Special: Böse Schwiegermütter

14.05.2009

DER FLUCH DER 2 SCHWESTERN läuft am 28. Mai in den deutschen Kinos an. Darin trifft Anna nach dem Tod ihrer Mutter auf ihre Stiefmutter Rachel. Mit Schrecken muss Anna feststellen, dass sie gar nicht so nett ist, wie es zunächst scheint, denn es geschehen unheimliche und grauenhafte Dinge seit Rachels Anwesenheit.
 
Der Film basiert auf dem Kult-Film „A tale of two sisters“, welcher sich ein altes koreanisches Märchen zum Vorbild nahm. Auch andere bekannte Märchen stellen Stiefmütter als böse und heimtückisch dar. Doch woher kommt dieses Bild, und entspricht es der Realität?
 
Über Stiefmütter: Fakten, Klischees und Irrtümer
Sie sind bekannte Märchenfiguren, vor denen wir uns schon im Kindesalter gefürchtet haben. In Märchen wie „Schneewittchen“ oder „Aschenputtel“ tauchen sie auf und verheißen vor allem Niedertracht und Unglück. Und auch in der gesellschaftlichen Wirklichkeit lebt der Mythos aus Grimms Märchen weiter: Stiefmütter gelten weitläufig nach wie vor als boshafte und heimtückische Rivalinnen, die das Familienleben zur Hölle machen können.
So auch im neuen Horror-Thriller DER FLUCH DER 2 SCHWESTERN, der am 28. Mai in den deutschen Kinos anläuft. Der Film greift das Motiv der bösen Stiefmutter auf und führt die Zuschauer in eine Familiengeschichte voll Angst und Schrecken. Die beiden Schwestern Anna und Alex sehen sich nach dem Tod ihrer Mutter mit Rachel der neuen Frau Ihres Vaters konfrontiert, die zunächst nett zu sein scheint. Doch bald stellen die Schwestern fest, dass der erste Schein trügt. Auch diese Geschichte ist einem Märchen entnommen: „A tale of two sisters“ zeichnet, wie verschiedene andere Märchen, eine unheimliche Beziehung zwischen Stiefmutter und Stiefkindern.
 
Der Begriff „Stiefmutter“ und seine Herkunft
Forscht man nach der Wortbedeutung, so stößt man auf die Tatsache, dass das Wort „Stief“ zunächst einmal überhaupt nichts mit dem Ersatz eines Elternteils zu tun hat. Das Wort verweist vielmehr durch seine Bedeutung „gestutzt“ oder „Stumpf“ auf einen Verlust. Die betroffenen Kinder wurden von ihrer leibhaftigen Mutter verlassen – sei es durch eine Trennung der Eltern oder durch den Tod. Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert waren Stieffamilien keine Seltenheit. Bis zu ein Drittel aller Ehen waren sogar Wiederverheiratungen. Die Stiefmutter war in dieser Phase nicht nur weitläufig akzeptiert, sondern sogar ein besonderes Prestigeobjekt: Indem ein Mann eine verwitwete Frau durch eine Heirat finanziell absicherte, verschaffte er sich gesellschaftliche Anerkennung.
 
Die böse Stiefmutter: Eine Erfindung der Gebrüder Grimm?
Geht es um Stiefmütter, schwirren in unseren Köpfen vor allem die vielen Bilder herum, die wir aus den Märchensammlungen der Gebrüder Grimm kennen. Stiefmütter setzen ihre Kinder im Wald aus, versuchen aus Neid ihre schöne Stieftocher zu vergiften oder vernachlässigen sie gegenüber ihren leiblichen Töchtern. Nicht zuletzt verantworten die Überlieferungen dieser Märchen-Motive, dass Schlagworte wie Vernachlässigung, Rivalität und Demut sich zu typischen Stiefmutter-Klischees entwickelt haben. So ist im alltäglichen Sprachgebrauch der Ausspruch der „stiefmütterlichen Behandlung“ zum Synonym für mangelnde Fürsorge und Nichtbeachtung geworden. Dies führt auch dazu, dass besonders viel Erwartungsdruck auf Stiefmüttern lastet. Hier einige bekannte „Stiefmütter-Motive“ aus den Märchen der Gebrüder Grimm:
Hänsel und Gretel
Hänsel und Gretel sind die Kinder eines armen Holzfällers. Zusammen mit seiner Frau lebt die Familie im Wald. Die listige Stiefmutter will die Kleinen gerne loswerden, um sich mit dem Holzfäller ein schönes Leben zu machen. Kurzerhand setzt sie die hilflosen Kinder im Wald aus. Doch das Schicksal rächt sich sofort: Nachdem die Kinder die böse Hexe im Ofen erstickt haben und mit reichen Schätzen zurückkehren, ist die ach so gerissene Stiefmutter ganz von selbst dahingeschieden.
Schneewittchen
"Spieglein, Spieglein an der Wand. Wer ist die Schönste im ganzen Land?" fragt die böse Stiefmutter von Schneewittchen. Als ihr Spiegel ihr antwortet, dass Schneewittchen noch 1000 Mal schöner sei, versucht sie ihr Stiefkind aus dem Weg zuräumen unter anderem unter Zuhilfenahme eines vergifteten Apfels. Als Schneewittchen das giftige Apfelstück aus dem Hals fällt, erwacht sie und heiratet den schönen Prinzen, der in Trauer an ihrem Sarg gewacht hat. Auf der Hochzeit tanzt die Stiefmutter schließlich solange in ihren rotglühenden Schuhen, bis sie tot zur Erde fällt.
Aschenputtel
Nach dem Tod Ihrer Mutter heiratet der Vater des schönen Aschenputtels eine Witwe. Diese hat zwei Töchter. Zusammen mit ihren fiesen Töchtern macht die Stiefmutter Aschenputtel das Leben zur Hölle: Sie muss auf dem Boden schlafen, Schmutz aufkehren und Linsen aus der Asche auflesen. Doch am Ende findet Aschenputtel Ihren Prinzen, während die Töchter der bösen Stiefmutter leer ausgehen.
 
Prominente Stiefmütter
Gerade heutzutage sind so genannte Patchworkfamilien mit Stiefeltern stark verbreitet. Auch so manch bekannte „First Lady“, hat eine Stiefmutterrolle inne:
Camilla Parker Bowles
Die wohl am heftigsten kritisierte königliche Stiefmutter ist Camilla Parker Bowles, die Langzeitgeliebte von Prinz Charles. Als Stiefmutter von Prinz William und Prinz Harry wurde sie jahrelang missachtet und musste mit dem Klischee der bösen Hexe leben. 
Angela Merkel
Deutschlands wohl prominenteste Persönlichkeit ist Angela Merkel, der nach der Heirat mit Joachim Sauer 1998 der Status der Stiefmutter zweier erwachsener Söhne zufiel.
Carla Bruni
Auch Carla Bruni, die Frau des französischen Staatspräsidenten, wurde durch die Ehe mit Nicolas Sarkozy zur prominenten Stiefmutter dreier erwachsener Söhne.
 
Die Stiefmutter in DER FLUCH DER 2 SCHWESTERN
Fernab von harmonischen Patchwork-Familien im Reich der „First-Stiefmütter“ führen uns die Guard Brothers in ihrem Horrorfilm  DER FLUCH DER 2 SCHWESTERN  in eine Filmwelt, in der die Rolle der Stiefmutter ihre Zuspitzung erfährt: Eine verlassene Waldkulisse und die Verlobung eines Witwers – ein bisschen klingt dies noch wie Hänsel und Gretel. Doch die noch so romantisch anmutenden Stiefmutter-Sagen wandeln sich hier in ein Horrorszenario mit ungeahnten Wendungen. Was eine glückliche Familienzusammenführung sein sollte, entwickelt sich zu einer brutal eskalierenden Schlacht zwischen einer Stiefmutter und ihren Stieftöchtern ...

 

Trailer zum Film



 


 
 

Surftipps: User, die hier waren, besuchten übrigens auch diese Seiten:

 
 

Meinungen zu "Special: Böse Schwiegermütter"