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Top-Tipps für Tanzanfänger: Leo von Queensberry erklärt, worauf es ankommt!

03.11.2011 15:30

Tanzen können wie Carly und ihre Crew – in „StreetDance 3D“ (ab 5. November auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D) sieht es so einfach aus, wenn Ballett- und Streetdancer gemeinsam die Tanzfläche stürmen und mit ihrer Choreographie das Publikum verzaubern. Aber richtig gut tanzen können ist gar nicht so einfach. Wer hoch hinaus will, muss dafür auch einiges tun. Doch wo und wie fängt man am besten an? In dieser Situation ist Expertenwissen gefragt und wer könnte hier bessere Tipps geben als Leo von Queensberry? Leo ist mit Hip-Hop und Ballett groß geworden, steht mit ihrer Musik erfolgreich auf der Bühne, ist ein wahrer Popstar und eine ausgesprochene Expertin in Sachen Tanz. In unserem Interview erfahrt Ihr nun worauf es ankommt, um richtig loszulegen und die Tanzfläche zum Kochen zu bringen.
 
Leo, wie und wann hast Du eigentlich mit dem Tanzen angefangen und was gefällt Dir besser: Ballett oder Streetdance?
Ich habe mit 4 Jahren angefangen klassisches Ballett zu tanzen, eigentlich durch eine Freundin, die schon 2 Jahre älter war und immer davon geschwärmt hat. Nach vielen Ballett-Erfahrungen, Auftritten und viel hartem Training wollte ich, als ich älter wurde, noch mehr ausprobieren im tänzerischen Bereich. Erst habe ich mir zu Hause zu Popsongs selber Choreografien ausgedacht und mit 15 habe ich mich zum Hip-Hop an einer Tanzschule angemeldet. Daraus entwickelte sich meine eigentliche Leidenschaft. Viele Wettkämpfe, Tanzunterricht in London und L.A. und nun die eigene Arbeit als Choreografin resultierten daraus. Ich muss sagen, ich LIEBE Ballett, aber ich war technisch nie die Beste. Ich tanze aus dem Herzen, ich brauche das Explosive im Streetdance. Da kann ich alles rauslassen.
 
Kann ein Zusammenspiel von Streetdance und Ballett wie in „StreetDance 3D“ auch in Wirklichkeit funktionieren?
Definitiv. Die Disziplin und das Körpergefühl sind super hilfreich, um die richtige Kraft und Intensität für Hip-Hop aufzubringen. Sachen, die man im Ballett lernt, die Drehungen, die Technik, die Körperhaltung, kann man auch in anderen Bereichen anwenden. Außerdem ziehen sich ja Gegensätze bekanntlich an. Die Grazilität des Ballett und die Power des Streetdance lassen sich toll kombinieren.
 
Was bedeutet Tanz für Dich?
Tanzen ist alles für mich, ich tanze eigentlich seit ich denken kann und es ist für mich Hobby, Beruf und Leidenschaft. Es ist manchmal ein harter Kampf, denn es verlangt viele Opfer und viel Disziplin, wenn man sein Leben dieser Kunstform widmet, aber wenn ich tanze, dann bin ich frei. Auf der Bühne oder im Tanzraum, da kann ich sein, wie ich sein will, ohne Grenzen. Es ist fast wie Fliegen. Und jeder, der tanzt, wird wissen, was ich meine!
 
Hattest Du bestimmte Tänzer als Vorbild?
Nein, nicht unbedingt. Meine Tanzlehrer haben mich immer sehr geprägt, vor allem mein Ballettlehrer Boris, der früher selber Tänzer am Bolschoi Theater in Russland war. Er hat mir beigebracht, dass man nicht unbedingt die beste Technik haben muss oder das Bein am weitesten hochbekommen muss, sondern, dass man Gefühl in den Tanz legen muss.
 
Gibt es etwas, was man mitbringen muss oder kann jeder tanzen lernen?
Ich denke, wenn man professionell tanzen will, braucht man sicher ein gewisses Talent, Gefühl für Musik und Rhythmus und die Bereitschaft, viel zu trainieren. Aber ansonsten sollte man vor allem Spaß haben. Wer das mitbringt, der sollte tanzen. Es gibt keine Barrieren oder Grenzen, das ist ja das schöne am Tanz.
 
Wie fange ich an: Soll ich erstmal alleine üben oder gleich nach einem Tanzkurs suchen? Worauf sollte man bei der Wahl der Tanzschule achten?
Je nachdem, es gibt ja immer unterschiedliche Vorlieben. Was ich an Tanzunterricht toll finde, ist auch das zusammen Tanzen. Man lernt Leute kennen und hat doppelt Spaß. Man kann sich gegenseitig unterstützen. Und natürlich die professionelle Anleitung, da lernt man wahrscheinlich schneller. Sonst kann man auch erstmal in einem einmaligen Workshop schauen, ob es einem gefällt.
Man sollte darauf achten, dass auch gehalten wird, was versprochen wurde. Manche Tanzschulen versuchen mit übertriebenen Angeboten zu locken, die gar nicht umgesetzt werden können. Lieber nicht auf große Namen achten, sondern auf Qualität. Wissen die Trainer, was sie tun? Haben sie Fachkenntnisse? Wissen sie, was man einem Körper zumuten kann und was nicht? Und vor allem sollten sie natürlich motiviert sein, den Schülern wirklich etwas beizubringen.
 
Eine gute Tanzschule hat immer auch ihren Preis. Welche Möglichkeiten gibt es, auch ohne ein dickes Konto tanzen zu lernen?
In vielen Städten gibt es auch Angebote in Jugendclubs, die kostengünstiger sind, da sollte man sich informieren. Viele Choreografen machen auch Workshop-Touren, dafür kann man etwas länger sparen und dann einen super Tag erleben. Oder natürlich in den Clubs der Stadt, da tummeln sich immer irgendwelche Tänzer, bei denen man sich was abgucken kann!
 
Im Streetdance muss man sich ja ab und an so richtig hart ins Zeug legen. Blaue Flecken bleiben da sicher nicht aus, oder? Ist Streetdance also eher was für Jungs?
Ich glaube nicht. Aber man muss zu einem gewissen Grad etwas aushalten können. Es kommt natürlich auch darauf an, wie weit man kommen will und wie weit man bereit ist zu gehen. Ansonsten habe ich auch oft geschummelt und unter meinen Baggies Knieschoner getragen. Eine heiße Badewanne nach dem Training und Franzbrandwein schadet aber nie.
 
Wie oft muss man trainieren, wenn man richtig gut werden will?
So viel wie man möchte und wie es einem Spaß macht, denn nur mit Spaß an der Sache kann man wirklich gut werden. Verbissenheit kann einen oft blockieren. Deshalb muss man sich auch mal Pausen gönnen und mit dem richtigen Maß an Ehrgeiz an die Sache gehen.
 
Was tust Du gegen den „inneren Schweinehund“?
Immer an das Gefühl denken, das man hat, wenn man es geschafft hat!
 
Hast Du Tipps gegen Muskelkater?
Am besten gleich weitermachen … manchmal kann das ganz gut auflockern. Außerdem immer gut aufwärmen und dehnen, dann kommt es gar nicht erst dazu. Mein Geheimrezept ist aber immer noch Franzbrandwein vor dem Schlafengehen. Am nächsten Morgen sind die Schmerzen weg.
 
Wie ernährst Du dich, um richtig fit fürs Tanzen zu sein?
Man versucht natürlich immer, sich gesund zu ernähren, um fit zu bleiben. Proteinhaltige Nahrung ist wichtig für die Muskeln, viel Magnesium hilft auch, vor allem um Muskelkrämpfe vorzubeugen, das ist fürs Ballett wichtig. Außerdem immer genug trinken. Aber jeder muss auch seinen eigenen Weg finden. Und zwischendurch darf man sich auch mal etwas gönnen. Zum Beispiel einen klebrigen Cupcake!
 
Wirst Du jemals mit dem Tanzen aufhören?
Ich kann mir nicht vorstellen, jemals ohne Tanz zu sein – er wird immer Teil meines Lebens sein. Denn man wird süchtig, wenn er einen einmal eingefangen hat!

 

Alles zum Film gibts hier.



 


 
 

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