The Dark Knight Filmkritik von Florian Hösch


FSK: 16

Laufzeit: 152 Minuten

Originaltitel: The Dark Knight

Schauspieler: Christian Bale, Heath Ledger, Morgan Freeman, Michael Caine, Gary Oldman

Jeder Mensch hat zwei Gesichter. Das muss selbst Batman, der Beschützer von Gotham City, feststellen. Zusammen mit Lieutnant Gordon von der Polizei bekämpft er effektiv die Kriminalität. Goldene Zeiten scheinen anzubrechen. Nicht zuletzt dank des neuen Bezirksstaatsanwaltes Harvey Dent scheinen der Mafia die Hände gebunden. Doch das Auftreten des Jokers wirft die ehemals so gestrafte Stadt in neue Untiefen. Der kriminelle Psychopath verbreitet Angst und Schrecken und nimmt den Menschen die Hoffnung. Als er von Batman die Enthüllung seiner Identität erpresst, schwankt dieser auf dem schmalen Grat zwischen Gerechtigkeit und Rache. Entweder man stirbt als Held, oder man lebt lange genug, um selbst zum Schurken zu werden.

Storyline:   90 %

Wieviel Story kann man von einer Comicverfilmung schon erwarten? Verteufelt viel, wie "The Dark Knight" eindrucksvoll beweist. Kurz gesagt, schildert der Film den Kampf zwischen Gut und Böse. Zwischen Batman und dem Joker. Aber das ist stark vereinfacht und nur die halbe Wahrheit. Denn die Handlung geht um einiges tiefer.

Es geht um den Tanz auf der Messerspitze, zwischen Gerechtigkeit und Vergeltung, zwischen Chaos und Ordnung, zwischen Wahnsinn und Genie. So erstaunlich es für einen Batman-Film klingt: Es werden elementare Konflikte des Menschseins aufgegriffen und mehr als ansprechend präsentiert. Eine fast schon lehrreiche Vorstellung, verpackt in einen spannungsgeladenen Kampf zwischen Held und Bösewicht. Und die Erkenntnis, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt. Jeder Mensch verkörpert Held und Schurke gleichzeitig.

Die Story ist in jedem Fall anspruchsvoll und regt zum Nachdenken an. Sie ist sogar besser, als die von manch anderem Film, der es aufs Nachdenken abgesehen hat. Darüber hinaus beherbergt sie einige klasse Wendungen, höchste Kreativität und ist äußerst durchdacht.
Eine fast makellose Handlung, wie man sie heute im Actionkino und überhaupt eher selten findet.

Action/Fesselfaktor:  95 %

Actionkino wird hier ohnehin unvergleichbar gut serviert. Trotz ausgeklügelter Dialoge kommt der Körpereinsatz nie zu kurz. Mal ein Sprung vom Dach eines Hochhauses, mal ein sich überschlagender LKW, mal auch nur ein 'einfacher' Faustkampf. Verfolgungsjagden, Schießereien, knallharte Verhöre, Explosionen, lebensbedrohliche Stunts in luftiger Höhe...die Liste ließe sich ewig fortsetzen. Das Actionniveau wird stetig hoch gehalten. Kein Wunder, dass der Film ab 16 ist: Der Bodycount ist mehr als beachtlich!

"The Dark Knight" ist ebenfalls einer der wenigen wirklich spannenden Filme der letzten Zeit. Ständig meint man, den Höhepunkt der Spannung erreicht zu haben. Doch gerade dann kommt die nächste überraschende Wendung, die nur auf einen weiteren Gipfel zusteuert. Zum Ende hin wird es ohnehin immer und immer fesselnder, sodass in den 152 Minuten ganz bestimmt nie Langeweile aufkommt.
Ein unglaublicher Unterhaltungswert, erst recht für Batmanfans!

Specialeffects/Technische Umsetzung:   90 %

Die Unterhaltung rührt nicht zuletzt von den Spezialeffekten. Denn auch daran gibt es rein gar nichts auszusetzen. Lodernde Explosionen en masse künden als lauthalse Zeugen vom Talent der Computerzauberer. Die Stunts sind ungemein authentisch umgesetzt und alles, was per PC eingefügt wurde, scheint eindeutig der Realität zuzuordnen zu sein. Ein einziger Traum!
Das Make-Up Team hat dabei für das Aussehen des Jokers ein besonderes Lob verdient.

Kameratechnisch ist auch kaum etwas zu bemäkeln. Die Übersicht bleibt fast ausnahmslos gewahrt, Nahaufnahmen gibt es auch genug. Von der Luftkamera ganz zu schweigen. Ideal gelöst!

Besetzung:  95 %

Es ranken sich ja fast schon Legenden um das Schauspielteam von "The Dark Knight". Und besonders um den tragisch verstorbenen Heath Ledger, dem einzig wahren Joker. In der Rolle seines Lebens ist er als psychopathischer Bösewicht der inoffizielle Star des Filmes. Und das auch zurecht. Dank seiner intensiven Vorbereitung schafft er es, dem Schurken ein unerwartet geniales Gesicht zu verleihen. Einfach eine großartige Schauspielleistung, gar keine Frage!

Aber auch vom Rest kann man nur Gutes berichten. Christian Bale schafft es, seiner Titelrolle als Batman ebenfalls eine unglaubliche Tiefe zu geben. Batman wirkt menschlicher und auch verletzlicher als je zuvor. Die emotionale Seite bringt Bale jedenfalls epochal zum Ausdruck.

Morgan Freeman, Gary Oldman, Michael Caine und Aaron Eckhart leisten ebenfalls bewundernswertes und entziehen sich jeglicher Kritik. Überhaupt sind beinahe alle Schauspieler, auch die unbekannteren, zu einer Einheit mit dem Film verschmolzen. Einfach nur: Wow!

Funfaktor:  20 %

"The Dark Knight" klingt schon dunkel und düster. Die meiste Zeit dominiert in der Tat die Hoffnungslosigkeit und der Abgrund der menschlichen Psyche. Entsprechend wenig hat man zu lachen. Allerdings wird durch Butler Alfred, Batman oder den Joker immer mal wieder eine humoristische Auflockerung eingestreut. Es handelt sich dabei aber zum Großteil um schwarzen Humor. Trotz überschaubar vieler lustiger Momente nicht unbedingt der witzigste Film. Unterhaltsam aber trotzdem!

Taschentuchquote:  80 %

Unerwartet emotional kommt "The Dark Knight" daher. Das mag an der schauspielerischen Tiefe der Darsteller liegen. Oder vielleicht auch daran, dass Grundkonflikte behandelt werden, die man täglich in sich selbst auszufechten hat. Jedenfalls wird eine solche Sympathie zu manchen Charakteren aufgebaut, dass man gar nicht anders kann, als mitzufühlen. Und das nicht nur beim tragischen Tod von Charakteren oder der eingebauten Liebesgeschichte. Wie vieles im Film geht es tiefer. Weinen wird man ein hartgesottenes Batmanpublikum zwar kaum sehen. Aber die Emotionen sind sicherlich vorhanden.

Soundkulisse:  75 %

Der Sound hält sich im Allgemeinen eher zurück. Gerade dadurch wird aber eine einmalige Atmosphäre erzeugt. Es gibt auch mal stillere Momente. Dann ist wieder eine musikalische Fanfare im Vordergrund zu hören. Vor allem aber bekommt man die düstere Stimmung auch akkustisch vermittelt. Mit dem Batman-Thema wird jedoch stark gehaushaltet und es kommt eher am Ende zum kurzen aber stimmigen Einsatz. Gute Arbeit, Herr Zimmer und Herr Howard!

Ähnliche Filme

"Batman Begins" fällt einem hier wohl als erstes ein. Kein Wunder, da es den Auftakt der neueren Batman-Verfilmungen begründet. Leider noch ohne Joker, aber trotzdem sehr sehenswert! Mit 2005 sogar ein recht neuer Film.
Im Gegensatz zu den anderen Batman-Filmen, die alle schon ein bisschen länger zurück liegen. Für den Fan sind diese aber sicher auch zu empfehlen. Etwas ältere Kost eben. Hart, aber vielleicht trotzdem noch schmackhaft.
In den 90ern gab es außerdem noch eine animierte Serie, die sich mit Batmans Abenteuern beschäftigte. Der Nostalgiker mag sich an seine Kindheit erinnert fühlen. Wenn ja: Den Blick nicht scheuen!

In dieselbe Liga wie Batman fällt nicht selten Superman. Da gibt es auch zahllose Filme und Serien, wobei letztere schon mal per Cross Over Batman in sich auftauchen lassen.
Filme wie "Spiderman" kennt ja ohnehin jeder. "Iron Man" erzählt die Geschichte eines weiteren Superhelden. Dieses Jahr erst erschienen noch ein frischer Film. Der baldige DVD-Kauf ist bestimmt kein Fehler!

Fazit

Warum denn so ernst? "The Dark Knight" ist ein Film, bei dem das Herz einfach lacht. Lustig ist er zwar weniger. Aber dafür hat er ansonsten alles, was man sich von einem herausragenden Film nur wünschen kann. Action und Spannung in einem einzigen spektakulären Aufwasch, dass der Herzschlag gar nicht mehr zur Ruhe kommt. Überragende Spezialeffekte und Stunts, die gleich eine gewisse Härte mit sich bringen. Gleichzeitig aber auch große Emotionen dank einer wirklich herausragenden und leistungsstarken Schauspielerriege. Und nicht zu vergessen eine Story, die wunschlos glücklich macht und eine fast schon bodenlose Tiefe präsentiert. Dieser Film inspiriert einfach und geht tief unter die Haut.

Insgesamt eine urgewaltige Unterhaltung mit kraftvollem Tiefgang. Ein Wahnsinnsfilm, den man einfach gesehen haben muss. Ob Batman-Fan oder nicht. Die 95% ist er in jedem Fall wert. 

Florian Hösch

 

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Die Meinung des Autors ist nicht zwingend identisch mit der des Herausgebers



 


 
 

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