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Imogen Poots über den Film Fright Night 2011

11.09.2011 18:50

In FRIGHT NIGHT macht Colin Farrell als verführerischer und gerissener Jerry Jagd auf die nichtsahnende Nachbarschaft. Entfacht wird sein Blutdurst auch durch eine der heißesten Newcomerinnen Hollywoods - Imogen Poots in ihrer Rolle als Amy.

Es wimmelt in der Kultur derzeit vor Vampiren. Was denkst Du über diese Faszination für die Untoten?
Meiner Meinung nach kommt die daher, dass der Vampir eine so vielseitige Kreatur ist, die für Hyper-Sexualität und religiöse Symbolik steht. FRIGHT NIGHT ist allerdings ein Film, der sich wieder an den Ursprüngen dieses Mythos orientiert. Der Vampir ist bei uns ein Killer auf der Jagd, in einem echten Horror-Szenario.

Wie war die Arbeit mit Craig Gillespie?
Einfach wunderbar, denn er ist der Beste! Ich bin ein großer Fan seines Films "Lars und die Frauen" (LARS AND THE REAL GIRL, 2007) und finde, dass er ein wunderbares Verständnis für Charaktere hat. Genau deswegen erschien mir auch dieses Projekt so interessant. Craig wagte sich zwar an einen sehr kommerziellen Film heran, doch er zeichnete die Figuren enorm menschlich und glaubwürdig.
Es hat sehr viel Spaß gemacht, sich gemeinsam auf diese Reise zu begeben. Natürlich kannten wir alle das Original von FRIGHT NIGHT, doch diese neue Version ist wirklich unsere ganz eigene Interpretation, an der wir sehr viel Freude hatten. Wir sind uns bei der Arbeit am Film sehr nahe gekommen, wahrscheinlich auch, weil wir alle in direkter Nachbarschaft von einander wohnten und ein paar Monate lang praktisch jeden Tag zusammen verbracht haben. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass man eine Beziehung zueinander aufbaut. Uns Schauspielern gab Craig die Möglichkeit, auch mal vom Drehbuch abzuweichen, Spaß zu haben und verschiedene Sachen auszuprobieren, selbst wenn sie am Ende nicht im Film landeten. Das war eine wunderbare Methode, um uns in die Rollen einzufinden und nicht von den Dialogen einschränken zu lassen.

Stimmte Dein Bild Deiner Figur mit Craigs Vorstellung überein?
Ich denke schon. Wir wollten beide, dass sie mehr ist als nur die Freundin des Protagonisten, mehr als ein bloßes Accessoire an seiner Seite. Uns war wichtig, dass auch sie zum Witz des Films beiträgt, so dass wir eine leichtfüßige, pointierte und wahrhaftige Dynamik für ihre Beziehung gefunden haben.

Wie war es, gegen einen Vampir zu kämpfen?
Charley (Anton Yelchin) und Amy kämpfen ja nicht nur gegen einen Vampir, sondern auch gegen den Verlust ihrer Unschuld. Deswegen schließt man sie so ins Herz und will unbedingt, dass die Sache für sie gut ausgeht. Sie verstehen gar nicht die höhere Gewalt, die Jerry verkörpert, also all das worüber man keinerlei Kontrolle hat oder dem man ausgeliefert ist. Sie haben noch keine Ahnung davon, dass es auf der Welt Dinge gibt, die einen selbst vollkommen bedeutungslos erscheinen lassen.

Hast Du Dich mit Anton gut verstanden?
Ich liebe Anton! Er ist wirklich ein außergewöhnliches Talent, so gebildet, klug und kultiviert. Und vor allem ist er ein wahnsinnig charmanter Typ und ein sehr, sehr guter Freund von mir.

Wie peinlich waren die intimen Szenen für Dich?
Ach, die sind nicht besonders peinlich. Man bringt sie einfach hinter sich.

Die Drehbuchautorin Mart Noxon hat gesagt, wie wichtig ihr es war, Deiner Figur mehr zu tun zu geben als im Original und sie sehr viel selbstbestimmter zu zeichnen. Ist sie in Deinen Augen eine starke Frau?
Ja, so habe ich sie gesehen! Es war für mich ganz entscheidend, ein Mädchen zu spielen, das stark ist, einen eigenen Handlungsbogen hat, witzig sein darf und wirklich für sich selbst stehen kann. Dadurch gewinnt die Figur der Amy eine ganz neue Qualität. Auch Craig war es ganz wichtig, einen Film mit stark ausgeprägten Figuren zu drehen.

Glaubst Du eigentlich an Übernatürliches wie etwa Vampire?
Ich glaube, dass man durchaus offen sein muss für die Vorstellung, dass es da draußen mehr gibt als rational erklärbar ist. Schon dass wir Menschen überhaupt auf diesem Planeten existieren, ist doch eigentlich ziemlich erstaunlich, oder? Deswegen halte ich es für ratsam, eine gewisse wissenschaftliche wie spirituelle Offenheit zu haben.

Wie war die Arbeit mit Colin Farrell?
Er ist ein sehr intelligenter Mann und ein sehr sanfter, humorvoller und außergewöhnlicher Schauspieler. Außerdem war schon unser Film als solcher ein großer Spaß, und dabei zuzusehen, wie Colin sich in den Vampir Jerry verwandelte, war faszinierend.

War Colin anders als Du erwartet hattest?
Man weiß im Vorfeld nie, wie die Zusammenarbeit mit den Kollegen sein wird, deswegen habe ich gar keine bestimmten Erwartungen. Jeder ist schließlich eine ganz eigene, komplexe Persönlichkeit. Colin habe ich jedenfalls als sehr charmant und wundervoll erlebt. Ich mag ihn sehr!

In Hollywoodfilmen wimmelt es dieser Tage vor jungen britischen Schauspielern. Was hältst Du davon?
Natürlich finde ich das großartig. Und im Fall von FRIGHT NIGHT ist die Besetzung ja sogar richtig international.

Du kommst ja aus London. Wie gefallen Dir die Vereinigten Staaten?
Ich habe hier einige sehr spannende Menschen kennengelernt. Wegen dieser Menschen, die mir viel bedeuten, komme ich immer gerne nach Los Angeles. Aber meine Lieblingsstadt bleibt New York. Dort spaziere ich stundenlang durch die Straßen und erlebe die Stadt immer wieder als enorm kreativen Ort. Außerdem hatte ich auch schon das Glück, Teile von New Orleans und New Mexico kennenzulernen. Es war cool, die USA auch mal aus einer Perspektive jenseits der Metropolen zu erleben. Amerika ist ja so riesig, dass es enorm viel zu entdecken gibt.

Wann hast Du mit der Schauspielerei begonnen?
Mit ungefähr 14 Jahren. Ich wuchs in London auf und direkt in der Nähe meines Wohnorts war eine Theatergruppe, der ich beitrat. Das war etwas, das mir enorm viel Spaß machte und woran ich mich wirklich versuchen wollte.

Wie ist es für Dich, Dein eigenes Gesicht auf der Leinwand zu sehen?
Natürlich ist das immer ein bisschen bizarr. Aber gleichzeitig ist es auch sehr interessant, das fertige Produkt und die Arbeit der Kollegen und aller Team-Mitglieder zu sehen. Statt zu denken "Oh Gott, die zeigen meine Nase in 3D!", sollte man versuchen, das losgelöst von der eigenen Person und wirklich als Kunstwerk zu sehen.



 


 
 

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