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Greenberg Film Trailer

FSK Film: Dieser Film hat die FSK Freigabe 16 Jahre
Länge: 107 Min | Kinostart: 01.04.2010 | DVD/BD: 23.09.2010 (DVD) | ©  Tobis | 
 
 
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Greenberg Film Trailer

Julia Roberta

Julia Roberta
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Greenberg Film Trailer: Infos & Links


Ausschnitte
Making Of

Test: Wie spießig sind wir?

Die Story zu Greenberg Film Trailer:
Der New Yorker Ex-Musiker Roger Greenberg (Ben Stiller) ist wohl das, was man einen ausgemachten Loser nennen kann: alleinstehend, ohne Job und gerade 40 geworden. Na, herzlichen Glückwunsch! Da kommt ihm das Angebot seines jüngeren und wesentlich erfolgreicheren Bruders Phillip (Chris Messina) gerade recht: Greenberg soll ein paar Wochen auf dessen Haus in Los Angeles aufpassen. Auf diese Weise kann er bei freier Kost und Logis seiner absoluten Lieblingsbeschäftigung nachgehen, die in nicht viel mehr als ausgiebigem Nichtstun besteht. Nebenbei ergibt sich auch noch die Möglichkeit, alte Freunde wiederzusehen. Die sind allerdings mittlerweile ziemlich alt und spießig geworden, findet Greenberg: Jugendliebe Beth (Jennifer Jason Leigh), inzwischen geschieden und alleinerziehende Mutter zweier Kinder, kann oder will sich an die wilde Jugendzeit irgendwie kaum noch erinnern. Und Ivan (Rhys Ifans), der ehemalige Band-Kollege, macht jetzt irgendwas mit Computern. Laaaangweilig! Allein Florence (Greta Gerwig), die während der Abwesenheit von Phillips Familie als Mädchen für alles auch im Haus ein- und ausgeht, versprüht ein wenig jugendliche Frische. Grund genug für Greenberg, die meiste Zeit mit ihr zu verbringen. Da jedoch auch die 25-Jährige nicht so recht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, ergänzen sich die beiden bald zu einem ziemlich schrägen Chaos-Duo. Und bei so mancher Katastrophe wie z.B. einem überlaufenden Swimming-Pool, einem kollabierenden Hund sowie diversen krampfhaften Beischlafversuchen entwickelt sich langsam eine recht eigenartige Romanze, die womöglich aber ganz neue Perspektiven mit sich bringen könnte...

Schauspieler:
Ben Stiller, Greta Gerwig, Rhys Ifans, Jennifer Jason Leigh, Chris Messina, Brie Larson, Juno Temple

Hintergrund:
Regisseur und Drehbuchautor Noah Baumbach und die an GREENBERG auch als Produzentin beteiligte Schauspielerin Jennifer Jason Leigh arbeiteten bereits an Baumbachs letztem Film MARGOT AT THE WEDDING (2007) mit dem Produzenten und Oscar-Preisträger Scott Rudin sehr erfolgreich zusammen. Bereits kurz nachdem dieser Film, der Leigh unter anderem eine Independent-Spirit-Award-Nominierung einbrachte, abgedreht und veröffentlicht war, begann das Trio mit den Planungen für ein neues gemeinsames Kinoprojekt. Baumbach und Leigh konzipierten den neuen Film als einen, der Baumbach wiederum die Möglichkeit bieten sollte, emotionalen Tiefgang mit beißendem Witz zu verbinden, eine Mischung, für die der Regisseur seit seinem Debüt KICKING AND SCREAMING (1995) berüchtigt ist und die auch seinen Oscar-nominierten Kinoerfolg DER TINTENFISCH UND DER WAL (2005) prägt.


 

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Alleinstehend, arbeitslos, ohne konkrete Zukunftsperspektive und gerade 40 geworden: Na, herzlichen Glückwunsch! In Roger Greenbergs (Ben Stiller) Leben ist keineswegs „alles Roger“. Vielmehr könnte man ihn mit gutem Grund fragen: „Ist das alles, Roger?“ Diese Frage hat sich der einst so erwartungsvolle Ex-Musiker natürlich selbst auch schon gestellt und mit einer waschechten Midlife-Crisis beantwortet, welche bislang allerdings keine verhaltensverändernden Effekte gezeigt hat. Als Rogers jüngerer und – Kunststück! – erfolgreicherer Bruder Phillip mit seiner Familie nach Vietnam reist, um dort ein Hotel zu eröffnen, nimmt Roger gerne das Angebot wahr, einige Wochen auf dessen großes Haus in Los Angeles aufzupassen. Denn auf diese Weise bietet sich ihm die verlockende Aussicht, bei freier Kost und Logis eine Zeit lang ausgiebig seiner Lieblingsbeschäftigung zu frönen, die im absoluten Nichtstun besteht. Und nebenbei ergibt sich auch noch die Gelegenheit, in der ehemaligen Heimat alte Freunde wieder zu treffen.

Die alten Freunde sind jedoch natürlich auch älter geworden und dadurch nicht zwangsläufig die Alten geblieben. Rogers Jugendliebe Beth (Jennifer Jason Leigh) zum Beispiel ist inzwischen geschieden und Mutter zweier Kinder. An die gemeinsame wilde Vergangenheit kann oder will sich die höflich distanzierte Alleinerziehende nicht recht erinnern. Schade! Und auch Ivan (Rhys Ifans), der ehemalige beste Freund und Bandkollege, wirkt etwas abgeschlafft und ausgebrannt. Die ersehnte Karriere als gefeierter Rock- Star hat um den geschiedenen Vater eines Sohnes ebenfalls einen großen Bogen gezogen: Er macht jetzt irgendwas mit Computern. Wie spannend!

Außerdem wirft Ivan seinem alten Mitstreiter immer noch vor, damals den lukrativen Plattenvertrag einfach ausgeschlagen und damit das Ende der Band besiegelt zu haben. Roger war damals nämlich strikt gegen alles Kommerzielle und Etablierte und wollte lieber „independent“ bleiben. Immerhin, das ist ihm unzweifelhaft auch gelungen, nur das „independent“ mittlerweile „haltlos, perspektivlos und finanziell unabgesichert“ bedeutet. Frustrierend! Einen Lichtblick jugendlicher Frische stellt allein Florence (Greta Gerwig) dar, Phillips persönliche Assistentin und Mädchen für alles, die auch während der Abwesenheit der Familie im Haus nach dem Rechten sieht. Die sympathische 25-Jährige wirkt bei genauerem Hinsehen allerdings stets etwas verloren und weiß mit ihrem Leben im Grunde genommen auch nichts Rechtes anzufangen. Nichtsdestoweniger - oder gerade deshalb? - kommt es zwischen ihr und dem fast doppelt so alten neurotischen Housesitter allmählich zu einer Annäherung. Die etwas eigenartige Romanze, wenn es sich denn überhaupt um eine solche handelt, verläuft dabei selbstredend nicht ohne Turbulenzen, Nervenkrisen, ungelenke Beischlafversuche und sonstige Katastrophen. Und worauf sie letztlich zusteuert bleibt ziemlich unklar. Die überwiegende Mehrheit aller Vernunftbegabten würde sicherlich auf ein Desaster wetten.

Denn vor allem Roger, der seine Absicht, nichts zu tun, oft mit geradezu bewundernswerter Konsequenz verfolgt, stellt sich zuweilen einfach unglaublich rücksichtslos, ungeschickt und dämlich an. Er verfasst lieber ebenso wütende wie unsinnige Beschwerde- und Leserbriefe an die Adressen von Fluggesellschaften, Coffee-Shop-Ketten, an die Stadtverwaltung von L.A. und die New York Times, anstatt sich um die dringendsten und naheliegendsten Probleme zu kümmern. Kann beispielsweise ein Swimmingpool bei starkem Regen wirklich überlaufen und den Garten überfluten? Ja, er kann, wie Roger erst von seinem entnervten Bruder im Verlauf eines kostspieligen Telefonats nach Vietnam erfahren muss. Und ist ein Hund womöglich ernsthaft erkrankt, wenn er die Frisbee-Scheibe nicht apportiert, sondern stattdessen außer angestrengtem Hecheln keinen Mucks mehr von sich gibt? Höchstwahrscheinlich, wie ihm erst die eigens herbeizitierte Florence bescheinigen muss.

Da Roger aufgrund seiner nervösen Störung nur als Fußgänger unterwegs ist, muss Florence, die ihn ohnehin ständig hierhin und dorthin kutschiert, den Familienhund anschließend auch noch gemeinsam mit ihm in die Tierklinik verfrachten. Dass das Tier schließlich überlebt, durfte man für die stattlichen Behandlungskosten von über 3000 Dollar auch erwarten. Wenig später muss Roger dann Ivan engagieren, um Florence in die Klinik zu fahren. Sie will dort das Resultat eines unbedachten und unbedeutenden One-Night-Stands entfernen lassen. Nach der erfolgreichen Abtreibung bietet Roger der aus der Vollnarkose Erwachten, die - wie er messerscharf folgert - zweifellos Hunger haben muss, als erstes keinen Trost, sondern einen mitgebrachten Burger an.

Dass kurz darauf Phillips blutjunge Stieftochter Sarah (Brie Larson) in Begleitung ihrer Busenfreundin Muriel (Juno Temple) unerwartet im Haus auftaucht, wirkt sich auf Rogers seelischen Zustand auch nicht gerade stabilisierend aus. Denn die beiden quirligen Blondinen, in denen Roger unweigerlich Inkarnationen seiner nun endgültig verlorenen Jugend erblicken muss, wollen zwar bereits anderntags wieder nach Australien aufbrechen, jedoch vorher noch eine zünftige Poolparty schmeißen. Im Verlauf der ausschweifenden Sause kommt Roger unvernünftiger Weise in Kontakt mit Alkohol und Kokain, woraufhin er sich vor den belustigten Teens unfreiwillig lächerlich macht: Ein 40-Jähriger, der so tut, als sei er noch 20. Zu allem Überfluss verscherzt der enthemmte Roger es sich nun endgültig mit seinem alten Kumpel Ivan, der ihm vorwirft, sich selbst permanent zum Opfer zu stilisieren, während er anderen rücksichtslos vor den Kopf stößt. Hat Ivan etwa Recht?

Darüber möchte Roger jetzt bitte nicht nachdenken! Stattdessen entschließt er sich am nächsten Morgen spontan, alles stehen und liegen zu lassen und Sarah und Muriel nach Australien zu begleiten! Ist er nun endgültig verrückt geworden? Wird Roger tatsächlich vor Ivan, Florence und nicht zuletzt auch vor sich selbst davonlaufen und damit seine lebenslange Flucht vor der Realität fortsetzen?