Leg Dich Nicht Mit Zohan An Filmkritik von Florian Hösch


FSK: 6

Laufzeit: 112 Minuten

Originaltitel: You Don't Mess With The Zohan

Schauspieler: Adam Sandler, John Turturro, Emanuelle Criqui, Nick Swardson, Rob Schneider

Er ist stark. Er ist agil. Er kann alles. Und er bekommt jede Frau. Zohan Dvir ist ein Held im eigenen Land. Es gibt wohl niemanden in seinem Heimatland, der den israelischen Antiterrorkämpfer nicht kennt. Von seinen Feinden gehasst, von seinen Anhängern gefeiert. Doch die lebende Legende ist nicht unbedingt zufrieden mit den anhaltenden Kriegseinsätzen. Er fühlt sich zu höherem berufen. Und so täuscht er schließlich seinen eigenen Tod vor, um seiner wahren Leidenschaft frönen zu können: dem Haareschneiden. Doch selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist das Leben für einen angehenden Haarstylisten nicht ohne Probleme...

Storyline:   60 %

"Leg Dich Nicht Mit Zohan An" ist sicher nicht der Film, der den Oscar für die beste Story gewinnt. Ein Soldat, der dem Krieg im eigenen Land entflieht und seinen eigenen Traum leben will: eine neue Aufmachung von Altbekanntem. Dabei aber ein recht effektives Recycling ohne das Endprodukt nennenswert auszudünnen. Unterhaltung wird allemal geboten.

Man merkt jedoch, dass man es hier mit einem Adam Sandler Film zu tun hat. Die Gags hageln nur so auf einen ein. Der Gedanke liegt nahe, dass die Handlung den einzigen Zweck hat, dem Humor ein komfortables Bett zu bereiten. Bei der sehr klischeehaften Darstellung von Israelis, Friseuren und Arabern eine berechtigte Vermutung. Die obligatorische Liebesgeschichte und das Happy End verleihen nicht bemerkenswert mehr Tiefe.

Insgesamt kann man Vieles, von dem, was man sieht, nicht ganz ernst nehmen. Aber genau so ist es wohl auch gedacht.

Action/Fesselfaktor:   65 %

In der Tat bringt "Leg Dich Nicht Mit Zohan An" den perfekten Mix zwischen Action und Witz. Als unschlagbarer Soldat mit fast schon übermenschlichen Kräften hat der Zohan keinerlei Sorgen um zu wenig körperliche Betätigung zu fürchten. Wenn auch oft maßlos übertrieben, zeigt er ein beachtliches Repertoire an Schlägen, Tritten und sonstigen Kniffen. Da wird schonmal schnell eine Kugel aus der Luft gefangen und der unfreundliche Mann von nebenan mit den Füßen versohlt. Von der Hinterkammer- und Discoaction ganz zu schweigen.

Eher weniger zu bieten hat der Fesselfaktor. Spannend ist es eigentlich nie. Das gute Ende ist mehr als absehbar. Die einzig spannende Frage ist die, welche Gags noch ausgelassen wurden und als nächstes kommen.

Specialeffects/Technische Umsetzung:    70 %

Der beste Soldat der Welt kommt langfristig natürlich nicht ohne angemessene Effekte aus. Mal davon abgesehen, dass Adam Sandler einen robusten und fähigen Stuntman hat, wird auch an weiterem Augenschmaus nicht gespart. Explosionen, zerspringende Scheiben, Feuersbrünste, Zeitrafferkämpfe und nicht zu vergessen bebende Friseurläden machen den Israeli zum einzigartigen Zohan. Da kommt er bei seinen Liegestützübungen schon mal ganz ohne Arme aus. Oft sehr übertrieben, dafür umso mehr fürs Auge und heitere Gemüt.
Die Kameraführung unterstützt ebenfalls ein ums andere mal die Erheiterung. Insgesamt zählt sie aber eher zu den wenigen Elementen des Filmes, die noch als bieder bezeichnet werden können.

Besetzung:   70 %

Die Besetzung der Rollen ist an sich sehr geglückt. Neben unbekanntere Gesichter tritt die High Society der Prominenz. So hat unter anderem Mariah Carrey einen beachtlichen Cameo-Auftritt, genauso wie Kevin James, der King of Queens.
Letzterer dürfte wohl dank seiner engen Freundschaft zu Adam Sandler in den Film hineingerutscht sein.

Sandler ist überhaupt die tragende Person im Film. Jegliche Dynamik und jeglicher Witz entstehen nur durch ihn. Er passt einfach wie die Faust aufs Auge auf die Rolle des Zohan. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass er einer der Autoren ist.
John Turturro alias Phantom ist seiner bewusst unsinnig angelegten Rolle ebenfalls mehr als gewachsen. Sein Overacting ist sicher beabsichtigt und drückt daher seine schauspielerische Leistung ebensowenig wie seine stets sonnenbrillenverschleierte Mimik.
Auch über die weibliche Hauptdarstellerin kann man nicht meckern. Es ist eigentlich alles sehr harmonisch besetzt.

Funfaktor:   85 %

Und jetzt zum großen Brocken, der den Film für Manchen äußerst sehenswert, für alle aber doch zumindest unterhaltsam macht. Funtechnisch hat "Leg Dich Nicht Mit Zohan An" nämlich einiges zu bieten. Das Niveau ist dabei allerdings nicht immer sehr hoch. Fäkalhumor ist die vorherrschende Methode zur Lachererzeugung. Zotig, nicht unbedingt uneingeschränkt tierlieb und ohne jegliche Hemmungen erkämpft sich Zohan seinen Traum im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dabei wird ein ums andere mal die Grenze des guten Geschmacks erreicht und auch überschritten. Der Film lässt sogut wie keinen Gag aus. Klar, dass damit nicht jeder Geschmack getroffen wird. Auch über die starke Klischeehaftigkeit lässt sich sehr kontrovers diskutieren. Fakt ist aber, dass "Leg Dich Nicht Mit Zohan An" bei aller möglichen Kritik ein Film ist, über den man einfach lachen muss. Wer das Kino ohne Lachen verlässt, war vermutlich im falschen Film.

Taschentuchquote:   5 %

Die Taschentücher kann man getrost zuhause lassen. Die einzige Emotion ist durchgängig Spaß und vielleicht auch noch ein bisschen was fürs Herz. Weinend werden sich aber die Wenigsten ertappen. An manchen Stellen muss aber zumindest vor Lachtränen gewarnt werden!

Soundkulisse:   60 %

Die verwendete Musik lässt sich nicht eindeutig zuordnen. Mit Disco- und Strandsounds über arabisch anmutende Töne ist vieles vertreten. Markant und gut wiedererkennbar ist jedoch das Zohan-Theme, das auch schon im Trailer zur Geltung kam. Die Musik weiß durchaus die Ohren zu erfreuen. Nach Verlassen des Kinos spukt sie aber nicht unbedingt lange im Kopf des Zuschauers herum.

Ähnliche Filme

Ähnliche Filme mit Adam Sandler in der Hauptrolle gibt es zahlreiche. Wenn man sich mit dem oft zotigen Sandlerhumor nicht anfreunden kann, wird man aber auch an diesen keinen großen Gefallen finden.
Erst letztes Jahr huschte Adam Sandler an der Seite von Kevin James in "Chuck Und Larry" über die Leinwand. Trotz heiklen Themas war dies dennoch ein relativ gesitteter Film mit nicht ganz soviel Fäkalhumor wie "Leg Dich Nicht Mit Zohan An".
"Klick" ist ein weiteres sehr gutes Beispiel für einen gelungenen Sandlerfilm. Das dortige Ende regt ungewöhnlicherweise sogar ein wenig zum Denken an.
Wer außerdem ein Filmurgestein neben dem Zohandarsteller bewundern will, kann den Griff zur "Wutprobe" wagen. Dank Jack Nicholson durchaus sehenswert!

Fazit

Es gibt wirklich wenig Grund, sich mit Zohan anzulegen, auch wenn die Meinungen über diesen Film geteilt sein werden. Die Story haut einen nicht unbedingt vom Hocker, aber das tut sie bei Komödien ohnehin nur selten. Was sie aber optimal gewährleistet ist eine perfekte Ausnutzung jedes nur denkbaren Spaßmoments. Auch Leute, die dem Fäkalhumor nicht sehr zugetan sind, kommen mit Sicherheit auf ihre Kosten. Der Film nimmt sich selbst auf die Schippe, das sollte man nie vergessen. Das lässt einen auch über die ein oder andere Geschmacklosigkeit hinwegsehen. Vor allem merkt man, dass die Schauspieler selbst ihren Spaß hatten. Wahrscheinlich der Grund dafür, dass ihr Zusammenspiel fast ausnahmslos gut gelungen ist. Wo es an Spannung fehlt, gibt es übertriebene aber dafür umso spaßigere Action zuhauf. Die zur Actionunterstützung eingesetzen Spezialeffekte scheinen ausgereift und auch sonst gibt es wenig zu beanstanden.

"Leg Dich Nicht Mit Zohan An" darf einfach nicht zu ernst genommen werden. Immerhin ist es ein Adam Sandler Film. Die 75% Wertung ist dank des hohen Unterhaltungswertes sicherlich zu rechtfertigen.

Florian Hösch

 

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Die Meinung des Autors ist nicht zwingend identisch mit der des Herausgebers



 


 
 

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