Ein Freund Von Mir Filmtipp

Die schönen, ruhigen Cinemascope-Bilder (aufgenommen von Kameramann Oliver Bokelberg) von unterkühlten, gesichtslosen Räumen wie Garagenauffahrten und Flughafencafe werden durch die Figuren mit Leben gefüllt, die stimmungsvollen Musikstücke von Gravenhurst tun ihr Übriges. Trotz ruhiger Kameraführung wird auch der Rausch der Geschwindigkeit fühlbar, wenn die zwei nachts Wettrennen auf der leeren Stadtautobahn fahren oder einer neben dem vom anderen gefahrenen Wagen herrennt, um die Laufgeschwindigkeit auf dem Tacho zu messen.
Statt auf eine stringente Handlung setzt Schipper hier noch mehr als bei "Absolute Giganten" auf Atmosphäre und Stimmung und hat recht damit. Denn nicht nur Jungs lassen sich von der Spiellaune der Hauptdarsteller anstecken, auch wenn "Ein Freund von mir" eigentlich ein Film über Männerfreundschaft und schnelle Autos ist, aber eben noch ein bisschen mehr.

 


    
                                                                                                                           84 Min

Sebastian Schippers zweiter Spielfilm ist ein entspanntes, witziges Buddymovie, das von seiner Atmosphäre lebt. Die Jürgen-Vogel- und Daniel-Brühl-Show schlägt auch melancholische Töne an und sollte die Besucherzahlen des Erstling locker toppen können.

Schipper bezeichnet "Ein Freund von mir" als älteren Bruder seines Debüts "Absolute Giganten", in dem drei Freunde einen letzten gemeinsamen Abend miteinander verbringen. In "Ein Freund von mir" skizziert Schipper den Beginn einer Freundschaft zwischen zwei gegensätzlichen jungen Männern, die etwas älter als die "Giganten" sind.
Daniel Brühl spielt den in sich gekehrten Mathematiker Karl. Er hat einen lukrativen Job in einem Luxus-Büro, der ihn nicht sonderlich interessiert und eine schöne Wohnung, die er nicht eingerichtet hat. Jürgen Vogel spielt Hans, einen frohgemuten Lebenskünstler, dessen DAF sein ganzer Stolz und Spaß ist. Die beiden treffen sich beim Flughafen-Autoverleih. Karl wehrt zwar die freundschaftlichen Attacken von Hans ab, doch der ist hartnäckig und ringt Karl schließlich doch ein Grinsen ab. Er nimmt ihn mit zu seiner Königin, gespielt von Sabine Timoteo, in die sich Karl auf Anhieb verliebt.
In unglaublich amüsanten Szenen muss Karl den Ex der Königin zum Kuchen einladen, während der nackte Hans sich ein Versteck in der Wohnung sucht. Witzig auch, wie Hans und Karl darum knobeln, welchen von zwei Porsche sie zurückbringen und schön romantisch, wie Hans mit spanischen Sätzen die Königin erobert. Die Chemie stimmt einfach zwischen den zwei (bzw. drei) Schauspielern und so springt - auch für den Zuschauer glaubhaft - der Funke des Glücks über von Hans auf Karl. Doch in einem Liebesdreieck fühlt Hans sich nicht wohl und zieht sich wieder zurück.
 



 


 

Surftipps: User, die hier waren, besuchten übrigens auch diese Seiten: