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FUFIS #136: Steffen Hallaschka feiert 30 Jahre Stern TV

 
 

Das ist schon mittelmäßig beeindruckend: über 1700 Studiogäste hat es gegeben, von Michael Gorbatschow bis Angela Merkel waren sie alle da, und Stern-TV wird jetzt 30 Jahre alt. Heute Abend gibt es Stern-TV zu Ehren des 30 jährigen Jubiläums vier Stunden lang mit Steffen Hallaschka. Wenn ich richtig gerechnet habe, dann waren Sie beim Start von Stern-TV süße 19 Jahre alt. Wie haben Sie Stern-TV damals verfolgt?

Ich war sogar 18. Als es losging im April 1990, und ich kann mich tatsächlich nicht mehr erinnern, welches die erste Sendung war, die ich erwischt habe. Bei der Premiere war ich nach meiner Erinnerung nicht dabei. Da habe ich vitale Erinnerungen daran, wie ich in meiner Studentenbude in den 90ern dann wirklich oft Stern-TV geguckt habe und fasziniert war von der Art und Weise, wie das Fernsehen gemacht wurde. Denn das vergisst man rückblickend, glaube ich sogar. Das Format war Vorreiter für eine bestimmte Form von Infotainment, und in dieser Mischung von Information, Unterhaltung, von Schicksal und Kindergeburtstag, von politischer Information, von Sport, Aspekten, Medizin. In dieser Mischung gibt eigentlich bis heute nichts Vergleichbares. Alle, die versucht haben, die Rezeptur zu kopieren, haben nach meiner Beobachtung nicht lange überlebt. Das ist eine Form von Fernsehen. Die hat mich schon sehr früh in den 90ern selber gekriegt.

Und damals hat das Ganze auch noch Günther Jauch moderiert, die ersten 20 von den bisherigen 30 Jahren auf dem Buckel hat. Wie lief das damals denn? Wie sind Sie Günther Jauch Nachfolger geworden?

Naja, wie bei fast jeder Fernsehsendung gab es so ein Schaulaufen für die Nachfolge von Günther Jauch. Casting Sendungen sind gemacht worden, wo verschiedene Leute ausprobiert wurden in dem Format, um einfach sehen zu können. Wie gut passt das? Ich habe auch sofort den Finger gereckt und gesagt Ich möchte hin. Aber wie stellt man das an? Und das Schicksal wollte es so, dass die Redaktion dann bei mir angerufen hat und mir eine Einladung ausgesprochen hat. Ich war da irgendwie auf dem Schirm gelandet durch mein bisheriges Schaffen, und dann bin ich hingefahren und war überraschend wenig aufgeregt, weil ich so ein Gefühl von Selbstverständlichkeit hatte und dachte Das ist die Sendung, die ich seit Jahren machen will. Das hatte ich mir in meinen kühnsten Träumen ausgemalt. Jetzt habe ich die Chance. Ich kann es eh nur so machen, wie ich es machen würde, wie es meiner Art entspricht, und bin dann nach Hause gefahren. Hab gedacht, das gefällt denen jetzt entweder oder auch nicht. Aber anders kann ich es nicht anbieten. Und dann kam einige Tage später tatsächlich der Anruf des Chefredakteurs, und wenig später hatte ich tatsächlich auch Günther Jauch auf der Mailbox, der sagte, er würde sich sehr freuen, wenn wir uns mal kennenlernen und ich seine Nachfolge antreten werde. Und dann haben wir mehrere Termine vorab gehabt, bis das im Januar 2011 auch offiziell auf dem Schirm zelebriert wurde. Die Staffelstabübergabe in Jauchs letzter Sendung.

Jetzt trifft man ja einen Günther Jauch auch nicht alle Tage, eine Fernseh-Legende. Wie war das erste Zusammentreffen?

Das erste Treffen war für mich erst einmal geprägt vom Kennenlernen. Da gucken, wo sitzen die? Wie arbeiten die? Aber sehr schnell einfach auch eine Atmosphäre von Lust aufeinander, auf Augenhöhe. Wir haben dann vor allem auch sehr schnell erst mal alles besprochen. Was soll sich denn überhaupt ändern mit der Sendung? Ganz klar war für beide Seiten am Anfang, die Sendung möge sich bitte gar nicht ändern. Denn nach 20 Jahren Günther Jauch am Mittwochabend ist es Kulturschock genug, wenn auf einmal ein neuer Moderator raus spaziert. Der muss jetzt nicht noch eine neue Studio Deko bekommen, alles in Blau oder Grün präsentieren. Der größte Bruch eigentlich für die Zuschauer war neben des neuen Gesichts dann die Tatsache, dass ich keine Krawatte getragen habe sowie auch 20 Jahre lang.

Dann will man jetzt auch nicht mehr anfangen. Heute Abend also große Jubiläums Show, vier Stunden lang. Was kriegen wir da zu sehen?

Wir haben uns vorgenommen, an 30 Momente stellvertretend für 30 Jahre zu erinnern. Das wird sozusagen der Schnelldurchlauf der großen Momente. Und dann werden uns ein paar Menschen besuchen, deren Geschichten wir auch ausführlicher nochmal erzählen werden. Und das sind natürlich die Leute, die mit ihren Geschichten ganz besonders für Stern-TV stehen. So wie Schirin Bogner, die als HIV positiver Säugling schon zur Welt kam, weil ihre Eltern HIV positiv waren, damals in den 80er Jahren, als das ein Todesurteil war. Sie ist heute der Mensch in Europa, der am längsten mit dieser Diagnose HIV positiv lebt und überlebt. Sie ist inzwischen 35. Ihre Viruslast unter der Nachweisgrenze und diese medizinisch und menschlich unglaublich beeindruckende Geschichte werden wir noch einmal erzählen in der Sendung und erfahren, wie es Shirin heute geht. Das ist einer von vielen Momenten, Olivia Jones wird kommen, Patricia Kelly wird kommen. Viele, viele Gäste, die uns gratulieren wollen, und ein gewisser Günther Jauch ist auch zu Gast.

Und Steffen Hallaschka ist zufälligerweise auch im Raum. Er feiert 30 Jahre Stern-TV heute Abend bei RTL.

 

 
 

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Autor: Jochen Becker | Gesprächswert: 91%