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The Umbrella Academy Staffel 2: Kritik

 
 

Vergangenes Jahr landete Netflix mit „The Umbrella Academy“ einen Überraschungshit. Nun, Ende Juli 2020, geht die Serie in eine zweite – spürbarer schwächere – Runde.

Um am großen Streaming-Horizont weiter an der Spitze zu bleiben, musste Netflix autarker werden. So setzte man Stück für Stück die Marvel-Serien „DareDevil“, „Jessica Jones“ und Co. ab. Für die dadurch entstandene Lücke musste schleunigst Ersatz her. Daraus entstand „The Umbrella Academy“ und die damit verbundene Geschichte einer Patchwork-Familie mit Superkräften.

Entstanden ist diese außergewöhnliche Familie am 1. Oktober 1989, durch eine Reihe von ungewöhnlichen Geburten. Der Milliardär Reginald Hargreeves spürte sieben dieser mysteriösen Kinder auf und adoptierte diese, um sie anschließend zu trainieren. Diese Kinder heißen Allison, Ben, Diego, Fünf, Klaus, Luther und Vanya. An ihnen lag es, eine drohende Apokalypse zu verhindern, doch wie sich herausstellte, waren sie der Auslöser dafür.

Nach der erfolgreichen Flucht vor der Apokalypse im Jahr 2019 reiste die Superhelden-Truppe in die 1960er-Jahre zurück. Doch erneut gelang es Fünf nicht, alles zu kontrollieren, und so verteilte sich die Gruppierung über mehrere Jahre. Im Anbetracht ihres nun doch längeren Aufenthalts baut sich jeder ein eigenes Leben auf. Allison schließt sich einer Bürgerrechtsbewegung an, Klaus gründet eine Sekte, Luther wird Boxer, Vanya wird Nanny und Diego landet in der Irrenanstalt.

Geteiltes Leid

Diese Zerstreuung und das anschließende Zusammenfinden sind für sich nichts Falsches, allerdings braucht die Serie dafür entschieden zu lange. Eine wirkliche Widervereinigung gibt es nicht nach Folge 2 oder 3. Tatsächlich finden die Charaktere erst im zweiten Drittel der Staffel wieder zusammen. So kann die zweite Staffel nie die Gruppendynamik der ersten Staffel erreichen. Auch verlaufen die unzähligen Seitenhandlungen im Sande und werden nur angerissen.

So beispielsweise die Bürgerrechtsbewegung, der sich Allison anschließt. Der Konflikt und die Ausgrenzung der afroamerikanischen Gesellschaft sind zwar historisch gesehen spannend, werden jedoch nur an der Oberfläche thematisiert. Eine wirkliche Tiefe wie etwa in der jüngst erschienen Serie „Watchmen“ wird bei Weitem nicht erreicht.

Selbiges trifft auch auf die blassen Antagonisten zu. Hatte man in der ersten Staffel mit Cha-Cha und Hazel noch zwei charakterlich starke und spannende Antagonisten, so werden diese in der neuen Staffel durch drei schwedische Geschwister ersetzt. Die haben allerdings weder eine Hintergrundgeschichte noch ein eigenes Gewissen vergleichbar mit dem von Hazel.

Sich treu bleibt man jedoch in der grundsätzlichen Machart. Die Actionszenen sind stilistisch schön umgesetzt und strotzen nur vor Referenzen an „Matrix“ oder „Kingsman“. Teilweise geht das jedoch nicht mit dem scheinbar geringen Budget für Effekte einher. Dann wirken Slow-Motion-Szenen schon eher lächerlich als cinematisch.

Fazit

Schlussendlich bleibt von „The Umbrella Academy“ nur ein sehr zerrüttetes Bild. Das Storytelling der zweiten Staffel ist schlichtweg viel zu langsam und bietet kaum Raum für Innovationen. Die Geschichte der Geschwister wird zwar logisch fortgeführt, doch fühlt sich auch das Finale der Staffel an, als hätte man es bereits gesehen. Von der anfänglich liebevollen, actionreichen wie auch andersartigen Superhelden-Serie bleibt wenig. So ist es am Ende, wie im Laufe der Staffel gezeigt, nur ein heißer Aufguss, der nur leider nicht nach Lavendel duftet.

Die zweite Staffel von "The Umbrella Academy" ist ab dem 31. Juli 2020 auf Netflix aufrufbar. Im Player haben wir für euch den Trailer zur neuen Staffel.


 
 

FILM.TV-Check: 60%


()

HOT:

+spannende Wendungen

+starke Effekte

NOT:

-langatmig

-ähnlich zu Staffel 1


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Autor: Nils Zehnder | Gesprächswert: 60%