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DeLorean: das Kultauto aus Zurück in die Zukunft

Die Filmkarriere

"Wenn du schon eine Zeitmaschine entwickelst, warum nicht wenigstens mit etwas Stil?" sagt Doc Brown in "Zurück in die Zukunft". Damit spricht er die Idee der Filmemacher direkt aus. Die wollten sich vom Retrolook aus dem Zeitreisefilm "Die Zeitmaschine" von 1959 absetzen und brauchten ein mobiles Gerät, dass man zumindest in den 50ern, in die Marty reist auch für ein UFO halten konnte. Da passte der DeLorean perfekt.

Sieben Exemplare wurden für die Dreharbeiten angeschafft - oder extra konstruiert, denn für Spezialaufnahmen wurden auch ein Minimodell im Maßstab 1:5, eine Plexiglasversion und eine leicht demontierbare Variante für Innenaufnahmen benötigt. Dass bis zum Filmstart 1985 in Europa kaum jemand überhaupt von dem DeLorean gehört hatte (den konnte man nur in den USA kaufen) war dabei kein Nachteil sondern erhöhte noch den Mysteryfaktor - und startete die Gerüchteküche, dass der futuristische Renner eine Erfindung der Tricktechniker sei. Das gilt jedoch nur für einige Teile. So bestand der Fluxkompensator aus einer Radkappe und einer Krups-Kaffeemaschine.

Als der DeLorean im Film in die Zukunft startete, hatte er sie in der Realität schon hinter sich.Zur Zeit der Dreharbeiten war das Werk in Nordirland bereits geschlossen. Durch den Filmerfolg stieg die Nachfrage nach gebrauchten DeLoreans sprunghaft an. Wenn es etwas früher passiert wäre, hätte das Interesse die Firma retten können. Zu dumm, dass der Wagen keine echte Zeitmaschine ist.

Revival

Es gibt sie immer noch. Auch heute kann man sich selbst einen DeLorean zulegen. Entweder gebraucht und in diversen Stufen des Verfalls ab 15.000 Euro.

Günstiger aber auch nicht ganz billig ist es, sich mal einen DeLorean auszuleihen. Das kostet zwischen 100 und 800 Euro pro Tag.  

Oder man kauft sich doch einen nagelneuen DeLorean. Eine Firma in den USA hat das Teilelager der alten Fabrik aufgekauft und bastelt daraus und aus Nachbauteilen immer noch neue DeLoreans. Die gibts heute auf Wunsch auch mit Ipod-Anschluß Navi und anderer Schnickschnack. Kostenpunkt für die Standardausgabe: rund 57.000 Dollar.


John Zachary DeLorean war eine große Nummer beim US-Autokonzern General Motors. Dort war er sogar als nächster Konzernchef im Gespräch - bis er seinen Job hinschmiss.

Er wollte einen Wagen ganz nach seinen eigenen Vorstellungen bauen. Den DeLorean. Dafür errichtete er eine eigene Fabrik - ausgerechnet im Krisengebiet Nordirland, in dem damals noch der Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten tobte. Die britische Regierung gab  DeLorean einen Riesenkredit, um Jobs zu schaffen und die Gegend zu befrieden.

1981 rollten die ersten Wagen vom Band. Anfangs lief der Verkauf in den USA sogar richtig gut, aber dann brachen die Zahlen ein. Einmal wegen eines ungewöhlich harten Winters, aber auch wegen Schwächen des Wagens der sich gegen die hochgezüchtete Konkurrenz wie die Corvette oder den Porsche 911 wegen diverser Kinderkrankheiten und des zu schwachen Motors nicht behaupten konnte. Prompt ging der Firma das Geld aus - und als dann auch noch die neue britische Regierung ihren Kredit zurückwollte, wurde die Fabrik schon 1982 geschlossen. Bis dahin waren nicht mal 9000 DeLoreans produziert worden.

Damit ist die Geschichte des Autos und seines Erfinders aber längst nicht zuende. DeLorean suchte weiter nach Investoren. Dabei wurde er 1984 vom FBI wegen Drogenhandels festgenommen, und vor Gericht gestellt. Später kam allerdings raus, dass das FBI ihn in eine Falle gelockt hatte - und den Drogendeal selbst fingiert hatte. Eine merkwürdige Geschichte. Wer könnte ein Interesse daran haben, einen unabhängigen Autobauer ein für alle Mal aus dem Verkehr zu ziehen ?

John DeLorean wurde freigesprochen. Seine Firma erholte sich jedoch nie wieder. Und auch in den folgenden Jahren musste er in 40 Gerichtsverfahren um die Reste seines einstigen Traums, um seine Freiheit und seinen Ruf kämpfen. DeLorean starb 2005 im Alter von 80 Jahren.

Technische Details

Der DeLorean war ein Auto-Puzzle. Die Karosserie stamt vom italienischen Kultdesigner Giugiaro, allerdings half auch die britische Sportwagenschmiede Lotus mit. Die Ähnlichkeiten mit Bonds Lotus Esprit aus "Der Spion der mich liebte" ist nicht zu übersehen. Der Motor war eine Koproduktion von Renault, Peugeot und Volvo, eine V6-Maschine mit 130 PS. Nicht gerade viel für einen exklusiven Sportwagen. DeLorean waren andere Dinge wichtiger, wie die Haltbarkeit.

Die Karosserie bestand darum aus gebürstetem Edelstahl - ohne Lackierung ! Ein einzigartiger Look. Außerdem sollte der Wagen auch in enge Parklücken passen. Darum die Flügeltüren, durch die man nur 30 Zentimeter links und rechts zum Aussteigen brauchte.

Der DeLorean am Boden



 


 
 

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