Shrek Der Dritte Filmkritik von Florian Hösch


König werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Gleich zwei Probleme, denen sich der abenteuererprobte Oger in "Shrek der Dritte" gegenüber sieht. Denn König Harold von Weit Weit Weg ist seine im zweiten Teil erfolgte Verwandlung in einen Frosch nicht sonderlich bekommen. So bleibt dem im Sterben liegenden Froschkönig mangels direkten Thronfolgers nichts anderes übrig, als einen Nachfolger zu ernennen. Und wer wäre dafür besser geeignet als der 2 Meter große, grüne Schwiegersohn? So ziemlich jeder, denkt sich Shrek, dem sein zugefallenes Los sichtlich Unbehagen bereitet. Zu allem Unglück steht auch noch Nachwuchs ins Haus, ein Problem, dem der tapfere Oger, der in dieser Beziehung in der Tat noch etwas grün hinter den Ohren ist, sich nicht gewachsen fühlt. Also beschließt er, den bevorstehenden doppelten Stress gleich etwas zu minimieren: ein Ersatzmann für den Königsthron muss her.

 

 

Anders als Shrek sollte sich DreamWorks aber auf keinen Fall Ersatzmänner ins Boot holen, denn das Animationsteam hat im dritten Teil der Shrek-Reihe wieder einmal solide Arbeit geleistet. Die Animationen wurden nicht einfach nur auf der gewohnt großartigen Ebene gehalten, man kann mit Fug und Recht sagen, dass sie die Animateure bei Shrek 3 auf ein neues Level gebracht haben. So wirken nicht nur die Landschaften natürlicher denn je, auch die Figuren erscheinen noch lebendiger und lebensechter und nähern sich dabei immer mehr dem realen Menschen an. Einfach großartig, anders kann man die Animationen nicht bezeichnen.

 

Zwar gibt es an der äußeren Erscheinung des Filmes nicht viel zu bemängeln, doch dem aufmerksamen Zuschauer fällt vielleicht auf, dass Shrek nicht ganz so weit herumkommt, wie man erwarten könnte. Von Weit Weit Weg aufs Meer hinauszufahren auf der Suche nach einem würdigen Thronfolger führt dann letztlich doch nicht ganz so weit weg, wie man zunächst denkt. Ein kurzer Besuch auf einer mittelalterlichen Schlossuniversität, ein anschließender Abstecher vom Strand in den Wald - und der grüne Oger landet magischerweise doch nur wieder in Weit Weit Weg, dem Hauptschauplatz des Filmes. Ein bisschen Abwechslung bei den Kulissen hätte dem Film sicherlich nicht schlecht getan, zumal man gerne mehr von der hübsch animierten Landschaft bewundert hätte. Die Schlossanimationen sind zwar auch nicht zu verachten, aber im Wind wehendes Gras wirkt nunmal einfach schöner als kalter Stein.

 

Die Story ist im großen und ganzen leicht nachvollziehbar. "König" Arthus, Merlin, Captain Hook und die vielen anderen Märchen- und Disneyfiguren miteinzubeziehen verleiht dem Film natürlich in gewisser Hinsicht wieder ein gänzlich anderes Aussehen als der zweite Teil der Reihe. Dafür wird man aber kaum überraschende Wendungen erleben, alles verläuft relativ linear. Der Zuschauer kann sich so ganz auf die eingebauten Gags und Parodien konzentrieren, ohne viel über eine komplexe Handlung nachdenken zu müssen. Das ist einerseits natürlich ein gewisses Manko des Filmes, andererseits muss man aber bedenken, dass "Shrek der Dritte" auch für Kinder verständlich und geeignet sein soll.

Bei einigen wenigen Szenen fragt man sich aber zurecht, ob der Film wirklich gänzlich für Kinder geeignet ist. Das Gerede über das Kindermachen zu Beginn ist dabei noch weniger das Problem, denn dieses Thema wird die Kleinkinder noch in keinem großen Maße interessieren, falls sie es denn überhaupt wahrnehmen. Andere Szenen sind da schon einprägsamer für ein Kind, da nicht immer nur verbales Geplänkel vor sich geht, sondern auch mal bildlich nicht ganz kinderkonforme Inhalte dargestellt werden. Das fängt schon zu Beginn mit dem sterbenden Froschkönig an, der immer wieder mit einer bizarren Grimasse auf dem Gesicht "dahinscheidet", bis er schließlich wirklich tot ist. Das ist noch im Bereich des tolerierbaren, wenn man dann allerdings später einen König Charming sieht, der beim Üben für sein Theaterstück ständig Shrekdoubles mit einem Schwung seines Schwertes in die nächste Welt befördert, kommen einem schon Zweifel. Als Charming Shrek dann am Ende zuflüstert, dass er ihn "wie ein Schwein bluten lässt" ist aber spätestens die Schmerzgrenze erreicht.

Die genannten Szenen sind im Grunde nicht sehr brutal dargestellt und sorgen bei einem älteren Publikum auch für einige Lacher. Sehr junge Kinder sollte man aber nicht unbedingt mit derartigem belasten, man weiß ja nie welche Auswirkungen das eventuell hat.

 

Das klingt jetzt zunächst alles eher negativ, Fakt ist aber, dass "Shrek der Dritte" durchaus auch eine Menge Positives zu bieten hat und vor allem mit seinen Parodien und Witzen punkten kann. Shreks treue Wegbegleiter, Esel und gestiefelter Kater, sind auch diesmal wieder die Comedyträger und für den Löwenanteil der Gags verantwortlich. Besonders als sie nach misslungenem Teleportzauber buchstäblich etwas neben sich stehen, entfalten sie ihr ganzes Potential. Aber auch Shrek persönlich bringt sich unterhaltend mit ein. Besonders als er durch Verwenden des Jugendslangs zu Arthie durchzudringen versucht, kann man sich kaum noch auf dem Sitz halten. Zusätzlich werden die Lachmuskeln durch die zahlreichen Parodien auf "3 Engel für Charlie" und diverse Disneyfilme strapaziert. Und spätestens beim Zwergen-Babysitter oder dem verzweifelten Versuch Pinocchios, einer Lüge zu entgehen, kommt man nicht mehr aus dem Lachen heraus. Die Reihe ließe sich ewig fortsetzen, aber man muss schon selbst ins Kino gehen, um einen wirklichen Eindruck davon zu gewinnen, was diesen Film so besonders macht.

 

Animationen, die Konkurrenzfirmen vor Neid ganz grün werden lassen und ershrekend viel gelungene Gags. Das zeichnet "Shrek den Dritten" vor allen Dingen aus. Auch wenn dieser Film vielleicht nicht zum besten seiner Reihe gekrönt wird, kann er qualitativ doch im großen und ganzen mit seinen Vorgängern mithalten. Die Story ist zwar relativ simpel und insgesamt von weniger Wendungen gekennzeichnet als die der vorherigen Teile und nicht jede Szene ist für Kleinkinder geeignet, aber eins steht fest: "Shrek der Dritte" bietet märchenhafte Unterhaltung für so ziemlich alle Altersklassen, die man sich schon allein der Lacher wegen nicht entgehen lassen sollte!

 

 

 

Florian Hösch

 

 

 

Die Meinung des Autors ist nicht zwingend identisch mit der des Herausgebers



 


 
 

Surftipps: User, die hier waren, besuchten übrigens auch diese Seiten:

 
 

Meinungen zu "Shrek Der Dritte Filmkritik von Florian Hösch"