Oceans 13 Filmkritik von Florian Hösch


Rache ist süß. Dieser simple Spruch kann gut und gern als grober roter Faden durch "Ocean's Thirteen" herhalten. Denn im Gegensatz zu den beiden Vorgängern "Ocean's Eleven" und "Ocean's Twelve" hat es sich die Ganovenbande um Danny Ocean diesmal nicht zum Ziel gemacht, ein Vermögen zu ergaunern oder Schulden zu begleichen. In diesem dritten Teil geht es um Rache für einen alten Freund und darum Willie Bank, dem Hauptschuldigen am kritischen körperlichen Zustand von Teammitglied Reuben, gehörig die Suppe zu versalzen. Denn Bank steht kurz vor der Eröffnung seines neuen Luxuscasinos, doch mit Blick auf die konzentrierten Rachepläne vom bewährten Team Ocean steht diese unter keinem guten Stern.

So schlecht dieser Stern auch sein mag, so findet sich doch genügend Star-Ausgleich auf der Kinoleinwand. Denn wieder einmal protzt der Ganovenstreifen vor allem mit der Prominenz seiner Besetzung. Auch wenn Julia Roberts zur Enttäuschung des Männerpublikums dieses mal nicht mit von der Partie an den Spieltischen von Vegas ist, findet man doch guten Ersatz durch Al Pacino, der dem egozentrischen Willie Bank durch seine gekonnte Charakterdarstellung zu einer angemessen fiesen und rücksichtslosen Persönlichkeit verhilft. Natürlich geben sich auch die Aushängeschilder der Filme wieder die Ehre, denn was wäre ein Ocean's-Streifen schon ohne einen Matt Damon, George Clooney oder Brad Pitt.

Vor allem die beiden letzteren sorgen dabei für das nötige Maß an Lachern. Die Dialoge zwischen Rusty und Danny werden die meisten Ocean's Eleven-Veteranen wohl an die guten alten Zeiten erinnern. Denn es finden sich nicht nur die üblichen lockeren Sprüche wieder, es wimmelt praktisch nur so von Anspielungen und Running-Gags aus dem ersten Teil. Schon der Klingelton von Rustys Handy zu Beginn des Filmes sollte dem Kenner Erinnerungen an die vorherigen Teile bescheren, ganz ähnlich wie die Verabschiedungsszene am Flughafen gegen Ende.

Bei all dem Humor, der den Gesprächen zwischen den Hauptakteuren entspringt, überschreiten die Streikszenen der mexikanischen Arbeiter doch fast schon die Grenze des Komischen. Man kann sich nicht des Gedankens erwehren, dass der Film aus jeder Situation mindestens einen Lacher herausschlagen will. Dabei wird wohl keine Rücksicht auf die schlechteren Lebensbedingungen der mexikanischen Arbeiterschaft genommen, die im ständigen Kontrast zum luxuriösen Leben der stets geschmackvoll gekleideten, millionenschweren Amerikaner umso mehr ins Auge stechen. Spätestens als sich die feinen Herren in Benedicts Büro über die erreichte Lohnerhöhung der mexikanischen Fabrikarbeiter amüsieren, lässt sich dieser Handlungsstrang, den man besser weggelassen oder anders angesetzt hätte, nur noch als geschmacklos bezeichnen.

Nach dem etwas schwächelnden zweiten Teil der Reihe fallen in "Ocean's Thirteen" nun endlich wieder positiv die Rückbezüge zum großartigen ersten Teil auf. Nicht nur der Humor stützt sich jetzt vor allem auf Teil eins, sondern auch die Handlung ist nicht mehr gar so ausgefallen wie in "Ocean's Twelve", auch wenn man noch das ein oder andere mal für kurze Zeit vor Verwirrung den Überblick verlieren kann. Auf Grund der wenigen wirklichen Überraschungen in der Handlung geschieht dies allerdings nicht ganz so häufig wie man vielleicht erwarten könnte. Denn "überraschende Wendungen" gibt es eigentlich nur in Anführungszeichen. Letztlich läuft doch alles wie am Schnürchen, ohne, dass wirklich gravierende Schwierigkeiten auftreten.

Der ganze Coup an sich ist im Grunde auch nichts wirklich Neues, der Casinoraub in Teil eins war sowohl kreativer als auch actionreicher. Dagegen bringt "Ocean's Thirteen" eigentlich keine völlig neuartigen Innovationen mit sich. Es ist zwar schön anzusehen wie Oceans Spezialisten immer neue technische Kniffe entwickeln und zum Einsatz bringen, aber das alles hat man schonmal in anderer Form gesehen und der einzige Unterschied ist diesmal im wesentlichen nur das Ziel der 13: Rache.

Schließlich ist es noch ganz interessant nachzuzählen, ob denn nun tatsächlich 13 Personen zu Oceans Team gehören. Leider kommt da das Problem auf, dass man sich nicht sicher sein kann, wen man denn nun alles mitzählen soll. Letztlich kommt man dann doch nur auf 12 Teammitglieder und wundert sich, wer bitteschön der mysteriöse 13. Krieger sein soll. Vielleicht wird sich dieses Geheimnis noch irgendwann lüften, ganz ersichtlich ist es aus dem Film selbst jedoch nicht.

Die Produzenten präsentieren mit "Ocean's Thirteen" einen wenig innovativen dritten Teil der Ganovenfilmreihe. Die Handlung ist zwar besser überschaubar als die des zweiten Teiles, kann mit der von Teil eins aber nicht konkurrieren. Dafür finden sich bis auf einige Ausnahmen aber durchwegs unterhaltsame Gags und Dialoge. Fans von Clooney, Pitt und Co. dürfen sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen, denn soviele Top-Schauspieler in einem Film sieht man selten. Insgesamt kommt "Ocean's Thirteen" zwar bei weitem nicht an "Ocean's Eleven" heran, hat aber einen durchaus hohen Unterhaltungswert!

 

 Florian Hösch

 

Die Meinung des Autors ist nicht zwingend identisch mit der des Herausgebers



 


 
 

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