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Staatsanwaltschaft ermittelt nach RTL-Bericht

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20.11.2017 08:09
 

Die "Extra"-Reportage vom 6.11. über die Missstände und psychische Gewalt im Seniorenzentrum des Deutschen Roten Kreuzes in Mühlheim hat bundesweit für große Resonanz gesorgt und vielfältige Konsequenzen ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft ermittelt aktuell gegen drei Mitarbeiter. Die Aufsichtsbehörden verhängten einen Maßnahmenkatalog zur Beseitigung der Mängel und setzen ihre Kontrollen fort. Inzwischen hat die Stadt zu einer Bürgerversammlung eingeladen. Angehörige verlegen Pflegepersonen oder wollen Anzeige erstatten. Das Heim selbst hat eine Informationsveranstaltung gegeben. "Extra" berichtet am kommenden Montag, 20.11., 22:15 Uhr über die Entwicklung der Ereignisse und über ein vorbildliches Seniorenheim in Kassel.

Fünf Wochen lang hatte eine "Extra"-Reporterin undercover im DRK-Seniorenheim in Mühlheim am Main recherchiert. Sie dokumentierte dabei ein schockierendes Ausmaß an physischer und psychischer Gewalt. Schwer pflegebedürftige Senioren wurden hier regelrecht gedemütigt und gequält, beleidigt oder nicht fachgerecht gepflegt. Die "Extra"-Reportage löste eine Welle der Entrüstung sowie eine Reihe von Konsequenzen aus. Inzwischen wurden drei Mitarbeiter freigestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sie wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Noch bevor der "Extra"-Beitrag ausgestrahlt wurde, folgte die Heimaufsicht in Frankfurt den Hinweisen der "Extra"-Reporterin und stellt bei der unmittelbaren Kontrolle des Seniorenzentrums teilweise erhebliche Mängel fest. Dazu zählten u.a. mangelndes Personal, fehlende Erreichbarkeit, mangelnde Hygiene sowie freiheitsentziehende Maßnahmen. Der Kreisverband des DRK in Offenbach betont, man habe sofort reagiert und einen Maßnahmenplan erstellt, nach dem die Mitarbeiter geschult und sensibilisiert werden sollen. "Wir versichern Ihnen, dass wir allergrößtes Interesse an einer raschen Aufklärung und Abstellung der Mängel haben", so der DRK-Kreisverband gegen über "Extra".

"Wir sind erschüttert, was Ihre Kollegin aufgezeichnet hat", so die zuständige Pflegekasse der AOK. "Die Einrichtung muss einige Vorgaben innerhalb bestehender Fristen umsetzen bzw. grundlegend ändern, sonst gibt es ernsthafte Konsequenzen." Diese könnten bis hin zur Schließung der Einrichtung reichen. Derzeit dürfen keine weiteren Bewohner mehr in dem Heim aufgenommen werden. Zudem seien weitere unangemeldete Kontrollen geplant. Die Heimleiterin selbst wollte sich bis dato, auch nach mehrfacher Nachfrage, nicht vor der Kamera äußern.

Die Stadt Mülheim reagierte dagegen prompt. Am vergangenen Dienstag lud sie betroffene Bürger zu einer Bürgerversammlung zum Thema ein. Dennoch entschied sich eine betroffene Angehörige dazu ihre Mutter in ein anderes Heim verlegen zu lassen. Weitere Angehörige wollen Anzeige erstatten.

Die "Extra"-Reportage am kommenden Montag ab 22:15 Uhr fasst die aktuellen Entwicklungen noch einmal zusammen. Darüber hinaus zeigt die Reportage aber auch am Beispiel des Seniorenheims "Schöne Aussicht" in Kassel (Seniorenwohnanlage Habichtswald GmbH), dass man mit gleichem Budget und gleichen Vorgaben durchaus vorbildlich ein Seniorenzentrum effizient und gleichzeitig menschenwürdig und fachgerecht führen und gestalten kann.

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Autor: Christian Fischer | Gesprächswert: 98% | mit Material von ots / RTL
 

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