Das Kabinett Des Dr. Parnassus Film Trailer

FSK Film: Dieser Film hat die FSK Freigabe 12 Jahre
Länge: 122 Min | Kinostart: 07.01.2010 | DVD/BD: 10.06.2010 (DVD&BD) | ©  Concorde | 
 
 
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Das Kabinett Des Dr. Parnassus Film Trailer

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Das Kabinett Des Dr. Parnassus Film Trailer: Weitere Infos

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• Ausschnitte aus dem Film 1
• Ausschnitte aus dem Film 2
• Blick hinter die Kulissen
• Interview mit den Stars

Die Story zu Das Kabinett Des Dr. Parnassus Film Trailer:
Dr. Parnassus (Christopher Plummer) besitzt die außergewöhnliche Gabe, Menschen in wundervolle Fantasiewelten zu entführen. Zusammen mit seinem Wandertheater lädt er das Publikum ein, mittels eines magischen Spiegels dem banalen Alltag zu entfliehen und in ein Universum unbegrenzter Fantasien einzutreten. Dr. Parnassus wird jedoch von einem dunklen Geheimnis verfolgt. Für Unsterblichkeit und ewige Jugend hat der unermüdliche Spieler einen Pakt mit dem Teufel in Gestalt von Mr. Nick (Tom Waits) abgeschlossen. Dr. Parnassus\' hinreißende Tochter Valentina (Lily Cole) ist dafür an ihrem 16. Geburtstag Mr. Nick als Gegenleistung versprochen. Nun, da dieser Tag näher rückt und Valentina sich in den charmanten Außenseiter Tony (Heath Ledger) verliebt hat, versucht Dr. Parnassus verzweifelt, seine Tochter vor diesem Schicksal zu bewahren. Die Theatertruppe um Dr. Parnassus macht sich deshalb zu einer aufregenden Reise gegen die Zeit auf - in eine surreale und berauschende Welt voller Wunder und Verlockungen.

Schauspieler:
Johnny Depp, Heath Ledger, Colin Farrell, Jude Law, Christopher Plummer, Lily Cole, Tom Waits, Verne Troyer, Andrew Garfield, Carrie Genzel

Hintergrund:
Die Ankündigung eines neuen Films von Terry Gilliam entfacht üblicherweise eine dynamische Mischung aus Erwartungen, Neugier und nicht gerade wenig Anspannung. Der visionäre Regisseur genießt den Ruf eines außerordentlich kreativen Filmemachers. Doch seine Zelluloid-Träume auf die große Leinwand zu bringen, erwies sich nicht immer als leicht. Der tragische Tod von Heath Ledger während der Produktion von DAS KABINETT DES DR. PARNASSUS hätte um ein Haar das Ende dieses Films bedeuten können. Doch Gilliam gab nicht auf. Er erfand sozusagen den Film noch einmal neu, ohne die Darstellungskunst zu schmälern, die der Star Ledger bereits in den Film eingebracht hatte. Der Regisseur, die Schauspieler und das Filmteam arbeiteten unermüdlich zusammen, um diese einzigartige Reise zum Abschluss zu bringen, die keine achtzehn Monate zuvor in der unermesslichen, fieberhaften Vorstellungswelt von Gilliam und seinem Co-Autor Charles McKeown ihren Anfang genommen hatte. „Das Format der Geschichte erlaubt es, Heaths gesamte Performance zu erhalten und so wurde seine Arbeit in keiner Weise durch Digitaltechnologie verändert oder angepasst“, versichern die Produzenten. „Jede der von Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law gespielten Rollen ist repräsentativ für die vielen Aspekte der Figur, die von Heath Ledger verkörpert wurde.“ „Ich bin Johnny, Colin und Jude sehr dankbar dafür, dass sie mit an Bord gekommen sind, genauso wie allen anderen, die es uns möglich gemacht haben, diesen Film zu verwirklichen“, fügte Regisseur Gilliam hinzu. „Und ich bin begeistert, dass die ganze Welt nun Heaths großartige Leistung zu sehen bekommt.“ Wer Filme wie „Time Bandits“, „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“ und „König der Fischer“ schätzt, wird von Gilliams neuem, überbordenden Fantasy-Trip DAS KABINETT DES DR. PARNASSUS begeistert sein. Im November 2006 nahmen Terry Gilliam und Charles McKeown die Arbeit am Drehbuch auf – ihre dritte Zusammenarbeit nach „Brazil“ und „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“. Gilliam hatte nach verschiedenen Projekten basierend auf anderen Drehbüchern oder Buchadaptionen nun beschlossen, selbst wieder ein Originaldrehbuch zu schreiben. „Es war schön, zu sehen, ob wir es noch von Grund auf selbst tun konnten“, erklärt Gilliam. Er machte sich daran, bisher noch unbenutztes eigenes Material auszuwerten, darunter unterschiedliche Ideen, die in der Schublade schlummerten. Er wollte die Idee einer reisenden Theatertruppe umsetzen, die im heutigen London, aber auch in unterschiedlichen exotischen und fantastischen Welten spielen sollte. Gilliam entwarf auch die Hauptfigur, nämlich einen Mann, der etwas verloren scheint, nicht so ganz in seine Zeit passt und sein Publikum nicht recht erreichen kann, denn die Zuschauer wollen seinen Geschichten nicht mehr lauschen. McKeown taufte den Mann Parnassus. „Ich nehme an, es ist eigentlich sein Abenteuer. Nichts war vollkommen festgelegt, aber das hatte Terry ganz klar im Sinn. Die Idee von Dr. Parnassus als halb-asiatischer Medizinmann entwickelte sich einfach. Jedenfalls war es wohl nicht von Anfang an so gedacht.“ Darauf folgte eine Phase, in der man sich zusammensetzte und mit verschiedenen Ideen spielte, wobei Gilliam zugibt, dass dies keiner festen Planung folgte. McKeown sah diese Entscheidung als ausschlaggebend für den Film. Das Betreten dieser außergewöhnlichen Welt zog eine ganze Reihe von Entscheidungen nach sich, die das Leben ihrer Figuren bestimmen. Beide Autoren arbeiteten am Computer und schickten sich Emails hin und her. „Dann trafen wir uns wieder“, berichtet Gilliam. „Wir sahen alles durch und allmählich ist alles so entstanden. Es gab keine vorgegebene Form, wir machten uns an die Arbeit und hämmerten auf diesen riesigen Marmorblock drauflos, bis etwas Schönes daraus entstand.“ „Einige Wochen lang kreisten wir das Thema in groben Zügen ein“, sagt McKeown. „Eines Tages redeten wir über alles Mögliche, und dann endlich über das eigentliche Thema und dessen Bezug zu aktuellen Ereignissen. So hatten wir wochenlang ein breites Potpourri, um dann mit dem Schreiben eines Treatments zu beginnen.“ „Ich habe darauf bestanden, dass Terry das Treatment schreibt, denn er wusste zu dem Zeitpunkt besser als ich, was er damit bezwecken wollte. Ich glaube, damals habe ich es nicht ganz begriffen. Obwohl es Spaß gemacht hat und ich die Story visualisieren konnte, war das Gesamtkonzept für Terry klarer. Dann begann ich damit, Szenen, Dialoge, Figuren und Settings zu schreiben, um dem Ganzen mehr Kontur zu verleihen. Ich schickte ihm jeweils sechs oder sieben Seiten per Email, und er arbeitete weiter daran. Wenn ich ihm dann die nächsten Seiten mailte, schickte er mir die vorangegangenen zurück, damit ich sehen konnte, was er daraus gemacht hatte.“ „Es war ein ständiger Prozess, hin und her, und an einem gewissen Punkt, am Ende des Scripts angelangt, hielten wir inne, um darüber zu beraten, wohin das führen sollte und wo wir gerade standen.“ Dazu Gilliam: „Es war wie ein Tennismatch, wir haben uns die Bälle zugeworfen, aber langsam entwickelten sich die Dinge. Man hat Ideen, baut sie zusammen – so entsteht eine Geschichte. Es ist schön, wieder mit Charles zusammenzuarbeiten; seit „Münchhausen“ ist viel Zeit vergangen.“ „Ich denke, wir hatten schließlich etwas, das in jeder Hinsicht ganz anders war als die Anfangsidee“, räumt McKeown ein. „Dr. Parnassus selbst ähnelt wohl ziemlich der ersten Fassung, doch die anderen Figuren veränderten sich im Laufe der Arbeit. Valentina z.B. verwandelte sich stark, und die übrigen Charaktere auch, sobald sie nicht so gut funktionierten wie sie konnten. Eigentlich brechen wir alle Regeln. Man soll sich ja auf eine Hauptfigur konzentrieren; das ist eines der Erfolgsrezepte: Gib dem Publikum eine Figur, mit dem es sich identifizieren kann. Aber dieser Film ist ein Ensemblestück und obwohl Dr. Parnassus im Titel und auch im Mittelpunkt des Geschehens steht, wird man doch von den Erfahrungen aller Beteiligter mitgerissen.“ Und McKeown weiter: „Die Vorstellungskraft ist das zentrale Thema, ihre Bedeutung für unser Leben und Denken, und das ist für Terry ganz typisch. Einige Zeit lang hat er nach anderen Drehbüchern und Vorlagen gearbeitet und daraus Filme gemacht, die seine Handschrift als Regisseur tragen. Dr. Parnassus aber geht über seine letzten Arbeiten hinaus; er hat hierzu noch mehr beigetragen, das ist deutlich sein Ding, ein Film, in dem mehr Terry Gilliam steckt als in den meisten anderen seiner Arbeiten aus jüngster Zeit. Es muss es ihm wert sein, wie bei „Brazil“ und zum Teil bei „Münchhausen“. Dieser Film ist dermaßen packend, und Terry widmet sich dem mit Haut und Haar, wenn er sich wirklich engagiert. In diesem Fall beträgt sein Engagement 120 Prozent.“ Gilliam gibt zu: „Ich bin mir nicht sicher, wessen Autobiographie hier erzählt wird. Ich dachte zwar, die Geschichte hätte leichte Anklänge an mein Leben, aber jetzt bin ich mir da gar nicht mehr sicher! Es geht wohl um den Kampf der kreativen Köpfe … Künstler … Sie versuchen, andere zu inspirieren, sie dazu anzuspornen ihre Augen zu öffnen, die Wahrheit der Welt zu schätzen, doch die meisten sind nicht erfolgreich … Das ist die Realität. „Es ist eine tragisch-magische Idee: Eine Gruppe außergewöhnlicher Menschen in einem erstaunlichen Theater, das durch London fährt – aber niemand achtet auf sie. Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen in unserer modernen Welt nicht mehr sehen können, was wirklich wichtig ist. Jedermann ist in seinem iPod oder Videospiel oder in Spekulationen an der Börse gefangen – alles interessante und Zeit fressende Tätigkeiten, aber dort draußen geschehen herausragende und wichtige Dinge, die niemand zu bemerken scheint.“

Technikinfos:
In etlichen winterlichen Nachtdrehs war die Wanderbühne des Imaginarium in voller Montur und aufgeklappt auf einem geschäftigen Jahrmarktsplatz vor der bekannten Kulisse der Tower Bridge zu sehen, dann inmitten eines alkoholgeschwängerten Tumultes im imposanten Schatten der Southwark Cathedral, später von russischen Gangstern besetzt in den herrlichen viktorianischen Ausläufern von Leadenhall Market. Zwei der Hauptfiguren hingen in halsbrecherischer Gefahr, in einem Eissturm und unter künstlichem Regen, von der Blackfriars Bridge hinab über der Themse, während die gigantische, zerfallende Silhouette der Battersea Power Station (dem größten Ziegelgebäude in Europa) die Kulisse für mehrere häusliche Szenen mit Dr. Parnassus und seiner „Familie“ war. Nach Abschluss dieser in der Gegenwart spielenden Szenen zog die Produktion für sieben Wochen in die Bridge Studios bei Vancouver in Kanada, um die Blue-Screen-Drehs zu absolvieren und die epische Größe des Imaginariums zu erschaffen. Auch Vancouver selbst konnte mit wunderbaren Kulissen aufwarten, darunter das herrliche Art-Deco-Theater, The Orpheum, wo der Wohltätigkeitsball und die Pressekonferenz des Films spielen. Kameramann Nicola Pecorini, der eng mit Gilliam zusammenarbeitete, war von Beginn an am Projekt beteiligt. „Am meisten gefiel mir die Poesie, die bereits im Drehbuch zum Tragen kam. Da ich bereits in den letzten zehn Jahren Terrys Leidenschaften und Frustrationen mitgetragen habe, verstehe ich vollkommen, woher „Parnassus“ stammt. Ein Mann ist müde, weil er versucht hat, seine Mitmenschen zu erleuchten, ihnen beizubringen, ihrer Fantasie Flügel zu verleihen und ihre Vorstellungskraft zum Blühen zu bringen und die Macht der Träume als Reichtum statt als Last zu begreifen. Parnassus ist Terry. Das Drehbuch ist der glückliche Ertrag aus Jahren des Kampfes gegen das System, aus angehäuften Frustrationen im Versuch, herausragend wertvollen Ideen eine Form zu verleihen.“

 

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Die Welt des Dr. Parnassus

Die fantastische Vision des Regisseurs auf die Leinwand zu bringen, erwies sich als hingebungsvolle Leistung des gesamten hochtalentierten Produktionsteams.
Die Dreharbeiten begannen Anfang Dezember 2007 in der britischen Hauptstadt, wo Gilliam vor verschiedenen Wahrzeichen Londons hochdramatische Szenen mit Dr. Parnassus, seiner Truppe und deren imposanter, von Pferden gezogener Theater-Kutsche drehte. Der von Percy (Verne Troyer) gesteuerte Wagen, der durch die nächtlichen Straßen klapperte, wurde inmitten der Vorweihnachtszeit zu einer unvergesslichen und auch sehr verwirrenden Attraktion für die Menschen in der Londoner Innenstadt.
In etlichen winterlichen Nachtdrehs war die Wanderbühne des Imaginarium in voller Montur und aufgeklappt auf einem geschäftigen Jahrmarktsplatz vor der bekannten Kulisse der Tower Bridge zu sehen, dann inmitten eines alkoholgeschwängerten Tumultes im imposanten Schatten der Southwark Cathedral, später von russischen Gangstern besetzt in den herrlichen viktorianischen Ausläufern von Leadenhall Market. Zwei der Hauptfiguren hingen in halsbrecherischer Gefahr, in einem Eissturm und unter künstlichem Regen, von der Blackfriars Bridge hinab über der Themse, während die gigantische, zerfallende Silhouette der Battersea Power Station (dem größten Ziegelgebäude in Europa) die Kulisse für mehrere häusliche Szenen mit Dr. Parnassus und seiner „Familie“ war.
Nach Abschluss dieser in der Gegenwart spielenden Szenen zog die Produktion für sieben Wochen in die Bridge Studios bei Vancouver in Kanada, um die Blue-Screen-Drehs zu absolvieren und die epische Größe des Imaginariums zu erschaffen. Auch Vancouver selbst konnte mit wunderbaren Kulissen aufwarten, darunter das herrliche Art-Deco-Theater, The Orpheum, wo der Wohltätigkeitsball und die Pressekonferenz des Films spielen.
Kameramann Nicola Pecorini, der eng mit Gilliam zusammenarbeitete, war von Beginn an am Projekt beteiligt. „Am meisten gefiel mir die Poesie, die bereits im Drehbuch zum Tragen kam. Da ich bereits in den letzten zehn Jahren Terrys Leidenschaften und Frustrationen mitgetragen habe, verstehe ich vollkommen, woher „Parnassus“ stammt. Ein Mann ist müde, weil er versucht hat, seine Mitmenschen zu erleuchten, ihnen beizubringen, ihrer Fantasie Flügel zu verleihen und ihre Vorstellungskraft zum Blühen zu bringen und die Macht der Träume als Reichtum statt als Last zu begreifen. Parnassus ist Terry. Das Drehbuch ist der glückliche Ertrag aus Jahren des Kampfes gegen das System, aus angehäuften Frustrationen im Versuch, herausragend wertvollen Ideen eine Form zu verleihen.“
„Ich habe diese Geschichte als fantastische Summe aller Erfahrungen in Terrys künstlerischer Laufbahn gelesen: Man findet darin sämtliche Elemente, die auf die ein oder andere Weise, entweder verschleiert oder ganz offen, bereits in all seinen vorherigen Werken zu finden waren. Es ist definitiv ein sehr reifes Drehbuch, und ich bin fest davon überzeugt, dass all die Menschen dort draußen (und glücklicherweise sind das sehr viele), die Terrys vorangegangene Filme lieben und schätzen, feststellen werden, dass „Parnassus“ die Apotheose seiner Kunst ist.“
„Wir haben versucht, jedes noch so kleine Detail vorab zu planen. Besonders die Szenen im Imaginarium sind Einstellung für Einstellung vorgegeben. Doch auch die beste Planung kann das Unerwartete nicht verhindern, ebenso wenig wie menschliches Versagen, wenn es darum geht, das Nötige zur rechten Zeit und auf die richtige Art zu liefern. Terry und ich teilten dieselbe Vision der „Cinematic Stage“; gemeint ist damit eine Kameraarbeit, die 360 Grad umfasst. Wir erlebten eine vollkommene Symbiose. Ohne Worte kamen wir stets zum gleichen Ergebnis und wählten dieselben Lösungen. Ich finde es sehr leicht, mit Terry zusammenzuarbeiten, auch wenn es technisch sehr anspruchsvoll ist. Die Ausleuchtung einer 360-Grad-Einstellung ist gewiss weitaus schwieriger als die Arbeit mit weiten Brennweiten. Die größte Schwierigkeit liegt darin, anderen Menschen unsere Herangehensweise begreiflich zu machen.“
„Es stimmt, dass er Weitwinkel-Linsen einsetzt, doch die Wahrheit ist, dass die ganze Welt aus Weitwinkeln besteht. So funktioniert das menschliche Auge, also will man dem Zuschauer auch Wahlmöglichkeiten anbieten, und so arbeitet Terry. Mit dem Weitwinkel kann man sich aussuchen, was man sich anschauen möchte, und man muss das eigene Gehirn benutzen, um die Dinge zu betrachten. Wenn man das Blickfeld einengt und nur wenig Raumtiefe zulässt, dann entscheidet man doch schon vorab für das Publikum, was es zu sehen bekommen wird. Das ist nicht Terrys Herangehensweise beim Filmemachen, und ich stehe da ganz auf seiner Seite.“
„Jeden Tag lernt man etwas Neues. In dem Augenblick, wenn ich alles gelernt habe, werde ich mir einen neuen Job suchen. Allerdings hoffe ich, dass dieser Tag niemals kommen wird. Wenn man nichts Neues mehr lernt, muss man sich einen neuen Job suchen, denn dann weiß man bereits, wie man's macht.“
Mick Audsley, der vor einem Jahrzehnt für den Schnitt von Gilliams „12 Monkeys“ verantwortlich zeichnete, war begierig darauf, wieder mit dem Regisseur zusammenzuarbeiten. Genau wie Nicola war auch er schon frühzeitig an „Parnassus“ beteiligt. „Zunächst beginne ich damit, das Drehbuch unter die Lupe zu nehmen. Viel von meiner Arbeit findet in einem frühen Stadium statt, denn da kann ich Probleme erkennen, die mir Sorgen bereiten, noch bevor der Film gedreht wird. Gemeinsam mit dem Regisseur kann ich meine Ideen einbringen, allerdings habe ich nicht das letzte Wort darüber, was schließlich auf der Leinwand zu sehen ist. Mein Ziel ist also, das zusammenzustellen, was ich als den roten Faden der Story sehe, und dies dann für das Publikum zu komponieren – in etwa so wie der Dirigent eines Orchesters. Das, was wir in den Film aufnehmen, und das Tempo, das wir vorgeben, ist also ausschlaggebend für die Erfahrung, die die Zuschauer machen, wenn sie dasitzen und den Film sehen. Es geht um Elemente wie Geschwindigkeit, Verständlichkeit und die Auswahl von Performances.“
„Die besonderen Herausforderungen in diesem Film liegen meiner Meinung nach in der Blue-Screen-Welt, also der künstlichen Welt, die wir hinter dem Spiegel erschaffen. Wenn ich das Material bekomme, ist es nur teilweise vollständig – eigentlich ist es nur ein Fragment der benötigten Information. Also müssen wir den Ablauf starten und Entscheidungen für den Schnitt treffen, basierend auf den Szenen, die wir bekommen, obwohl noch viel von der visuellen Information fehlt. Das ist eine ziemliche Herausforderung.“
„Natürlich ist die wichtigste Frage immer, ob die Performances funktionieren, dann, ob die Architektur der speziellen Szenen auch die digitale Nachbearbeitung zulässt. Doch ich verstehe das nicht allzu gut – Terry hat wahrscheinlich jedes Detail im Kopf, deshalb ist die Zusammenarbeit mit ihm und seinem Visual-Effects-Team ausschlaggebend, um alles so kohärent wie möglich zu präsentieren.“
Auch Kostümdesignerin Monique Prudhomme ist begeistert von ihrer Zusammenarbeit mit dem Regisseur: „Terry ist sehr offen für alles Interessante, für die Dinge, die ihn beschäftigen, und sehr großzügig in seiner Herangehensweise. Wenn man ihm eine Idee vorstellt, hört er stets aufmerksam zu. Er interessiert sich wirklich für den Prozess – nichts ist in Stein gemeißelt. Wenn man sich auf diesen fließenden Arbeitsmodus einlässt, und sich weitertreiben lässt, ist das ein richtiges Abenteuer.“
„Man beginnt mit dem, was ich Jagen und Sammeln nenne. Man macht sich eine Vorstellung von dem, was gut sein könnte. Man schaut sich Bücher und Bilder an. Terry hat auch seine Lieblingsbilder, die er einbringen will, und von da an geht man jagen und sammeln: Kleidungsstücke, Stoffe, Hüte, Mäntel und Schals – und plötzlich, wenn der Schauspieler vor einem steht, erschafft man die Charaktere als wäre es Bildhauerei.“
„Ich verstehe meinen Job als Weg, es den Schauspielern zu erleichtern, in ihre Rollen zu schlüpfen. Indem man für diesen Ablauf also offen bleibt – statt zu meinen, der Darsteller sei ein Kleiderbügel –, erschafft man eine Figur mit Statur, Körper und Ausdruck. Diese Figur modelliert man, erfindet für sie Zusätze… und dieser Film hat diesen Arbeitsauflauf noch beflügelt.“
„Kostüme sollen der Figur dienen, also eigentlich das Image erschaffen, an das man sich bei einer Rolle erinnern wird. Deshalb muss sich der Darsteller im Einklang mit diesem Image fühlen. Für Dr. Parnassus, der ja unsterblich ist, stellte ich mir vor, dass ihm ihn London immer kalt sein muss, da es dort stets feucht ist und sie in diesen heruntergekommenen Gegenden leben. Deshalb habe ich ihm etliche Schichten Kleidung angezogen, Unterhemd, Hemd, Pullover, Mantel, Schals … Diese Schichten konnten auch für die Handlung eingesetzt werden – sich etwas anzuziehen oder auszuziehen -, aber auch um seinen Charakter zu beschreiben.“
„Es ist eine Ehre und ein Privileg, mit Terry zusammenzuarbeiten. Er hat so viele Ideen. Seine Welt ist so eklektisch, und auch mit meinen künstlerischen Visionen verbunden. Während ich zwei Ideen habe, hat er schon zwanzig … Die Zusammenarbeit mit ihm ist ein ständiger Austausch von Ideen, bei denen sein Interesse geweckt bleiben muss. So lange ich sein Interesse wecken kann und wir einen fließenden Austausch haben, geht es immer weiter – wobei fließender Austausch heißt, dass wir eine bestimmte Idee schon am nächsten Tag verwerfen können, wenn wir eine bessere Lösung finden. Das ist eine schöne Zusammenarbeit.“
Hair- und Makeup-Designerin Sarah Monzani sah in den zwei unterschiedlichen Welten, in denen dieser Film spielt, eine interessante Herausforderung für sich selbst und ihr Team: „Ich kenne Terry schon lange und weiß sehr genau, wie er arbeitet. Er ist sehr praktisch veranlagt und was immer er geschrieben hat, ist in seinem Kopf verankert. Die größte Herausforderung liegt darin, seine Ideen sichtbar werden zu lassen. Er ist sehr großzügig, denn er erlaubt es einem, praktisch in seinem Gehirn herumzustochern, um all seine Ideen nach und nach ans Licht zu bringen – denn bei so einer Aufgabe kann man nicht alles auf einmal klären. Man liest das Drehbuch, und das ist das eine … und dann liest man es noch mal, und etwas Neues tut sich auf … So geht das die ganze Zeit.“
„Wir haben hier zwei große Erzählstränge. Einer davon sind die Menschen, die im Film auftauchen, die Schauspieler sozusagen, also die Personen in Dr. Parnassus’ Leben. Das sind normale Menschen, die ziemlich dreckig sind und in einer heruntergekommenen Welt leben – im Wagen gibt es ja praktisch kein Wasser. Dann betritt man diese magische Welt der kleinen Mini-Performances auf der Bühne, und jede Show hat einen eigenen Look, der meist von Valentina geprägt wird. Da Dr. Parnassus natürlich tausende von Jahren alt ist, kann er jeder Performance etwas geben, dass er zuvor gelernt hat, also alles vom Mittelalter bis in die moderne Gegenwart.“
„Sämtliche Looks, die ich für Valentina entworfen habe, basieren  auf Folgendem:  Entweder Dinge, die sie als junges Mädchen gern tragen würde, oder Stücke, die sie in der alten Truhe von Dr. Parnassus gefunden hat. Sämtliche Kostüme habe ich mir vorgestellt als Teile aus einer alten Kleidertruhe, die mir Monique Prudhomme geschenkt hat. Darauf habe ich den Look der Figuren abgestellt. Es ist Wahnsinn. Vollkommener Wahnsinn!“
Den Wahnsinn unter Kontrolle hält Terrys Tochter, Produzentin Amy Gilliam. „Ich fühle mich für alles verantwortlich und bin ein Kontroll-Freak, außerdem möchte ich das Projekt unbedingt beschützen, ebenso den Regisseur, da er mein Vater ist. Dies ist mein zweiter Film als Produzentin und der erste, bei dem ich vollkommen und bis in die Tiefe beteiligt bin. Es ist eine britisch-kanadische Co-Produktion und für mich eine sehr komplexe Produktion, bei der die Anforderungen sehr hoch sind.“
„Es ist unglaublich, dass alles so schnell zusammenkam. Es war etwas sehr besonderes, schon als ich das Drehbuch las. Die Parallelen zwischen Dr. Parnassus und meinem Vater, die etliche Personen feststellten, sind für mich als seine älteste Tochter sehr greifbar. Das hat mich gepackt – und war der Anfang einer lang andauernden, manchmal schmerzhaften Verpflichtung.“
„Die Möglichkeit mit meinem Vater zu arbeiten – es gibt einfach keinen Besseren als ihn – war eine großartige Erfahrung. Jeder sagt, dass dies wohl der härteste Film war, an dem ich hätte arbeiten können, mit all den Höhen und Tiefen und Albträumen und Dramen, die wir durchgemacht haben … Das also geschafft und etwas geschaffen zu haben, das so magisch und spektakulär ist, worauf alle Beteiligten so stolz sind, all die Leiden, das Blut, der Schweiß und die Tränen … das war es wert, es war außergewöhnlich und genussvoll.“
„Ich liebe es, mit meinem Vater zusammenzuarbeiten, anders möchte ich es gar nicht haben. Am schwierigsten ist es wohl, eine Linie zu ziehen und den Beruf vom Familienleben abzugrenzen. Es gibt Situationen, da muss ich ‚Nein!’ sagen, wenn er während eines Familienessens über berufliche Dinge sprechen möchte. ‚Das besprechen wir morgen, schick mir eine E-Mail!’, sage ich dann, und er rennt sofort in sein Büro und schreibt mir.“
Amy Gilliam gedenkt mit diesem Film auch ihrem Oscar®-nominierten kanadischen Produktionspartner William Vince, der kurz nach Beendigung der Dreharbeiten in Vancouver seinem Krebsleiden erlag. „Es war wundervoll, mit Bill zu produzieren und in ihm jemanden zu haben, der diesen Traum wahr werden lassen wollte. Jemanden zu finden, der mich unterstützte und an mich glaubte, mit so jemandem zusammenarbeiten und von ihm lernen zu können, das war wunderbar. Ich vermisse ihn sehr.“

Die Arbeit geht weiter

Am 22. Januar 2008, während eines Zwischenaufenthalts in New York, als die Produktion von London nach Vancouver zog, starb Heath Ledger an einer versehentlichen Überdosis verschreibungspflichtiger Medikamente.
Terry Gilliam war am Boden zerstört und beschloss, die Dreharbeiten sofort einzustellen. „Ich wusste einfach nicht, wie es sonst funktionieren sollte. Ich war zu mitgenommen, um irgendwelche Pläne zu schmieden. Aber alle um mich herum meinten: ‚Nein, du musst weitermachen, du musst einfach.’ Jeder gab seine Unterstützung und trug mit Ideen dazu bei. Die Lösung mit dem magischen Spiegel war nahe liegend, da wir bereits die meisten Szenen mit Heath auf ‘unserer‚ Seite des Spiegels abgedreht hatten. Doch die große Frage lautete: Kriegen wir eine Person dazu, die Rolle zu übernehmen, oder nicht? Meinem Gefühl nach konnte es nicht nur eine Person sein, die Last wäre zu groß, also wollten wir unterschiedliche Personen besetzen. Tatsächlich habe ich es dann ziemlich schnell umgeschrieben. Wir hatten nur ein paar Tage, um eine überzeugende Lösung zu finden, und glücklicherweise fehlte es nicht an Ideen – an guten wie schlechten.“
„Wir mussten gar nicht so viel umschreiben, sondern es ging eher darum, mit den Szenen, die noch offen waren, zu jonglieren und festzustellen, ob wir sie mit einem Double oder einem Trick auffangen sollten. Heath zu verlieren ließ eine Situation entstehen, die nach cleveren Lösungen verlangte, und die mich dazu brachte, alle möglichen Dinge zu tun, die ursprünglich gar nicht meine Absicht gewesen waren. Wir haben zum Beispiel die Rolle von Martin, dem Trinker, am Beginn des Films so abgeändert, dass er von zwei Darstellern gespielt wird. So wurde klargemacht, dass die Menschen sich auf der anderen Seite des Spiegels verändern können. Dann begann ich einfach, meine Freunde und Menschen anzurufen, die Heath sehr nahe gestanden hatten.“
„So kamen die drei Helden, Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law nach Vancouver, um die verschiedenen Aspekte von Tony darzustellen, die Rolle, die Heath gespielt hatte. Ihre Bereitschaft, zur Rettung des Films und von Heaths letzter Performance beizutragen, war ein Beweis von Großzügigkeit und Zuneigung. Das ist ein schöner und seltener Moment in unserer Branche, und als Ergebnis ihrer Beteiligung wurde der Film noch besonderer: Er ist überraschender und witziger geworden. Alles in allem ist er nun noch magischer.“
„Wir mussten große Anstrengungen unternehmen, um die Probleme zu lösen, die sich aus Heaths frühem Tod ergaben, doch Dank Dr. Parnassus und seinem Imaginarium haben wir einen Zauberspiegel; wenn wir ihn durchqueren, werden die Dinge anders, betonter, außergewöhnlicher und wunderbarer. Also sind wir dieses Wagnis eingegangen. Jedes Mal wenn Tony durch den Spiegel tritt, wird er ein anderer, und wird auch von einem anderen Schauspieler dargestellt. Es war stets herrlich zu beobachten, was Colin, Johnny und Jude zu der Rolle beigetragen haben. Tony ist noch komplexer geworden, und daher werden die Zuschauer noch stärker mitgerissen.“
„Unseren Drehplan mussten wir völlig umwerfen; die Dreharbeiten wurden zu einem Zirkusauftritt, zu Kunststücken, in denen wir jonglieren, uns schnell umziehen und wie Schlangenmenschen verbiegen mussten … Es wurde viel ad hoc gearbeitet, während des Drehs umgeplant um zu versuchen, alles unter Dach und Fach zu bekommen. Zudem litt Bill Vince sehr unter seiner Krebserkrankung. Doch irgendwie hat alles geklappt. Alle waren sehr mutig und positiv eingestellt und gingen mit einer verzweifelten Situation wunderbar um. Plötzlich hatten wir dann die Dreharbeiten abgeschlossen. Ich weiß nicht wie, aber wir waren fertig geworden. Es ist ein anderer Film als der, den wir anfangs drehten. Es ist eigenartig, aber die erzwungenen Lösungen haben uns wahrscheinlich dazu gebracht, einen besseren Film zu erschaffen. Der Druck, den wir ständig verspürten, entstand dadurch, dass wir einen Film machen wollten, der Heaths letzter Performance alle Ehre macht.“
Nachdem beschlossen wurde, den Film fertig zu stellen, war es auch für Amy Gilliam eine anstrengende Aufgabe, nicht den Schwung zu verlieren: „Während Terry in London war und das Drehbuch umschrieb, rannte ich drei Wochen lang in Los Angeles herum. Alle wollten das Projekt vollendet sehen, aus einer Vielzahl von Gründen – für Heath, für Terry, für alle Beteiligten. Die Crew wollte nicht aufgeben, denn sie waren vernarrt in das, was da getan wurde, und stolz darauf, Teil dieses Projekts zu sein. Und auch ich bin sehr, sehr stolz auf diesen Film und auf alle, die daran gearbeitet haben, denn ohne die Begeisterung und den Einsatz jedes einzelnen von ihnen hätte der Film nicht entstehen können.“
Auch Produzent Samuel Hadida ist stolz auf die Hingabe aller Mitwirkenden: „Sie wussten, dass dieser Film für alle wichtig ist. Angefangen bei den Schauspielern, die mit an Bord kamen, bis zur hingebungsvollen Arbeit des Stabs und der Produktion – für uns alle war das nicht nur ein Film, jeder wollte diese Vision wahr werden lassen. Es war richtig, den Film fertig zu stellen, denn Terry hat etwas Einzigartiges erschaffen, dass für alle Beteiligten ein wahrer Segen sein wird.“
„Heath schien uns über den gesamten Weg zu begleiten“, sagt Gilliam. „Seine Energie, sein Glanz, seine Ideen … die Tragödie seines Todes und die kreativen Entscheidungen, zu denen wir dadurch gezwungen wurden … Aus diesen Gründen ist dies wirklich ein Film von Heath Ledger und seinen Freunden.“