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Guidos Masterclass: Interview mit Gewinner Laurent Herman Progin

10.06.2019 18:08

Der Sieger von „Guidos Masterclass“ steht fest! Laurent Hermann Progin konnte sich in sechs Folgen gegen elf aufstrebende Modedesigner durchsetzen und erhielt im gestrigen Finale nicht nur 50.000 Euro sowie eine Foto-Anzeigen-Strecke in der deutschen VOGUE, sondern auch die volle Unterstützung seines Mentors, denn Guido Maria Kretschmer wird dem jungen Talent nun für ein Jahr lang mit Rat und Tat zur Seite stehen. Im Interview lässt er die Design-Competition noch mal Revue passieren und spricht über seine Zukunftspläne mit Guido Maria Kretschmer.

Guido Maria Kretschmer und Jung-Designer Laurent Hermann Progin

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Herzlichen Glückwunsch zum Sieg, Laurent. Wie hast du dich in dem Moment gefühlt als Guido verkündet hat, dass du der Sieger bist?

Laurent Hermann Progin

Vielen, vielen Dank. Ich muss gestehen, dass ich im ersten Moment gar nicht realisiert habe, was passiert ist und es hat dann auch ein paar Tage gedauert bis ich das Geschehene einordnen und verarbeiten konnte. Ich freue mich so sehr über den Gewinn und was dies für mich als Jungdesigner bedeutet: Das Mentorat von Guido, das Preisgeld und die Fotostrecke in der Vogue sind so unfassbare Preise, von denen viele Jungdesigner träumen! Nicht nur sind die Preise von großem Wert für mich, sondern sie sind für mich in erster Linie eine Bestätigung dafür, dass ich mich mit meiner Arbeit auf dem richtigen Weg befinde.

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Du warst schon in der 1. Folge unter den beiden ersten Kandidaten, die in Guidos Masterclass aufgenommen wurden. Hast du zu diesem Zeitpunkt schon mit einem Durchmarsch gerechnet?

Laurent Hermann Progin

Ich habe während der ganzen Show versucht, das Konkurrenzdenken so gut es ging auszuschalten und mich darauf zu konzentrieren, mein Bestes zu zeigen. Mein Ziel war (und ist) es, ein Outfit auf den Catwalk zu schicken, für welches ich als Designer einstehen kann und meine Arbeit repräsentiert.

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Einer deiner Preise: Guido unterstützt dich ein komplettes Jahr lang. Wie sehr hilft dir Guidos Unterstützung schon jetzt? Und was erhoffst du dir in Zukunft durch die Zusammenarbeit mit Guido?

Laurent Hermann Progin

Es war ein einmaliges Erlebnis, mit Guido während den Dreharbeiten zusammenzuarbeiten und mit ihm gemeinsam die einzelnen Challenges zu besprechen und auch von seiner jahrelangen Erfahrung profitieren zu können. Ich arbeite nun auch direkt mit ihm zusammen an der Entwicklung seiner Kollektionen und kann so hautnah mitbekommen, wie der Weg von der Idee zum Produkt vor sich geht. Es ist sehr wichtig zu verstehen, wie der Prozess abläuft, da dieser Prozess sehr viel Zeit, Arbeit und auch Kompromisse in Anspruch nimmt. Guido hat bereits in den unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet – ob es seine eigene Kollektion, der Corporate-Bereich oder auch Theaterproduktionen sind – und es ist extrem spannend zu sehen, wie man ein globales Markenimage aufbauen kann. Dieses Jahr mit Guido ist für einen Jungdesigner von unschätzbarem Wert und ich freue mich sehr darauf, auch meinen Platz in dem großen und vielfältigen Modegeschehen genauer zu definieren.

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Erfahrung in der Zusammenarbeit mit einem Stardesigner hast du schon, schließlich hast du schon während deines Studiums für Jean Paul Gaultier gearbeitet. Wie eng war die Zusammenarbeit mit Gaultier und wie ist die Zusammenarbeit mit Guido im Unterschied dazu?

Laurent Hermann Progin

Ich hatte das große Glück, auch direkt mit Monsieur Gaultier zusammenarbeiten zu können und zu sehen, wie eine Kollektion entsteht. Er hat viel in der Mode verändert – auch in Bezug auf die Geschlechterrollen – und war schon früh ein großes Idol für mich. Diese Erfahrung hat mich nicht nur in meinem kreativen Prozess, sondern auch in meiner Arbeitsstruktur sehr stark beeinflusst. Ich bin nach der Zeit bei Monsieur Gaultier zurück an meine Hochschule in Basel und habe auch festgestellt, wie sehr sich meine Arbeitsweise zum Positiven verändert hat. Die Zusammenarbeit mit Guido hat mich auch als Designer sehr weitergebracht und hat mir wieder gezeigt, wie es auch schon bei Gaultier war, dass das Modebusiness, entgegen allen Klischees, ein sehr humanes und bereicherndes Arbeitsumfeld bieten kann.

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Ein weiterer Preis: Eine dreiseitige Foto-Anzeigenstrecke in der deutschen Vogue. Das Shooting hast du schon hinter dir. Wie lief es?

Laurent Hermann Progin

Ich bin extrem zufrieden mit dem Resultat; es hat riesigen Spaß gemacht, mit dem professionellen Team der Vogue arbeiten zu können. Das ganze Shooting war eine wunderschöne Erfahrung, an die ich sehr lange zurückdenken werde. Die Möglichkeit, eine Fotostrecke in der Vogue zu haben, ist auch eine Art Anerkennung für die eigene Arbeit und ist natürlich auch eine Seltenheit für einen Jungdesigner.

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Wusstest du schon immer, dass du Designer werden möchtest? Welchen Beruf hättest du ergriffen, wenn es mit Modedesign nicht geklappt hätte?

Laurent Hermann Progin

Ohne viel zu überlegen: Ja. Ich wusste schon immer, dass ich mit Mode arbeiten und vor allem, dass ich selber etwas entwerfen wollte. Als kleiner Junge habe ich viel herumexperimentiert, nicht nur an mir, sondern auch an meinen Barbies. Mode war mir schon als kleiner Junge sehr wichtig und hat mich stets fasziniert. Ich habe mich früh damit auseinandergesetzt und habe mit Kleidung herumexperimentiert – als Junge durfte ich noch viel mehr experimentieren, was ich als unschätzbaren Wert empfand. Bereits in der Pubertät stand für mich fest, dass ich mich beruflich mit Mode auseinandersetzen wollte. Was ich sonst gemacht hätte, ist definitiv eine schwere Frage. Ich denke, ich wäre bestimmt im kreativen Bereich geblieben; vielleicht hätte ich mich als Friseur oder Grafiker versucht, da dies ebenfalls Bereiche sind, die in die Arbeit als Designer miteinfließen. Es ist auch etwas, was ich am Beruf des Designers so sehr schätze: Jeden Tag kommt man mit vielen kreativen Bereichen in Berührung.

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Du bist sehr ländlich aufgewachsen, zwischen Bergen und Kühen in der Schweiz. Wie schwer ist es, in solch einem Umfeld den Sprung in die glitzernde Modewelt zu schaffen?

Laurent Hermann Progin

Ich habe es extrem genossen, auf dem Land aufzuwachsen und es ist auch eine Zeit, die mich extrem geprägt hat. Was mich immer wieder fasziniert, ist der Zusammenhalt der Gemeinschaft und wie viel Wert auf Traditionen gelegt wird. Doch ziemlich schnell wusste ich, dass ich einem schnelleren Rhythmus möchte und wollte „ausbrechen“ aus dem behüteten Umfeld. Mittlerweile muss ich gestehen, dass genau die beiden unterschiedlichen Welten mich und meine Arbeit jeden Tag aufs Neue inspirieren. Ich genieße es sehr, mich aus dem Trubel der Modewelt zurückziehen zu können und mich in meiner Heimat zu „erden“. In der Modewelt herrscht eine konstante Reizüberflutung, denn alles geht schnell und man erlebt viel – ich liebe dieses pulsierende Milieu. Dennoch brauche ich Momente für mich, in denen ich mich rückbesinnen kann und die für meinen persönlichen kreativen Prozess extrem wichtig sind.

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Hermann ist dein zweiter Vorname. In deiner Arbeit als Modedesigner bezeichnest du Hermann aber als „Design-Gegenüber“, also eine Art zweite Persönlichkeit, die Input für Designs gibt. Wie viel Hermann steckt im privaten Laurent?

Laurent Hermann Progin

Ich habe mich über die Jahre intensiv mit dieser Frage auseinandergesetzt und muss gestehen, dass mein „Design-Ich“ und der private Laurent mittlerweile nicht mehr voneinander zu trennen sind. Ich charakterisiere die beiden Personen in gewissen Punkten bewusst unterschiedlich. Dies hat vor allem auch mit der Erwartungshaltung an meine Designs zu tun, wenn man mich als Person kennenlernt. Das Ganze klingt wirklich ein wenig schizophren, hat mir aber über die Jahre die Möglichkeit geboten, mich in meiner Arbeit zu strukturieren und konzeptionell einen eigenen und sehr persönlichen Weg einzuschlagen.

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Wie sah dein Arbeitsalltag vor Guidos Masterclass als freiberuflicher Modedesigner aus und inwiefern hat sich dein Alltag nach der Teilnahme verändert?

Laurent Hermann Progin

Die Arbeit ist einerseits sehr abwechslungsreich, aber auch immer ungewiss, denn es passiert viel in Projektarbeit. Das ist auch etwas, was mich sehr reizt, weil man immer an neuen Themen arbeitet und die Möglichkeit bekommt, sich mit unterschiedlichsten Menschen auszutauschen. Ich wünsche mir von der Mode auch, dass das ganze strenge System aufgebrochen wird und sich die Arbeitsweise viel mehr liberalisiert. Meines Erachtens ist das Arbeiten in strengen Strukturen, wie es im Moment von den großen Modehäusern vorgelebt wird, für einen Jungdesigner komplett unrealistisch.

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Wie ist der Kontakt zu den anderen Kandidaten nach Ende der Dreharbeiten?

Laurent Hermann Progin

Es sind definitiv sehr gute Freundschaften entstanden, die auch nach den Dreharbeiten weiterbestehen. Wir sind alle in ganz Europa verteilt und auch viel unterwegs, da trifft man sich auch immer anderswo. Ich denke, Guidos Masterclass war für alle von uns eine sehr prägende Zeit; diese Erinnerungen werden uns bestimmt alle noch lange begleiten.



Autor: Tom Stolzenberg | Gesprächswert: 78% | mit Material von RTL


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