Der Tagliamento: TV-Doku über den König der Alpenflüsse

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23.06.2019 12:06
 
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Der Tagliamento, Europas letzter ungezähmter Fluss

Er schimmert türkisfarben, azurblau und smaragdgrün. Seine zahlreichen Nebenarme, Flachwasserzonen und Totholz-Ansammlungen bieten einen idealen Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Und im Gegensatz zu anderen Alpenflüssen wurden am Tagliamento bisher fast keine Regulierungsmaßnahmen durchgeführt. 3sat zeigt die Dokumentation "Der Tagliamento - König der Alpenflüsse" über Europas letzten ungezähmten Fluss, der auf 172 Kilometern von den Bergen Venetiens durch Karnien bis zur Mündung in die Adria fließt, am Montag, 24. Juni 2019, um 21.00 Uhr in Erstausstrahlung.

Im Frühling - zur Zeit der Schneeschmelze - oder bei Starkregen wird der "König der Alpenflüsse" zum reißenden Strom und schiebt tonnenweise Sand und Schotter talwärts. Sediment-Ablagerungen lassen neue Inseln entstehen, auf denen sich vielerlei Pflanzenarten ansiedeln. Zahlreiche Insekten und Vögel kommen hinzu, die an verbauten Flüssen kaum noch Lebensräume finden können. Die beiden Filmemacher Björn Kölz und Gernot Stadler folgen dem Tagliamento, der am "Passo della Mauria" entspringt, Karnien durchfließt, bei Gemona aus den Bergen in die Ebenen des Friaul strömt und schließlich in der Lagune von Lignano in die Adria fließt.

Die Filmemacher treffen den Winzer Emilio Bulfon, der auf den Hügeln und Terrassen entlang des Flusses beste Voraussetzungen für die Kultivierung alter Rebsorten gefunden hat, entdecken auf den letzten Kilometern des Unterlaufes winzige Laguneninseln, auf denen schilfgedeckte Hütten hervorstechen: Casoni, in denen einst Fischer übernachteten, um zu vermeiden, dass sie sich in der Dunkelheit oder im Nebel verirren. Und sie begleiten den österreichischen Flussforscher Klement Tockner durch Auwälder weit in das breite Flussbett des Tagliamento, wo er die Wasserqualität und die Fließgeschwindigkeit regelmäßig prüft. Sein italienischer Forscherkollege Walter Bertoldi dokumentiert den Fluss seit Jahren fotografisch und erstellt Zeitraffermodelle aus Hunderten Einzelbildern über die Veränderungen des Flussbetts bei Hoch- und Niedrigwasser. In weniger als einem Tag kann der Fluss von etwa 30 Metern auf mehr als einen Kilometer Breite anschwellen; die Wassermenge steigt bei Hochwasser um das Zehnfache.

 

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Autor: Pressemeldung | Gesprächswert: 83% | mit Material von ots