Dance Flick: Interview mit Detlef D! Soost

07.09.2009

Hallo D!, vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses Interview nimmst. Für Deine Tätigkeit als Popstars-Juror bist Du deutschlandweit bekannt.

Wie bist Du überhaupt zum Tanzen gekommen?
Ich habe 1982 um 00.01 Uhr nachts Uhr mit ein paar Kumpels Michael Jacksons "Thriller" gesehen. Wir hatten von diesem unglaublichen Video gehört, 17 Minuten lang, das in der Nacht zum ersten Mal gezeigt werden sollte, und wollten es unbedingt sehen. Meine Kumpels fanden es total gruselig - ich fand es einfach nur faszinierend. Und seitdem wollte ich tanzen!

Auf welchem Weg bist Du bei Popstars gelandet?
Ich hab damals, 1999/2000, deutschlandweit fast alle Künstler aus dem Eurodance- und Dance-Bereich unter meinen Fittichen gehabt oder choreographiert - ob Sarah Connor, Jeanette Biedermann, Yvonne Catterfeld, ATC, Lou Bega, Rollergirl usw.! Gerade bei "The Dome" waren teilweise 23 Künstler da und mit 13 von ihnen habe ich gearbeitet. Als dann Popstars nach Deutschland kam, haben sie eben einen Choreographen gesucht und ich war in Deutschland einer der erfolgreichsten. Außerdem konnte ich einigermaßen sprechen, ich sah nicht furchtbar aus, also hat man es mal mit mir probiert.

In Popstars kommst Du oft als strenger Tanzinstructor rüber, der versucht, durch eiserne Disziplin das Beste aus den Kandidaten herauszuholen. Wieso glaubst Du, dass genau diese Methode der richtige Weg ist, um Menschen zu fördern?
Solange mir niemand eine andere Methode zeigt, die besser funktioniert, bin ich davon überzeugt, dass es der richtige Weg ist. Aber nicht nur Disziplin ist wichtig, sondern auch Leidenschaft und das Erkennen einer Chance. Wenn man merkt, dass man Träume wahr werden lassen kann, dann stellt sich die Disziplin automatisch ein, weil man ein Ziel vor Augen hat, für das es sich zu kämpfen lohnt.

Was war Dein lustigstes Erlebnis bei Popstars?
Ich glaube, das war wirklich, als letztes Jahr Gabriella  - heute bei Queensberry - im Recall vor mir stand und ihren Text plötzlich nicht mehr konnte und dann mit den Armen in der Luft fuchtelte und stammelte "W-w-w-w-w-w-o wo wo w-w-w-o sind die Wörter hin?" - das war so lustig, das werde ich sicher nie vergessen.

Wie schaffst Du es – trotz aller Strenge – dass die Leute Spaß an der Sache behalten? Wie motivierst Du sie?
Ich glaube, das liegt daran, dass ich trotz aller Strenge immer Detlef Soost bleibe. Mich zeichnet intensivste Leidenschaft aus. Im kritischen Sinne heißt das, dass ich laut, direkt und schonungslos meine Meinung sage. Ich vergieße aber auch mal eine Träne und nehme wie ein Vater meine Kandidaten in den Arm, wenn es ihnen schlecht geht und sie so weit von zu Hause weg sind. Ich bin immer leidenschaftlich, egal was ich tue.

Was muss man mitbringen, um ein guter Tänzer zu werden? Talent allein reicht sicherlich nicht aus?
Talent alleine reicht, glaube ich, für keine erfolgreiche Karriere aus - auch nicht bei Tänzern. Es ist das Talent, die Leidenschaft und der unbedingte Wille, sein Hobby zum Beruf zu machen. Dazu die Kraft und das Selbstbewusstsein, seinen Körper auf das vorzubereiten, was ihn erwartet - nämlich harte Arbeit.

In der Komödie Dance Flick – Der Allerletzte Tanzfilm, die am 3. September in die Kinos kommt, wird es eine Menge zu lachen geben. Glaubst Du, dass auch bei Deiner Arbeit der Spaß am Tanzen im Vordergrund stehen sollte?
Das kommt darauf an, was ich mit dem Tanzen erreichen will: Wenn ich Tanzen als Hobby machen möchte, in der Disko gut aussehen will, dann ist Spaß sicher das Wichtigste. Will man Profitänzer sein, ist es allerdings eher so, dass der Spaß leider nur die Belohnung ist. Spaß hat man, wenn man tolle Jobs hat, tolle Choreographien machen darf, mit tollen Künstlern arbeitet und erfolgreich ist. Davor liegt erst mal lange harte Arbeit, Disziplin und wenn sich die auszahlt, kommt der Spaß. Leidenschaft ist allerdings immer dabei.

Erzähl uns ein wenig zu Deiner Synchronstimme, die Du in Dance Flick übernommen hast. Welchem Charakter hast Du Deine Stimme geliehen?
Das ist ein ganz cooler Charakter, nämlich TRUCK. Er ist der eigentliche Bad Guy, der glaubt, er wäre der Größte und Coolste, und er könne alles besser - aber in Wirklichkeit ist er das nicht.

Welche Tanzfilme hast Du gesehen?
Der erste Film war „Fast Forward“, wo ein Schwarzer und ein Weißer auf der Straße tanzen, um sich Geld zu verdienen. Mein Kumpel von damals und ich dachten immer, wir wären die beiden aus dem Film und haben das nachgetanzt. Dann habe ich natürlich „Beat Street“ ganz oft gesehen. Dann auch „Dance Academy 1-3“, „Fame“, „Footloose“, „Flashdance“, „A Chorus Line“ - eigentlich habe ich alle Tanzfilme gesehen, auch die, die mich nicht so begeistern, wie „Dirty Dancing“. Von „Stomp the Yard“ über „Shall we Dance“ bis zu „Honey“ oder „Step Up“. Es gehört einfach zu meinem Beruf, das gesehen zu haben.

Gibt es Szenen, Schauspieler oder Tanzstile aus Tanzfilmen, die Dich besonders inspiriert haben?
Ich glaube, aus jedem Tanzfilm kann man sich etwas herausziehen. Sei es, dass man denkt "Das will ich besser machen" oder auch "Da will ich hinkommen."



 


 
 

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