Benimm- und Survival-Guide für intergalaktische Begegnungen

02.03.2009

Wie verhält man sich richtig, wenn Außerirdische mit ihrem Raumschiff auf der Erde landen? Diese Frage ist alles andere als einfach zu beantworten: Einerseits, weil hierbei natürlich niemand aus Erfahrung sprechen kann. Andererseits fehlt bisher ebenso jeder Beweis für intelligentes Leben im uns bekannten Universum (d.h. abgesehen vom einigermaßen intelligenten Leben auf der Erde) – womit sich eben auch die grundlegende Frage stellt, wer ein solches Raumschiff überhaupt bauen könnte, um uns dann damit zu besuchen? Zwar in Ermangelung einer einleuchtenden Antwort, aber dennoch unbeirrt, warnen UFO-Forscher und Alien-Experten dagegen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis Außerirdische direkten Kontakt mit uns aufnehmen würden. Wenn auch die Wahrscheinlichkeit eines Aufeinandertreffens eher gering ist, kann es andererseits ja aber auch nicht wirklich schaden, sich auf eine solche Begegnung der dritten Art vorzubereiten und sich dabei auch gleich einmal mit der intergalaktischen Etikette vertraut zu machen.
 
Sichtung eines UFOs
Ausrüstung: Fernglas, Transparent, Filzstifte, Wörterbücher
 
Bevor Außerirdische auf der Erde landen, werden sie vermutlich zunächst einen kleinen Erkundungsflug absolvieren. Um sich bereits in dieser Phase einen Eindruck von den möglichen Absichten der Besucher machen zu können (kommen sie in Frieden oder sind sie bösartig?),  empfiehlt es sich, das Aussehen des UFOs möglichst genau zu analysieren – hierbei hilft das mitgebrachte Fernglas. Welche Farbe hat das Flugobjekt? Welche Form? Sind auffällige Details zu erkennen? Ist das UFO beispielsweise hellblau oder rosa und weist runde Formen auf, ist von friedfertigen Aliens auszugehen. Haben die Außerirdischen ihr Raumschiff jedoch tiefschwarz oder neonrot lackiert und ist zudem vielleicht sogar eine Laserkanone oder die Bestückung mit Luft-Boden-Raketen auszumachen, sollte man umgehend die geeigneten Maßnahmen ergreifen: Dabei kommen die Ausrüstungsgegenstände „Transparent“ und „Filzstifte“ zum Einsatz.
 
Für den Fall, dass bereits das Raumschiff der Besucher also tendenziell aggressiv rüberkommt, sollte auf das Transparent unverzüglich ein klares Statement aufgebracht werden, das unverblümt vermittelt: „Böse Aliens sind hier nicht willkommen!“. Je nach Situation können auch andere passende Botschaften verwendet werden. Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass die Besucher nun ausgerechnet der deutschen Sprache mächtig sind, sollte die Warnung zudem auf Englisch und Französisch sowie möglichst auch auf Portugiesisch auf das Transparent geschrieben werden. Der parallele Einsatz ablehnender Handzeichen und Gesten sollte eher bedacht passieren, da die Interpretation solcher Signale von Alien-Rasse zu Alien-Rasse sehr unterschiedlich ausfallen und mitunter als unverhältnismäßig heftige Provokation missdeutet werden kann. Grundsätzlich gilt die Regel: Bestimmt, aber freundlich!
 
Hilft das alles nichts und die Besucher erweisen sich als kritikunfähige Aggressoren, sollte man unverzüglich die gesamte Ausrüstung fallen lassen und so schnell wie möglich weglaufen. Ab diesem Punkt übernehmen dann ohnehin das Militär bzw. von der Regierung hoffentlich bereitgehaltene Monster wie GIGANTIKA, MISSING LINK oder INSEKTOSAURUS die Alien-Abwehr. Das „Herzlich willkommen“-Transparent, mit dem man hingegen friedlich anmutende rosafarbene oder blaue Raumschiffe ohne erkennbare Bewaffnung freundlich begrüßen kann, darf zusätzlich gern mit Blumenmotiven und Sternen verziert werden. Nach der Landung gilt es dann, sich schon einmal mental auf das bevorstehende Shake-Hands einzustellen, bei dem mitunter noch einige Überraschungen warten können.
 
Shake-Hands mit den Aliens
Ausrüstung: selbstgebackener Kuchen, Glas Wasser, Mobiltelefon
 
Auch beim persönlichen Aufeinandertreffen mit den Besuchern sollte man aufmerksam das Geschehen beobachten und grundsätzlich vorsichtig bleiben. Reicht man den Aliens zur Begrüßung die Hand, kann eine dumme Situation entstehen, wenn diese über keine Extremitäten verfügen, mit denen sie den Gruß erwidern könnten. Hier sind also eine gute Auffassungsgabe und Spontanität gefragt, um schnell eine auf die Gegebenheiten abgestimmte Grußart improvisieren zu können.
 
Begleitend zum Shake-Hands kann das Überreichen eines selbstgebackenen Kuchens Berührungsängste auf beiden Seiten abbauen (Achtung: Beim Backen des Kuchens sollte  statt normaler Milch unbedingt Sojamilch verwendet werden – es könnte ja sein, dass die Aliens eine Laktose-Allergie haben). Zu einem guten Gästeservice gehört zudem die Bereitstellung eines Mobiltelefons, damit die Besucher nach Hause telefonieren und Bescheid sagen können, dass sie gut angekommen sind. Zusätzlich sollte den Besuchern ein Glas Wasser angeboten werden. Nicht nur aus purer Gastfreundlichkeit, sondern auch, um auf diesem Wege unkompliziert festzustellen, ob die Aliens übermäßigen Durst zeigen: Wird das Glas komplett geleert, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass auf dem Heimatplaneten der Besucher H2O-Mangel herrscht und sie es auf die Wasservorräte der Erde abgesehen haben (dann sollten unverzüglich wieder Transparent und Filzstift hervorgeholt werden, um eine entsprechende Botschaft zu formulieren).
 
Unterhaltungs- und Kulturprogramm
Ausrüstung: unten stehende Checkliste, viel Bargeld/ Kreditkarte
 
Steigen die Aliens nun nicht direkt wieder in ihr Raumschiff und fliegen davon, spricht dies dafür, dass man bis hierhin schon einmal viel richtig gemacht hat. Nun gilt es, die Besucher bei Laune zu halten und den guten Eindruck weiter zu bestätigen – wer sich erst an dieser Stelle fragt, wozu der ganze Aufwand gut sein soll, der hat vermutlich vergessen, dass es den Aliens ja wohl offensichtlich ein Leichtes war, zur Erde zu reisen, während die Menschen ihren Fuß bisher gerade einmal auf den Mond gesetzt haben. Soll heißen: sie verfügen über Technik, die der unseren überlegen ist. Und wer würde da nicht gern mal in ihrem Rauschiff mitfliegen? Jedoch gebietet die intergalaktische Höflichkeit, zunächst ein guter Gastgeber zu sein und erst am Ende zu fragen, ob man das UFO auch mal von innen sehen darf.
 
Das Unterhaltungs- und Kulturprogramm sollte natürlich nicht erst vor Ort besprochen, sondern für den Fall einer Alien-Landung bereits langfristig vorbereitet werden. Vorab muss schon einmal geklärt worden sein, welche lokalen Attraktionen überhaupt eine aliengerechte Nutzung erlauben. Die zuvor angefertigte Liste sollte dann noch einmal mit den Besuchern abgestimmt werden. Viele Dinge, die für die Menschen alltäglich sind, können den Gästen nämlich trotz ihrer technischen Überlegenheit auch völlig fremd sein.
 
Diese Checkliste kann bei der Erstellung des Rahmenprogramms helfen:
 
1.) Können die Aliens schwimmen? (relevant für Freibad und Segeltörn)
2.) Haben Aliens Höhenangst? (Bungie-Springen, Bergsteigen)
3.) Interessieren sich die Außerirdischen für Kultur (Oper, Theater, Museen)?
4.) Passen die Aliens in einen Kinositz?
5.) Haben die Besucher genügend Finger, um die Kugel beim Bowling zu halten? (Alternative: Kegeln)
6.) Wie ist es um ihre Kälteresistenz bestellt? (Skifahren)
7.) Welche Schuhgröße haben die Aliens bzw. haben sie überhaupt Füße? (Schlittschuhlaufen bzw. siehe Bowling)
8.) Welche Läden führen Kleidung in Größe XT (steht für „extraterrestrisch“)? (Shopping)
9.) Müssen Aliens im Zoo an der Leine geführt werden?
10.) Auf welche Musik stehen die Außerirdischen? (Konzert)
 
Fazit
 
Am kritischsten bei einer intergalaktische Begegnung sind die UFO-Sichtungs- und die Begrüßungsphase. Wird hier etwas falsch gemacht, nützt das beste Unterhaltungsprogramm nichts. Hält man sich nach dem hoffentlich gelungenen Einstieg dann möglichst genau an die Checkliste, kann aber eigentlich nichts mehr schiefgehen und das Treffen mit den Außerirdischen wird garantiert zum Erfolg. Um auf eine mögliche Alien-Landung stets optimal vorbereitet zu sein, sollte man sich mindestens zweimal jährlich intensiv mit diesem Benimm- und Survival-Guide auseinandersetzen – so gerät kein wichtiges Detail in Vergessenheit.
 
 
 
 
MONSTERS VS. ALIENS
 
Ab 2. April 2009 im Kino
Im Verleih von Paramount Pictures Germany.
 

Susan Murphy ist ein kalifornisches Mädchen wie jedes andere – bis sie an ihrem Hochzeitstag von einem Meteor voller Weltraumschleim getroffen wird. Plötzlich schießt sie irrsinnig in die Höhe und ist schließlich 15 Meter groß. Das Militär ist sofort zur Stelle, fängt sie ein und bringt sie zu einem streng geheimen Regierungsgelände. Dort wird sie als Monster gebrandmarkt und man gibt ihr den Namen Gigantika.
 
Wie sich schnell herausstellt, ist sie nicht die einzige „Monstrosität", denn das Militär pfercht schon seit Jahren still und heimlich Monster auf diesem Gelände ein. Da sind beispielsweise der brillante, aber insektenköpfige Prof. Dr. Kakerlake, Missing Link – eine Kreuzung aus Affe und Fisch und ein Macho sondergleichen –, der glibberige und unzerstörbare B.O.B. und schließlich die über 100 Meter große Larve Insektosaurus.
 
Doch die Tage ihrer Gefangenschaft sind gezählt, als ein mysteriöser außerirdischer Roboter auf der Erde landet und eine Schneise der Verwüstung durch das Land zieht. Der Präsident weiß nur noch einen Ausweg: Verzweifelt wendet er sich an General K.O. Putsch, der die bunt gemischte Monstertruppe gegen die Aliens anführen und somit die Welt vor der bevorstehenden Zerstörung retten soll.



 


 
 

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