Get Smart Filmkritik von Florian Hösch


FSK: 12

Laufzeit: 110 Minuten

Originaltitel: Get Smart

Schauspieler:  Steve Carell, Dwayne Johnson, Alan Arkin

Gestatten? Max Smart, Geheimagent. Oder zumindest die abgespeckte Version. Als Analytiker bei der geheimen Regierungsorganisation CONTROL kann ihm so schnell niemand das Wasser reichen. Im übrigen will ihm auch niemand irgendetwas reichen. Um sein Wasser muss er sich stets selbst kümmern und seine außerordentlich detailierten Berichte verstauben von Seite 400 aufwärts im Aktenschrank. Wie Agent 23 müsste man sein...von allen verehrt und angehimmelt. Doch selbst seine außergewöhnlichen Testergebnisse bringen Max auf der Karriereleiter zu seinem Traumberuf nicht weiter nach oben. Das ändert sich, als eines Tages die Zentrale überfallen wird und alle Agentenidentitäten auffliegen. Max' große Stunde ist gekommen: Agent 86 macht sich zum Einsatz bereit.

Storyline:   70 %

James Bond reloaded - das ist die ins Skurile gezogene Grundessenz von "Get Smart". Ein weitgehend unfähiger Bürohengst steigt plötzlich zum Geheimagenten auf und rettet dennoch den Tag. Das ist nicht unbedingt neu und bestimmt schon mehr als einmal dagewesen. Aber trotz allem kein bisschen weniger effektiv.

Es geht um Agenten, Doppelagenten und natürlich eine Romanze am Arbeitsplatz. Eben um die Dinge, die zu einem guten Agentenfilm gehören. So gestaltet sich der Film zum Teil voraussehbar, da er bekannte Klischees neu verwurstet. In den 110 Minuten wird es aber trotz allem eigentlich nie langweilig. Die Geschichte stützt sich auf ein Gerüst aus Situationskomik, das jegliche Langeweile vor dem Kino warten lässt.

Nicht unbedingt eine neue Story, aber eine mit Pfiff!

Action/Fesselfaktor:   80 %

Obwohl Steve Carell letztlich permanent am Reden ist, wird doch handfeste Action serviert. Witz und Situationskomik paaren sich hier ganz smart mit guter Action. Manche Stunts würden sich dabei perfekt in einen Bond einpassen. Vor allem am Ende bleiben dem Actionfreund keine Wünsche mehr offen. Gewagte Flugzeugmanöver, geschickter Einsatz von Agentenspielzeug, brennende Autos und heiße Atomwaffen - da wird selbst dem heißesten Actionfan das Mütchen gekühlt.

Spannend ist das ganze obendrein auch noch! Trotz Kömodiengenre findet man sich mitunter schonmal stark mitfiebernd in den Kinosessel gekrallt. Die Gewissheit, dass alles gut ausgeht, hindert den Fesselfaktor nur minimal.

Specialeffects/Technische Umsetzung:   75 %

Auch die Qualität der Spezialeffekte ist der eines Bond-Filmes zum Verwechseln ähnlich. Die Stunts sind professionell und wirken sehr überzeugend. Auch wenn beim Fallschirmsprung die Logik und vor allem die Physik nicht ganz mitspielen: eine gute Arbeit des Specialeffectsteams.

Zur Kameraführung gibt es ebenfalls nur eines zu sagen: einwandfrei.

Besetzung:   70 %

In "Get Smart" sieht man sich mit einem mehrheitlich eingespielten Schauspielerteam konfrontiert. Steve Carell ist die Person, die  eigentlich fast schon ohne Unterbrechung über die Leinwand wuselt. Sein Gesicht ist im Prinzip immer mehr oder weniger ernst. Trotzdem schafft er es wie kein Anderer, mit einer ganz eigenen Mimik die Lachfalten des Zuschauers zu strapazieren. Eine bessere Besetzung für die Hauptrolle gibt es wohl nicht.

Die Rolle des Schurken ist ebenfalls nahezu optimal besetzt. Terence Stamp hat von Natur aus ein ungemein fieses Aussehen, das er auch auf der Leinwand gewinnbringend einzusetzen weiß. Alan Arkin als Chef von CONTROL gibt ebenfalls eine recht gute Figur ab.

Über die beiden anderen Hauptdarsteller gibt es auch fast nur Gutes zu sagen. Anne Hathaway alias Agent 99 braucht ihr Gesicht sicher nicht zu verstecken. Als kampferprobtes Bondgirl wäre sie eine Bereicherung.
Dwayne "The Rock" Johnson als Agent 23 weiß ebenfalls zu überzeugen, auch wenn sein Auftreten nicht immer unbedingt von großer schauspielerischer Tiefe gekennzeichnet ist.

Funfaktor:   80 %

Aber nun zur wirklich großen Stärke von "Get Smart": der Witz. Ab der ersten Minute bis hin zur allerletzen wird ein Dauerhagel von Gags auf den Zuschauer losgelassen. Die Quantität an Witzen ist wirklich unglaublich, nahezu jeder Darsteller trägt seinen Teil bei. Zwischen zahllosen einwandfrei gelungenen Witzen finden sich allerdings auch weniger komische Einwürfe. Diese sind wohl aber zum Teil auf die nicht immer ganz einfache Übersetzung aus dem Englischen zurückzuführen.
Allein die Masse der Gags garantiert zahlreiche Lacher, mitunter am laufenden Band. Ein unglaublich witziger Film, der ohne Lücken zu unterhalten versteht!

Taschentuchquote:   5 %

Prinzipiell erübrigt sich hier die Frage nach einer Taschentuchquote. Als Smart im Finale in den beinahe sicheren Tod schlittert ist der Moment der höchstens Emotionen erreicht. Man ahnt aber schon das Happy End. Dementsprechend halten sich die Gefühlsausbrüche auch hier in Grenzen.

Soundkulisse:   75 %

Beginnt "Get Smart" zum Einstieg noch mit ABBA, schwingt das Musikarsenal schon bald auf das klassische Bondtheme über. Dieses wird auch sehr passend eingebaut und verstärkt sowohl die Ironie als auch die ernsthafte Actionatmosphäre. Eine durchaus geschickte Verwendung von altüberliefertem.

Ähnliche Filme

Ein Film mit ähnlichem Plot? Auf Anhieb fällt einem "Johnny English" aus dem Jahre 2003 ein: Rowan Atkinson als unfähiger Geheimagent Johnny English im Mr. Bean Style. Nicht ganz so gelungen wie "Get Smart", aber vielleicht dennoch den Gang zur Videothek wert.
Die "Austin Powers"-Filme fallen in eine ähnliche Kategorie. Lustig und etwas zotig, aber trotzdem nicht gleichauf mit "Get Smart".

Was den langen Weg zu jeder Videothek rechtfertigt: die guten alten und auch neuen "James Bond"-Filme. 22 davon hat man zur Auswahl, das Urwerk und der Ursprung jedes Agentenmythos. Die neueren mit entsprechend aufgemotzten Spezialeffekten, die älteren schlicht und ergreifend mit Kultstatus. "Casino Royale" von 2006 ist mit Sicherheit einen Blick wert und für den dieses Jahr erscheinenden "Ein Quantum Trost" sollte man ebenfalls die Augen offen halten.

Fazit

Der James Bond der nächsten Generation: "Get Smart" versteht es, Witz und Action auf eine äußerst harmonische Weise miteinander zu verbinden. Dabei macht es gar nichts, dass die Story nicht unbedingt einzigartig und brandneu ist. Actionszenen mit Hand und Fuß sorgen für die nötige Hardcoreunterhaltung und für ein überraschend hohes Maß an Spannung. Eine Unzahl von Gags, die zum großen Teil auch zünden, vertreiben jegliche Langeweile und halten ein konstantes Unterhaltungsmaß. Die passende Besetzung, allen voran Steve Carell, gibt dem Film den restlichen Touch einer ausgereiften Agentenkomödie, wie man sie sonst nicht so oft findet.

Ein Film mit Bondpotential! Obwohl nicht jeder Gag den gewünschten Effekt erzielt, kann man "Get Smart" dank des wirklich guten Unterhaltungsfaktors guten Gewissens mit 80% empfehlen.

 

Florian Hösch

 

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Die Meinung des Autors ist nicht zwingend identisch mit der des Herausgebers



 


 
 

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