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Tabakmädchen für Deutschen Kurzfilmpreis nominiert

27.10.2010 15:01

Der als Auftragsproduktion von ZDF/3sat entstandene Dokumentarfilm "Tabakmädchen" von Biljana Garvanlieva aus der Reihe "Fremde Kinder" ist in der Kategorie "Dokumentarfilme mit einer Laufzeit bis 30 Minuten" für den Deutschen Kurzfilmpreis 2010 nominiert worden. Mit der Nominierung ist eine Prämie in Höhe von 15 000 Euro verbunden.

Aus 248 Filmvorschlägen wurden von den Jurys Deutscher Kurzfilmpreis (Spielfilm) und Deutscher Kurzfilmpreis (Animations-/Experimentalfilm, Dokumentarfilm, Sonderpreis) insgesamt zehn Filme nominiert. Die Jury Deutscher Kurzfilmpreis (Animations-/Experimentalfilm, Dokumentarfilm, Sonderpreis) besteht in diesem Jahr aus Ute Badura (Vorsitzende, Regisseurin/Kamerafrau), Petra Felber (Redakteurin Bayerischer Rundfunk), Meike Martens (Produzentin), Ulla Schmidt (Mitglied des Deutschen Bundestages) und Ulrich Wegenast (Künstlerischer Geschäftsführer der Film- und Medienfestival GmbH Ludwigsburg). Staatsminister Bernd Neumann wird am 18. November 2010 in Hamburg den Deutschen Kurzfilmpreis 2010 verleihen. Die Preise in Gold sind mit einer Prämie von bis zu 30 000 Euro verbunden.

Der Dokumentarfilm "Tabakmädchen" (Redaktion: Brigitta Lange) beschreibt den Alltag der 14-jährigen Mümine, die in einem Bergdorf in Makedonien lebt. Mümine gehört der ethnischen Minderheit der Yörüken an. Seit ihrer frühen Kindheit arbeitet sie auf den Tabakfeldern der Eltern. Bald soll Mümine an ihren zukünftigen Mann verkauft werden. So ist es Sitte bei den Yörüken. Doch Mümine wehrt sich gegen diese Tradition: Sie möchte weiter zur Schule gehen. Regisseurin Biljana Garvanlieva führt in eine fremde Welt, ohne der Versuchung der Exotik zu erliegen oder vorzugeben, alles erklären oder verstehen zu müssen. Die Kamera von Susanne Schüle, die immer wieder sehr stimmungsvolle Bilder einfängt, sowie die dramaturgisch klug aufgebaute Montage des Filmes bringen dem Zuschauer den Konflikt der leise rebellierenden Mümine sehr nahe.

Seit 1993 bietet 3sat mit der Reihe "Fremde Kinder" ein einzigartiges Forum für den kurzen Autorendokumentarfilm: In jeweils 30 Minuten wird die persönliche Geschichte eines Kindes erzählt. Dabei trägt jeder Film die individuelle Handschrift eines Autors. Dazu gehören sowohl Nachwuchs-Filmemacher als auch erfahrene Dokumentaristen, von denen einige aus den Herkunftsländern der porträtierten Kinder stammen.



 


 
 

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