Die Mythologie hinter Oscargewinner Moonlight

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01.03.2017 15:10
 

MOONLIGHT erzählt äußerst einfühlsam und vielschichtig die Lebensgeschichte des jungen Chiron (gespielt durch: Alex Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes). Barry Jenkins hochemotionale Coming-of-Age Story wird als Kino-Sensation des Jahres gefeiert. Als Plädoyer für Empathie, Toleranz und Verständnis wurde MOONLIGHT bei der diesjährigen Oscar® Verleihung mit drei Auszeichnungen prämiert – und u.a. als „Bester Film“ gekürt.

Der Film zeigt in drei Etappen die einzelnen Lebensabschnitte eines unsicheren Jungen, der fernab des Glamours in der Vorstadt von Miami aufwächst. Angefangen in schüchternen Kindertagen, über eine orientierungslose und von Mobbing geprägte Zeit als Teenager, bis hin zu einem erwachsenen, nach außen gereift wirkenden Mann Anfang 30, erlebt der Zuschauer in MOONLIGHT die verschiedenen Entwicklungsstufen des Hauptcharakters Chiron - und erhält tiefe Einblicke in seine Seele. Die Geschichte offenbart die Gefühlswelt eines Jungen, der sich in knisternder Atmosphäre nach einem Platz in der Welt und Gesellschaft sehnt. Eine persönliche Geschichte, die aber zugleich ganz universell ist …

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Die Mythologie hinter Oscargewinner Moonlight: Infos & Links

Auf der dreiaktigen Reise der Selbstfindung wird Chiron von unterschiedlichen Personen und Figuren begleitet, die ihn auf ihre Weise prägen: Seine Mutter Paula (Naomie Harris), sein Ersatzvater Juan (Mahershala Ali) und seine Ersatzmutter Teresa (Janelle Monáe). Die Namensgebung der Hauptfiguren in MOONLIGHT scheint dabei sehr interessant, denn hier lassen sich spannende Parallelen zur griechischen Mythologie, Astrologie und religiösen Ikonen ziehen, die wir heute in einem Special genauer beleuchten werden. Übrigens verfasste Barry Jenkins das Drehbuch zusammen mit dem Autor des Ursprungswerkes, Tarell Alvin McCraney, der die Geschichte zunächst als Theaterstück verfasste.

CHIRON - Der junge Chiron hat in MOONLIGHT einen schweren Stand: Er wird von seinen Mitschülern als Sonderling angesehen, ausgegrenzt und hat zudem ein sehr empfindsames Wesen. Hier lässt sich eine interessante Brücke zu seinem Namensursprung bauen: Chiron teilt seinen Namen mit einem in den siebziger Jahren entdeckten Asteroiden, der nach dem unsterblichen Zentauren Cheiron, einer Figur aus der griechischen Mythologie, halb Mensch halb Pferd, benannt wurde. Die Entdeckung dieses Planeten nutzten Astrologen wiederum als Anlass, um ihm eine Deutung im Horoskop zuzuweisen. Der kreisende Planet symbolisiert die persönliche Schwäche und empfindsame, schmerzende Seite eines Menschen, die aber durch Akzeptanz und Annahme des Schmerzes zu neuer Heilung und Lebenskraft verhelfen könne und somit geistiges Wachstum bedeutet. Genauso ergeht es Chiron in MOONLIGHT, der schmerzliche Phasen durchlebt – die Erfahrungen aber demütig annimmt, um schlussendlich seinen Platz in der Welt zu finden …

PAULA - In der griechischen Mythologie verstieß die Nymphe Philyra ihr eigenes Kind Cheiron, weil sie enttäuscht von seinem Aussehen war: Sein Vater Kronos zeugte den Sohn nämlich in Gestalt eines Pferdes, um seine wahre Identität zu verbergen. Außerdem war Cheiron ein Außenseiter in der Götterwelt, denn er war weniger wild, dafür aber deutlich sensibler und sanfter als seine Halbbrüder Zeus, Poseidon und Hades. Philyra konnte nur schwer mit dem Wissen um die Gestalt und das Wesen ihres Sohnes umgehen. Hier lässt sich eine Parallele zum komplizierten Verhältnis zwischen Chiron und seiner Mutter Paula ziehen: Die beiden durchleben während Chirons Heranwachsen verschiedene Phasen emotionaler Nähe und Distanz. Die schwierige Beziehung zwischen Sohn und Mutter ist ein zentrales und sehr berührendes Element in MOONLIGHT….

JUAN - Juan, ein knallharter Drogendealer aber auch fürsorglicher Mann, entwickelt sich in MOONLIGHT zu einer wichtigen Bezugsperson für den jungen Chiron. In ihm sieht er eine Art Ersatzvater und eine männliche Leitfigur. Ihren ersten besonderen Moment erleben die Beiden, während Juan dem kleinen Chiron das Schwimmen beibringt und ihn zunächst mit seiner Unterstützung im Wasser treiben lässt. Die Szene erscheint einer Taufzeremonie gleich, wie sie mancherorts auf der Welt sogar noch zelebriert wird. Der Name Juan ist zudem die spanische Form von Johannes. Dadurch wirkt die Szene noch bedeutender und anmutiger, wenn sie im Kontext an „Johannes den Täufer“ gedeutet wird, der laut biblischer Erzählung Jesus von Nazareth getauft haben soll.

TERESA - Eine besonders fürsorgliche Rolle spielt Teresa in Chirons Leben. Sie ist die Freundin von Juan und nimmt sich Chiron an, wenn er die angespannte Atmosphäre mit seiner drogenabhängigen Mutter zu Hause nicht mehr erträgt. Bei ihr und Juan findet Chiron Zuflucht - fühlt sich geborgen und akzeptiert. Der Name lässt sich in Anlehnung an „Mutter Teresa“ deuten: Sie galt als Fürsorgerin – insbesondere für Obdachlose und sozial benachteiligte Personen. Teresa von Kalkutta starb im Jahr 1997 und wurde erst im vergangenen Jahr von Papst Franziskus heiliggesprochen.

Die 3-Akt-Struktur von Aristoteles - Darüber hinaus scheint die Struktur von MOONLIGHT angelehnt zu sein an das dreigliedrige Drama der aristotelischen Poetik. Die Geschichte des jungen Chiron verfolgen wir in drei Akten, die als solche im Film auch klar gekennzeichnet sind.

Wo genau Chirons Geschichte ihren Anfang findet, welche Wendepunkte er erlebt und wie seine Reise schließlich endet, seht ihr ab dem 09. März 2017 bundesweit in den deutschen Kinos!

Zum Film - MOONLIGHT erzählt die berührende Geschichte des jungen Chiron, der in Miami fernab jeglichen Glamours aufwächst. Der Film begleitet entscheidende Momente in Chirons Leben von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, in denen er sich selbst entdeckt, für seinen Platz in der Welt kämpft, seine große Liebe findet und wieder verliert. MOONLIGHT ist ein einzigartiges Stück Kino über persönliche Augenblicke und Menschen, die uns prägen und den Schmerz der ersten Liebe, der ein Leben lang nachhallen kann.

Bei den diesjährigen Golden Globe® Awards wurde MOONLIGHT als bester Film in der Kategorie Drama ausgezeichnet. Produzentin Adele Romanski, Regisseur Barry Jenkins, Cast und Crew nahmen die begehrte Trophäe der Hollywood Foreing Press Association unter stehenden Ovationen entgegen. Zuvor würdigte der ausführende Produzent des Films, Brad Pitt, MOONLGHT in einer Laudatio: “It is Barry Jenkins profound belief that we all stand at the threshold of change and forgiveness where we only grant acceptance and love to ourselves.”

MOONLIGHT ging bei der 89. Verleihung der Academy Awards als Sieger in der Kategorie „Bester Film“ hervor und gewann insgesamt 3 Oscars®. Regisseur Barry Jenkins wandte sich in seiner emotionalen Dankesrede an all diejenigen, deren Existenz sonst verborgen bleibt: „Wir werden euch nicht im Stich lassen. Wir werden euch nicht vergessen." Es ist der erste LGBT-Film, der die begehrte Trophäe in dieser Kategorie erhält. Mahershala Ali wurde zudem als erster Muslim mit einen Oscar als bester Nebendarsteller prämiert.

Mit seiner einfühlsamen Coming-of-Age Geschichte etabliert sich Regisseur Barry Jenkins als einzigartige Stimme im modernen, amerikanischen Kino und beweist, dass er die Magie und Elektrizität großer Gefühle auf die Leinwand bringen kann. Ein Trio aus drei talentierten Schauspielern (Alex Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes) verkörpert die Hauptfigur Chiron in drei Phasen seines Lebens, begleitet von einem starken Cast u.a. von der Oscar®-nominierten Naomie Harris (SPECTRE, MANDELA) und dem Oscar®-ausgezeichneten Mahershala Ali ("Luke Cage", "House of Cards"). MOONLIGHT wurde produziert von Adele Romanski, Dede Gardner, Jeremy Kleiner. Zu den ausführenden Produzenten zählen Sarah Esberg, Tarell Alvin McCraney und Brad Pitt.

Die Mythologie hinter Oscargewinner Moonlight - Bild 1 von 22

Szene aus dem Film Die Mythologie hinter Oscargewinner Moonlight


 

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