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Diana Amft Interview zu Frisch Gepresst


FILM.TV: Für welchen der beiden Männer hätten sie sich denn entschieden?

Diana Amft: Aus der Sicht von Andrea kann ich voll verstehen, dass sie zwischen beiden hin- und hergerissen ist. Ich bin den beiden im „real-life“ noch nicht begegnet, deshalb kann ich das schwer sagen.

FILM.TV: In Zusammenfassungen klingt die Beschreibung der beiden Männer recht simpel. Im Verlauf des Films wird die Entscheidung aber schwieriger. Gregor ist anfangs ein Schnösel, der dann aber auch sympathische Züge entwickelt, während der solide Chris manchmal auch ein bißchen langweilig ist. Hat sie diese Entwicklung an dem Film angezogen?

Diana Amft: Das war es, was ich als reizvoll empfand. --- Man hat das Gefühl, dass man bei Andrea durch ein Schlüsselloch gucken darf. Die Figuren stehen für die heutige Generation, die mitten imLeben steht , in den „Thrirty-Somethings“, wo große Entscheidungen anstehen: Zusammenziehen - Ja oder Nein? Kinderkriegen - Ja oder Nein? Damit konnte ich mich sehr gut identifizieren.

FILM.TV: Kinder und Karriere ist auch eins der Themen. Machen sie sich da selbst auch Gedanken drüber?

Diana Amft: Nicht auf Grund des Films,aber es ist generell ein Thema, das unsere Generation beschäftigt. Viele haben oft gar nicht die Möglichkeit, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen, rein finanziell und organisatorisch. Wer die Möglichkeiten hat, kriegt das auch sehr gut gemeistert. Es kommt auch darauf an, welchen Beruf man hat. Ich habe auch schon von Leuten gehört, die gesagt haben „das kannst du vergessen, wenn ich ein Jahr weg bin, dann komme ich da nicht mehr rein, alles ist so schnelllebig. Dann ist jemand nachgerückt und die haben mich dann vergessen.“ Und dann gibt’s wiederum Berufe, wo man in den Mutterschutz gehen kann und problemlos wieder ins alte Berufsfeld kommt.

FILM.TV: Als ich den Film gesehen habe, war ich allein unter Frauen. Es kommt mir auch vor, als wäre er vor allem für Frauen gedreht worden. Was könnten aus ihrer Sicht Männer von dem Film mitnehmen?

Diana Amft: Ich finde, der Konflikt, den die beiden Männer im Film mit der Andrea haben, das könnte einem Mann durchaus auch passieren. Ich meine, dass ein Mann sich den Film durchaus auch anschauen kann. Da passiert schon nix! 

FILM.TV: Es gibt sehr wenige Filme mit weiblichen Hauptfiguren. Es gibt die Til-Schweiger-Filme, es gibt „Männerherzen“,e s gibt „What A Man“. Bei den weiblichen Hauptfiguren gibt es noch Nachholbedarf.

Diana Amft: Den liefern wir ja jetzt!

FILM.TV: „Frisch gepresst“ ist der erste Roman von Susanne Fröhlich. Haben sie sich mit der Autorin getroffen und über die Verfilmung und ihre Rolle gesprochen?

Diana Amft: Ich hab sie persönlich kennengelernt beim Warm-Up.Ich mag sie sehr sehr gerne, wir haben viel gelacht und Spaß zusammen gehabt. Ich hatte zu dem Zeitpunkt ein Kinderbuch herausgebracht und sie hat mir als Profi Tipps gegeben. Da habe ich mich total drüber gefreut. Sie hatte auch eine kleine Cameo-Rolle im Film: Sie spielt die Dame beim Boxkampf, deren Brosche ich wegschmeiße. Susanne Fröhlich ist eine Frau mit einem Superhumor, die sehr gut über sich selber lachen kann. Sie hat das Buch in vertrauensvolle Hände abgegeben , und hat der Produzentin und allen Beteiligten vertraut. Am Ende hat sie sich natürlich sehr gefreut, dass ihr erster Roman verfilmt wurde – und dann auch gleich fürs Kino.

FILM.TV: Hatten sie das Gefühl, sie spielen eine jüngere Ausgabe, ein Aller Ego von Susanne Fröhlich, als sie sich die Rolle erarbeitet haben?

Diana Amft: Nicht wirklich. Was Susanne Fröhlich und mich verbindet sind die blonden Locken, aber ich weiß nicht, inwieweit sie die Figur Andrea Schnidt autobiografisch sieht.

FILM.TV: Die äußerliche Ähnlichkeit war aber nicht der Grund dafür, dass sie die Rolle bekommen,oder?

Diana Amft: Soweit ich weiß hat das nichts damit zu tun.

FILM.TV: Es gibt zwei Roman-Fortsetzungen von „Frisch Gepresst“. Gibt’s schon Pläne, dass sie wieder Andrea Schnidt spielen, wenn die Bücher verfilmt werden?

Diana Amft: Ja, wenn die Zuschauer gerne sehen wollen wie´s weiter geht, wenn man ein gutes Gefühl hat und merkt, der Film interessiert die Leute, dann gibt’s auf jeden Fall eine Fortsetzung und ich wäre sofort dabei. 

FILM.TV: Im Fernsehen waren sie ja in „Doctor´s Diary“ schon der Star der Serie – gibts dazu vielleicht bald einen Kinofilm?

Diana Amft: Es war schon mal im Gespräch. Eine Serie oder eine vierte Staffel wird’s wahrscheinlich nicht nochmal geben. Es ist zu schwierig uns alle zeitlich nochmal zusammenzubringen. Wir haben aber gesagt wir könnten uns gut einen Film vorstellen. Ich wäre auch sofort dabei. Der Autor Bora Dagtekin hat ja auch die Serie „Türkisch Für Anfänger“ gemacht und danach sehr erfolgreich den Kinofilm. Es wäre schön, wenn man nochmal in die Richtung denken könnte. Aber konkrete Pläne gibt es nicht.

FILM.TV: Sie haben jetzt nochmal für eine neue Serie zusagt, „Die neuen Abenteuer der alten Christine“. Warum das ? Viele Schauspieler benutzen ja den Erfolg einer Serie, um dann wenn möglich nur noch Kino zu machen.

Diana Amft: Ich habe das nie so gesehen. Meine ersten Filme waren ja Kinofilme. hatte nie diese Panik vorm Fernsehen. Im Gegenteil, wenn es schöne Bücher gibt, dann ist es mir wurscht ob es Kino oder Fernsehen ist. Hauptsache dahinter steckt gute Arbeit und das war bei „Doctor´s Diary“ der Fall und ebenso jetzt bei „Old Christine“. Ich schaue mir das schon sehr genau an. Aber mein nächstes Projekt ist auch wieder ein Kinofilm. Es ist nicht so dass ich mir jetzt sage „ich bin mir zu schade für´s Fernsehen“. Im Gegenteil. Ich finde Fernsehen toll und ich finde Kino toll. Es ist ein Traum, wenn man das Glück hat, beides zu machen.



 


 
 

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