen Film gedreht, der bewegend ist und Spaß macht, aber trotzdem die Fakten nicht mit Zuckerguss überzieht.“