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Doku: Fernsehen in der DDR - Sandmann, Propaganda und ein Kessel Buntes

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05.06.2019 19:23
 
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Winfried Kujas betreut das Lager mit den Sandmann-Puppen und die Requisite

Das Fernsehen der DDR war fest in der Hand der Regierungspartei SED und unterlag der ständigen Kontrolle und Anleitung durch Partei-Funktionäre. Doch auch der Klassenkampf brauchte mal eine Pause - und so gab es neben Propagandasendungen auch unterhaltende Formate. Die Dokumentation "Fernsehen in der DDR - Sandmann, Propaganda und ein Kessel Buntes" stellt am Freitag, 7. Juni 2019, 20.15 Uhr, in ZDFinfo die sieben kuriosesten Sendungen des Ost-Fernsehens und deren Macher vor.

Die bekannteste dürfte der "Sandmann" sein. Am 22. November 1959 ging er auf Sendung, knapp vor dem Konkurrenten aus dem Westen. Neben den Geschichten von Fuchs und Elster, Pittiplatsch und Schnatterinchen bot der "Sandmann" Ratschläge für Gesundheit und Körperpflege, präsentiert von "Frau Puppendoktor Pille", dargestellt von Urte Blankenstein. Die Schauspielerin tourt noch heute durch den Osten und knüpft mit ihrem Programm an die Sandmann-Geschichten an.

Das Nachrichtenflaggschiff des DDR-Fernsehens war die "Aktuelle Kamera". Die Berichterstattung konzentrierte sich vor allem auf die sozialistische Planerfüllung in Industrie und Landwirtschaft und auf die alles bestimmende SED. Nach der Wende schaffte die "Aktuelle Kamera" den Neustart und wurde bis zur Auflösung des Deutschen Fernsehfunks Ende 1991 ausgestrahlt.

Zu den Sendungen mit Kultcharakter gehörte "Willi Schwabes Rumpelkammer", die ab 1955 ausgestrahlt wurde. Der Schauspieler Willi Schwabe präsentierte Ausschnitte alter deutscher Filmklassiker aus den 1920er bis 1940er Jahren, vor allem aus dem Ufa-Filmarchiv. Die Sendung lief alle vier Wochen, 35 Jahre lang.

Im März 1960 startete die wohl umstrittenste Polit-Sendung des DDR-Fernsehens: "Der schwarze Kanal". Karl-Eduard von Schnitzler kommentierte mit scharfer Zunge das Tagesgeschehen im Westen. Ende Oktober 1989 musste er sich auf seinem Sendeplatz verabschieden.

1972 versuchte das DDR-Fernsehen, mit einer neuen Show gegen die Konkurrenz von ARD und ZDF zu punkten: "Ein Kessel Buntes" ging an den Start, ein Mix aus Musik, Artistik, Ballett und Kabarett. Anfangs präsentiert von den "Drei Dialektikern", drei Kabarettisten, die sich zunehmend von der Zensur gegängelt fühlten und kündigten. Danach prägten andere Moderatoren die Show, vor allem die Berlinerin Helga Hahnemann. Ebenfalls 1972 ging ein weiteres Unterhaltungsformat auf Sendung: der Dauerbrenner "Außenseiter-Spitzenreiter" mit Reporter Hans Joachim Wolle, präsentiert von Hans-Joachim Wolfram.

Im Wendejahr 1989 startete die Jugendsendung "Elf99", eine Mischung aus Talk, Musik und unkonventionellen Beiträgen. Ursprünglich als eher unterhaltendes Format angelegt, wurde sie durch die aktuellen Ereignisse der Wendezeit stark politisiert. Nach dem Ende des Deutschen Fernsehfunks am 31.Dezember 1991 wurde das Magazin noch zwei Jahre im Privatfernsehen ausgestrahlt.

Die Dokumentation "Fernsehen in der DDR - Sandmann, Propaganda und ein Kessel Buntes" von Matthias Hoferichter und Andreas Vennewald ist unter anderem erneut am Freitag, 14. Juni 2019, 7.00 Uhr und 17.30 Uhr, sowie am Freitag, 5. Juli 2019, 21.45 Uhr, in ZDFinfo zu sehen.

 

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Autor: Tom Stolzenberg | Gesprächswert: 80% | mit Material von ots